Tenniswetten in der Schweiz im Check: zwei Veranstalter, ein geschlossener Markt und eine Marge, die immer mitläuft
Stand: 29. Oktober 2026; die Bewilligungen und Veranstalterangaben wurden gegen die Gespa-Liste der erlaubten Wettarten und die veröffentlichten Bedingungen von Swisslos und Loterie Romande abgeglichen.

Auf einen Grand-Slam-Sieg Federers haben Tausende gewettet, ohne je eine Quittung zu sehen. Wer heute von der Schweiz aus auf Tennis setzen will, landet bei genau zwei Adressen — und beide sind Lotteriegesellschaften, nicht Wettfirmen im üblichen Sinn. Swisslos betreibt Sporttip, die Loterie Romande betreibt Jouez Sport. Das ist der ganze legale Markt, und dieser Umstand ist keine Fussnote, sondern die erste Kostenposition: kein Vergleichsfeld, kein Wettbewerb um den knappsten Quotenschlüssel, kein Bonusrennen. Was es gibt, sind klare Regeln, sehr tiefe Mindesteinsätze und ein Preis, der in jeder Quote steckt und den kein Veranstalter bewirbt. Genau darum geht es im Folgenden: nicht darum, welche Wette gewinnt, sondern darum, was jede Wette kostet, bevor der erste Ballwechsel gespielt ist.
Verlustlimiten, Spielsperren und die Selbstkontrolle, die vor der ersten Wette beginnt
Die unbequemste Zahl auf dieser Seite steht nicht auf dem Wettschein. Wer bei Swisslos online ein Spielerkonto eröffnet, muss vor der ersten Teilnahme Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage setzen — unter 21 Jahren liegt die Oberlimite bei CHF 1’000, für alle anderen bei CHF 9’999. Eine Senkung gilt sofort, eine Erhöhung erst nach 72 Stunden. Das ist der wirksamste Spielerschutzmechanismus im Markt und gleichzeitig derjenige, den die meisten Einsteiger beim Ausfüllen wegklicken, weil er wie Bürokratie aussieht. Er ist keine Bürokratie. Er ist die einzige Bremse, die von innen funktioniert, während die Marketingseite von aussen zieht.

Die 72 Stunden sind dabei der eigentliche Konstruktionsgedanke. Ein schlechter Abend lässt sich nicht in derselben Sitzung in eine höhere Limite ummünzen; das Geld, das im Moment des Ärgers hochgesetzt werden soll, ist beim Inkrafttreten nicht mehr da. Zusätzlich lässt sich eine freiwillige Einzahlungslimite für jeweils 30 Tage einrichten — ein zweiter Riegel derselben Art, nur auf der Einzahlungsseite statt auf der Verlustseite.
Wer lieber gar nicht mehr teilnimmt, kann den Zugang produktbezogen für 1 bis 180 Tage selbst sperren. Diese Sperre lässt sich vor Fristablauf nicht aufheben. Eine unbefristete Spielsperre wird dagegen in ein schweizweites Register eingetragen und wirkt auch in Casinos einschliesslich der Online-Casinos sowie im Fürstentum Liechtenstein. Dieses Register ist die einzige Instanz im System, die einen Spieler wirksam von mehreren Anbietern gleichzeitig fernhält — und genau deshalb funktioniert sie über die Grenze zwischen Lotterie- und Casinowelt hinweg, während die Verlustlimiten immer nur das eine Konto betreffen, bei dem sie gesetzt wurden.
Der gesetzliche Rahmen dazu: Die Veranstalter müssen Höchstwerte für Einsätze oder Verluste je Tag, Woche oder Monat verlangen, und eine Herabsetzung wirkt auf der Stelle. Bei einer Erhöhung schreibt der Gesetzgeber 24 Stunden vor; Swisslos und Loterie Romande setzen in ihren eigenen Bedingungen 72 Stunden an. Eine staatlich verordnete Einzahlungsobergrenze gibt es in der Schweiz nicht — die Limiten setzt der Spielende, nicht der Bund. Das ist die eine Stelle, an der die Schweiz liberaler ist als viele Nachbarländer, und sie verlagert die Verantwortung vollständig auf den Einzelnen.
Was das für einen Haushalt mit CHF 200 monatlichem Spielbudget bedeutet: Wer die Limite einmal ehrlich auf diesen Betrag setzt, ist gegen den eigenen schlechten Abend geschützt. Wer sie auf CHF 9’999 setzt, hat sie nicht gesetzt, sondern nur ein Formular abgehakt. Zwischen diesen beiden Entscheidungen liegt kein weiterer Schutzmechanismus.
Ab 18 Jahren ist die Teilnahme möglich; Minderjährige sind ausgeschlossen, und wer als Wettkämpfer an einem Wettereignis teilnimmt, darf auf dieses Ereignis nicht wetten. Bei den Verkaufstellen sieht die Praxis weniger streng aus als das Gesetz — die Gespa hat 2025 in 200 Testkäufen an Verkaufstellen in 47,5 % der Fälle eine Sportwette an eine minderjährige Person verkauft. Das ist kein Argument gegen den Schutz am Online-Konto. Es ist das Argument dafür.
Eine Besonderheit, die dem Schweizer System eigen ist: Ausgeschlossene und minderjährige Spielende haben keinen Anspruch auf Einsätze oder Gewinne. Wer sich sperren lässt, verliert also nicht nur den Zugang, sondern auch das bereits Gewonnene, wenn er trotzdem spielt. Das ist hart, und es ist Absicht.
Livewetten im Tennis: der Markt, der sich mit jedem Aufschlag neu bepreist
Tennis eignet sich für Livewetten besser als fast jede andere Sportart. Zwischen zwei Punkten liegt kein taktisches Time-out, kein Wechsel von Angriff und Abwehr — sondern ein Aufschlag, ein Return, ein Punkt, und dann steht ein Preis schon wieder anders. Das ist der Reiz, und es ist das Risiko. Die Quote, auf die Sie vor zehn Sekunden geschaut haben, ist nicht mehr die Quote, die gerade auf Ihrem Wettschein steht.
Der wichtigste praktische Mechanismus: Bei Sporttip-Livewetten gilt eine Wette unabhängig davon, ob das Ereignis live übertragen wird. Ein Livestream ist also nicht die Voraussetzung, dass Sie teilnehmen können. Wetten, die nach dem tatsächlichen Eintreffen des Wettausgangs platziert werden, werden mit Quote 1.00 gewertet. Und in Situationen, die das Spiel entscheiden — Strafstoss, Rote Karte, Videoschiedsrichter-Entscheid — kann Swisslos eine Wette mit Quote 1.00 werten. Übersetzt: Sie bekommen in diesen Momenten den Einsatz zurück, mehr nicht, und Sie haben während der Prüfung nicht auf einen neuen Ausgang setzen können.
Die zweite Regel betrifft das Timing der Annahme. Der Veranstalter legt selbst fest, bis wann eine Wette angenommen wird; er muss nicht bis zum letzten Punkt offenhalten. Wer live auf eine bestimmte Tenniswette wartet, wartet manchmal auf ein Fenster, das dann zugeht. Die Interessanteste Folge daraus ist unromantisch: Die schnellsten Finger gewinnen keinen Preis, weil die schnellen Finger die niedrigere Quote zahlen, bevor sich die Information in ihr Gegenteil verkehrt hat.
Cash-Out funktioniert bei Sporttip für Einzel-, Kombinations- und Langzeitwetten, vor Spielbeginn und live, aber nur bei Online-Wetten und nur als vollständiges Cash-Out ohne Teilauszahlung. Ein ausgeführtes Cash-Out lässt sich nicht rückgängig machen. Eine Garantie für jeden Markt besteht nicht. Und der Betrag liegt tiefer als der mögliche nicht vorzeitige Wettgewinn: Er hängt vom Stand der Sportereignisse ab und kann von Swisslos jederzeit geändert werden.
Genau diese letzte Zeile ist die eigentliche Information. Cash-Out ist ein Preis, den der Veranstalter stellt, kein Marktwert, den der Spieler abruft — und er liegt unter dem Gewinn, den dieselbe Wette ohne Ausstieg eingebracht hätte. Die Differenz ist der Preis für die Sicherheit, die Sie im Moment des Ausstiegs kaufen. Bei Tennis ist dieses Fenster besonders eng: Ein Satz dreht sich in vier Minuten, und wer im 5:2 des ersten Satzes verkauft, weil ein Break mehr erlösbar scheint als das Halten, hat den Preis für seinen eigenen Zweifel bezahlt. Wer mit dem Cash-Out-Button als Notausgang rechnet und diesen Notausgang zur Strategie erklärt, zahlt für ein Versprechen, das Swisslos nicht gibt.
Für die Entscheidung heisst das: Livewetten im Tennis sind kein System, sie sind ein Umgang mit einem beweglichen Preis. Wer sich darauf einlässt, sollte einen Einsatzbetrag wählen, bei dem ein Fehler im Timing keine Rolle spielt — CHF 10 mit CHF 10 Verlustlimite tut genau das.
Tennisprognosen: wie eine Wette begründet wird, und warum sie trotzdem unsicher bleibt
Eine Tennisprognose lässt sich sauber bauen. Form, Belag, direkte Duelle, Aufschlag- und Returndaten — jede dieser Grössen hat eine Berechtigung, und wer alle zusammenführt, darf sich mehr zutrauen als der Bauch. Beim ersten Durchgang ist der Belag noch der wichtigste Punkt, den ein Anfänger übersieht: Sand, Hartplatz, Rasen und Teppich verändern, welcher Spielertyp seine Stärken ausspielen kann. Ein Aufschläger gewinnt auf schnellstem Untergrund etliche Prozentpunkte mehr returnlos; ein Grundlinienarbeiter, der auf Sand zwei Stunden lang Druck aufbauen kann, verliert auf Rasen seine eigentliche Waffe, weil der Ball nicht hoch genug kommt. Das sind keine Spekulationen, sondern gut dokumentierte Muster, die man auf jeder Tennissaison-Seite nachlesen kann.
Dazu kommen die Duelle. Die Serie zwischen zwei Spielern ist ein Hinweis, aber kein Gesetz: Sie ist meist zu klein, um etwas zu beweisen, und ein verlorenes Match von fünf Jahren auf Rasen ist für ein Match in dieser Woche kein starkes Argument. Auftrittsdaten wie die Punktquote nach erstem und zweitem Aufschlag, die Breakpunkte vor allem in der letzten Zeit, die Quote in Entscheidungssätzen — das sind brauchbare Grössen, weil sie Form und Rhythmus abbilden. Der Aufwand lohnt sich, aber er hat Grenzen, und die Grenze ist nicht, wo die meisten Anfänger sie ziehen.
Die Grenze ist die Unsicherheit selbst. Im Tennis stehen sich zwei Personen auf einem Platz gegenüber — und der Ausgang hängt von Netzroller, Aufschlagfehlern bei 30:30, einer Fussfehlstellung im dritten Satz ab. Eine Wette mit 1,50 impliziert etwa zwei Drittel Wahrscheinlichkeit. Wenn ihre Schätzung tatsächlich bei zwei Dritteln liegt und Sie stets bei 1,55 setzen, ist das ein kleiner Vorteil über viele Wetten — aber auf eine einzelne Wette sagt es nichts. Auf zwanzig Wetten sagt es auch nicht viel. Es sagt sich in der Grössenordnung von Hunderten, und wer nicht die Disziplin hat, hunderte Wetten mit konstantem Einsatz durchzuhalten, hat kein System gefunden, sondern eine Idee.
Was systematische Wetten zusätzlich kostet: Die Marge ist proportional zum Umsatz, nicht zum Gewinn. Jeder Einsatz zahlt den gleichen Anteil, egal ob die Wette gewinnt. Wer also fleissig tippt, weil er glaubt, die Statistik zu verstehen, zahlt den Preis in etwas höherer Frequenz als der Zufallsbettende. Genau deshalb ist die niedrigste mögliche Einsatzzahl mit der besten Information und die höchste Einsatzzahl mit der schwächsten Information der Konsens. Mehr Tipps bedeuten nicht mehr Ertrag.
Für den praktischen Umgang mit tagesaktuellen Tipps: Am Morgen vor dem Turnierbeginn lässt sich eine Prognose mit Daten unterlegen. Am Abend nach zwei Aufschlagverlusten gilt eine andere Prognose. Wer eine Wette platziert und dann den Stream schaut, wird auf die Idee kommen, sie sei falsch gewesen — das ist kein neues Wissen, sondern eine zusätzliche Variable. Der beste Umgang ist, die Wette vor dem ersten Aufschlag zu prüfen und laufen zu lassen; oder sie live zu platzieren und den Ausgang zu akzeptieren. Beides gleichzeitig ist möglich, beides mit Konsequenzen.
Ein letzter Gedanke, den ich für den wichtigsten halte: eine Tenniswette ist nicht planbar wie ein Zinseszins. Die Schweiz hat einen sehr tiefen Steuerfreibetrag-Bereich und vor ihm Befreiung, was freundlich klingt, aber nur bei Gewinnen relevant wird, die statistisch nur eine Handvoll Spieler je erreichen. Der durchschnittliche Wettende bleibt vor dem Freibetrag und zahlt keine Steuer, aber auch keine Rente.
Wettarten, Handicaps und Quoten: was von der Quote wirklich bei Ihnen ankommt
Die klassische Tenniswette ist der Matchsieger: zwei Ausgänge, zwei Quoten, eine Entscheidung. Daneben stehen die Satzwette, die Handicap-Wette, die Wette auf ein genaues Satzergebnis und die Kombination mehrerer Voraussagen. Alle vier haben unterschiedliche Preise, und der Grund liegt nicht in den Spielern, sondern in der Zahl der Ausgänge. Je mehr Ausgänge ein Markt hat, desto grösser ist für gewöhnlich der Anteil, den der Veranstalter für sich behält.
Rechnen lässt sich das an einem einfachen Beispiel. Ein Markt mit zwei Ausgängen zu je 1,90: Die Ausschüttungsquote liegt bei 1 ÷ (1/1,90 + 1/1,90), also bei rund 97,4 %, und die Marge damit bei rund 2,6 %. Verschieben sich die beiden Quoten auf 2,10 und 1,75, sinkt dieselbe Ausschüttungsquote auf etwa 95,8 % und die Marge steigt auf rund 4,2 % — dieselbe Wette, dasselbe Match, nur ein anderes Verhältnis der beiden Preise zueinander. Die Marge ist also kein fester Wert, den ein Veranstalter ein für alle Mal aufschlägt, sondern eine Bandbreite, die mit jedem Markt und mit jedem Anbieter neu entsteht. Wo sie liegt, hängt an der Seite, an der das Geld steht: Die Quote auf der Seite, auf die mehr gesetzt wurde, wird zuerst gedrückt, und genau dort blüht die Marge.
Am anderen Ende stehen die Systemwetten. Deren Höchsteinsatz liegt bei Sporttip bei CHF 10’000, der einer Einzel- oder Kombinationswette bei CHF 1’000. Die Verzehnfachung folgt aus der Mechanik: Bei einer Systemwette werden mehrere Kombinationen aus denselben Voraussagen gebildet, wodurch der Gesamteinsatz steigt, ohne dass der Nutzen proportional wächst. Wer eine Dreier-Systemwette mit allen Zweier- und Dreierkombinationen spielt, deckt mehr Felder ab und zahlt mehr dafür — und die Marge fällt auf jeden einzelnen Teil an. Deshalb ist die Zahl der Höchsteinsatz nicht eine Erlaubnis, mehr zu riskieren, sondern eine Warnung darüber, wie viel Umsatz die Struktur erzeugt.
Wie eine Sporttip-Wette abgerechnet wird, ist ebenfalls geregelt: Der Gewinnbetrag ergibt sich aus Einsatz mal Quote (bei Kombinationen mal der Gesamtquote, dem Produkt der Einzelquoten), wird zuerst auf zwei Nachkommastellen aufgerundet und dann auf 5 Rappen genau abgerundet. Diese Rundung ist keine Kleinigkeit. Rundungsverluste in Rappen sind bei kleinen Einsätzen prozentual am grössten, und wer nur CHF 1 einsetzt, zahlt den Rundungsverlust am deutlichsten. Kein Drama, aber eines der wenigen Male, bei denen der Einsatzbetrag direkt mit dem Preis zu tun hat.
Was es bei Sporttip gibt und was es kostet: Der Kombiboost gilt nur online für Prematch-, Live- und Systemwetten und verlangt mindestens vier Voraussagen mit einer Quote von je mindestens 1,50. Der Bonus auf den Nettogewinn beträgt 5 % bei vier, 20 % bei sieben, 40 % bei zehn und 100 % bei fünfzehn solchen Voraussagen; Einsatz und Gewinnerhöhung sind limitiert. Die Staffel liest sich grosszügig, aber die eigentliche Hürde sitzt vorne: vier Voraussagen mit mindestens 1,50 zu finden, ist in einem Tennisturnier an einem Tag möglich — fünfzehn zu finden heisst, Kombinationen zu bauen, die aus einem einzelnen Turnier nicht mehr erklärbar sind. Vier Kombinationen zu je 1,50 liegen im unwahrscheinlicheren der beiden Bereiche, aber vier Kombinationen ohne Marge zu finden, ist nicht völlig unmöglich. Der Boost ist also kein Gewinn-Beschleuniger, sondern ein Mechanismus, der die Zahl der Teile eines Kombinationsscheins nach oben treibt — und jede zusätzliche Voraussage kostet Marge.
Quotenboosts bei Sporttip gelten nur online für Prematch-Einzelwetten auf eine Voraussage; Profitboosts erhöhen den möglichen Nettogewinn eines definierten Sportereignisses um einen angegebenen Prozentsatz. Beide sind pro Wettenden nur einmal nutzbar, in Einsatz und Erhöhung limitiert, und bei einem Cash-Out verfällt der Boost. Wer den Boost nutzt und dann vorzeitig aussteigt, hat die Erhöhung verloren — der Cash-Out-Betrag errechnet sich aus der ursprünglichen Quote, nicht aus der geboosteten. Der Boost ist ein Köder mit kurzer Haltbarkeit.
Abhängige Wettereignisse derselben Sportveranstaltung werden bei Sporttip nur über die Bet-Builder-Funktion kombiniert. Nimmt Swisslos irrtümlich eine solche Kombination ohne diese Funktion an, kann sie die ganze Kombinationswette für ungültig erklären und den Einsatz zurückerstatten. Das heisst für Tennis: Der Matchsieger eines Spielers und der Turniersieg desselben Spielers in eine Kombination zu legen, ist genau der Fall, der die ganze Wette kippt — mit dem Einsatz zurück, aber ohne Chance.
Der Mindesteinsatz liegt bei CHF 1 für Einzel- und Kombinationswetten, der Höchsteinsatz bei CHF 1’000 für eine Einzel- oder Kombinationswette und bei CHF 10’000 für eine Systemwette. Swisslos kann die Limiten jederzeit ohne Angabe von Gründen ändern, und eine Wette über der Limite wird nicht angenommen. Der wichtigste Satz darin ist der letzte: Wer CHF 1’100 einzahlen will, um CHF 1’100 zu setzen, kann das nicht. Das ist eine Einschränkung, die für einen Kleinbettenden keinen Unterschied macht und für einen Grossbettenden das ganze Produkt ausschliesst.
Turniere und Märkte: was im Tennisjahr überhaupt auf der Liste steht
Ein Tennisjahr ist eine Abfolge von Turnieren über vier Beläge, mit vier Grand-Slam-Turnieren als Fixpunkten: Australian Open, French Open, Wimbledon und US Open. Diese vier werden vom Weltverband ITF veranstaltet und gehören nicht zur ATP Tour. Für den Wettenden klingt das nach einem Detail; praktisch heisst es, dass die Preislisten sich zwischen den beiden Ebenen des Sports unterscheiden und ein Grand-Slam-Turnier mehr Aufmerksamkeit auf wenige Spiele lenkt.
Was dazwischen läuft, ist die Tour — Woche für Woche ein Turnier, oft zwei parallel auf verschiedenen Kontinenten, mit Qualifikation, die bereits vor dem Hauptfeld beginnt. In der Schweiz sind die ATP-Turniere in Basel und Genf und, abgestuft, die Challenger-Turniere im Kalender vertreten — und die Basel-Tour hat einen Sitz in der Wahrnehmung, der weit über ihre Kategorie hinausgeht; wer in der Schweiz Tennis verfolgt, kennt die Halle am Rhein. Auch das ist ein Faktor für die Märkte: Ein Turnier, das im Fernsehen läuft, zieht mehr Geld auf die Seite, die alle kennen, und das verändert die Quoten.
Genau hier zeigt sich die zweite Kostenposition: Der rechtlich erlaubte Tennis-Markt ist eine geschlossene Liste. Was überhaupt gesetzt werden darf, ergibt sich aus der Gespa-Liste der erlaubten Sportarten, Wettbewerbe und Wettarten in der Fassung vom 10.09.2026. Qualifikationsrunden sind nur erlaubt, wenn sie auf der Liste stehen, Frauensportarten ebenfalls nur, wenn sie gelistet sind. Ranglisten-Wetten sind erlaubt, wenn die Rangliste über die Teilnahme an einem internationalen Wettbewerb oder über das Podest entscheidet — nie Wetten auf Trainingsläufe. Eckball- und Kartenmärkte sucht man auf der Liste vergeblich, und eine Esport-Sektion enthält sie nicht.
Was bedeutet das für das Tennis-Angebot? Kein Wettenden findet ein vollständiges Angebot über alle Spieler und alle Rückzüge, sondern ein Programm, das entlang der Liste aufgebaut wird. Wettbewerbe mit überwiegend Minderjährigen sind gesperrt. Wetten auf Wetter, Politik oder Fernsehsendungen sind ausgeschlossen, weil nur Sportwetten zulässig sind. Es gibt keinen Schweizer Veranstalter, der ein vollständiges internationales Tennis-Komplettangebot anbietet; es gibt zwei Programme, die sich innerhalb der Liste bewegen.
Der dritte Faktor ist die zeitliche Distanz zwischen Turnieren. In einer Grand-Slam-Woche stehen Dutzende Spiele in der gleichen Zeitzone zur Verfügung, in der Woche darauf ist die Liste kürzer. Der Kombiboost mit seinen vier Mindestquoten ist genau dann realistisch, wenn mehrere Spiele gleichzeitig laufen — bei einem Challenger am Montagmorgen in einer anderen Zeitzone ist er kaum zu füllen. Wer den Boost als Argument verwendet, hat ihn nie unter Berücksichtigung des Spielplans verwendet.
Für die praktische Planung heisst das: In einer Grand-Slam-Woche findet man in Sporttip ein reiches Angebot mit vielen Livefenstern. In einer normalen Tourwoche findet man ein solides Angebot mit weniger Fenstern. In der Nebensaison findet man fast nichts — und das ist der Moment, in dem sich die Frage stellt, was man überhaupt will. Wer im Winter Tenniswetten tippen möchte, tippt gegen einen leereren Markt.
Die zwei bewilligten Veranstalter im Vergleich
Zwei veränderliche Grössen machen das Bild vollständig: Zeit und Ort. Ein Online-Konto gibt es bei beiden Veranstaltern nur mit Wohnsitz im jeweiligen Gebiet — und die beiden Gebiete überschneiden sich nicht. In der Deutschschweiz, im Tessin und im Fürstentum Liechtenstein ist Swisslos Sporttip zugänglich, in den sechs Westschweizer Kantonen Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura ist es die Loterie Romande mit Jouez Sport. Der Entscheid ist damit für die meisten Wettenden bereits gefallen, bevor er sich gestellt hat.
Die Tabelle zeigt, wie die beiden Veranstalter aufgestellt sind. Sie listet die Bewilligungslage und den Träger; die Bewilligungen unterliegen der Aufsicht der Gespa.
| Veranstalter | Bewilligungsstatus | Träger oder gemeldete Bewilligung |
|---|---|---|
| Swisslos Sporttip | Veranstalter- und Spielbewilligung für ein Grossspiel nach BGS (SR 935.51), Aufsicht Gespa | SWISSLOS Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft, Sitz Basel |
| Loterie Romande Jouez Sport | Veranstalter- und Spielbewilligung für ein Grossspiel nach BGS (SR 935.51), Aufsicht Gespa | Loterie Romande, Kontaktadresse Avenue de Provence 14, 1001 Lausanne |
| Funbet | ohne Schweizer Bewilligung | keine in der Schweiz anerkannte Bewilligung |
| Betify | ohne Schweizer Bewilligung | keine in der Schweiz anerkannte Bewilligung |
| 22Bet | ohne Schweizer Bewilligung | keine in der Schweiz anerkannte Bewilligung |
| Betscore | ohne Schweizer Bewilligung | keine in der Schweiz anerkannte Bewilligung |
| X3Bet | ohne Schweizer Bewilligung | gemeldet: Tobique, Kanada |
| Rabona | ohne Schweizer Bewilligung | keine in der Schweiz anerkannte Bewilligung |
| Playzilla | ohne Schweizer Bewilligung | keine in der Schweiz anerkannte Bewilligung |
| AmunRa | ohne Schweizer Bewilligung | keine in der Schweiz anerkannte Bewilligung |
Was die Spalte der Träger bei den ausländischen Marken zeigt, ist keine Lücke in der Tabelle, sondern das eigentliche Ergebnis: Eine ausländische Bewilligung entfaltet in der Schweiz keine Wirkung. Der eine Wert, der dort steht — Tobique in Kanada bei X3Bet — ist eine Meldung Dritter und in der Schweiz so viel wert wie keine Bewilligung. Wer dort spielt, spielt ohne Schweizer Zulassung und ohne Schweizer Aufsicht.
Swisslos Sporttip: das Programm, das die Limiten selbst schreibt
Swisslos hat seinen Sitz in Basel und veranstaltet Lotterien und Sportwetten gestützt auf die Interkantonale Vereinbarung über die gemeinsame Durchführung von Geldspielen vom 20. Mai 2019; die Sportwetten laufen unter dem Namen Sporttip. Das Vertragsgebiet umfasst die Kantone AG, AI, AR, BE, BL, BS, GL, GR, LU, NW, OW, SG, SH, SO, SZ, TG, UR, ZG und ZH sowie den Kanton Tessin und das Fürstentum Liechtenstein.
Die Limiten sind der eigentliche Charakter dieses Angebots. Der Mindesteinsatz liegt bei CHF 1, der Höchsteinsatz bei CHF 1’000 für eine Einzel- oder Kombinationswette und bei CHF 1’000 für Systemwetten — nein, CHF 10’000 für Systemwetten. Wer das mit den Verlustlimiten von CHF 9’999 und CHF 1’000 unter 21 Jahren zusammenliest, sieht zwei Schranken, die nichts miteinander zu tun haben: Die eine begrenzt einen einzelnen Wettschein, die andere begrenzt das Konto über einen Zeitraum. Beide gelten gleichzeitig, und keine hebt die andere auf.
Auf der Auszahlungsseite ist Sporttip als Lotteriegesellschaft aufgestellt: Der Reingewinn fliesst an die Kantone und an die Stiftung «Sportförderung Schweiz». Swisslos hat für 2025 einen Reingewinn von CHF 562 Mio. verteilt — CHF 506 Mio. an die kantonalen Fonds und CHF 56 Mio. an die Stiftung (für Swiss Olympic, Fussball, Eishockey und Sporthilfe). Aus den Sportwetten stammten CHF 109 Mio. nach CHF 122 Mio. im Vorjahr. Der Rückgang der Sportwetten-Erträge um gut ein Zehntel ist die interessanteste Zahl in diesem Geschäftsbericht: Der Fussball-Anteil am Sporttip-Programm ist gross, und wenn die Sportwetten-Erträge zurückgehen, während das Gesamtergebnis stabil bleibt, hat sich die Marge woanders hin verschoben.
Für die Bewertung von Sporttip heisst das: Der Veranstalter ist kein globaler Wettkonzern mit Bonusbudget, sondern eine kantonale Lotteriegesellschaft mit Gemeinnützigkeitsauftrag. Das erklärt, warum es keine Bonus-Kampagnen im üblichen Sinne gibt und warum die Limiten so tief liegen. Für einen Wettenden mit CHF 50 Monatsbudget ist das kein Nachteil; für einen mit CHF 500 ist es einer.
Loterie Romande Jouez Sport: das Pendant mit einem Achtel der Grösse
Die Loterie Romande veranstaltet Jouez Sport für die sechs Westschweizer Kantone Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura. Sie nennt als Kontaktadresse Avenue de Provence 14, 1001 Lausanne, führt 2’350 Verkaufstellen in der Westschweiz und beschäftigt 221 Mitarbeitende.
Wer die Zahlen dieser beiden Veranstalter nebeneinanderlegt, sieht eine Asymmetrie, die man nicht übersehen sollte: Swisslos hat ein Vertragsgebiet von zwanzig Kantonen, dazu das Tessin und Liechtenstein. Die Loterie Romande hat sechs Kantone. Der Gesamtreingewinn der Loterie Romande ist kleiner als die Sportwetten-Erträge allein bei Swisslos; die Sportwetten sind nur ein Teil eines Hauses, das auf der Verkaufsstellendichte lebt. Das ist keine Kritik — es ist die Erklärung, warum die Westschweiz ein kleineres Wettprogramm führt und warum die Kontinuität des Angebots wichtiger ist als dessen Breite. Wer in Genf wohnt, kann nicht nach Sporttip ausweichen, denn der Wohnsitz entscheidet.
Für die Bewertung von Jouez Sport heisst das: Die Spielerschutzarchitektur — die Limiten vor der ersten Wette, die Produktsperre, das schweizweite Sperrregister — gilt hier ebenso, weil sie aus denselben Gesetzen und denselben Hausbedingungen folgt. Der Unterschied liegt in der Grösse und im Spielplan, nicht in der Aufsicht. Wer in der Westschweiz wohnt und Tennis wetten will, hat eine Adresse. Das ist die ganze Entscheidung.
Funbet: die Marke ohne Schweizer Aufsicht
Funbet tritt in der Schweiz ohne Veranstalter- und Spielbewilligung auf. Eine Bewilligung nach Schweizer Recht liegt nicht vor; die Antonysche Beruhigung, dass irgendwo irgendetwas gemeldet sei, ändert daran nichts, weil eine ausländische Bewilligung in der Schweiz keine Wirkung entfaltet. Es besteht keine Verbindung zum Schweizer Sperrregister, es gibt keine Schweizer Aufsicht und keinen Schweizer Rechtsweg. Die Domains können auf die Gespa-Sperrliste gesetzt und von Telekom-Anbietern per DNS gesperrt werden.
Was der Wettende dafür einkauft, sind Bedingungen, die er nicht überprüfen kann, und ein Preis, der nur solange gut aussieht, wie die Auszahlung klappt. Für die Bewertung dieser Marke: Wer nur den Quotenschlüssel anschaut, sieht möglicherweise einen Vorteil; wer den Vorteil nutzen will, muss ihn erklären können, sobald es nicht zur Auszahlung kommt. Dann gibt es keine Stelle in der Schweiz, an die er sich wenden kann.
Betify: ohne lokalen Ansprechpartner
Betify steht in der Schweiz ebenfalls ohne Schweizer Bewilligung da; eine anerkannte Bewilligung ist nicht vorhanden, und die Folgen für den Spielenden sind dieselben wie bei jeder Marke dieser Gruppe: keine Verbindung zum Sperrregister, keine Schweizer Aufsicht, kein Schweizer Rechtsweg, Sperrung der Domains über die Gespa-Sperrliste möglich. Das ist keine Wiederholung um der Vollständigkeit willen, sondern der Punkt, an dem sich die Gruppe als Gruppe zeigt: Die rechtliche Position ist bei allen dieselbe, und der Unterschied zwischen ihnen liegt allein in dem, was ausserhalb der Schweiz liegt.
Für Betify heisst das in der Praxis: Ein Wettender, der dort gewinnt, trägt das Risiko der Auszahlung mit. Ein Schweizer Veranstalter hat für dieses Risiko eine Aufsicht, die eingreifen könnte. Betify hat sie nicht, weil sie in der Schweiz nicht zuständig wäre.
22Bet: bekannter Name, unverändertes Recht
22Bet gehört zu den international bekannteren Marken dieser Gruppe, und die Bekanntheit ist die interessanteste Angabe, die man über sie machen kann — denn an der Bewilligungslage ändert sie nichts. Ohne Schweizer Bewilligung, ohne Verbindung zum Sperrregister, ohne Schweizer Aufsicht und ohne Schweizer Rechtsweg; eine Sperrung der Domains über die Gespa-Sperrliste ist möglich.
Für die Bewertung heisst das: Der Bekanntheitsgrad einer Marke ist kein Ersatz für einen Aufsichtsrahmen. Wer den Namen kennt, kennt ihn aus Werbung.
Der Vergleich auf einen Blick: zehn Marken, zwei Aufsichtswelten
Über die zehn Marken dieser Liste lassen sich drei Dinge sagen, ohne eine einzige Zahl zu erfinden. Erstens: Zwei von ihnen stehen unter Schweizer Aufsicht, acht nicht. Zweitens: Bei keiner der acht ausländischen Marken liegt eine in der Schweiz anerkannte Bewilligung vor; die eine gemeldete Zuordnung — Tobique in Kanada bei X3Bet — hat hier keine Wirkung. Drittens: Die Aufsichtsunterschiede sind nicht graduell, sondern struktureller Art. Es gibt keine halbe Schweizer Aufsicht.
Was das für den Vergleich der beiden Schweizer Veranstalter selbst bedeutet, ist die eigentlich relevante Frage. Ihre Bewilligungslage ist identisch: beide eine Veranstalter- und Spielbewilligung für ein Grossspiel nach BGS unter Gespa-Aufsicht. Ihre Bewilligungsträger unterscheiden sich: die SWISSLOS Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft mit Sitz in Basel auf der einen Seite, die Loterie Romande mit ihrer Kontaktadresse in Lausanne auf der anderen. Der Vergleich endet damit bei der Grösse und beim Gebiet — und diese beiden Kriterien sind ausserhalb der Diskussion, weil sie vom Wohnsitz abhängen.
Die Rangfolge unter den acht Marken ohne Schweizer Bewilligung ist keine Rangfolge. Eine Marke ohne Schweizer Bewilligung gewinnt keinen Vergleich gegen eine Marke mit Schweizer Bewilligung, weil die Kriterien des Vergleichs — Aufsicht, Rechtsweg, Sperrregisteranbindung, Bedingungen in einer überprüfbaren Form — bei ihr schlicht nicht erfüllt sind. Wer sie dennoch vergleicht, vergleicht Werbeversprechen.
Betscore: eine weitere Domain, kein weiterer Status
Bei Betscore ist die Bewilligungslage identisch mit der der übrigen ausländischen Marken: ohne Schweizer Bewilligung, keine in der Schweiz anerkannte Bewilligung, keine Verbindung zum Sperrregister, kein Schweizer Rechtsweg, Sperrung der Domain über die Gespa-Sperrliste möglich. Alles, was ein Wettender über Betscore wissen kann, ist eine Domain und ein Angebot, das er vorher nicht überprüfen kann.
Der Kostenpunkt bei dieser Gruppe ist immer derselbe: Der Einsatz verlässt den Rechtsraum, in dem der Spielende Rechtsschutz hat. Bei einem Streit um CHF 30 fällt das nicht auf. Bei einem Streit um CHF 3’000 ist es der ganze Unterschied.
X3Bet: gemeldete Zuordnung, keine Schweizer Wirkung
X3Bet ist die einzige Marke dieser Gruppe, für die eine gemeldete Zuordnung genannt wird: Tobique, Kanada. Das ist eine Angabe Dritter, und sie ist in der Schweiz ohne rechtliche Wirkung — eine ausländische Bewilligung entfaltet hier keine Kraft, und eine Meldung über eine ausländische Bewilligung noch weniger. Für den Wettenden bleibt die Lage dieselbe wie bei den anderen: keine Schweizer Bewilligung, kein Schweizer Rechtsweg, keine Verbindung zum Sperrregister, Sperrung der Domain über die Gespa-Sperrliste möglich.
Interessant ist an dieser Angabe nur, was sie über die Gruppe sagt: Nicht einmal bei der Marke mit der konkretesten Angabe lässt sich sagen, worauf sie sich eigentlich stützt. Wer darauf setzt, setzt auf eine Angabe, die er nicht prüfen kann.
Rabona: ohne Ansprechstelle in der Schweiz
Rabona steht in derselben Gruppe: ohne Schweizer Bewilligung, ohne anerkannte Bewilligung, ohne Sperrregisteranbindung, ohne Schweizer Aufsicht, ohne Schweizer Rechtsweg. Die Domain kann auf die Sperrliste gesetzt werden.
Was diese Marke für einen Schweizer Wettenden bedeutet, lässt sich in einem Satz sagen: Jede Frage, die nachträglich aufkommt, wird bei einer Stelle beantwortet, die nicht in der Schweiz erreichbar ist.
Playzilla: dasselbe Muster, derselbe Kostenpunkt
Playzilla fällt unter dieselbe Regel: keine Schweizer Bewilligung, keine in der Schweiz anerkannte Bewilligung, keine Verbindung zum Sperrregister, kein Schweizer Rechtsweg, mögliche Sperrung der Domain. Auch hier gilt der Grundsatz aus dem Abschnitt zur Rechtslage: Eine ausländische Bewilligung entfaltet in der Schweiz keine Wirkung. Wer die Regeln eines Gastlandes für einen Nachteil hält, verwechselt Aufsicht mit Willkür.
AmunRa: am Ende der Liste, ohne Schweizer Status
AmunRa schliesst die Reihe, und die Angaben zu ihr sind identisch: ohne Schweizer Bewilligung, keine anerkannte Bewilligung, keine Verbindung zum Sperrregister, kein Schweizer Rechtsweg, Sperrung der Domain über die Gespa-Sperrliste möglich. Dass eine Marke in der Liste steht, bedeutet hier nicht, dass sie im Schweizer Markt eine Position hat. Das ist die Schwierigkeit dieser Liste: Sie kann Marken nennen, aber sie kann ihnen keinen Status in der Schweiz geben, den die Schweiz nicht vergibt.
Für den Wettenden, der bis hierher gelesen hat, heisst das: Von den zehn Marken auf dieser Liste kommen zwei für ihn in Frage, und welcher von beiden, entscheidet seine Adresse. Die anderen acht sind Erwähnungen, keine Optionen.
Was Tennis als Wettsport ausmacht: Grundlagen und das Angebot der zwei Veranstalter
Tennis ist ein Sport mit einer ungewöhnlich klaren Struktur, und diese Klarheit macht ihn wettbar. Man weiss, was ein Spiel ist, wie viele Sätze man braucht, was passiert, wenn es 6:6 steht. Genau diese klaren Regeln sind der Grund, warum im Tennis mehr Wettarten sauber definierbar sind als in vielen anderen Sportarten. Ein Spiel gewinnt, wer den vierten Punkt mit mindestens zwei Ballwechseln Vorsprung erreicht; die Punkte eines Spiels lauten 15, 30 und 40, bei 40:40 heisst es «Einstand». Ein Satz ist gewonnen, wenn ein Spieler 6 Spiele mit mindestens zwei Spielen Vorsprung erreicht, etwa 6:4 oder 7:5; bei 6:6 entscheidet meist ein Tie-Break den Satz. Ein Match-Tie-Break ersetzt häufig den dritten Satz und wird bis 10 Punkte mit zwei Punkten Vorsprung gespielt, alternativ bis 7 Punkte. Im Herrentennis wird bei Grand-Slam-Turnieren auf drei Gewinnsätze gespielt; generell gewinnt meist, wer zwei Sätze erreicht. Ein Tennisplatz ist 23,77 m lang und im Einzel 8,23 m, im Doppel 10,97 m breit; das Netz hängt in der Mitte 0,914 m und an den Seiten 1,07 m hoch. Gespielt wird auf roten Sandplätzen, Hartplätzen, Teppichboden, Kunststoffgranulat, Rasen und Kunstrasen.

Diese Regeln sind nicht Selbstzweck. Sie sind die Sprache, in der die Wahrscheinlichkeit steht. Ein Match-Tie-Break in einem Satz von zehn Punkten verändert die Preislisten der Satz- und Match-Wetten: Weniger Punkte bedeuten mehr Streuung, mehr Streuung bedeutet, dass Favoriten weniger verlässlich punkten und die Quoten auf Aussenseiter mit der Länge des Tie-Breaks fallen. Wer das einer Wette von 1,90 ansieht, versteht die Mechanik; die implizierte Wahrscheinlichkeit einer Quote von 1,90 liegt bei rund 52,6 %, und wenn die beiden Seiten zusammen mehr als 100 % ergeben, wohnt der Rest beim Veranstalter. Im Zweispielermarkt ist dieser Rest bei einer Quote von 1,90 auf beiden Seiten rund 5,3 % — die Differenz zwischen der Summe der impliziten Wahrscheinlichkeiten und dem, was bei einer ausgeglichenen Wette ausbezahlt würde. Genau dieses Stück aus zwei Zahlen, die auf dem Schein stehen, ist rechnerisch nachvollziehbar und der einzige Preis, der den Wettenden garantiert trifft.
Der Auszahlungsquote im Schweizer Markt trägt den Ruf, in der Nähe der europäischen Spitze zu liegen; das ist ein Ruf und keine Zahl. Was der Wettende tun kann: Die beiden Quoten eines Zweispielermarkts zusammenzählen und mit dem Kehrwert arbeiten. Eine Quote von 1,90 zu 1,90 ist in der Summe der impliziten Wahrscheinlichkeiten 105,3 % — der Kehrwert, 94,7 %, ist die Ausschüttung. Zwischen den beiden Quoten am oberen und unteren Ende des Marktes liegt immer eine gewisse Streuung; Der richtige Vergleich zwischen zwei Wetten ist der Vergleich über mehrere Märkte und mehrere Tage, nicht eine einzelne Momentaufnahme, die sich mit dem Spielstand bereits geändert hat.
Das Sporttip-Angebot für Tennis steht in der Liste. Der reguläre Markt umfasst Matchsieger, Satz- und Handicap-Wetten sowie Kombinationen; was nicht in der Liste steht, wird nicht angeboten, egal wie beliebt es international ist.
Rechte und Regeln: was der Schweizer Weg kostet und was er zurückgibt
Die Schweiz hat keinen offenen Wettmarkt, sondern einen geschlossenen. Online-Sportwetten sind ein Grossspiel nach dem Geldspielgesetz (BGS, SR 935.51, in Kraft seit 1. Januar 2019), beaufsichtigt von der Gespa, der Interkantonalen Geldspielaufsicht in Bern, gestützt auf das Geldspielkonkordat, das seit dem 1. Januar 2021 in Kraft ist. Nicht zuständig ist die ESBK, die nur Casinos beaufsichtigt. Eine Bewilligung braucht eine Veranstalterbewilligung und eine Bewilligung pro Spiel und gilt nur in der Schweiz.
Die Kantone haben die Zahl der Veranstalter von Lotterien und Sportwetten auf zwei begrenzt. Deshalb gibt es keine Liste weiterer bewilligter Buchmacher — nicht, weil die Gespa sie zurückhält, sondern weil es keine gibt. Was die Gespa veröffentlicht, ist die Sperrliste der gesperrten ausländischen Domains.
Wer in der Schweiz ein Online-Konto will, muss Wohnsitz in der Schweiz haben, und in der Praxis auch im Gebiet der jeweiligen Gesellschaft. Bei der Online-Registrierung bei Swisslos braucht es mindestens 18 Jahre sowie Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt im Swisslos-Vertragsgebiet; es darf keine Spielsperre bestehen, und jede Person darf sich nur einmal registrieren. Die Daten werden aus dem hochgeladenen Ausweis ausgelesen und gegen Adress-Datenbanken geprüft. Das ist die eine Stelle, an der die Anonymität endet: Es gibt kein Spielerkonto mit Pseudonym und keine Auszahlung ohne Namen.
Wichtig für jeden, der mit anonymen Auszahlungen rechnet: Gewinne und Guthaben werden nur auf ein Zahlungskonto auf den Namen des Kontoinhabers ausbezahlt. Anonyme oder Krypto-Auszahlungen gibt es im bewilligten Schweizer Wettmarkt nicht; Kredite an Spielende sind unzulässig. Welche Zahlungsmarken ein Anbieter akzeptiert, regelt jeder Veranstalter in seinen eigenen Bedingungen. Und ein Punkt, den man in Deutschland häufig anders hört: Die Schweiz hat kein Zahlungsblockierungsinstrument gegen unerlaubte Wettseiten — Banken oder Kartensysteme sperren solche Zahlungen nicht.
Zum Steuerrahmen, weil er sich direkt auf den Gewinn auswirkt: Gewinne aus schweizerisch bewilligten Grossspielen sind bis zum Steuerfreibetrag pro Einzelgewinn einkommenssteuerfrei und erst darüber steuerbar. Der Bundesfreibetrag liegt ab 1.1.2026 bei CHF 1’071’000, im Jahr 2025 lag er bei CHF 1’070’400. Oberhalb des Freibetrags behält der Veranstalter 35 % Verrechnungssteuer ein, die über die Steuererklärung zurückgeholt werden kann. Je nach Kanton gelten unterschiedliche Schwellen. Für den typischen Wettenden heisst das: keine Einkommenssteuer und keine Verrechnungssteuer auf dem Gewinn. Bei Gewinnen von ausländischen Anbietern fällt keine Verrechnungssteuer an, aber die kantonale Steuerpraxis behandelt Gewinne aus ausländischen Grossspielen — so im Kanton Thurgau — als voll steuerbares Einkommen, unabhängig von der Höhe. Eine Schweizer Wettsteuer auf Einsätze gibt es nicht.
Zum Werberahmen: Werbung darf nicht aufdringlich oder irreführend sein und sich nicht an Minderjährige oder Gesperrte richten. Werbung für ein in der Schweiz nicht erlaubtes Geldspiel ist verboten und wird mit einer Busse von bis zu CHF 500’000 geahndet. Gratisspiele oder Gratisguthaben brauchen die vorherige Zustimmung der Gespa; 2025 hat sie 24 Zustimmungen an die Loterie Romande und 8 an Swisslos erteilt. Eine Werbebeschränkung nach Tageszeit gibt es nicht. Bonusbeträge und -bedingungen ergeben sich ausschliesslich aus den Bedingungen des jeweiligen Veranstalters.
Und der Punkt, der für einen Wettenden die ganze Entscheidung trägt: Eine ausländische Bewilligung — Curaçao, Malta, Deutschland oder ein anderes Land — entfaltet in der Schweiz keine Wirkung. Das Veranstalten von Sportwetten ohne Schweizer Bewilligung ist eine Straftat: bis zu drei Jahre Freiheitsstrafe oder Geldstrafe, bei gewerbsmässigem Betrieb bis zu fünf Jahre. Der Spielende wird nicht bestraft; die Behörden verfolgen den Anbieter. Aber Einsätze und Gewinne können in einem Verfahren gegen den Anbieter eingezogen werden, und es besteht kein Schutz und keine Fairplay-Kontrolle.
Die Gespa veröffentlicht die Sperrliste ausländischer Domains, die Schweizer Telekom-Anbieter per DNS sperren; die erste Liste erschien am 3. September 2019, am Ende des Jahres 2025 umfasste sie 671 Domains. Gesperrte Domains werden innerhalb von Stunden ersetzt — die Gespa nennt dieses Domain-Hopping und nennt dabei Interwetten und Bet-at-Home. Für den Wettenden heisst das: Eine gesperrte Domain ist keine Entdeckung, sondern ein Signal.
Die Bilanz des Schweizer Wegs: voller Spielerschutz, aber nur zwei Veranstalter, eine geschlossene Liste von Sportarten und Märkten, eine Wohnsitzpflicht und eine Identitätsprüfung. Die Bilanz des ausländischen Wegs: kein Schweizer Schutz, kein Sperrregister, kein Schweizer Rechtsweg. Keiner der beiden Wege ist per se die sichere Wahl.
Häufige Fragen zu Tenniswetten in der Schweiz
Auf welche Tennisturniere darf in der Schweiz online gewettet werden?
Auf die Wettbewerbe, die auf der Gespa-Liste der erlaubten Sportarten, Wettbewerbe und Wettarten stehen, in der Fassung vom 10.09.2026. Qualifikationsrunden und Frauenwettbewerbe zählen nur dazu, wenn sie dort aufgeführt sind. Die vier Grand-Slam-Turniere gehören dazu, ein garantiertes Komplettangebot über die ganze Tour besteht aber nicht.
Wie funktionieren Livewetten im Tennis, und was bedeutet Cash-out?
Bei Sporttip gilt eine Livewette unabhängig davon, ob der Anlass übertragen wird. Wetten nach dem tatsächlichen Eintreffen des Ausgangs zählen mit Quote 1.00. Cash-out ist bei Einzel-, Kombinations- und Langzeitwetten möglich, vor Spielbeginn und live, nur online und nur vollständig, ohne Teilauszahlung.
Was bedeutet ein Match-Tie-Break anstelle des dritten Satzes für Satz- und Matchwetten?
Der Match-Tie-Break ersetzt häufig den dritten Satz und wird bis 10 Punkte mit zwei Punkten Vorsprung gespielt, alternativ bis 7 Punkte. Weil sich der Ausgang damit auf weniger Punkte stützt, wächst die Streuung: Aussenseiter gewinnen diese kurze Entscheidung häufiger als einen vollen Satz über 6 Spiele.
Wie hängen Quote, Marge und implizite Wahrscheinlichkeit bei Tennisquoten zusammen?
Die implizite Wahrscheinlichkeit einer Quote ist ihr Kehrwert. Die Summe der Kehrwerte eines Markts liegt über 100 %; der Mehrbetrag ist die Marge (overround). Bei einer Quote von 1,90 und 1,90 (Summe der Kehrwerte 1,0526) beträgt die Ausschüttungsquote 95,0 %, die Marge also 5,0 %.
Welche Verlustlimiten gelten vor der ersten Wette, und wie lange dauert eine Erhöhung?
Vor der ersten Sporttip-Teilnahme müssen Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage gesetzt werden, mit einer Oberlimite von CHF 9’999, unter 21 Jahren von CHF 1’000. Eine Senkung gilt sofort, eine Erhöhung erst nach 72 Stunden; zusätzlich ist eine freiwillige Einzahlungslimite für jeweils 30 Tage möglich.
Wie lässt sich eine Tennisprognose mit Form, Belag und Statistik begründen, und warum bleibt sie unsicher?
Form, Belag, direkte Duelle und Aufschlag- sowie Returndaten ergeben zusammen ein begründbares Bild, aus dem sich eine Wette ableiten lässt. Sicher ist die Prognose trotzdem nie: Die Daten beschreiben Vergangenheit, während Netzroller, Aufschlagfehler bei 30:30 und eine Verletzung im dritten Satz den Ausgang ohne Vorwarnung verschieben.
Tennis – dreiwegwetten.com
Inhalt erstellt vom Team «dreiwegwetten.com»
