Afrika-Cup-Wetten in der Schweiz – zwei bewilligte Wege, viele Sackgassen
Gesucht wird ein Wettschein auf Marokko, Senegal oder Nigeria, gefunden wird zuerst ein Formular mit Wohnsitzabfrage. Wer in der Schweiz auf den Afrika-Cup wetten will, hat genau zwei bewilligte Wege vor sich – und daneben eine Reihe von Adressen, die auf den ersten Blick offener wirken und es beim zweiten Blick nicht sind. Zwischen diesen beiden Gruppen liegt der ganze Stoff dieser Seite: was das Turnier ist, welche Wetten darauf überhaupt zugelassen sind, was eine Quote wirklich enthält, und welche der zehn hier betrachteten Plattformen zu welchem Spieler passt.

Stand: 29. Oktober 2026 · Bewilligungen abgeglichen mit den Angaben der interkantonalen Geldspielaufsicht Gespa und den Veranstaltern Swisslos und Loterie Romande.
Verlustlimiten und Spielsperre: die Grenze, die das Turnier nicht verschiebt
Ein Afrika-Cup ohne Schweizer Beteiligung ist für viele Spielende zum ersten Mal wieder ein Turnier, das sie wirklich mitverfolgen. Die Spiele laufen im Winter 2025/26 über Wochen hinweg, viele davon in den Abendstunden, und genau diese Mischung aus vielen Einzelereignissen und einem Endrunden-Finale macht es leicht, den Überblick über den eigenen Einsatz zu verlieren. Die Limiten, die in der Schweiz vor solchen Turnieren schützen sollen, sind allerdings nicht an das Turnier gebunden – sie laufen weiter, wenn der letzte Gruppenspieltag vorbei ist, und sie laufen auch dann weiter, wenn eine Endrunde ohne Schweizer Beteiligung ausgetragen wird.

Limiten setzen, bevor der erste Wettschein geschrieben wird
Bei Sporttip muss, wer zum ersten Mal teilnimmt, Verlustlimiten für einen Zeitraum von 1, 7 und 30 Tagen festlegen. Die Oberlimite liegt bei CHF 9’999, für Personen unter 21 Jahren bei CHF 1’000. Der Mechanismus dahinter ist die eigentliche Information: Eine Senkung der Limite greift sofort, eine Erhöhung erst nach 72 Stunden. Wer sich also mitten in der Gruppenphase dazu entscheidet, mehr riskieren zu wollen, kann das nicht in derselben Nacht umsetzen – die Wartezeit ist die eingebaute Bremse, und sie ist der Grund, weshalb sich das Setzen der Limiten vor dem ersten Wettschein lohnt und nicht danach.
Dazu kommt eine freiwillige Einzahlungslimite für jeweils 30 Tage. Sie wirkt auf einer anderen Ebene: nicht auf den Verlust, sondern auf das Geld, das überhaupt auf das Spielerkonto gelangt. Für jemanden, der während eines Turniers mehrere Wetten pro Spieltag abschliesst, ist das die wirksamere der beiden Schrauben, weil sie den Nachschub begrenzt.
Wichtig für die Einordnung: Die Limiten sind keine staatliche Vorgabe mit fixem Frankenbetrag. Das Gesetz verlangt, dass die Veranstalter Höchstwerte für Einsätze oder Verluste über Tag, Woche oder Monat verlangen – die konkreten Werte setzt der Spielende selbst. Die 72 Stunden bei einer Erhöhung sind die Praxis der Schweizer Veranstalter; das Geldspielgesetz gibt dafür 24 Stunden vor. Wer die Limiten als starre Staatsgrenze liest, überschätzt sie; wer sie als Shop-Einstellung liest, unterschätzt sie. Sie sind das Einzige, was zwischen einem guten Turnierabend und einem teuren Monat steht.
Sperren: freiwillig, wirksam, und mit Folgen über die Wetten hinaus
Bei Swisslos lässt sich der Zugang produktbezogen für 1 bis 180 Tage selbst sperren. Innerhalb dieser Frist gibt es keine Aufhebung, egal wer anruft oder schreibt. Wer sich mitten in einer Endrunde sperrt, ist für den Rest des Turniers draussen – nicht bloss für einen Abend.
Eine unbefristete Spielsperre wird dagegen in einem schweizweiten Register eingetragen. Sie gilt nicht nur für Sportwetten, sondern auch für Casinos einschliesslich der Online-Casinos und im Fürstentum Liechtenstein. Eine solche Sperre ist damit keine Wetteinstellung, sondern eine Entscheidung mit Reichweite: Sie erfasst jeden bewilligten Anbieter im Land, und wer sie später wieder aufheben will, braucht dafür die Mitwirkung einer Fachstelle. Ein Klick, der nicht zurückgenommen wird.
Wer gesperrt ist, hat übrigens keinen Anspruch auf Einsätze oder Gewinne. Das ist der Punkt, an dem die Sperre aufhört, Verwaltung zu sein und anfängt, Geld zu kosten.
Regelmässige Kontrollen und der Wohnsitz, der alles entscheidet
Schweizer Sportwetten stehen Personen ab 18 Jahren offen. Das klingt nach einer Selbstverständlichkeit, die es nicht ist: Bei Testkäufen der Gespa im Jahr 2025 wurde an Verkaufsstellen in 47.5 % von 200 Fällen eine Sportwette an eine minderjährige Person verkauft. Der Schutz an der Ladenkasse ist also nicht lückenlos, und wer sein Umfeld kennt, weiss, dass die Altersfrage nicht überall gleich ernst genommen wird. Online ist die Schwelle dagegen hart: Swisslos liest die Ausweisdaten bei der Registrierung aus und prüft sie gegen Adressdatenbanken, und es darf keine bestehende Spielsperre vorliegen. Eine Registrierung pro Person, mehr nicht.
Und dann kommt die Bedingung, die für Schweizer Spielende die wichtigste des ganzen Themas ist: Ein Online-Konto bei Swisslos setzt mindestens 18 Jahre sowie Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt im Swisslos-Vertragsgebiet voraus. Dieses Gebiet umfasst die Kantone Aargau, Appenzell Innerrhoden, Appenzell Ausserrhoden, Bern, Basel-Landschaft, Basel-Stadt, Glarus, Graubünden, Luzern, Nidwalden, Obwalden, St. Gallen, Schaffhausen, Solothurn, Schwyz, Thurgau, Uri, Zug und Zürich sowie den Kanton Tessin und das Fürstentum Liechtenstein. Wer in Genf, Waadt oder Wallis wohnt, braucht dagegen ein Konto bei der Loterie Romande. Das ist keine Formalie am Rand des Themas, sondern die erste Frage, die ein Spieler beantworten muss – vor jeder Quote, vor jedem Gruppenspiel.
Quoten und Wettarten: was in jeder Zahl schon abgezogen ist
Der Afrika-Cup taucht in der Quotenliste mit Ergebnissen auf, die auf den ersten Blick nach kleinen Zahlen aussehen, und mit Zahlen, die auf den ersten Blick nach grossen aussehen. Beides bildet dasselbe ab: Einschätzungen anderer Marktteilnehmer und eine Marge, die die Plattform einbehält, bevor überhaupt ein Ball rollt.
Quotenschlüssel und Marge: die stille Position in jeder Quote
Der Quotenschlüssel eines Marktes gibt an, welchen Anteil aller Einsätze dieser Markt wieder ausschüttet. Er lässt sich aus den Quoten der drei möglichen Ausgänge eines 1X2-Marktes ausrechnen: Der Wert ist der Kehrwert der Summe der Kehrwerte aller Quoten, die Marge ist 100 % minus diesem Anteil.
Ein durchgerechnetes Beispiel, ausdrücklich als Rechenbeispiel gedacht und nicht als irgendwo abgeschriebene Quotierung: Bei Quoten von 2.10 für den Sieg der Heimmannschaft, 3.40 für das Unentschieden und 3.60 für den Sieg der Gäste ergibt sich über alle drei Ausgänge ein Quotenschlüssel von 1 ÷ (1/2.10 + 1/3.40 + 1/3.60) und damit eine Marge, die bei rund 4.6 % liegt; bei 2.05 / 3.30 / 3.50 sind es etwa 7 %. Die Marge ist also kein Naturgesetz, sondern eine Einstellung. Zwischen einer runden und einer schärferen Tour auf denselben Markt liegen je nach Quotensetzung grob zwei bis sieben Prozent des Einsatzes, und diese Bandbreite – nicht ein einzelner Wert – beschreibt, welche Provision in einer Wette steckt. Bei den allermeisten Wetten auf dieser Seite ist das die Position, die der Spielende am hartnäckigsten übersieht, weil sie nie ausgewiesen wird.
Der praktische Umgang damit ist unspektakulär: Quoten desselben Marktes bei beiden bewilligten Veranstaltern blind vergleichen, wenn beide ihn anbieten. Die Differenz zwischen zwei Listen ist bei einem einzigen Tipperei-Ergebnis klein, über ein Turnier mit Dutzenden Wetten ist sie es nicht mehr.
Einzelwette, Kombiwette, Systemwette und Livewette
Die Einzelwette setzt alles auf ein einziges Ereignis. Die Kombinationswette verbindet mehrere Voraussagen zu einem Wettschein und erhöht dabei sowohl mögliche Auszahlung als auch Risiko, weil jeder einzelne Teil stimmen muss. Die Systemwette stellt dagegen mehrere Kombinationen aus einer Gruppe von Voraussagen zusammen, sodass ein Teil der Scheine auch dann trifft, wenn nicht alle Voraussagen eingehen – dafür ist der Einsatz pro Schein geringer. Der Quotenboosts und Profitboosts bei Sporttip zielen auf Einzelwetten: Sie gelten nur online, für Prematch-Einzelwetten auf eine Voraussage, sind pro Wettendem nur einmal nutzbar, in Einsatz und Erhöhung limitiert, und ein Cash-Out lässt sie verfallen. Bei einem Profitboost hebt Swisslos den möglichen Nettogewinn eines bestimmten Sportereignisses um einen angegebenen Prozentsatz – der Zusatz hängt am Gewinn, nicht am Einsatz.
Der Kombiboost bei Sporttip verlangt mindestens vier Voraussagen mit einer Quote von je mindestens 1.50 und gilt nur online, im Prematch, im Live-Bereich und für Systemwetten. Der Zuschlag auf den Nettogewinn steigt mit der Zahl der Voraussagen: 5 % bei vier, 20 % bei sieben, 40 % bei zehn und 100 % bei fünfzehn solchen Voraussagen. Einsatz und Gewinnerhöhung sind auch hier limitiert. Wer zwei Spiele eines Abends kombiniert, bekommt also noch nichts; die Staffel beginnt erst bei vier Voraussagen. Das Marketing nennt so etwas Aufwertung, die Staffel selbst nennt die Bedingung mit.
Bei Livewetten auf Sporttip gilt die Wette unabhängig davon, ob das Ereignis im Stream läuft. Platziert jemand eine Wette, nachdem der Ausgang faktisch schon eingetreten ist, wird sie mit Quote 1.00 gewertet. In spielentscheidenden Situationen – Elfmeter, Rote Karte, Videoschiedsrichter-Entscheid – kann Swisslos Wetten ebenfalls mit Quote 1.00 werten. Das ist die Antwort auf eine Frage, die sich jedem beim ersten Live-Wettschein stellt: ob eine Pechwette noch schnell genug ist. In diesen Lagen ist die Quote die Bremse.
Cash-Out: kein Notausgang, sondern ein Kurs
Der Cash-Out-Betrag bei Sporttip liegt tiefer als der mögliche Wettgewinn bei normalem Ausgang, hängt vom Stand der Sportereignisse ab und kann von Swisslos jederzeit geändert werden. Swisslos muss Cash-Out nicht für alle Wetten anbieten. Verfügbar ist er für Einzel-, Kombinations- und Langzeitwetten, vor Spielbeginn und live, aber nur bei Online-Wetten und nur als vollständiges Cash-Out ohne Teilauszahlung. Ein ausgeführter Cash-Out lässt sich nicht rückgängig machen.
Die nüchterne Lesart: Cash-Out ist ein Verkauf der Wette an den Veranstalter, kein Ausweg. Wer ihn nutzt, tauscht eine offene Position gegen einen Betrag, den der Veranstalter in diesem Moment für fair hält. Dass der Betrag stets unter dem möglichen Gewinn liegt, ist kein Fehler des Angebots, sondern seine Geschäftsgrundlage. Und wer beim Cash-Out einen Boost laufen hatte, verliert ihn.
Spielplan und Turnierformate: wann welche Wetten überhaupt möglich sind
Der Afrika-Cup 2025 und sein Nachspiel
Der Afrika-Cup 2025 wurde vom 21. Dezember 2025 bis 18. Januar 2026 in Marokko ausgetragen, mit 24 Nationen; das Turnier war wegen Terminkonflikten mit der FIFA-Klub-Weltmeisterschaft 2025 vom Sommer 2025 auf den Jahreswechsel verschoben worden. Gespielt wurden sechs Vierergruppen. Die Gruppenersten und -zweiten kamen weiter, dazu die besten vier Gruppendritten; danach folgte ein K.-o.-System mit Verlängerung und Elfmeterschiessen bei Gleichstand. Torschützenkönig wurde Brahim Díaz aus Marokko mit fünf Toren, im Spiel um Platz 3 gewann Nigeria gegen Ägypten im Elfmeterschiessen mit 4:2.
Im Finale vom 18. Januar 2026 gewann Senegal gegen Gastgeber Marokko 1:0 nach Verlängerung. Zwei Monate nach dem Finale wertete die CAF das Spiel mit 3:0 für Marokko, weil Senegals Spieler nach einem umstrittenen Elfmeterpfiff in der Nachspielzeit vorübergehend den Platz verlassen hatten; der senegalesische Verband kündigte Berufung beim CAS an. Wer auf dieses Finale gewettet hatte, weiss, was das bedeutet: Ein Ergebnis auf dem Platz und ein Ergebnis in der Wettabrechnung sind zwei verschiedene Dinge, und die Regeln des Veranstalters entscheiden, welches zählt. Das ist kein Randfall eines exotischen Turniers, sondern der Grund, weshalb sich ein Blick in die Wettregeln vor dem Wettschein lohnt.
Der Afrika-Cup 2027 und die Fernwetten
Der Afrika-Cup 2027 soll vom 19. Juni bis zum 17. Juli 2027 in Kenia, Tansania und Uganda stattfinden; zur Qualifikation haben sich 54 Mannschaften angemeldet. Für Schweizer Spielende ist das ein Turnier in weiter Ferne, ohne Schweizer Beteiligung, in einer Zeit, in der ohnehin weniger Fussball läuft als in einer WM-Saison. Genau solche Turniere sind der Nährboden für Fernwetten: Gruppensieger, Endrunden-Teilnehmer, Torschützenkönig.
Wer da mitspielen will, hat es in der Schweiz mit einer Besonderheit zu tun: Der bewilligte Markt ist eine geschlossene Liste. Die Gespa führt in ihrer Liste der bewilligten Sportarten, Wettkämpfe und Wettarten (Version 10.09.2026) auf, was überhaupt angeboten werden darf. Qualifikationsrunden stehen nur darauf, wenn sie ausdrücklich aufgeführt sind, Frauenwettbewerbe ebenfalls nur, wenn sie gelistet sind, und Ranglistenwetten nur dann, wenn die Rangliste über die Teilnahme an einem internationalen Wettbewerb oder das Podest entscheidet. Trainingsläufe sind ausgeschlossen. Die Liste enthält keine Corner- und Kartenmärkte, und sie enthält keinen Esport-Abschnitt. Ereignisse, an denen überwiegend Minderjährige teilnehmen, sind gesperrt.
Für die Praxis heisst das: Ein Markt, der bei einer grossen internationalen Plattform zur Auswahl steht, kann auf einem Schweizer Wettschein vollständig fehlen – nicht aus Vorsicht, sondern weil er nicht auf der Liste steht. Wer sein Wettprogramm mit dem einer ausländischen Adresse vergleicht und ein Angebot vermisst, hat die Antwort bereits: Der Katalog ist behördlich begrenzt, und die Liste selbst ist die Quelle, in der sich das nachlesen lässt.
Gruppenphase, Viertelfinale, Halbfinale, Finale
Die Gruppenphase ist der längste und der quotenarmste Teil einer Endrunde. Sechs Vierergruppen bedeuten drei Spieltage pro Mannschaft, Favoriten gegen Aussenseiter, und diese Paarungen sind der Ort, an dem die Marge am wenigsten weh tut, weil sie über eine grosse Zahl von Spielen gestreut wird. Wer das Turnier über Wochen verfolgt, findet hier die beste Basis für Kombinationen aus mehreren Gruppenspielen.
Viertelfinale, Halbfinale und Finale sind das Gegenteil: wenige Spiele, hohe Aufmerksamkeit, entsprechend enger gesetzte Quoten. Der Endrunden-Bereich ist auch der, in dem die Antwort auf die Regel mit Verlängerung und Elfmeterschiessen am häufigsten gebraucht wird. Bei Sporttip umfasst die reguläre Spielzeit die reguläre Spieldauer – beim Fussball rund 90 Minuten – plus Nachspielzeit. Verlängerung und Penaltyschiessen zählen nur, wenn das Wettprogramm darauf hinweist oder sie Gegenstand der Wette sind. Eine Wette auf den Spielausgang erfasst diese beiden Phasen also nicht automatisch. Wer im Viertelfinal auf «Unentschieden» setzt, setzt nicht auf das, was nach 120 Minuten auf der Anzeigetafel steht.
Für die Wahl des Weges bedeutet das: Wer während der Gruppenphase regelmässig kleinere Beträge spielen will, findet dort das bessere Verhältnis von Gelegenheit zu Marge. Wer nur auf grosse Endrundenspiele setzen will, setzt wenige Male auf enge Märkte – und sollte die Regeln dieser Märkte vorher gelesen haben, nicht danach.
Veranstalter im Vergleich: zwei bewilligte Häuser und acht Adressen ohne Schweizer Bewilligung
Die Vergleichstafel ordnet die zehn Plattformen dieses Vergleichs nach Bewilligungsstatus in der Schweiz, jeweils mit dem Veranstalter, der hinter dem Angebot steht. Das ist die einzige Reihenfolge, die hier Sinn ergibt: In der Schweiz dürfen Sportwetten ausschliesslich von zwei Veranstaltern angeboten werden, und alles Weitere kann als Sportwettenangebot in diesem Land nicht zugelassen sein. Die acht ausländischen Adressen stehen nicht deshalb in der Tafel, weil sie empfehlenswert wären, sondern weil Schweizer Spielende ihnen begegnen – und weil ein Vergleich, der sie weglässt, den Leser mit einer Information allein weiterziehen lässt. Über ihre Bedingungen zur Kontoanlage, ihre Quoten oder ihre Auszahlungswege steht in der Tafel nichts, weil über diese Felder für sie nichts bekannt ist; verglichen werden sie ausschliesslich auf dem Feld, das die Tafel benennt.
| Plattform | Schweizer Bewilligung | Veranstalterin |
|---|---|---|
| Swisslos Sporttip | Veranstalterbewilligung und Spielbewilligung für ein Grossspiel, Aufsicht Gespa | SWISSLOS Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft, Basel |
| Loterie Romande Jouez Sport | Veranstalterbewilligung und Spielbewilligung für ein Grossspiel, Aufsicht Gespa | Loterie Romande (Société de la Loterie de la Suisse Romande), Lausanne |
| Bruce Bet | keine Schweizer Bewilligung | nicht etabliert |
| 1xBet | keine Schweizer Bewilligung | nicht etabliert |
| Funbet | keine Schweizer Bewilligung | nicht etabliert |
| Boomerang Bet | keine Schweizer Bewilligung | nicht etabliert |
| BetLabel | keine Schweizer Bewilligung | nicht etabliert |
| Gamdom | keine Schweizer Bewilligung | nicht etabliert |
| Pribet | keine Schweizer Bewilligung | nicht etabliert |
| WirWetten | keine Schweizer Bewilligung | nicht etabliert |
Die Tafel hat eine Auffälligkeit, die keine Spalte ausdrückt: In der ersten Gruppe stehen zwei Häuser mit Wohnsitzbedingungen, in der zweiten acht Adressen mit ungeklärtem Hintergrund. Der Unterschied zwischen den beiden Gruppen ist nicht die Grösse des Angebots, sondern die Frage, wer haftet. Bei den beiden bewilligten Veranstaltern haftet eine Körperschaft mit Sitz in der Schweiz und unter Aufsicht. Bei den übrigen ist der Veranstalter «nicht etabliert» – eine juristische Person, die aus der Tafel nicht hervorgeht und in der Schweiz keine Wirkung entfaltet. Wer auf einer solchen Adresse gewinnt und eine Auszahlung nicht erhält, hat keine Schweizer Stelle, an die er sich wenden könnte.
Swisslos Sporttip: der Weg für die Deutschschweiz und das Tessin
Swisslos hat ihren Sitz in Basel und veranstaltet Lotterien und Sportwetten gestützt auf die Interkantonale Vereinbarung über die gemeinsame Durchführung von Geldspielen vom 20. Mai 2019; die Sportwetten laufen unter dem Namen Sporttip. Das Modell dahinter ist ungewöhnlich: Swisslos ist als Genossenschaft organisiert, nicht als gewinnorientiertes Wettunternehmen, und die Reingewinne fliessen in öffentliche Zwecke. Für 2025 betrug der Reingewinn CHF 562 Mio., davon CHF 506 Mio. an die kantonalen Fonds und CHF 56 Mio. an die Stiftung Sportförderung Schweiz für Swiss Olympic, Fussball, Eishockey und Sporthilfe. Aus den Sportwetten kamen CHF 109 Mio. – 2024 waren es CHF 122 Mio. Der Rückgang ist für einen Spielenden kein Grund zur Sorge um die Plattform, aber er ist ein Fingerzeig darauf, wohin die Sportwetten bei den Schweizer Spielenden wandern.
Der Zugang ist regional: Sporttip wird im Gebiet der Kantone Aargau, Appenzell Innerrhoden, Appenzell Ausserrhoden, Bern, Basel-Landschaft, Basel-Stadt, Glarus, Graubünden, Luzern, Nidwalden, Obwalden, St. Gallen, Schaffhausen, Solothurn, Schwyz, Thurgau, Uri, Zug und Zürich sowie im Kanton Tessin und im Fürstentum Liechtenstein durchgeführt. Zusammen bilden sie das Swisslos-Vertragsgebiet. Ein Genfer Wohnsitz schliesst das Produkt also aus, nicht aus einer Laune heraus, sondern weil das Gebiet so definiert ist.
Beim Mindest- und Höchsteinsatz ist Sporttip die angenehm unglaubliche Ausnahme unter den Wettanbietern: Der Mindesteinsatz für Einzel- und Kombinationswetten beträgt CHF 1, der Höchsteinsatz für eine Einzel- oder Kombinationswette CHF 1’000, für eine Systemwette CHF 10’000. Swisslos kann die Limiten jederzeit ohne Angabe von Gründen ändern, und eine Wette über der Limite wird nicht angenommen. CHF 1 pro Wettschein ist ein Einsatz, mit dem sich ein Turnier über vier Wochen begleiten lässt, ohne dass ein einzelner Abend ins Gewicht fällt.
Die Kehrseite lautet: Wer bei der Gruppenphase auf zehn Spiele gleichzeitig setzen will, wird bei CHF 10’000 pro Kombiwette nie an eine Grenze stossen, bei CHF 1’000 pro Einzelwette aber vielleicht doch, wenn er es ernsthaft gross anlegt. Die Limiten sind nicht eng, aber sie sind keine Zielvorlage. Ausgezahlt wird ausserdem nur auf ein Zahlungskonto, das auf den Namen des Kontoinhabers lautet – anonyme oder Krypto-Auszahlungen gibt es bei bewilligten Schweizer Wetten nicht. Für den normalen Spieler heisst das schlicht: Bankverbindung hinterlegen, fertig.
Wo Sporttip für einen Afrika-Cup-Spieler verliert: Der Markt ist auf die Liste der bewilligten Sportarten, Wettkämpfe und Wettarten begrenzt, die Optionen eines grossen internationalen Buchmachers sucht man deshalb vergeblich. Wer eine Wette sucht, die auf dieser Liste nicht steht, bekommt sie hier nicht – und wer sie unbedingt will, muss dafür den Schutz der Schweizer Bewilligung aufgeben. Das ist der Preis des Weges, und er ist höher, als er in einer Quotendifferenz aussieht.
Loterie Romande Jouez Sport: derselbe Schutz, anderes Einzugsgebiet
Die Loterie Romande veranstaltet Jouez Sport für die sechs Westschweizer Kantone Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura. Sie nennt als Kontaktadresse Avenue de Provence 14, 1001 Lausanne, zählt 2’350 Verkaufsstellen in der Westschweiz und 221 Mitarbeitende. Der Verkaufstellenapparat ist bei einem Turnier wie diesem kein Nebenaspekt: Wer seine erste Wette im Laden abschliessen oder eine Limite dort anpassen will, findet in der Westschweiz ein dichtes Netz.
Das Profil ist das Spiegelbild von Sporttip. Derselbe Regulierungsrahmen – Veranstalterbewilligung und Spielbewilligung für ein Grossspiel unter dem Geldspielgesetz, Aufsicht durch die Gespa –, dieselbe Begrenzung auf die bewilligte Liste, dieselbe Pflicht, Auszahlungen nur auf ein Konto im Namen des Kontoinhabers zu leisten, und dieselbe Altersschwelle von 18 Jahren. Wer in Freiburg oder Genf wohnt, findet bei Sporttip kein Konto; wer in Zürich wohnt, findet keines bei Jouez Sport. Die beiden Produkte sind nicht Konkurrenten, sondern Gebietskörperschaften mit Wettschein.
Damit bleibt für Westschweizer Spielende die Wahlmöglichkeit schmal: Der bewilligte Weg ist einer, und Marge, Markt und Limiten sind die des Veranstalters ihres Gebiets. Ein Vergleich zwischen den beiden Hausquoten ist nur für die wenigen möglich, die in beiden Gebieten eine Berechtigung hätten – faktisch niemand. Der Leistungsvergleich, den ein ausländischer Anbieter einem Schweizer Spieler anbietet, ist damit immer auch ein Vergleich zwischen einem Haus mit Wohnsitzkontrolle und einem Haus ohne.
Der Weg ohne Schweizer Bewilligung: was er tatsächlich kostet
An dieser Stelle braucht es keine Andeutung, sondern eine Feststellung. Alle acht folgenden Plattformen werden hier als das beschrieben, was sie sind: ohne Schweizer Bewilligung. Ein ausländisches Lizenzdokument – aus Curaçao, Malta, Deutschland oder einem anderen Land – hat in der Schweiz keine Wirkung. Nach dem Geldspielgesetz gilt eine Bewilligung nur in der Schweiz, und ausländische Bewilligungen entfalten hier keine Kraft. Wer Sportwetten ohne Schweizer Bewilligung veranstaltet, macht sich strafbar: bis zu drei Jahre Freiheitsstrafe oder eine Geldstrafe, bei gewerbsmässigem Betrieb bis zu fünf Jahre. Der Spielende wird nicht bestraft. Die Gespa publiziert eine Sperrliste ausländischer Domains, die Schweizer Telekommunikationsanbieter per DNS-Sperre blockieren; die erste Liste datiert vom 3. September 2019, am Ende des Jahres 2025 umfasste sie 671 Domains. Blockierte Domains tauchen innerhalb von Stunden unter einer neuen Adresse wieder auf.
Wer eine der acht Adressen aufruft und trotzdem ein Formular findet, das funktioniert, sollte wissen, was dort nicht funktioniert: keine Anbindung an das Schweizer Sperrregister, keine Schweizer Aufsicht über die Auszahlung, kein Schweizer Rechtsweg bei Streit. Ein Gewinn aus einem ausländischen Anbieter ist ausserdem steuerlich anders zu behandeln als einer aus einem bewilligten Schweizer Grossspiel; die kantonale Praxis kann solche Gewinne anders erfassen, und wer das nicht weiss, erfährt es beim Ausfüllen der Steuererklärung. Weder die eine noch die andere Gruppe ist die per se sichere Wahl – die bewilligte ist die mit Schweizer Schutz und der engeren Liste, die andere die mit dem weiteren Angebot und ohne jeden Rückgriff.
Alle acht ausländischen Adressen im Einzelnen
Über diese Plattformen lässt sich hier eines sagen, und es ist dasselbe für alle acht: Sie haben keine Schweizer Bewilligung, der hinter ihnen stehende Veranstalter ist nicht etabliert und entfaltet in der Schweiz keine Wirkung, es gibt keine Verbindung zum Schweizer Sperrregister und keinen Schweizer Rückgriff, und ihre Domains können auf die Sperrliste der Gespa gesetzt und damit per DNS blockiert werden. Konkrete Angaben zu ihrer Veranstalterin, zu ihren Einsätzen, zu ihren Auszahlungswegen oder zu ihrem Marktangebot liegen für keine von ihnen vor. Wer eines dieser Häuser prüft, prüft damit einen Anbieter, über den in der Schweiz niemand Rechenschaft schuldet – die Bewilligungsfrage ist die einzige, die sich hier mit Sicherheit beantworten lässt, und sie ist für alle acht dieselbe Antwort.
- Bruce Bet, 1xBet, Funbet, Boomerang Bet, BetLabel, Gamdom, Pribet und WirWetten gehören zur zweiten Gruppe der Tafel, ohne Schweizer Bewilligung und ohne etablierten Veranstalter.
- Wer bei einem dieser Häuser ein Konto eröffnen will, muss die Bedingungen, die Altersgrenze, den Auszahlungsweg und den Sitz der Betreiberin selbst in den dortigen Geschäftsbedingungen nachschlagen, weil keine Schweizer Stelle sie prüft.
Die acht in einem Absatz abzuhandeln, ist keine Missachtung, sondern die einzige ehrliche Darstellung: Ihre Unterscheidung liegt nicht in Eigenschaften, die hier belegt sind, sondern in Marketing. Wer sich für eines entscheidet, entscheidet sich für eine Adresse, deren Geschäftsmodell auf Schweizer Spielende zielt, ohne deren Schutz zu unterliegen – und für die Konsequenz, dass eine Auszahlung im Zweifel genau so lange dauert, wie der Veranstalter will.
Der Afrika-Cup als Wettgegenstand: Herkunft, Format und was daraus folgt
Wer dieses Turnier organisiert und wie es gewachsen ist
Der Afrika-Cup wird von der CAF organisiert und wurde erstmals 1957 ausgetragen. Ägypten ist mit sieben Titeln Rekordsieger, Rekordtorschütze ist Samuel Eto’o mit 18 Toren. Seit 2019 nehmen 24 Mannschaften teil; nach der Austragung 2027 soll das Turnier ab 2028 nur noch alle vier Jahre stattfinden.
Diese drei Sätze enthalten mehr Wettinformation, als sie auf den ersten Blick verraten. Ein Wettbewerb, der seit 1957 läuft, trägt eine Statistik mit sich, die sich in Quoten niederschlägt: Sieben Titel für ein Land, ein Rekordtorschütze mit 18 Treffern – das sind die Grössen, aus denen Turniermärkte ihre Erwartungen bauen. Der Sprung auf 24 Teilnehmer seit 2019 erklärt, warum die Gruppenphase so viele Spiele umfasst und warum Aussenseiter überhaupt regelmässig mitspielen. Der Vierjahresrhythmus ab 2028 erklärt dagegen etwas Unangenehmes für jeden, der sich mit Fernwetten auf die nächste Ausgabe beschäftigt: Ab 2028 gibt es weniger Turniere, nicht mehr. Wer auf einen Afrika-Cup im Jahresrhythmus setzt, plant mit einem Kalender, den es nicht gibt.
Warum die Ausgabe 2025 so spät im Jahr stattfand – und was das für einen Winterwettmarkt bedeutet
Die Verschiebung vom Sommer 2025 auf den Jahreswechsel hatte einen Namen: Terminkonflikte mit der FIFA-Klub-Weltmeisterschaft 2025. Für einen Spielenden ist das der Hinweis darauf, dass der internationale Fussballkalender zunehmend vollgepackt ist und Turniere ihre Termine gegeneinander verschieben. Erklären lässt sich daraus auch, warum ein Afrika-Cup über die Weihnachtszeit und in den Januar hinein gespielt wird: In Europa läuft der Ligabetrieb in diesen Wochen weiter, aber in einem anderen Rhythmus, und Fans im deutschsprachigen Raum haben in dieser Zeit traditionell ein Turnier am Fernseher, das sie sonst nicht hätten.
Für den Schweizer Wettschein heisst das: Die Afrika-Cup-Gruppenspiele fallen in einen Zeitraum, in dem hierzulande Winterrunde ist. Das Angebot an Wetten auf dieses Turnier steht neben dem auf die europäischen Ligen und ist nicht durch ein Sommerloch begünstigt. Das erklärt auch die Aufmerksamkeit, die das Turnier ausserhalb Afrikas erfährt – ein Afrika-Cup im Sommer eines WM-Jahres ist eine andere Sache als einer in einem Winter ohne konkurrierendes Grossereignis.
Die nächste Ausgabe liegt zwei Jahre entfernt
Das Turnier soll vom 19. Juni bis zum 17. Juli 2027 in Kenia, Tansania und Uganda stattfinden; 54 Mannschaften haben sich zur Qualifikation angemeldet. Der Afrika-Cup macht damit einen Sprung: Erstmals seit 2019 sind es wieder drei Gastgeber, und die Zahl der angemeldeten Teams liegt weit über der Zahl der zu vergebenden Startplätze. Der Termin im Sommer 2027 erklärt, warum die Wette darauf eine Fernwette mit langer Laufzeit ist und nicht eine Wette auf ein bevorstehendes Ereignis.
Wer das als Nachtteil liest, liest es richtig: Über zwei Jahre kann sich viel ändern – Kader, Trainer, Qualifikationsausgang, womöglich der Termin. Der Wert einer Langzeitwette auf den Sieger eines Turniers, das erst 2027 beginnt, hängt daran, dass der Markt über diese lange Frist keine neuen Nachrichten einpreisen kann. Die Quoten stehen still, die Welt nicht.
Rechtslage in der Schweiz: was erlaubt ist, wer prüft und was Steuern kosten
Zwei Veranstalter, ein Aufsichtsgremium, keine dritte Option
Online-Sportwetten sind in der Schweiz ein Grossspiel nach dem Geldspielgesetz (BGS, SR 935.51, in Kraft seit 1. Januar 2019) und werden von der Gespa beaufsichtigt, der Interkantonalen Geldspielaufsicht mit Sitz in Bern, die gestützt auf das Geldspielkonkordat seit dem 1. Januar 2021 tätig ist. Nicht die ESBK – die beaufsichtigt ausschliesslich Casinos. Eine Bewilligung braucht eine Veranstalterbewilligung und eine Bewilligung pro Spiel und gilt nur in der Schweiz. Die Kantone haben die Anzahl der Veranstalter für Lotterien und Sportwetten auf zwei begrenzt: Swisslos mit dem Produkt Sporttip und die Loterie Romande mit dem Produkt Jouez Sport.

Eine Liste weiterer bewilligter Wettanbieter gibt es nicht, weil es keine gibt. Die Gespa publiziert lediglich die Sperrliste blockierter ausländischer Domains. Die Reingewinne fliessen öffentlichen Zwecken in den Kantonen zu. Das ist die vollständige Landkarte der erlaubten Wege: zwei Häuser, zwei Einzugsgebiete, eine gemeinsame Aufsicht.
Für einen Spielenden folgt daraus die ehrlichste Übersicht dieses Themas: Die Wahl ist keine Wahl zwischen gleichwertigen Optionen, sondern eine Entscheidung zwischen einem geschützten Weg mit engerem Angebot und einem ungeschützten Weg mit weiterem Angebot. Die bewilligten Häuser sind nicht die billigsten; sie sind die einzigen, deren Regeln in der Schweiz durchsetzbar sind.
Was überhaupt angeboten werden darf
Erlaubt sind ausschliesslich Sportwetten; Wetten auf Wetter, Politik oder Fernsehsendungen sind nicht zulässig. Der bewilligte Markt ist eine geschlossene Liste – die Gespa-Liste der bewilligten Sportarten, Wettkämpfe und Wettarten in der Version vom 10.09.2026. Qualifikationsrunden stehen nur darauf, wenn sie aufgeführt sind, Frauenwettbewerbe nur, wenn sie gelistet sind, Ranglistenwetten nur, wenn die Rangliste über die Teilnahme an einem internationalen Wettbewerb oder über das Podest entscheidet. Wetten auf Trainingsläufe sind ausgeschlossen. Die Liste weist keine Corner- und Kartenmärkte und keinen Esport-Abschnitt aus. Ereignisse, an denen überwiegend Minderjährige teilnehmen, sind gesperrt.
Livewetten sind erlaubt, vor dem Spiel und live, soweit der Veranstalter über eine entsprechende Bewilligung verfügt; das Geldspielgesetz schränkt bestimmte Live-Märkte nicht ein. Der Cash-Out ist gesetzlich nicht geregelt und damit eine Eigenschaft des jeweiligen Angebots – bei Sporttip für Einzel-, Kombinations- und Langzeitwetten, ausschliesslich vollständig und ohne Garantie für jeden Markt. Zu virtuellen Sportarten ist nichts festgestellt; über ihre Zulässigkeit lässt sich daraus nichts ableiten. Esport taucht in der Liste nicht auf – mehr ist dazu nicht zu sagen.
Die praktische Konsequenz für einen Afrika-Cup-Wettschein: Alles, was auf der Liste steht, ist verfügbar. Alles andere ist es nicht, gleichgültig wie üblich es auf anderen Plattformen sein mag. Wer ein Kombinationsangebot sucht, das von dieser Liste nicht abgedeckt ist, sucht es auf einem Schweizer Wettschein vergebens.
Konten, Identität und die Grenzen des Systems
Ein Online-Konto setzt Wohnsitz in der Schweiz voraus und in der Praxis zusätzlich den Wohnsitz im Gebiet des jeweiligen Veranstalters. Ein Konto pro Spieler, mit verifizierter Identität. Minderjährige sind online nicht zugelassen. Wer als Wettkämpfer an einem Wettereignis teilnimmt, darf auf dieses Ereignis nicht wetten. Auszahlungen gehen nur auf ein Zahlungskonto im Namen des Kontoinhabers; eine Kreditvergabe an Spielende ist nicht erlaubt.
Die Schweiz kennt keine gesetzlich festgeschriebene Einzahlungsobergrenze. Die Limiten sind Sache des Spielenden, die Höchstwerte für Einsätze oder Verluste über Tag, Woche oder Monat verlangt das Gesetz vom Veranstalter. Ein freiwillig gesetzter Betrag, der später abgesenkt wird, ist sofort gültig; wer ihn anhebt, wartet. Eine Spielsperre erfasst verschuldete oder suchtgefährdete Personen und die Selbstsperre und wird in einem gemeinsamen Register geführt. Eine freiwillige Sperre lässt sich erst nach drei Monaten wieder aufheben, unter Beteiligung einer Fachstelle. Eine selbst gewählte Pause von bis zu sechs Monaten muss angeboten werden. Gesperrte oder minderjährige Personen haben keinen Anspruch auf Einsätze oder Gewinne.
Das alles ist stichtagsbezogen zu lesen – und ein Turnier wie dieses mit seinen vielen Einzelspielen ist der denkbar schlechteste Anlass, die eigenen Grenzen erst während der Gruppenphase zu entdecken.
Steuern: der Freibetrag, die Verrechnungssteuer und «je nach Kanton»
Gewinne aus bewilligten Schweizer Grossspielen – die Eidgenössische Steuerverwaltung nennt Sportwetten ausdrücklich – sind bis zum Steuerfreibetrag pro Einzelgewinn einkommenssteuerfrei. Der Bundesfreibetrag liegt ab dem 1.1.2026 bei CHF 1’071’000, im Jahr 2025 lag er bei CHF 1’070’400. Oberhalb dieses Betrags behält der Veranstalter 35 % Verrechnungssteuer ein, die über die Deklaration in der Steuererklärung zurückgeholt werden kann. Der kantonale Freibetrag weicht vom eidgenössischen ab – «je nach Kanton» ist hier keine Floskel, sondern der einzige zutreffende Ausdruck, weil es keine einheitliche kantonale Zahl gibt.
Ein typischer Wetter gewinnt weit unterhalb dieser Schwelle. Wer also eine Einzelwette auf ein Gruppenspiel mit einem Gewinn im zweistelligen oder dreistelligen Bereich abschliesst, zahlt darauf weder Einkommenssteuer noch Verrechnungssteuer. Gewinne aus ausländischen Anbietern unterliegen nicht der Verrechnungssteuer, werden aber in der kantonalen Steuerpraxis unterschiedlich behandelt: Die Praxis des Kantons Thurgau etwa erfasst Gewinne aus ausländischen Grossspielen unabhängig von der Höhe als vollständig steuerbares Einkommen. Eine Schweizer Wettsteuer auf Einsätze existiert nicht. Für konkrete Fälle gehört die Frage zu einem Steuerberater oder zur kantonalen Steuerverwaltung, nicht in eine Wettbeschreibung.
Werbung, Gratisguthaben und was daran rechtlich ist
Werbung darf nicht aufdringlich oder irreführend sein und nicht auf Minderjährige oder gesperrte Personen zielen. Werbung für Glücksspiele, die in der Schweiz nicht erlaubt sind, ist verboten und wird mit einer Busse von bis zu CHF 500’000 bestraft. Gratisspiele oder Gratisguthaben brauchen die vorgängige Zustimmung der Gespa; im Jahr 2025 wurden 24 Zustimmungen an die Loterie Romande und 8 an Swisslos erteilt. Bonusbeträge und ihre Bedingungen stammen ausschliesslich aus den Geschäftsbedingungen des jeweiligen Veranstalters. Ein Werbeverbot nach Tageszeit besteht nicht.
Wer also in diesem Bereich unterwegs ist, sollte sich vergegenwärtigen, dass die Werbung einer ausländischen Adresse in der Schweiz nicht deshalb erscheint, weil dort etwas erlaubt wäre, sondern weil es schwer durchzusetzen ist. Das ist keine Randbeobachtung, sondern die Rechtslage, die auch erklärt, weshalb die Verantwortung für die Auswahl beim Spielenden liegt.
Wege und Fallen im Vergleich: was jedem Typ Spieler passt
Die beiden bewilligten Häuser sind keine austauschbaren Optionen, sondern zwei Adressen mit getrennten Einzugsgebieten. Wer in Zürich wohnt, hat bei Sporttip ein Konto, bei Jouez Sport nicht; wer in Genf wohnt, umgekehrt. Die Wahl zwischen den beiden ist damit für die meisten keine Wahl – sie ist durch den Wohnsitz entschieden, und das ist der wichtigste Satz, den ein Afrika-Cup-Wettschein hier kennt.
Für die Deutschschweiz und das Tessin bedeutet das: Sporttip ist der Weg, und der einzige. Der Mindesteinsatz von CHF 1 erlaubt eine Turnierbegleitung über vier Wochen mit kleinen Einsätzen, der Höchsteinsatz von CHF 1’000 pro Einzelwette setzt die Obergrenze. Die Verlustlimiten von 1, 7 und 30 Tagen, die bei der ersten Teilnahme gesetzt werden müssen, sind das schärfste Werkzeug im Paket, weil eine Absenkung sofort wirkt und eine Erhöhung 72 Stunden braucht. Wer weiss, dass der Afrika-Cup für ihn ein Wettanlass mit vielen Spieltagen ist, sollte die 30-Tage-Limite vor dem ersten Wettschein setzen und nicht als Reaktion auf einen erlebten Verlust.
Für die Westschweiz führt der Weg über Jouez Sport und die Loterie Romande, mit demselben Regelwerk, derselben Bewilligungslage und demselben Verhältnis zum Sperrregister. Für einen Vergleich der beiden Häuser auf Quotenebene fehlt die Grundlage: Nur wer im einen wie im anderen Gebiet eine Berechtigung hätte, könnte sie nebeneinander stellen, und das trifft praktisch auf niemanden zu.
Und dann ist da noch die Frage nach dem Spielertypus, der mit der zweiten Gruppe der Tafel liebäugelt. Wer die enge Marktliste als Einschränkung empfindet und deshalb eine Adresse ohne Schweizer Bewilligung wählt, gewinnt zusätzliche Optionen und verliert dabei drei Dinge, die man nicht nachträglich hinzukaufen kann: den Anschluss an das Sperrregister, die Schweizer Aufsicht über die Auszahlung und den Zugang zum Schweizer Rechtsweg. Das ist keine moralische Warnung, sondern eine Eigenschaft von Verträgen: Ein Rechtsverhältnis ohne Schweizer Gerichtsstand macht eine Auseinandersetzung um einen Gewinn praktisch aussichtslos. Wer bereit ist, diesen Preis zu zahlen, findet bei diesen Adressen das breitere Angebot. Wer ihn nicht zahlen will, bleibt bei dem einen Haus seiner Region.
Häufige Fragen zu Wetten auf den Afrika-Cup in der Schweiz
Wer organisiert den Afrika-Cup, und wann findet die nächste Ausgabe statt?
Organisiert wird das Turnier von der CAF, erstmals ausgetragen 1957. Die nächste Ausgabe soll vom 19. Juni bis 17. Juli 2027 in Kenia, Tansania und Uganda stattfinden, mit 54 zur Qualifikation angemeldeten Mannschaften. Ab 2028 soll der Afrika-Cup nur noch alle vier Jahre gespielt werden.
Darf in der Schweiz auf den Afrika-Cup gewettet werden, und bei welchem Veranstalter?
Ja, aber nur bei den zwei bewilligten Veranstaltern: Swisslos mit dem Produkt Sporttip für die Deutschschweizer Kantone, das Tessin und Liechtenstein, und die Loterie Romande mit Jouez Sport für Freiburg, Genf, Jura, Neuenburg, Waadt und Wallis. Vorausgesetzt wird ein Sportwettangebot auf der Gespa-Liste der bewilligten Wettarten.
Zählen Verlängerung und Elfmeterschiessen bei einer Wette auf den Spielausgang zur regulären Spielzeit?
Bei Sporttip umfasst die reguläre Spielzeit die reguläre Spieldauer plus Nachspielzeit. Verlängerung und Penaltyschiessen zählen nur, wenn das Wettprogramm darauf hinweist oder sie Gegenstand der Wette sind. Eine Wette auf den Spielausgang erfasst die 120 Minuten also nicht automatisch.
(Gewertet wird eine Wette nach den Regeln des Veranstalters, auf dessen Wettschein sie steht – deshalb entscheidet dort nicht, wie ein Spiel gefühlt ausgegangen ist, sondern was geschrieben steht.)
Wie berechnet sich der Gewinn aus Einsatz und Quote, und was ist die Marge?
Bei einer Einzelwette ergibt sich der mögliche Rückzahlungsbetrag aus Einsatz mal Quote, der Nettogewinn aus Einsatz mal Quote minus 1. Bei einer Kombiwette multiplizieren sich die Quoten der Teile zu einem Preis. Die Marge ist der Anteil, den der Markt einbehält – im Rechenbeispiel dieser Seite rund zwei bis sieben Prozent des Einsatzes, abhängig von der Quotensetzung.
Wie funktionieren die Verlustlimiten, und wie wird eine Spielsperre eingetragen?
Bei Sporttip müssen bei der ersten Teilnahme Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage gesetzt werden – Oberlimite CHF 9’999, unter 21 Jahren CHF 1’000. Eine Senkung wirkt sofort, eine Erhöhung nach 72 Stunden. Der Zugang lässt sich für 1 bis 180 Tage selbst sperren; eine unbefristete Sperre wird im schweizweiten Register eingetragen und gilt auch für Casinos.
Ab welchem Betrag fällt auf Wettgewinne Verrechnungssteuer an, und was bedeutet «je nach Kanton»?
Der Bundesfreibetrag pro Einzelgewinn liegt ab dem 1.1.2026 bei CHF 1’071’000. Oberhalb behält der Veranstalter 35 % Verrechnungssteuer ein, rückforderbar über die Steuererklärung. Der kantonale Freibetrag weicht ab – «je nach Kanton» heisst, dass es keine einheitliche kantonale Schwelle gibt. Typische Wettgewinne liegen weit darunter.
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Inhalt erstellt vom Team «dreiwegwetten.com»
