Gratis-Wettprognosen heute lesen lernen – und wissen, was sie wert sind
29. Oktober 2026 · Geprüft gegen die Bewilligungsangaben der Gespa und die veröffentlichten Spielregeln der beiden Schweizer Veranstalter.

Wer heute eine Gratisprognose aufschlägt, bekommt selten eine Prognose. Er bekommt eine Empfehlung, ein Prozentzeichen und ein Kästchen, in dem ein Anbieter darauf wartet, dass jemand die Quote anklickt. Das ist keine Verschwörung, es ist ein Geschäftsmodell. Und es ändert nichts daran, dass eine Prognose selbst dann wertlos bleiben kann, wenn der Sportjournalist, der sie geschrieben hat, ehrlich arbeitet.
Die folgende Einordnung nimmt das Versprechen ernst und prüft es. Sie beginnt dort, wo in der Schweiz jede Diskussion über Wetten beginnen muss: bei der Erlaubnis. Danach geht es um die Limiten, die man setzt, bevor man die erste Wette abgibt, dann um die Frage, woraus eine Prognose überhaupt gebaut wird, und schliesslich darum, wie man Prognosequellen voneinander unterscheidet. Am Ende steht der Blick auf die zehn Plattformen, die Schweizer Wettende tatsächlich antreffen – zwei mit Bewilligung, acht ohne.
Eine Einschränkung vorweg, und sie gilt für die ganze Seite: Hier steht kein Tipp. Kein Spiel, kein Resultat, keine Quote, die jemand nachspielen könnte. Wer eine sichere Wette sucht, sucht etwas, das es nicht gibt.
Rechtslage: Wetten sind in der Schweiz nur bei zwei Veranstaltern erlaubt
In der Schweiz darf Sportwetten nur veranstalten, wer eine Bewilligung hat – und der Kreis ist geschlossen. Der Bund und die Kantone haben die Zahl der Veranstalter von Lotterien und Sportwetten auf zwei begrenzt: Swisslos und die Loterie Romande. Es gibt keine Warteliste und keine dritte Bewilligung, auf die ein Anbieter hoffen könnte. Die Gespa veröffentlicht deshalb auch keine Liste weiterer bewilligter Buchmacher, sondern nur die Sperrliste.

Zwei Veranstalter, zwei Vertragsgebiete
Swisslos ist eine Genossenschaft mit Sitz in Basel und veranstaltet ihre Wetten unter dem Namen Sporttip. Ihre Rechtsgrundlage ist das Geldspielgesetz mit der Interkantonalen Vereinbarung über die gemeinsame Durchführung von Geldspielen – die Fassung, die seit 2020 gilt. Das Vertragsgebiet umfasst die Kantone AG, AI, AR, BE, BL, BS, GL, GR, LU, NW, OW, SG, SH, SO, SZ, TG, UR, ZG und ZH sowie den Kanton Tessin und das Fürstentum Liechtenstein.
Die Loterie Romande bespielt mit Jouez Sport die andere Landeshälfte: Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura. Sie nennt ihren Sitz an der Avenue de Provence 14 in Lausanne, zählt 2’350 Verkaufsstellen in der Westschweiz und 221 Mitarbeitende. Zwei Zahlen, die mehr sagen als jede Werbebroschüre: Das westliche Angebot lebt von einem dichten Netz physischer Annahmestellen, nicht von einer App.

Das Vertragsgebiet ist nicht bloss eine Fussnote. Zur Online-Registrierung bei Swisslos braucht es mindestens 18 Jahre, Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt im Vertragsgebiet, keine bestehende Spielsperre und eine einmalige Registrierung pro Person. Die Ausweisdaten werden aus dem hochgeladenen Dokument ausgelesen und gegen Adressdatenbanken geprüft.
Was das für einen Zuger bedeutet, der in Genf studiert: Er kann sich bei Swisslos registrieren, weil Zug zum Vertragsgebiet gehört. Wer aus Freiburg im Üechtland stammt, findet sein Onlinekonto dagegen bei Jouez Sport. Und wer im Ausland lebt, findet sein Konto bei keinem der beiden.
Was überhaupt gewettet werden darf
Die Bewilligung bezieht sich nicht auf ein Programm, sondern auf Sportwetten überhaupt – und der erlaubte Inhalt ist eine geschlossene Liste. Die Gespa führt die bewilligten Sportarten, Wettkämpfe und Wettarten in einer Liste, deren aktuelle Fassung auf den 10. September 2026 datiert. Was dort nicht steht, existiert im bewilligten Angebot nicht: keine Lauf-, Corner- oder Kartenmärkte, keine Esport-Sektion, keine Wetten auf einzelne Trainingsläufe. Qualifikationsrunden und Frauenwettbewerbe sind nur enthalten, wenn sie ausdrücklich aufgeführt sind. Ranglistenwetten nur dann, wenn die Rangliste über den Einzug in einen internationalen Wettbewerb oder über eine Podiumsplatzierung entscheidet. Veranstaltungen, an denen überwiegend Minderjährige teilnehmen, sind gesperrt.
Wetten auf Wetter, Politik oder Fernsehsendungen fallen damit ohnehin weg. Livewetten sind erlaubt, vorausgesetzt, der Veranstalter besitzt die entsprechende Entscheidung; das Gesetz beschränkt sie nicht auf bestimmte Live-Märkte. Und Cash-Out? Kaum etwas ist gesetzlich so ungeregelt. Das Geldspielgesetz kennt ihn nicht als eigene Wettart, deshalb findet man ihn in den Bedingungen des jeweiligen Veranstalters – und nirgends sonst. Wer ihn sucht, liest ein Vertragswerk, keine Verordnung.
Ein Umstand, der bei Prognosequellen regelmässig untergeht: Die beiden Veranstalter haben unterschiedlich viel Platz für Wettarten. Wo die eine Plattform einen Markt führt, kann die andere eine ganz andre Auswahl zeigen, weil die Gespa-Liste und die internen Wettprogramme zwei verschiedene Dinge sind.
Wer kontrolliert, und was eine ausländische Bewilligung hier zählt
Aufsichtsbehörde ist die Gespa in Bern. Nicht die ESBK – die ist für Casinos zuständig und hat mit Sportwetten nichts zu tun. Eine Bewilligung nach dem Geldspielgesetz gilt nur in der Schweiz; sie verleiht keinem Anbieter einen Auftrag im Ausland, und umgekehrt gilt eine ausländische Bewilligung hier nicht.
Genau das ist der Kern der Frage, die viele Prognoseportale überspringen, weil sie sich nicht verkauft. Eine Bewilligung aus Curaçao, Malta oder Deutschland hat in der Schweiz keine Geltung. Wer als Ausländer Sportwetten organisiert, begeht eine Straftat: bis zu drei Jahre Freiheitsstrafe oder Geldstrafe, bei gewerbsmässigem Betrieb bis zu fünf Jahre. Der Spielende wird nach Auskunft des Bundesamts für Justiz nicht bestraft – aber wer auf einem nicht bewilligten Portal spielt, hat keinen Anspruch auf Schutz, keine Fair-Play-Kontrolle und keine Schweizer Beteiligung an einem allfälligen Verfahren gegen den Anbieter.
Die Gespa führt die Domains ausländischer Anbieter auf einer Sperrliste, die Schweizer Telekomanbieter per DNS sperren. Die erste Liste datiert auf den 3. September 2019; Ende 2025 trug sie 671 Domains. Gesperrte Adressen werden innert Stunden ersetzt. Die ganz ehrliche Fassung klingt so: Die bewilligte Seite bietet Schweizer Schutz, aber ein enges Angebot, nur zwei Anbieter, ein Wohnsitzerfordernis und eine Identitätsprüfung. Die ausländische Seite bietet ein anderes Produkt, aber keine dieser Absicherungen. Keine von beiden ist einfach «die sichere Wahl».
Verantwortung: Limiten setzt man, bevor die erste Wette läuft
Es gibt in der Schweiz keine staatlich festgeschriebene Depotlimite. Es gibt auch keine Deckelung, die per Gesetz für alle gilt. Stattdessen verlangt die Verordnung vom Veranstalter, dass er vom Spielenden mindestens einen Höchstwert für Einzahlungen oder Verluste – täglich, wöchentlich oder monatlich – verlangt. Die Limite setzt der Mensch, der wetten will. Nicht der Staat, nicht das Portal mit der Prognose.
Die Limiten der beiden Schweizer Veranstalter im Vergleich
Bei Swisslos muss eine Limite für 1, 7 und 30 Tage gesetzt werden, bevor die erste Beteiligung am Sporttip möglich ist. Die Oberlimite liegt bei CHF 9’999; wer unter 21 Jahre alt ist, darf höchstens CHF 1’000 setzen. Eine Senkung wirkt sofort. Eine Erhöhung greift erst nach 72 Stunden. Zusätzlich lässt sich eine freiwillige Einzahlungslimite für jeweils 30 Tage einrichten.
Die 72 Stunden sind der eigentliche Artikel des Spielerschutzes. Wer nach einer verlustreichen Nacht in einer Stunde beschliesst, doppelt so viel zu setzen, stösst auf eine Wand, die er selbst gebaut hat. Von Hand. Zwei Zahlen weiter: Die Limiten gelten nicht nur zum Anschauen. Bei Sporttip liegt der Mindesteinsatz für Einzel- und Kombinationswetten bei CHF 1, der Höchsteinsatz für eine Einzel- oder Kombinationswette bei CHF 1’000 und für eine Systemwette bei CHF 10’000. Über der Limite wird die Wette gar nicht angenommen. Swisslos kann diese Werte jederzeit ohne Angabe von Gründen ändern.
Der Verlusttopf und die Einsatzgrenze sind zwei verschiedene Vorrichtungen, und beide sind nötig. Die eine sagt, wie viel man in einem Monat verlieren darf. Die andere sagt, wie viel in einer einzigen Wette steckt. Wer die erste ernst nimmt und die zweite ignoriert, findet sich im letzten Drittel des Monats regelmässig bei Systemwetten wieder, die den ganzen Tagesspielraum auf einmal binden.
Selbstsperre und das schweizweite Register
Bei Swisslos lässt sich der Zugang produktbezogen für 1 bis 180 Tage sperren, und zwar ohne Aufhebung vor Fristablauf. Das ist die harte Fassung: keine Rückfrage, kein Support-Ticket, kein Anruf am Samstagmorgen. Eine unbefristete Spielsperre wird in einem schweizweiten Register eingetragen und gilt auch für Casinos einschliesslich Online-Casinos sowie im Fürstentum Liechtenstein.
Der gesetzliche Rahmen dahinter reicht weiter als die Selbstsperre. Eine Spielsperre trifft überschuldete oder spielabhängige Personen ebenso wie die freiwillige Selbstsperre, und wer gesperrt oder minderjährig ist, hat keinen Anspruch auf Einsätze oder Gewinne. Eine freiwillige Sperre lässt sich nach drei Monaten aufheben, und dabei ist eine Fachstelle beteiligt. Ein selbst gewählter Unterbruch von bis zu sechs Monaten muss angeboten werden – das ist die kurze, befristete Variante für jemanden, der nicht sicher ist, ob er dauerhaft aufhören will.
Ein Ergebnis aus den Testkäufen der Gespa von 2025 gehört hierhin, auch wenn es unbequem ist: An Verkaufsstellen wurde in 47,5 Prozent von 200 Fällen eine Sportwette an eine minderjährige Person verkauft. Wer den Schutz an der physischen Annahmestelle für streng hält, sollte diese Zahl lesen. Sie sagt nichts über die Online-Prüfung, aber sie widerlegt die Annahme, die Gegenwart eines Menschen hinter dem Schalter sei per se der bessere Schutz.
Was eine Prognose mit Limiten zu tun hat
Der Nutzen einer Verlustlimite entsteht nicht daraus, dass sie existiert, sondern daraus, dass sie vor der Prognose steht. Zuerst der Tagesspielraum, dann der Einsatz für eine einzelne Wette, dann die Frage, welche der Wettarten auf dem Wettschein die Limite schneller ausfüllt – ein hohes Einzelspiel oder zehn kleine Kombinationen.
Wer Gratisprognosen konsumiert, trifft das Problem übrigens schon vor dem ersten Einsatz. Viele Portale finanzieren sich über Affiliate-Links und leben davon, dass der Leser die Plattform wechselt. Die Limite, die bei Swisslos drei Tage Bestand hat, existiert auf einem ausländischen Portal in dieser Form nicht.
Strategie: Woraus eine Prognose gebaut wird – und was sie nie ist
Eine Wettprognose beschreibt Wahrscheinlichkeiten. Sie beschreibt kein Ergebnis. Das klingt wie Haarspalterei.
Vier Bausteine, und keiner davon sagt etwas über morgen
Die Form ist der erste Baustein: nicht der Tabellenplatz, sondern die Leistung der letzten Wochen, das Verhältnis von Spielanteil zu Chancen, die Frage, ob eine Mannschaft knapp gewinnt oder deutlich. Der zweite sind die Ausfälle – gesperrte Spieler, verletzte Stammkräfte, ein Torhüterwechsel vier Tage vor dem Anpfiff. Der dritte ist die Statistik, und hier wird am meisten gemogelt: Ein Durchschnitt über zwanzig Spiele sagt etwas über ein Kollektiv und fast nichts über ein einzelnes Paar am Samstag. Der vierte ist der Quotenvergleich zwischen den Veranstaltern.
Der Quotenvergleich ist der Baustein, der am wenigsten mit Sport zu tun hat und am meisten mit Arithmetik. Im bewilligten Schweizer Angebot konkurrieren Swisslos und die Loterie Romande, und in allen übrigen Kantonen heisst das praktisch: ein Programm. Wer in der Deutschschweiz wohnt, kann Sporttip mit einem ausländischen Anbieter vergleichen – und vergleicht dann zwei verschiedene Rechtsräume mit zwei verschiedenen Preisniveaus, nicht zwei gleichwertige Läden.
Was die Quote verschweigt
Jede Quote enthält die Marge des Veranstalters. Sie steht nirgends im Fenster, sie ist eingerechnet. Der Quotenschlüssel einer Quote – der Anteil aller Einsätze, den ein Markt zurückzahlt – berechnet sich aus der Summe der Kehrwerte aller möglichen Ergebnisse; die Marge ist 100 Prozent minus diesen Anteil.
Nehmen wir einen illustrativen Zweiwegemarkt, beide Seiten zu Quote 1.90. Das ist ein Rechenbeispiel, kein abgelesener Preis, und keine der beiden Quoten stammt von einer der Plattformen auf dieser Seite. Beide Kehrwerte liegen bei etwa 0,526, ihre Summe bei rund 1,053. Der Quotenschlüssel dieses Marktes liegt demnach bei etwa 95 Prozent, die Marge bei rund 5 Prozent des Einsatzes. Auf zwei Seiten verteilt heisst das: Von den ersten 100 Franken, die in diesen Markt fliessen, bleiben rund 5 Franken beim Veranstalter, unabhängig davon, wer gewinnt. Bei einem Dreiwegemarkt mit drei Ausgängen und deutlich höheren Quoten auf den Aussenseiter fällt die Bandbreite breiter aus – der Quotenschlüssel bewegt sich dort typischerweise tiefer, aber wie tief, ist eine Eigenschaft des konkreten Marktes und des konkreten Anbieters, nicht eine Konstante des Sports.
Und hier liegt der Punkt, an dem die Gratisprognose ihre erste Rechnung verliert. Ein Portal schreibt, sein Tipp habe «Value». Das Wort bedeutet, dass die eigene Wahrscheinlichkeitseinschätzung über der Wahrscheinlichkeit liegt, die in der Quote steckt. Wenn der Veranstalter einen Quotenschlüssel von rund 95 Prozent ansetzt, muss jeder Value-Gedanke diesen Abstand erst einmal aufholen. Bei einem Zweiwegemarkt zu 1.90 heisst das: Der Tipp braucht einen Vorsprung von mehreren Prozentpunkten gegenüber der Buchmacher-Einschätzung, nur damit die Rechnung aufgeht. Über viele Wetten hinweg frisst diese Marge die kleine Kante auf, die eine gute Prognose liefern kann. Eine Gratisprognose, die diesen Satz nicht enthält, ist keine Prognose, sondern eine Einladung.
Wer über einen längeren Zeitraum arbeitet, tut gut daran, die eigene Bilanz zu führen. Nicht wegen der Trefferquote, sondern wegen der Rendite pro eingesetztem Franken – denn eine Quote von 2.10 zahlt weniger als doppelt zurück, wenn die Hälfte der Wetten aufgeht. Beides steht in keinem Werbetext.
Warum eine kostenlose Prognose doppelt nichts kostet
Dass etwas gratis ist, sagt nichts über seinen Wert – nur über seine Finanzierung. Eine kostenlose Prognose wird bezahlt, nur nicht vom Leser. Sei es über Partner-Links, über Werbebanner oder über eine Anmeldung, die an einen Bonus geknüpft ist.
Wer beides auseinanderhalten will, prüft die Prognosenquelle, nicht die Prognose. Die Bedingungen des Portals – wer finanziert es, welche Links stehen im Text, welche Plattform wird beworben – sind meist in einer Minute geklärt. Der Rest ist entweder eine saubere Methode oder ihr Fehlen. Man merkt den Unterschied nicht am ersten Artikel, sondern am zehnten, wenn die Bilanz eines Anbieters noch stimmt, wenn sie schlecht ausfällt und wenn sie überhaupt nachprüfbar ist.
Für die bewilligten Veranstalter gilt der Hinweis aus dem Geldspielgesetz: Werbung darf nicht aufdringlich oder irreführend sein und sich nicht an Minderjährige oder an gesperrte Personen richten; Werbung für in der Schweiz nicht bewilligtes Spielen ist verboten und mit einer Busse bis CHF 500’000 belegt. Gratisspielguthaben und Freikredite brauchen die vorgängige Zustimmung der Gespa. Wie hoch ein Bonus ausfällt und unter welchen Bedingungen er steht, sagt einzig und allein das jeweilige Vertragswerk. Die Leseprobe, die man den Veranstaltern selbst abverlangt, gilt auch für die Portale, die über sie schreiben.
Vergleich: Woran man eine Prognosequelle erkennt, der man folgen kann
Prognosen lassen sich schlecht messen, aber Prognosequellen lassen sich sortieren. Fünf Merkmale trennen eine Quelle, die Kritik aushält, von einer, die nur die Richtung anzeigt, in die der Link führt.
Der offene Aufwand steht an erster Stelle. Ein Portal, das erklärt, welche Daten es verwendet und mit welcher Genauigkeit es über hundert Prognosen hinweg gearbeitet hat, ist überprüfbar. Eines, das nur Ergebnisse auflistet, ist es nicht. Nachvollziehbarkeit ist die zweite Prüfung: Eine Bilanz nennt Verlustserien, nicht nur die Serie, die gehalten hat. Die dritte ist die Trennung von Werbung und Inhalt. Ein Test tarnt sich nicht als Artikel; ein Artikel tarnt sich nicht als Test.
Die vierte Prüfung betrifft die Sprache. Wer für heute eine Wette «garantiert» oder eine Quote als «sicher» bezeichnet, hat nichts eingeräumt. Der fünfte Punkt, und der wird fast immer übersehen: Kennt die Quelle die Schweizer Landschaft? Wer in der Deutschschweiz eine Wette platzieren will, hat im bewilligten Angebot genau einen Veranstalter. Ein Portal, das zehn Buchmacher mit Schweizer Bewilligung auflistet, hat entweder nie recherchiert oder nie darüber nachgedacht.
Der Sonderfall der drei Buchstaben, die jeder erkennt, ist ein eigenes Kapitel. Vor dem beliebigen Turnier veröffentlicht halb Europa Prognosen, und die Zahl der Artikel wächst mit der runden Zahl der Gruppen. «Wettprognosen WM» liefert rechtzeitig ein Vielfaches dessen, was noch drei Wochen vorher zum selben Turnier zu finden war. Das ist kein Zufall und auch nicht wichtig für die Frage, ob heute eine Wette sinnvoll ist: Während eines Turniers sind die Quoten eng und die Marge verteilt sich auf wenige Märkte, an einem durchschnittlichen Bundesligaspieltag steht die Auswahl breiter.
Für die Anwendung heisst das: Wer eine Prognose zur Hand nimmt, sollte die Limiten seiner eigenen Plattform kennen, bevor er den Einsatz wählt. Bei Swisslos sind es CHF 1 bis CHF 1’000 für Einzel- und Kombinationswetten sowie CHF 10’000 für Systemwetten – so viel Bewegungsfreiheit, dass die Limite niemanden rettet, der keine Verlustlimite gesetzt hat.
Wer im Bewilligungsgebiet der Loterie Romande wohnt, findet umgekehrt ein Programm, das stärker auf Verkaufsstellen zugeschnitten ist. Wo die Prognose auch herkommt: Der Vergleich der Quoten vor dem Setzen gehört zur Arbeit, und die Zahl, die man dabei im Kopf behalten muss, ist nicht die höchste Quote auf dem Markt, sondern der Quotenschlüssel, den der Anbieter für diesen Markt ansetzt.
Wie man eine Prognose liest, wenn sie morgen veraltet ist
Eine Prognose auf ein Spiel, das in zwei Stunden beginnt, hat eine Dynamik, die eine Wochenendprognose nicht hat: Die Aufstellungen kommen, die Quoten bewegen sich, ein Stürmer wird kurzfristig ersetzt. Wer die Quelle liest, ist damit ohnehin spät dran. Wer die Quote liest, ist es nie.
Bei Livewetten verschärft sich einiges, und die Sporttip-Regeln sind hier ungewöhnlich deutlich. Die Wette gilt unabhängig davon, ob ein Ereignis live übertragen wird. Eine Wette, die nach dem Eintreffen des Ausgangs platziert wird, wird mit Quote 1.00 gewertet. Und in spielentscheidenden Situationen – Elfmeter, Rote Karte, Entscheid des Videoschiedsrichters – kann Swisslos Wetten mit Quote 1.00 werten. Der Satz trifft mehrere Fälle und ist der Grund, weshalb Livewetten nachgerechnet werden sollten: Ein Treffer in einer Wette mag echt aussehen, während die Plattform ihn auf 1.00 gesetzt hat.
Was als reguläre Spielzeit gilt, ist ebenfalls festgelegt: die reguläre Spieldauer plus Nachspielzeit, im Fussball also rund 90 Minuten zuzüglich Nachspielzeit. Verlängerung und Penaltyschiessen zählen nur, wenn das Wettprogramm ausdrücklich darauf hinweist oder sie selbst Gegenstand der Wette sind. Eine Prognose auf ein Pokalspiel, die die Verlängerung einbezieht, beschreibt also einen anderen Markt als eine Prognose auf die 90 Minuten, auch wenn die Partie dieselbe ist.
Und die Auszahlung selbst folgt einer Regel, die kaum jemand kennt: Der Gewinnbetrag ergibt sich aus Einsatz mal Quote – bei Kombinationen mal der Gesamtquote, dem Produkt der Einzelquoten – und wird zuerst auf zwei Nachkommastellen aufgerundet, dann auf fünf Rappen genau abgerundet. Die Rundung kennt nur eine Richtung. Bei einer Wette von CHF 10 auf eine Quote von 1.85 liegt der rechnerische Betrag bei CHF 18.50, den fünf Rappen hat die Rundung hier nichts anzuhaben; bei einem krummen Ergebnis zahlt sie still ein paar Rappen nach unten.
Was bei Swisslos passiert, wenn ein Wettereignis abgesagt wird, gehört zur Prognose dazu. Wird die Begegnung nicht innert 48 Stunden nach dem ursprünglichen Beginn nachgeholt – im Rahmen eines Turniers gelten andere Fristen – ist die Wette ungültig: Einzelwetten werden zurückbezahlt, in Kombinationen erhält die betroffene Voraussage die Quote 1.00. Ein sorgfältiger Leser prüft bei einer abgesagten Partie also nicht, ob sein Tipp gestimmt hätte, sondern was aus seinem Einsatz geworden ist.
Die Fristen sind der letzte Punkt, an dem eine Prognose auf die Welt trifft. Gewinne, die nicht innert 26 Wochen nach der öffentlichen Bekanntmachung der Wettauswertung geltend gemacht werden, verfallen zugunsten des Zwecks der Swisslos. Eine Einsprache gegen eine verweigerte Auszahlung ist innert 10 Tagen per eingeschriebenem Brief zu erheben. Und für Auszahlungen gilt: Das Spielguthaben kann zweimal innert 365 Tagen gratis auf ein Konto in eigenem Namen ausbezahlt werden; ab der dritten Auszahlung kann eine Kommission von 3 Prozent anfallen, die Überweisung dauert 5 bis 10 Arbeitstage. Gratisspielguthaben aus Promotionen ist nicht auszahlbar. Gewinne bis CHF 1’000 pro Spielbestätigungsquittung schreibt Swisslos automatisch dem Spielkonto gut, darüber hinaus wird das Geld innert drei Arbeitstagen überwiesen, sofern eine Zahlungsverbindung bekannt ist.
Einordnung: die zehn Plattformen, die Schweizer Wettende antreffen
Zwei Gruppen, und sie dürfen nicht vermischt werden. Die ersten beiden Karten tragen eine Schweizer Bewilligung und dürfen in ihrem Gebiet Sportwetten annehmen. Die acht folgenden sind ausländische Anbieter, die Schweizer Spielende antreffen und die von einer Schweizer Bewilligung nichts haben. Beurteilt werden sie nach denselben Kriterien – geprüft wird, was sie auf einem Schweizer Rechtsrahmen aufbauen oder eben nicht.
| Plattform | Bewilligung oder keine | Veranstalter bzw. berichtete Bewilligung |
|---|---|---|
| Swisslos Sporttip | Schweizer Bewilligung (Veranstalterbewilligung und Spielbewilligung) | Swisslos, Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft, Sitz Basel |
| Loterie Romande Jouez Sport | Schweizer Bewilligung (Veranstalterbewilligung und Spielbewilligung) | Loterie Romande, Société de la Loterie de la Suisse Romande |
| 22Bet | keine Schweizer Bewilligung | berichtete Bewilligung nicht festgestellt |
| Rollbit | keine Schweizer Bewilligung | berichtete Bewilligung nicht festgestellt |
| Donbet | keine Schweizer Bewilligung | berichtete Bewilligung nicht festgestellt |
| BDMBet | keine Schweizer Bewilligung | berichtete Bewilligung nicht festgestellt |
| BetFury | keine Schweizer Bewilligung | berichtete Bewilligung nicht festgestellt |
| HighFlyBet | keine Schweizer Bewilligung | berichtete Bewilligung nicht festgestellt |
| Interwetten | keine Schweizer Bewilligung | berichtete Bewilligung nicht festgestellt |
| Sportaza | keine Schweizer Bewilligung | berichtete Bewilligung nicht festgestellt |
Was diese Übersicht nicht kann: die beiden Gruppen vergleichbar machen. Die linke Spalte enthält zwei verschiedene Dinge – eine Bewilligung oder deren Fehlen – und das Fehlen ist keine Eigenschaft der Plattform, sondern eine Aussage über ihr Verhältnis zur Schweiz. Die rechte Spalte ist entsprechend dünn. Eine «berichtete Bewilligung nicht festgestellt» heisst nicht, dass ein Anbieter keine Bewilligung irgendwo besitzt, sondern dass sich eine für einen Schweizer Leser verbindliche Zuordnung nicht treffen lässt. Eine maltekische oder curaçaoische Bewilligung hat hier keine Geltung – und damit auch keinen Wert im Vergleich.
Ausländische Plattformen sind kein Monolith. Sie unterscheiden sich nach Preisniveau, nach Sportarten und nach der Art, wie sie Kundengeld behandeln – aber vergleichen kann man sie nur untereinander, nicht mit Swisslos oder der Loterie Romande, weil der Vergleich sonst Äpfel mit Bewilligungen wäre. Wer bei einem von ihnen ein Konto unterhält, hat keinen Zugang zum Schweizer Sperrregister, keine Swisslos-Funktion zum produktbezogenen Sperren und keinen Schweizer Rechtsweg. Dafür sitzt die Aufsicht nah: Die Gespa kann Domains auf die Sperrliste setzen, und die Adressen werden von den Telekomanbietern gesperrt.
Swisslos Sporttip: die volle Schweizer Bewilligung, mit einem Vertragsgebiet als Preis
Swisslos betreibt Sporttip als Grossspiel auf der Grundlage des Geldspielgesetzes und der Interkantonalen Vereinbarung. Die Beaufsichtigung liegt bei der Gespa. Das Onlinekonto steht ausschliesslich Personen offen, die im Vertragsgebiet wohnen: in den Kantonen AG, AI, AR, BE, BL, BS, GL, GR, LU, NW, OW, SG, SH, SO, SZ, TG, UR, ZG und ZH sowie im Tessin und im Fürstentum Liechtenstein.
Praktisch heisst das: Wer in der Deutschschweiz oder im Tessin lebt, hat hier sein Konto – oder gar keines. Wer im Wallis lebt, findet sein Konto bei der Loterie Romande. Das Wohnsitzerfordernis ist kein bürokratischer Zufall, sondern der Preis für ein bewilligtes Monopol auf der Kantonsseite.
Was den Spielerschutz betrifft, liefert Sporttip die dichteste Ausstattung, die auf dieser Seite zu finden ist: Limiten für 1, 7 und 30 Tage vor der ersten Teilnahme, eine Oberlimite von CHF 9’999 für alle und CHF 1’000 für Wettende unter 21 Jahren, Erhöhung erst nach 72 Stunden, eine optionale 30-Tage-Einzahlungslimite, produktbezogene Selbstsperre für 1 bis 180 Tage und eine unbefristete Sperre, die im schweizweiten Register landet. Wer den Schutz sucht, findet ihn hier konzentriert – was nicht heisst, dass er von selbst greift. Die 72-Stunden-Frist ist die Bremse, die den Vorsatz schützt, nicht den Menschen.
Einsätze liegen zwischen CHF 1 und CHF 1’000 für Einzel- und Kombinationswetten, bei Systemwetten bis CHF 10’000. Bei Livewetten ist die Quote-1.00-Regel der wichtigste Absatz der Sporttip-Bedingungen: Wetten nach Eintreffen des Ausgangs sowie in spielentscheidenden Situationen können zu 1.00 gewertet werden. Ergänzend gibt es den Kombiboost, der nur online für Prematch-, Live- und Systemwetten greift und mindestens vier Voraussagen mit je mindestens 1.50 Quote verlangt; der Bonus auf den Nettogewinn steigt von 5 Prozent bei vier auf 20 Prozent bei sieben, 40 Prozent bei zehn und 100 Prozent bei fünfzehn Voraussagen, wobei Einsatz und Gewinnerhöhung limitiert sind. Quoten- und Profitboosts gelten nur online für Prematch-Einzelwetten und sind pro Person nur einmal nutzbar; bei einem Cash-Out verfällt der Boost.
Das Fazit zur Bewilligung ist nicht das Fazit zur Plattform. Der Kombiboost ist eine Zusatzprämie auf Kombinationen – und Kombinationen sind genau die Wettart, bei der die Marge des Veranstalters am stärksten wirkt, weil sich der Quotenschlüssel über mehrere Märkte multipliziert. Ein Bonus von 5 Prozent auf den Nettogewinn bei vier Voraussagen ist deshalb etwas anderes, als er in der Überschrift aussieht: Er kommt erst nach einem Netto-Gewinn, den man ohne Viererkombi nie gehabt hätte, und die Quote 1.50 je Voraussage ist die Hürde, unter der die ganze Konstruktion nicht gilt. Wer sich dafür entscheidet, sollte zählen und nicht schätzen.
Loterie Romande Jouez Sport: die zweite Bewilligung, ein dichtes Verkaufsstellennetz
Die Loterie Romande betreibt Jouez Sport auf derselben Rechtsgrundlage und unter derselben Aufsicht, mit einem eigenen Vertragsgebiet: Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura. Das Onlinekonto steht Personen aus diesen sechs Kantonen offen. Die Anschrift in Lausanne und die 2’350 Verkaufsstellen in der Westschweiz sagen, wo dieses Angebot verankert ist – es lebt von der physischen Annahmestelle als Vertriebsweg.
Bei den Auszahlungsregeln ist das westliche Programm strenger und transparenter als das östliche Vertragswerk. Der Höchstgewinn beträgt CHF 300’000 pro Einzel- oder Kombiwette und CHF 1’000’000 für alle Gewinne eines Multiples zusammen. Eine Kombiwette umfasst 2 bis 10 Voraussagen; die Quote einer Einzelwette oder die Gesamtquote einer Kombination muss mindestens 1.10 betragen und darf 100’000 nicht übersteigen.
Diese Obergrenze ist die praktischste Zahl der ganzen Seite. Wer eine Kombination aus zehn Aussenseitern zusammenrechnet, kommt rechnerisch schnell in die Millionen – und trifft dann auf eine Decke. Der Multiples-Deckel ist ein zweites Netz darunter: Selbst wer mehrere hohe Kombinationen erfolgreich spielt, kommt zusammen nicht über CHF 1’000’000. Die Zahl ist sehr weit weg von jedem realistischen Spielverlauf, aber sie sagt etwas über die Philosophie: Ein Extremgewinn, der ein Spielerdasein verändert, ist im bewilligten Angebot nicht vorgesehen.
Wer in der Westschweiz wohnt, hat hier die Wahl zwischen zwei Anbietern nur theoretisch – ein Konto bei Swisslos öffnet sich ihm nicht. Wo man wohnt, entscheidet den Anbieter, nicht die Prognose.
22Bet: Schweizer Publikum, kein Schweizer Rechtsrahmen
Der erste Eindruck der Seite ist der eines grossen internationalen Buchmachers mit einem breiten Angebot an Sportarten und einer Werbemaschine, die Schweizer Sportübertragungen kennt. Der zweite Eindruck, wenn man auf das Kleingedruckte schaut, ist ein anderer: Es fehlt die Schweizer Bewilligung.
Was daraus folgt, ist keine Kleinigkeit. Keine Bindung an das schweizweite Sperrregister, kein Schweizer Rechtsweg, keine Beschränkung auf die Gespa-Liste der erlaubten Sportarten und Wettarten – und die Möglichkeit, dass Swisscom und andere Telekomanbieter die Domain per Sperrliste sperren; die Gespa kann Domains aufnehmen, und gesperrte Adressen werden innert Stunden ersetzt.
Wer dort wetten will, sollte wissen, was die Prognoseportale verschweigen: Die Werbung für ein solches Angebot ist in der Schweiz gar nicht zulässig, und ob die Auszahlung schliesslich ankommt, entscheidet keine Aufsicht hier.
Rollbit: Auftritt als Plattform, nicht als Buchmacher
Rollbit präsentiert sich nicht primär als Sportbuch, sondern als Umgebung, in der Wetten ein Teil eines grösseren Angebots sind. Auch hier fehlt die Schweizer Bewilligung.
Für die Frage nach Prognosen ist dieser Anbieter in zweifacher Hinsicht uninteressant: Aus dem bewilligten System fällt er heraus, und der Zugang zum Schweizer Sperrregister fehlt ihm ohnehin. Wer dort spielt, verlässt den Bereich, in dem eine Schweizer Aufsichtsbehörde überhaupt hinsehen kann.
Donbet: internationaler Markt, keine Schweizer Bewilligung
Donbet tritt als internationaler Buchmacher mit klassischem Zuschnitt auf. Wie die übrigen Anbieter dieses Abschnitts besitzt er keine Schweizer Bewilligung.
Was daran für einen Leser von Gratisprognosen praktisch wichtig ist: Die geografische Ausrichtung der Prognoseportale deckt sich nicht mit der Schweizer Rechtslandschaft. Viele Suchende landen bei Anbietern ausserhalb des Schweizer Systems, weil die Website, die ihnen geliefert wird, auf ein anderes Land ausgerichtet wurde.
BDMBet: breites Programm, keine Bindung an die Schweizer Aufsicht
BDMBet positioniert sich über Umfang: viele Sportarten, viele Märkte, viele Länder. Ein Schweizer Publikum erreicht er über die Adresse, nicht über eine Bewilligung. Auch hier keine Bindung an das Sperrregister und kein Schweizer Rechtsweg.
BetFury: Krypto-Optik, Schweizer Publikum als Nebenschauplatz
BetFury gibt sich eine Krypto-Anmutung mit einem eigenen Belohnungssystem. Das ändert an der Bewilligungslage nichts, und in der Schweiz sind Zahlungen aus dem Bewilligungssystem ausdrücklich an ein Konto in eigenem Namen gebunden – Krypto-Auszahlungen sind der Gegensatz dazu.
Wer in der Schweiz spielt, sollte die Anbieter mit reinen Krypto-Zahlungen daher doppelt prüfen, weil von hier aus keine deutsche oder schweizerische Stelle eine Auszahlung durchsetzen kann.
HighFlyBet: Wettprogramm mit internationalem Anstrich
HighFlyBet tritt mit einem international ausgerichteten Wettprogramm auf und richtet sich über die Domain an Schweizer Spielende. Eine Schweizer Bewilligung liegt nicht vor.
Für Prognosen-Leser ist die Trennung wichtig: Ein internationales Programm bedeutet nicht automatisch eine breitere Marktauswahl für Schweizer Sport. Die Gespa-Liste regelt, was im bewilligten Angebot überhaupt vorkommen darf, und esports und Kartenmärkte sind dort nicht vorgesehen.
Interwetten: bekanntes Gesicht, aber nicht auf der Schweizer Liste
Interwetten ist einer der bekanntesten Namen der Branche und war über Jahre in den Schweizer Sportübertragungen präsent. Eine Schweizer Bewilligung hat der Anbieter dennoch nicht, und die Gespa führt ihn in ihrer Sperrliste als Beispiel für einen Anbieter, dessen Domain blockiert werden kann.
Das ist die deutlichste Illustration der Grundregel dieses Abschnitts: Bekanntheit ist keine Bewilligung.
Sportaza: internationaler Buchmacher mit Bonusfokus
Sportaza bewirbt sich über Bonusangebote und ein internationales Sportprogramm. Eine Bewilligung für die Schweiz besitzt der Anbieter nicht.
Hier lohnt sich der ehrliche Blick auf das Verhältnis von Bonus und Bedingung: Ausländische Anbieter formulieren ihre Umsatzbedingungen selbst, und eine Schweizer Aufsicht prüft sie nicht. Wer einen Bonus bei einem Anbieter ohne Schweizer Bewilligung annimmt, akzeptiert ein Regelwerk, das nur in dessen eigener Auslegung existiert.
Steuern: was in der Schweiz vom Gewinn übrig bleibt
Bei Swisslos und der Loterie Romande sind Gewinne aus bewilligten Grossspielen bis zum Steuerfreibetrag pro Einzelgewinn steuerfrei. Erst darüber wird der Gewinn steuerpflichtig. Der Bundesfreibetrag liegt ab dem 1. Januar 2026 bei CHF 1’071’000 – 2025 lag er noch bei CHF 1’070’400. Oberhalb dieses Betrags behält der Veranstalter 35 Prozent Verrechnungssteuer ein, die man über die Steuererklärung zurückholt, wenn man den Gewinn deklariert.
Ein typischer Wettender liegt weit unter dieser Schwelle. Für ihn heisst das: keine Einkommenssteuer und keine Verrechnungssteuer auf den Gewinn. Ein zweiter Punkt ist die kantonale Schwelle, die abweicht, sodass sich keine einheitliche Zahl nennen lässt – hier ist die Antwort «je nach Kanton» die richtige und nicht eine ausgewählte Zahl.
Ganz anders bei ausländischen Anbietern: Deren Gewinne unterliegen nicht der Verrechnungssteuer, dafür kennt die kantonale Praxis – beispielsweise im Thurgau – Gewinne aus ausländischen Grossspielen als vollständig steuerbares Einkommen, unabhängig von der Höhe. Eine Schweizer Wetttaxe auf Einsätze gibt es nicht.
Das gehört zu den Dingen, die man vorher wissen will und nicht danach. Die Auskunft ist allgemein gehalten; für den eigenen Fall hilft eine Steuerberatung oder die kantonale Steuerverwaltung weiter.
Wovon man die Finger lässt
Drei Kritiken, die jede Prognose kassieren würde, wenn sie ehrlich wäre. Eine sichere Wette gibt es nicht – jede Quote steht für eine eingepreiste Unsicherheit, und kein Text ändert das. Wetten sind kein Einkommen: Wer die Marge von rund 5 Prozent in einem Zweiwegemarkt über ein Jahr mitschleppt, verliert im Schnitt genau diesen Prozentsatz seines Umsatzes, wenn er rein zufällig setzt. Und die Prognose mit dem höchsten Einsatz ist nicht die beste.
Ein Anbieter, der einem Portal eine Provision für die Anmeldung zahlt, will keine Analyse, sondern Klicks. Das ist nicht illegal und nicht einmal unsauber – es ist nur kein Grund, die Bedingungen zu überfliegen, statt sie zu lesen.
Wer heute eine Gratisprognose liest, sollte am Ende mehr über die Limite wissen, die er sich selbst gesetzt hat, als über den Tipp, den er gelesen hat. Wenn nicht, war es eine Anzeige mit einem Artikel drumherum.
Häufig gestellte Fragen
Wie entsteht eine Wettprognose, und welche Statistiken fliessen ein?
Eine Prognose verbindet vier Bausteine: die Form der beiden Mannschaften, die Ausfälle, die Statistik und den Quotenvergleich zwischen den Veranstaltern. Statistik meint dabei nicht den Tabellenplatz, sondern die Leistung über mehrere Spiele. Aus diesen Bausteinen entsteht eine Wahrscheinlichkeit, die man ins Verhältnis zur Quote setzt.
Was ist eine Value Bet, und weshalb enthält jede Quote eine Marge?
Eine Value Bet liegt vor, wenn die eigene Wahrscheinlichkeitseinschätzung über der Einschätzung liegt, die in der Quote steckt. Die Marge ist der Anteil, den der Veranstalter einrechnet; in einem illustrativen Zweiwegemarkt zu je 1.90 liegt der Quotenschlüssel bei rund 95 Prozent der Einsätze und die Marge bei etwa 5 Prozent.
Welcher Anteil des Kapitals darf auf eine einzelne Wette entfallen, damit die Bankroll geschützt bleibt?
Eine feste Grösse nennt kein Schweizer Gesetz. Das Geldspielgesetz verlangt vom Veranstalter nur, dass er Höchstwerte für Einsätze oder Verluste – täglich, wöchentlich oder monatlich – verlangt; die Werte setzt der Spielende selbst. Die Verlustlimite gehört vor die erste Wette, nicht nach der ersten Verlustserie.
Welche Wetten sind in der Schweiz bei Swisslos und Loterie Romande überhaupt erlaubt, und wo steht das?
Erlaubt ist, was die Gespa in ihrer Liste der bewilligten Sportarten, Wettkämpfe und Wettarten führt; die aktuelle Fassung datiert auf den 10. September 2026. Nicht enthalten sind unter anderem Corner- und Kartenmärkte sowie Esports. Wetten auf Wetter, Politik oder Fernsehsendungen sind grundsätzlich nicht zulässig.
Wie wird der Gewinn einer Wette aus Einsatz und Quote berechnet?
Der Gewinnbetrag ist Einsatz mal Quote; bei Kombinationen wird der Einsatz mit dem Produkt der Einzelquoten multipliziert. Der Betrag wird zuerst auf zwei Nachkommastellen aufgerundet und dann auf fünf Rappen genau abgerundet. Diese Rundung wirkt immer nach unten, weil auf den nächsten Rappenbetrag abgerundet wird.
Tipps – dreiwegwetten.com
Inhalt erstellt vom Team «dreiwegwetten.com»
