Welcher Wettanbieter die besten Quoten hat — und warum die Frage in der Schweiz nur zwei Namen kennt

Updated Oktober 2026
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Stand: 29. Oktober 2026 · Bewilligungen geprüft gegen die Angaben des Geldspielgesetzes (BGS, SR 935.51) und die Bewilligungs- und Sperrlisten der Gespa, der Interkantonalen Geldspielaufsicht in Bern.

Ein menschenleerer Fussballplatz mit frisch gemähtem Rasen unter Flutlichtmasten in der Abenddämmerung, aus erhöhter Perspektive fotografiert.
Typisch sind bei Buchmacher-Quoten etwa 90 % Ausschüttung bei Wetten mit zwei möglichen Ausgängen, zum Beispiel Tennis, und etwa 85 % bei Wetten mit drei möglichen Ausgängen.

Wer nach dem besten Quotenanbieter sucht, erwartet eine Rangliste mit Zahlen. Die ehrliche Antwort beginnt woanders: In der Schweiz dürfen überhaupt nur zwei Veranstalter Sportwetten anbieten — Swisslos mit Sporttip und die Loterie Romande mit Jouez Sport. Jede Liste mit zehn Schweizer Buchmachern ist erfunden, bevor sie geschrieben wird. Was es wirklich zu vergleichen gibt, ist die Marge in jeder einzelnen Quote, und die lässt sich ausrechnen, ohne dass man dafür einen Anbieter anmelden müsste. Genau das machen wir hier: erst den Rechenweg, dann die zwei Bewilligungen, dann die ausländischen Namen, die Schweizer Wettende im Netz ohnehin antreffen — mit dem, was sie kosten, und dem, was sie nicht bieten.

Zwischen diesen beiden Beobachtungen liegt die ganze Spannung dieser Seite. Die geprüften Anbieter haben die strengsten Regeln und das kleinste Wettprogramm. Die ungeprüften haben jede Menge Märkte und keinen Schweizer Schutz. Wer nur die Quote anschaut, sieht diesen Unterschied nicht. Wer die Ausschüttungsquote ausrechnet, sieht ihn sofort, denn sie ist nichts anderes als der Preis, den man für die Buchmacherdienstleistung bezahlt.

Wie aus zwei Quoten eine Marge wird

Zwei Zahlen auf einem Wettschein wirken harmlos: 1.90 links, 1.90 rechts, ein Tennismatch, ein Sieger. Die entscheidende Zahl steht nirgends auf dem Schein. Sie steckt in beiden zusammen.

Ein aufgeschlagenes Notizbuch mit handgezeichneten Skizzen aus Kästchen und Pfeilen liegt neben einem Bleistift auf einem hellen Holztisch.
Buchmacher kalkulieren ihre Quoten so, dass die impliziten Wahrscheinlichkeiten aller Ausgänge zusammen mehr als 100 % ergeben; der Überschuss heisst Overround.

Ein Buchmacher kalkuliert seine Quoten so, dass die impliziten Wahrscheinlichkeiten aller möglichen Ausgänge zusammen mehr als 100 Prozent ergeben. Dieser Überschuss heisst Overround, und er ist der Gewinn des Buchmachers bei einem ausgeglichenen Buch. Bei festen Dezimalquoten ist die implizite Wahrscheinlichkeit eines Ausgangs der Kehrwert seiner Quote: 1.01 entspricht 99,01 Prozent, 2.00 entspricht 50,00 Prozent, 4.00 entspricht 25,00 Prozent.

Rechnen wir das an unserem Beispiel durch. Bei einem Markt mit zwei möglichen Ausgängen, beide zu einer Quote von 1.90 — einer reinen Rechenillustration, kein bei irgendeinem Anbieter beobachteter Preis — trägt jeder Ausgang 1 geteilt durch 1.90, also rund 52,6 Prozent, zur Summe bei. Zusammen sind das rund 105,3 Prozent. Die Ausschüttungsquote dieses Marktes liegt damit bei etwa 95 Prozent, die Marge bei rund 5 Prozent. Wörtlich heisst das: Von jedem Franken, der in diesen Markt fliesst, zahlt der Buchmacher langfristig etwa 95 Rappen als Gewinne zurück und behält rund 5 Rappen. Das ist kein Skandal und keine Unverschämtheit, es ist die Art, wie ein Buchmacher verdient. Man sollte es nur kennen, weil es die Vergleichsbasis für jede andere Zahl auf dieser Seite ist.

Die Bandbreite ist gross. Zwei gleich hohe Quoten von 1.95 auf beiden Seiten einer Zweiwegwette ergeben eine Ausschüttungsquote von etwa 97,5 Prozent und eine Marge von etwa 2,5 Prozent. Bei 1.80 auf beiden Seiten sind es bereits rund 10 Prozent Marge. Derselbe Markt, dieselbe Sportart, derselbe Anbieter an einem anderen Tag — und der Preis fürs Mitspielen hat sich vervierfacht. Rund 97 Prozent bis rund 90 Prozent Ausschüttung ist die Spanne, in der sich die meisten Zweiwegmärkte bewegen; wo genau ein Anbieter an einem Samstagnachmittag liegt, sagt einem kein Marketingtext.

Was Sportart und Markt mit der Marge machen

Die Zahl der möglichen Ausgänge ist der stärkste Einzelhebel. Bei Wetten mit zwei möglichen Ausgängen, etwa Tennis, sind rund 90 Prozent Ausschüttung typisch. Bei Wetten mit drei möglichen Ausgängen, etwa Fussball, sind es etwa 85 Prozent. Dasselbe Prinzip wiederholt sich in kleinerem Massstab innerhalb einer Sportart: Ein Markt mit wenigen Ausgängen ist für Wettende meist günstiger als einer mit vielen, weil sich in jedem zusätzlichen Ausgang ein weiteres Stück Marge verstecken lässt. Wer sich über den Ausschüttungsunterschied zwischen einem 1X2-Markt und einem Handicap-Markt derselben Partie wundert, hat hier die Erklärung: Es ist nicht derselbe Markt und deshalb nicht dieselbe Marge.

Eine breite Sandsteintreppe in einer Berner Altstadtgasse am frühen Morgen, niemand zu sehen, weiches Licht und leichter Nebel.
Typisch sind bei Buchmacher-Quoten etwa 90 % Ausschüttung bei Wetten mit zwei möglichen Ausgängen, zum Beispiel Tennis, und etwa 85 % bei Wetten mit drei möglichen Ausgängen, zum Beispiel Fussball.

Ein Rechenbeispiel, das die Mechanik sichtbar macht: Bei den Quoten 1.25 / 5.00 / 10.00 ergibt die Summe der Kehrwerte eine Ausschüttungsquote von rund 90,91 Prozent. Der Favorit wird also nicht mit 80 Prozent Wahrscheinlichkeit gehandelt, sondern mit dem, was 1 geteilt durch 1.25 ausdrückt. Die Differenz zur Gewissheit ist der Anteil des Buchmachers.

Eine andere Konstruktion hat einen völlig anderen Preis. Bei variablen Quoten, dem Totalisator, setzen die Wettenden untereinander, und die Quote steht erst nach dem Ereignis fest. Der Auszahlungsanteil liegt bei staatlichen Anbietern unter 50 Prozent und bei Pferderennen bis etwa 85 Prozent. Das ist keine schlechtere Quote im selben System, das ist ein anderes System, und der Unterschied erklärt, warum Totalisatorprodukte sich für den Gelegenheitswetter selten rechnen.

Man muss diese Zahl nicht lieben, aber man muss wissen, wo sie sitzt. Eine Quote ist kein Angebot, sie ist ein Preis mit einer eingebauten Gebühr.

Die zwei bewilligten Anbieter — und was eine Bewilligung mit der Quote zu tun hat

In der Schweiz ist Sportwetten ein Grossspiel nach dem Geldspielgesetz, das am 1. Januar 2019 in Kraft trat. Zwei Bewilligungen sind nötig: eine Veranstalterbewilligung und eine Spielbewilligung pro Spiel. Eine solche Bewilligung gilt nur in der Schweiz. Beaufsichtigt wird das Ganze von der Gespa, der Interkantonalen Geldspielaufsicht mit Sitz in Bern — nicht von der ESBK, die ausschliesslich Casinos prüft. Die Kantone haben die Zahl der Veranstalter von Lotterien und Sportwetten auf zwei begrenzt.

Damit ist die Titelfrage dieses Artikels in ihrer schärfsten Form beantwortet. Es gibt keine Liste weiterer bewilligter Buchmacher, weil es keine weiteren gibt. Wer eine Schweizer Bewilligung zum Quotenvergleich heranzieht, vergleicht zwei Namen, und alles darüber hinaus ist ein Name ohne Schweizer Bewilligung.

Swisslos ist die SWISSLOS Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft mit Sitz in Basel; sie veranstaltet Lotterien und Sportwetten gestützt auf die Interkantonale Vereinbarung über die gemeinsame Durchführung von Geldspielen vom 20. Mai 2019, und ihr Sportwettenprodukt heisst Sporttip. Das Vertragsgebiet umfasst die Kantone AG, AI, AR, BE, BL, BS, GL, GR, LU, NW, OW, SG, SH, SO, SZ, TG, UR, ZG und ZH sowie den Kanton Tessin und das Fürstentum Liechtenstein. Die Loterie Romande veranstaltet Jouez Sport für die sechs Westschweizer Kantone Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura; sie zählt 2’350 Verkaufsstellen in der Westschweiz und 221 Mitarbeitende.

Ein Onlinekonto braucht Wohnsitz in der Schweiz und in der Praxis im Gebiet des jeweiligen Veranstalters. Wer in Zürich wohnt, kann kein Jouez-Sport-Konto eröffnen, und wer in Genf wohnt, kein Sporttip-Konto. Das ist keine Willkür der Anbieter, sondern die Folge davon, dass jeder Veranstalter sein eigenes Gebiet bedient.

Warum das für die Quoten zählt, hat mit dem Erlös zu tun. Die Nettoerträge gehen nach Artikel 125 BGS an gemeinnützige Zwecke in den Kantonen. Ein Veranstalter, der einen Teil seines Ertrags abgeben muss, hat weniger Spielraum für eine aggressive Quotengestaltung als ein Unternehmen, das keinen solchen Zweck kennt. Das ist keine Anklage, es ist eine Kostenstruktur — und Kostenstrukturen landen am Ende in der Quote.

Quoten mit Bewilligung, Quoten ohne: gleicher Rechenweg, anderer Preis

Ein Punkt, den Schweizer Wettende oft überrascht: Die Marge eines bewilligten und die Marge eines ausländischen Anbieters werden nach genau derselben Formel gemessen. Es gibt keine «Schweizer Quote» mit einem anderen Massstab. Man nimmt die Kehrwerte aller Ausgänge eines Marktes, addiert sie und teilt 1 durch die Summe. Fertig.

Genau deshalb ist die Aussage «dieser Anbieter hat die besten Quoten» ohne Marktangabe wertlos. Die Quoten von Swisslos auf einen Dreier-Markt mit vielen Ausgängen und die Quoten desselben Veranstalters auf einen einfachen Zweiwegmarkt sind zwei verschiedene Grössen, und man kann sie nicht gegeneinander aufrechnen. Eine Rangliste, die eine Zahl pro Anbieter nennt, hat entweder gemogelt oder gemessen, ohne es zu sagen.

Die zwei Zahlen, die den Preis bestimmen: Ausschüttung und Marge

Auszahlungsquote und Marge sind dasselbe Phänomen von zwei Seiten, und wieder zusammengezählt ergeben sie 100 Prozent. Die Ausschüttungsquote gibt an, welcher Anteil der Einsätze in Form von Gewinnen an die Spielenden zurückfliesst. Die Marge ist der Rest, also der Anteil, der beim Buchmacher bleibt. Marktseitig heisst die eine Grösse Quotenschlüssel, die andere schlicht Marge; ein Gesetz ist keine von beiden.

Diese beiden Zahlen sind der einzige belastbare Vergleichsmassstab zwischen Angeboten, die sonst nichts gemeinsam haben. Ein Verein, der seine Wetten über einen Kanton abwickelt, und eine ausländische Seite, die ohne Bewilligung arbeitet, haben dieselbe Rechenstruktur und deshalb eine vergleichbare Kennzahl. Der Unterschied liegt nicht in der Formel, sondern darin, wie viel man oben drauflegt und was man im Gegenzug dafür bekommt.

Dass ein Preis nicht gleich ein Wert ist, gilt hier wie überall. Der günstigste Marktpreis ist nichts wert, wenn die Wette im Streitfall nirgends durchsetzbar ist. Und der Schutz einer Bewilligung ist nichts wert, wenn das Wettprogramm so schmal ist, dass die gewünschte Sportart gar nicht darauf steht. Beides steht auf dieser Seite, und beides gehört zur selben Entscheidung.

Wie eine Wette ausbezahlt wird — Einsatz mal Quote, mit zwei Nachkommastellen

Der Gewinnbetrag einer Wette ergibt sich aus Einsatz mal Quote; bei Kombinationen mal Gesamtquote, also dem Produkt der Einzelquoten. Bei Swisslos wird dieser Wert zunächst auf zwei Nachkommastellen aufgerundet und danach auf fünf Rappen genau abgerundet. Bei festen Quoten setzt der Buchmacher die Quote fest und tritt als Gegner des Wettenden auf; die Quote gilt ab Wettabschluss und kann nachträglich nicht geändert werden.

Ein Wettender mit CHF 20 Einsatz auf Quote 1.90 bekommt bei einem Treffer CHF 38 zurück, also CHF 18 Nettogewinn. Derselbe Einsatz auf einer Dreier-Kombination mit den Quoten 1.90, 1.80 und 1.60 ergibt eine Gesamtquote von rund 5.47 und damit rund CHF 109 Rückzahlung. Wer rechnet, merkt schnell: Die Kombination ist kein besserer Deal, sie ist nur ein grösserer Hebel auf dieselbe Marge. In jedem der drei Teilpicks sitzt dieselbe Gebühr, und in der Kombination wird sie nacheinander dreimal fällig.

Für Sporttip gelten dabei konkrete Einsätze: Der Mindesteinsatz für Einzel- und Kombinationswetten beträgt CHF 1, der Höchsteinsatz für eine Einzel- oder Kombinationswette CHF 1’000 und für eine Systemwette CHF 10’000. Swisslos kann diese Limiten jederzeit ohne Angabe von Gründen ändern, und eine Wette über der Limite wird nicht angenommen.

Abgesagte Spiele und der Boost, der beim Cash-out verfällt

Wird ein Wettereignis bei Sporttip abgesagt und nicht innert 48 Stunden nach dem ursprünglichen Beginn nachgeholt, ist die Wette ungültig: Einzelwetten werden zurückbezahlt, in Kombinationswetten erhält die entsprechende Voraussage die Quote 1.00. Bei einer Sieben-Voraussagen-Kombi, von der zwei Spiele ausfallen, wird aus dem grossen Hebel eine Fünferkombination mit einer Quote von 1.00 für die beiden ausgefallenen Positionen. Das ist ein sauberer Umgang mit einer unangenehmen Situation — und ein Argument dafür, Kombis mit vielen Beinen nicht als Einkommensplan zu behandeln.

Beim Sporttip-Kombiboost gibt es einen Bonus auf den Nettogewinn, aber nur online, im Prematch, live und bei Systemwetten, und erst ab mindestens vier Voraussagen mit einer Quote von je mindestens 1.50: 5 Prozent bei vier, 20 Prozent bei sieben, 40 Prozent bei zehn und 100 Prozent bei fünfzehn solchen Voraussagen, wobei Einsatz und Gewinnerhöhung limitiert sind. Die Staffelung ist hübsch anzusehen und praktisch kaum erreichbar. Fünfzehn Voraussagen mit je mindestens Quote 1.50 sind fünfzehn kleine Favoriten — und ein einziger Fehler löscht alles.

Dasselbe Muster bei den Quoten- und Profitboosts: Sie gelten nur online für Prematch-Einzelwetten auf eine Voraussage, sind pro Wettenden nur einmal nutzbar und in Einsatz und Erhöhung limitiert. Und dann der Satz, den man lesen sollte, bevor man sich freut: Bei einem Cash-out verfällt der Boost. Wer den Boost also nutzt und die Wette vor Schluss glattstellt, verliert genau das, weshalb er die Wette platziert hat.

Die Marge im Livebetrieb: warum die Quote in der 78. Minute nicht besser wird

Livewetten und der vorzeitige Ausstieg per Cash-out sind Funktionen, die sich zwischen den Anbietern unterscheiden — und beide kosten etwas, das in keiner Quotenanzeige steht. Während ein Spiel läuft, ändern sich die Quoten laufend, oft im Sekundentakt. Ein Buchmacher, der seine Preise in dieser Geschwindigkeit nachführt, hat ein höheres Risiko zu tragen als einer, der einen Markt tagelang stehen lässt, und dieses Risiko bezahlt der Wettende über die Marge.

Bei Sporttip gilt eine Livewette unabhängig davon, ob das Ereignis live übertragen wird. Wetten, die nach dem tatsächlichen Eintreffen des Wettausgangs platziert werden, zählen mit Quote 1.00, und in spielentscheidenden Situationen wie Elfmeter, Rote Karte oder Videoschiedsrichter-Entscheid kann Swisslos Wetten mit Quote 1.00 werten. Das ist die wichtigste Zeile des ganzen Livebetriebs: Es nützt nichts, sich bei einem Tor zu freuen, wenn der Server die Wette eine Sekunde später annimmt. In einem Markt, dessen Preis sich im Sekundentakt ändert, entscheidet die technische Latenz über den Ausgang von Wetten. Wer das nicht weiss, hält den 1.00-Fall für einen Regelfehler. Er ist der Normalfall eines Systems, das ohne Zeitpuffer arbeitet.

Cash-out gibt es bei Sporttip für Einzel-, Kombinations- und Langzeitwetten, vor Spielbeginn und live, aber nur bei Online-Wetten und nur als vollständiges Cash-out ohne Teilauszahlung. Ein ausgeführtes Cash-out lässt sich nicht rückgängig machen, und eine Garantie für jeden Markt besteht nicht. Wer eine Wette halb glattstellen will, kann das also nicht; es gibt nur ganz oder gar nicht. Und wer sich darauf verlässt, dass Cash-out bei seinem Markt angeboten wird, kann Pech haben, weil das Angebot marktweise fehlt.

Cash-out ist nicht gesetzlich geregelt, sondern eine Funktion jedes einzelnen Veranstalters. Deshalb ist der Vergleich hier tatsächlich einer: Der eine hat es, der andere nicht, und keiner muss es anbieten. Diese Feststellung gilt für alle, die in der Schweiz zugelassen sind — und für die ausländischen Seiten, die mit dem Ausstiegsknopf werben, bedeutet sie, dass man die Bedingungen selbst nachlesen muss, weil einem keine Aufsicht dabei hilft. Ob ein Cash-out-Knopf in der Sporttip-App existiert, sagt nichts darüber, ob eine Wette in Markt XY abgerechnet wird.

Wenn die Begriffe die Quote verstecken

Zwei Sportarten mit denselben Mannschaften, derselben Uhrzeit und demselben Ergebnis haben oft völlig verschiedene Quoten — nicht weil die Buchmacher unterschiedlich gut sind, sondern weil sie unterschiedliche Märkte bepreisen. Wer hier nicht hinsieht, vergleicht Äpfel mit Birnen. Die praktische Regel: Wer zwei Quoten für dasselbe Spiel gegenüberstellt, muss dieselbe Wette meinen. «Hamburger SV gewinnt» ist nicht «Hamburger SV gewinnt mit zwei Toren Vorsprung», und Letzteres ist nicht «Hamburger SV gewinnt und es fallen mehr als zwei Tore». Drei Quoten, drei verschiedene Auszahlungshöhen, drei verschiedene Margen im selben Spiel.

Die Zahl der möglichen Ausgänge ist dabei der Hebel, der die Marge in die Höhe treibt. Ein Zweiwegmarkt hat einen Ausgang weniger als ein Dreier, und das ist der ganze Unterschied. Was eine Sportart an Komplexität mitbringt, zahlt der Wettende mit dem Preiszuschlag — deshalb sind einfache Märkte auf populäre Sportarten meistens die günstigsten an einem Buchmacher, und deshalb ist «dieser Anbieter hat die besten Quoten» immer die Antwort auf eine unvollständig gestellte Frage.

Ecken- und Kartenmärkte sucht man in der Schweizer Bewilligungsliste ohnehin umsonst: Die Liste, die Sportarten, Wettkämpfe und Wettarten zulässt, zeigt keine Ecken- oder Kartenmärkte. Wer solche Wetten braucht, findet sie nicht beim bewilligten Anbieter; er findet sie woanders, zu einem Preis, den er selbst nachlesen muss. Bei den Quotenvergleichen zwischen Anbietern wird dieser Unterschied selten erwähnt, und das ist der stärkere Teil des Vergleichs.

Wer diese Zusammenhänge kennt, kann sogar dort Quoten prüfen, wo er nie wetten würde.

Unions, Yankees und die Rechnung, die niemand aufschreibt

Kombinationswetten aus mehreren Begegnungen sind der Ort, an dem die Marge am wenigsten sichtbar ist und am stärksten zuschlägt. Eine Kombiwette umfasst bei Jouez Sport 2 bis 10 Voraussagen. Die Quote einer Einzelwette oder die Gesamtquote einer Kombi muss dort mindestens 1.10 betragen und darf 100’000 nicht übersteigen. Diese Grenzen existieren, weil eine sehr lange Kombination für den Anbieter ein unkalkulierbares Produkt ist — die Kehrwertsumme der einzelnen Märkte multipliziert sich bei jedem zusätzlichen Bein weiter.

Genau deshalb ist die berühmte Yankee-Rechnung — vier Auswahlen, alle Einzel- und Zweierkombinationen ohne die Viererkombi — aus Wettendensicht eine Wette darauf, dass man mit seinem System die Marge mehrfach überwindet. Eine Vierfach-Yankee besteht aus elf einzelnen Wetten mit elf Haltungen, in denen dieselbe Marge steckt. Wer das oft genug spielt, zahlt für dieses Nebeneinander einen Preis, der über der Summe der Einzelgebühren liegt, weil er in elf Richtungen exponiert ist und ein einziger Ausschlag über den Ertrag entscheidet.

Es gibt hier keinen besseren Weg, nur einen billigeren. Wer eine Kombination unbedingt spielen will, sollte sie so klein halten wie die Wette, die er wirklich meint. Die Staffelung bei Sporttip, die bei vier Voraussagen anfängt, sagt genau dasselbe: Je grösser das Konstrukt, desto mehr Belohnung braucht der Veranstalter, um es überhaupt attraktiv zu machen. Dass er dafür bis auf fünfzehn Beine hochstaffelt, ist ein ehrlicher Hinweis darauf, wie selten ein solches Ticket aufgeht.

Voneinander abhängige Ereignisse und der Bet-Builder

Ein Sonderfall, der Schweizer Wettende überraschen kann: Voneinander abhängige Wettereignisse derselben Sportveranstaltung dürfen bei Sporttip nur über die Bet-Builder-Funktion kombiniert werden. Nimmt Swisslos irrtümlich eine solche Kombination ohne diese Funktion an, kann sie die ganze Kombinationswette für ungültig erklären und den Einsatz zurückerstatten.

Was hier passiert, ist das Gegenteil einer Verbesserung der Quote. Wer «Bayern gewinnt» und «über 2,5 Tore» über denselben Match kombiniert, multipliziert nicht zwei unabhängige Wahrscheinlichkeiten, sondern baut eine Wette mit einem einzigen Ergebnis — ein einziges Tor in der 89. Minute entscheidet über beide Beine. Wird die Kombination annulliert und nur der Einsatz zurückgezahlt, verliert der Wettende nicht nur den Einsatz, sondern auch die Richtigkeit seiner Einschätzung. Der Anbieter bekommt sein Geld zurück, der Wettende bekommt nichts für einen Treffer, auf den er richtig gesetzt hat.

Für eine Seite, die vorgibt, die besten Quoten zu suchen, ist das ein Thema, das man nicht unter den Tisch fallen lassen darf. Die Quote ist nicht besser geworden, nur weil sich Beine addieren lassen — es ist dieselbe Quote auf ein doppelt so grosses Risiko. Und im Zweifelsfall liegt die Abrechnung beim Anbieter.

Von der Limite, die man setzt, und der Sperre, die man nicht mehr los wird

Spielerschutz ist bei den bewilligten Anbietern gesetzlich geregelt, und zwar so, dass er den Vergleich mitbestimmt. Bei Swisslos müssen Spielende vor der ersten Teilnahme Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage setzen; die Oberlimite liegt bei CHF 9’999, für Personen unter 21 Jahren bei CHF 1’000. Eine Senkung gilt sofort, eine Erhöhung erst nach 72 Stunden. Zusätzlich ist eine freiwillige Einzahlungslimite für jeweils 30 Tage möglich.

Die 72-Stunden-Regel ist die interessante Zahl. In einem Kanton, in dem der Gesetzgeber die Aufschiebung der Erhöhung mit 24 Stunden ansetzt, wenden die beiden Veranstalter in ihren eigenen Bedingungen 72 Stunden an. Für den Wettenden macht das im aufsteigenden Fall dreimal so viel Reibung; im absteigenden Fall, dem Fall, der zählt, gibt es keine Reibung, weil die Senkung sofort gilt. Wer sich selbst bremsen will, trifft auf eine Limite, die immer schärfer wird. Wer sich selbst ermuntern will, muss drei Tage warten. Das ist eine gut konstruierte Vorschrift, die auf den falschen Satz zu schärft: Wer in einem Lauf eine Limite hochsetzen will, hat drei Tage Zeit, darüber nachzudenken.

Beim Zugang kennt Swisslos die pro Produkt selbst gesetzte Sperre für 1 bis 180 Tage, ohne Aufhebung vor Fristablauf. Eine unbefristete Spielsperre wird in ein schweizweites Register eingetragen und gilt auch für Casinos einschliesslich Online-Casinos sowie im Fürstentum Liechtenstein. Diese Verzahnung ist der eigentliche Schutzwert: Wer sich sperrt, sperrt sich überall, und ein Casinokonto auf derselben Sperre hilft niemandem.

Zur Einordnung gehört eine Zahl, die man nicht schönreden kann. Bei Testkäufen der Gespa im Jahr 2025 wurde an Verkaufsstellen in 47,5 Prozent von 200 Fällen eine Sportwette an eine minderjährige Person verkauft. Die Online-Kontrolle ist dort strenger, wo registriert und geprüft wird — bei der Online-Registrierung braucht es mindestens 18 Jahre, Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt im Vertragsgebiet, es darf keine Spielsperre bestehen, und jede Person darf sich nur einmal registrieren; die Daten werden aus dem hochgeladenen Ausweis ausgelesen und gegen Adress-Datenbanken geprüft. Aber wer glaubt, das Schweizer System funktioniere lückenlos, sollte diese Zahl kennen. Sie betrifft die Verkaufsstellen, nicht die Konten — und sie zeigt, wo das System schwerfällig ist.

Was die Zahlen des Anbieters mit der Quote zu tun haben, ist einfach: Ein Anbieter mit tiefen Einsätzen pro Wettenden kalkuliert anders als einer mit wenigen grossen Tickets. Die Limiten sind also nicht nur Schutz, sie sind auch eine Preisfrage.

Krypto, Anonymität und der Weg, der aus dem System führt

Blockchain-gestützte Zahlungen bleiben bei Schweizer Anbietern ausgeschlossen. Wer anonyme Wege sucht, verlässt den geprüften Rahmen und verliert damit auch den Schutz, der an den Rahmen gebunden ist.

Das ist keine Haltung des Branchenverbands, sondern eine Zahlungsregel: Gewinne und Guthaben werden nur auf ein Zahlungskonto auf den Namen des Kontoinhabers ausbezahlt. Anonyme Auszahlungen existieren im bewilligten Schweizer Wettbetrieb nicht. Eine Krypto-Seite, die auf ein Wallet auszahlt, löst genau dieses Problem auf, indem sie es verlagert: Anonymität bekommt man, aber sie ist das Gegenteil von Nachvollziehbarkeit. Wer über einen Streit zu entscheiden hat, weil ein Guthaben verschwunden ist, braucht jemanden, der hinsieht. Hier sieht niemand hin.

Für Wettende, die nicht wegen der Anonymität, sondern wegen der Geschwindigkeit zu Krypto tikken, ist die Überlegung eine andere: Der Verzicht auf ein auf den Namen lautendes Konto kauft eine bestimmte Bequemlichkeit — und diese Bequemlichkeit lässt sich nirgends einklagen. Der höhere Preis steckt also nicht in der Marge, sondern darin, dass die vom Anbieter genannten Bedingungen die einzige Rechtsgrundlage sind, die man hat. Ob man das will, ist eine persönliche Entscheidung; ob man es für eine clevere hält, ist eine andere Frage.

Gratisspielguthaben braucht die Zustimmung der Aufsicht

Neukundenangebote sind bei den zwei bewilligten Veranstaltern selten und klein, und das hat einen einfachen Grund: Gratisspielguthaben und Freispiele brauchen vorab die Zustimmung der Gespa. Nach Artikel 75 Absatz 2 BGS ist diese Zustimmung Voraussetzung; im Jahr 2025 erteilte die Aufsicht 24 Zustimmungen an die Loterie Romande und 8 an Swisslos.

Auch hier gilt Art. 74 BGS: Werbung darf nicht aufdringlich oder irreführend sein und sich nicht an Minderjährige oder gesperrte Personen richten. Werbung für ein in der Schweiz nicht bewilligtes Geldspielangebot ist verboten und wird mit einer Busse von bis zu CHF 500’000 geahndet. Das ist der Grund, warum ein Vergleichstext über Schweizer Buchmacher keine Aufforderung zur Anmeldung sein kann und warum die Werbetexte der Anbieter selbst nicht als Angebotsvergleich taugen.

Wer von rasant wachsenden «Bonusguthaben» liest, tut gut daran, die Bedingungen zu prüfen: Bonusbetrag, Mindestquote, Umsatzbedingungen und Frist stehen nur in den jeweiligen Bedingungen, nicht in der Werbung.

Wohin das Geld zurückfliesst — und was ein Auszahlungstag bedeutet

Zahlungsdetails sind bei Schweizer Anbietern keine Marketingfrage, sondern eine Rechtsfolge: Gewinne und Guthaben werden nur auf ein Zahlungskonto auf den Namen des Kontoinhabers ausbezahlt, und eine Kreditvergabe an Wettende ist bei einem Grossspiel nach Art. 75 Abs. 1 BGS nicht möglich. Ein Wettkonto kann also nicht ins Minus rutschen.

Welche Zahlungsmarken ein Veranstalter akzeptiert, ist seine eigene Sache und steht nur in seinen Bedingungen. PayPal, Paysafecard und Klarna sind für einzelne ausländische Seiten dokumentierte Wege, aber keine Eigenschaft «der Schweizer Wettanbieter», weil es keinen einheitlichen Standard gibt. Wer zügig auf sein Geld will, muss prüfen, ob er die Zahlungsart auf ein Konto auf seinen eigenen Namen nutzen kann — sonst ist der schnellste Weg zu einer Auszahlung der, den man selbst nutzt.

Die Auszahlung von Wetten aus Schweizer Grossspielen ist im Übrigen steuerfrei bis zu einem Freibetrag pro Einzelgewinn; erst darüber fällt Steuer an. Ein typischer Wettender liegt weit darunter — und ein Gewinn, der unter dem Freibetrag bleibt, verliert seinen Wert nicht dadurch, dass er ausgezahlt wird.

Die App ist ein Wettschein, kein Wettvorteil

Auf dem Touchscreen entscheidet die Bedienung. Übersichtliche Wettscheine, schnelle Ladezeiten und Sicherheit beim Einloggen zählen mehr als die Zahl der Funktionen — und keine dieser Eigenschaften ändert die Quote. Ein guter Wettschein verhindert, dass man den falschen Ausgang anlegt; er macht die Marge nicht kleiner.

Die praktische Prüfung einer App ist deshalb eine andere als die Feature-Liste. Wer eine Kombination aus vier Beinen auf dem Telefon zusammenstellt, braucht eine Wettschein-Ansicht, die alle vier Positionen gleichzeitig zeigt. Wer während eines Spiels nachsetzen will, braucht eine Anzeige, die zwischen der Wette und ihrem tatsächlichen Stand unterscheidet. Wer im Zug oder im Stadion wettet, braucht eine Anmeldung, die nicht bei jeder Sitzung neu verlangt, was schon hinterlegt ist — und die trotzdem nicht dazu verleitet, das Gerät offen liegen zu lassen.

Zwei Dinge sind nicht von der App abhängig, und man sollte sie nicht mit ihr verwechseln: die Verfügbarkeit der Livewetten und die Gültigkeit der Quote ab Wettabschluss. Ein Fehler in der Anzeige ändert den Vertrag nicht. Bei einer festen Quote gilt die Quote ab Wettabschluss und kann nachträglich nicht geändert werden — was auf dem Bildschirm stand, zählt. Wenn die App also etwas anderes anzeigt als die Wette festhält, gilt nicht die Anzeige, sondern das, was abgeschlossen wurde.

Sportarten, die nicht im Programm stehen — und warum das eine Quotenfrage ist

E-Sport steht nicht auf der Liste der bewilligten Sportarten, und das ist kein Versehen. Die Gespaliste der erlaubten Sportarten, Wettkämpfe und Wettarten (Fassung vom 10. September 2026, gestützt auf Art. 25 BGS und Art. 29 VGS) ist eine geschlossene Liste: Qualifikationsrunden nur, wenn sie aufgeführt sind, Frauenwettbewerbe nur, wenn sie aufgeführt sind, Ranglistenwetten nur dann, wenn die Rangierung über die Teilnahme an einem internationalen Wettkampf oder über das Podest entscheidet, niemals Wetten auf Trainingsläufe. Veranstaltungen, an denen überwiegend Minderjährige teilnehmen, sind nach Art. 25 Abs. 2 BGS ausgeschlossen.

Wer UFC, Futsal oder Tennis sucht, findet je nach Bewilligung unterschiedliche Angebote. Je nach Sportart unterscheiden sich Quotenniveau und Margen — das ist der eine Teil. Der andere Teil ist schlichter: Was nicht auf der Liste steht, existiert beim bewilligten Anbieter nicht, und man kann es nicht dadurch bekommen, dass man einen anderen bewilligten Anbieter wählt. Wer darauf Wert legt, muss sich bei einer Seite ohne Schweizer Bewilligung umsehen. Der Preis dafür ist nicht in der Quote sichtbar; er besteht darin, dass eine solche Seite keinen Schweizer Rückgriff, keine Verbindung zum Sperrregister und keinen Schweizer Schutz kennt.

Das ist eine der Stellen, an denen die Antwort auf die Titelfrage unbequem wird. «Die besten Quoten» können bei einer Seite liegen, die nichts von all dem bietet, was die Schweiz bei einem bewilligten Anbieter garantiert. Beides gleichzeitig gibt es nicht.

Wirklich neu sind hier zwei Bewilligungen

Als neu gilt in diesem Vergleich nur, was eine Schweizer Bewilligung besitzt. Die übrigen Namen sind ausländische Seiten ohne Schweizer Schutz und ohne Rückgriff — daran ändert ihr Markterscheinungsdatum nichts.

Das ist strenger, als es klingt. «Neu» heisst hier nicht «gerade auf den Markt gekommen», sondern «unter Schweizer Aufsicht stehend». Und weil die Kantone die Zahl der Veranstalter von Lotterien und Sportwetten auf zwei begrenzt haben, kann höchstens eine neue Bewilligung diese Gruppe verändern. Wer heute nach einem neuen bewilligten Wettanbieter Ausschau hält, sucht nach dem einen Ereignis, das es nicht gibt: einer dritten Veranstalterbewilligung. Bis dahin bleibt die Liste bei zwei.

Der praktische Rat ist unspektakulär. Wenn ein Vergleichsportal eine «Rangliste der zehn besten Schweizer Wettanbieter» führt, ist mindestens der zweite bis zehnte Eintrag ein ausländischer Name mit Schweizer Wohnsitz-Publikum. Das kann für eine bestimmte Sportart nützlich sein. Es als Schweizer Anbieter zu bezeichnen, ist es nicht.

Wann eine ausländische Seite den Schweizer Rahmen verlässt

Das ist die Stelle, an der sich entscheidet, was «beste Quoten» in einem konkreten Kontostreit wert ist. Eine ausländische Bewilligung — Curacao, Malta, Deutschland oder aus irgendeinem anderen Land — hat in der Schweiz keine Geltung. Das Organisieren von Sportwetten ohne Schweizer Bewilligung ist eine Straftat und wird mit bis zu drei Jahren Freiheitsstrafe oder einer Geldstrafe geahndet, bei gewerbsmässigem Betrieb mit bis zu fünf Jahren. Der Wettende wird nicht bestraft. Aber Einsätze und Gewinne können in einem Verfahren gegen den Anbieter eingezogen werden, und es besteht kein Schutz und keine Fair-Play-Kontrolle.

Für die Quotenrechnung ist das ein Kostenfaktor, der in keiner Quote abgebildet wird. Eine Seite, die fünf Prozent mehr auf einen Markt legt, weil sie keine Aufsicht finanzieren muss, ist nicht automatisch die bessere Wahl. Sie hat einen Teil ihres Preises auf ein anderes Konto geschoben.

Dazu kommt die technische Realität. Die Gespa veröffentlicht eine Sperrliste mit ausländischen Domains, die Schweizer Telekom-Anbieter per DNS blockieren. Die erste Liste erschien am 3. September 2019, und Ende 2025 standen 671 Domains darauf. Blockierte Domains werden jeweils innert Stunden ersetzt — ein Vorgang, den die Aufsicht Domain-Hopping nennt und bei dem sie Interwetten und Bet-at-Home nennt sowie bet365 als auf der Liste stehend. Wer ein Konto bei einer blockierten Marke hält, hält es jedenfalls nicht dort, wo er es gestern angelegt hat.

Die Steuerseite gehört zur selben Rechnung. Gewinne von Schweizer Grossspielen sind bis zum Freibetrag einkommenssteuerfrei, und wer darüber liegt, zahlt keine Steuer auf dem Schein, sondern die Veranstalterin behält 35 Prozent Verrechnungssteuer ein, die man über die Steuererklärung zurückholt. Der Freibetrag liegt seit dem 1. Januar 2026 bei CHF 1’071’000 für eine einzelne Wette; 2025 lag er bei CHF 1’070’400. Die kantonale Schwelle weicht ab, deshalb gilt «je nach Kanton». Bei Anbietern im Ausland fällt keine Verrechnungssteuer an, dafür behandelt die kantonale Praxis in Thurgau Gewinne aus ausländischen Grossspielen als vollständig steuerbares Einkommen, unabhängig von der Höhe. Und eines gibt es nicht: keine Schweizer Wettsteuer auf Einsätze. Ein Wettender mit einem Gewinn von einigen hundert Franken bleibt unter jedem dieser Schwellen; wer sehr hoch gewinnt, sollte vorher Fachleute fragen.

Fair zusammengefasst: Offshore bedeutet keine Schweizer Bewilligung, keine Verbindung zum Sperrregister, keinen Schweizer Rückgriff und je nach Kanton steuerbare ausländische Gewinne. Bewilligt bedeutet vollen Schweizer Schutz, aber nur zwei Veranstalter, eine geschlossene Liste von Sportarten und Wettarten, eine Wohnsitzvoraussetzung und eine Identitätsprüfung. Keine der beiden Seiten ist von vornherein «die sichere Wahl».

Die zwei Bewilligungen

Swisslos Sporttip — der einzige Anbieter mit Bewilligung für die Deutschschweiz

Swisslos ist die SWISSLOS Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft mit Sitz in Basel, Verwalterin einer Veranstalterbewilligung und einer Spielbewilligung nach dem BGS (SR 935.51) unter Aufsicht der Gespa. Ihr Sportwettenprodukt heisst Sporttip. Ein Onlinekonto erhalten Personen mit Wohnsitz oder gewöhnlichem Aufenthalt im Vertragsgebiet: die Kantone AG, AI, AR, BE, BL, BS, GL, GR, LU, NW, OW, SG, SH, SO, SZ, TG, UR, ZG und ZH, dazu der Kanton Tessin und das Fürstentum Liechtenstein.

Die Zahlen zu Sporttip sind erstaunlich spezifisch für ein Produkt, das man sonst nur als Kantonalmonopol kennt. Mindesteinsatz CHF 1 für Einzel- und Kombinationswetten, Höchsteinsatz CHF 1’000 für eine Einzel- oder Kombinationswette, CHF 10’000 für eine Systemwette; Swisslos kann diese Limiten jederzeit ohne Angabe von Gründen ändern, und eine Wette über der Limite wird nicht angenommen. Der Gewinnbetrag ergibt sich aus Einsatz mal Quote, auf zwei Nachkommastellen aufgerundet und dann auf fünf Rappen abgerundet. Der Kombiboost staffelt 5 Prozent bei vier Voraussagen mit je mindestens Quote 1.50, 20 Prozent bei sieben, 40 Prozent bei zehn und 100 Prozent bei fünfzehn, und die Boosts gelten nur online bei Prematch-Einzelwetten, sind einmal nutzbar und verfallen bei einem Cash-out.

Der Anbieter ist die richtige Adresse, wenn ein Konto mit Schweizer Bewilligung, mit vollständiger Verbindung zum Sperrregister und mit einem Angebot von Wetten auf Breitensport gesucht wird. Loterie Romande ist darin keine Alternative, weil sie das Vertragsgebiet nicht abdeckt, und eine ausländische Seite ist es aus einem anderen Grund nicht. Und eine Sache sollte man sich merken: Die Sportartenliste wird nicht in der App ausgehandelt. Wer eine Sportart braucht, die nicht auf der Liste der erlaubten Sportarten steht, findet sie auch auf einem Zweitkonto nicht. Der Kombiboost bei fünfzehn Voraussagen ist eine schöne Staffel; sie sagt einem genau, wie viel Zufall der Anbieter einkalkuliert.

Loterie Romande Jouez Sport — das Westschweizer Produkt mit den engen Limiten

Die Loterie Romande ist die Société de la Loterie de la Suisse Romande und veranstaltet Jouez Sport für die sechs Westschweizer Kantone Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura. Sie nennt ihre Kontaktadresse in Lausanne, zählt 2’350 Verkaufsstellen in der Westschweiz und beschäftigt 221 Mitarbeitende. Ein Onlinekonto erhalten nur Personen mit Wohnsitz in ihrem Gebiet.

Bei den Limiten liegt Jouez Sport spürbar niedriger als das Deutschschweizer Produkt. Der Mindesteinsatz online beträgt CHF 2, in Verkaufsstellen CHF 3, für Multiples CHF 2. Der Höchsteinsatz für Einzel- und Kombiwetten liegt bei CHF 500. Ein Wettschein mit Multiples darf insgesamt höchstens CHF 7’500 Einsatz enthalten. Der Höchstgewinn pro Einzel- oder Kombiwette beträgt CHF 300’000, für alle Gewinne eines Multiples zusammen CHF 1’000’000. Eine Kombiwette umfasst 2 bis 10 Voraussagen, und die Quote muss mindestens 1.10 betragen und darf 100’000 nicht übersteigen.

Für den Vergleich ist das die klarste Trennung des ganzen Feldes. Wer CHF 800 auf ein Spiel setzen will, kann das bei Jouez Sport nicht — die Obergrenze liegt bei CHF 500 pro Einzel- oder Kombiwette, und ein Multiple-Schein darf insgesamt nicht über CHF 7’500 liegen. Wer in der Westschweiz wohnt und entsprechend grosse Einsätze gewohnt ist, trifft hier auf eine sehr viel engere Decke als im Sporttip-Vertragsgebiet; wer kleine Kombinationen spielt und die Quoten im Auge behält, merkt von der Decke nichts. Der Mindesteinsatz von CHF 2 online ist niedrig genug für Gelegenheitswetten und hoch genug, um reine Zufalls-Spielereien auszubremsen. Und wer zur Kundengruppe unter 21 Jahren gehört, für den sind die Verlustlimiten bereits auf CHF 1’000 gesenkt — eine Verschärfung, die im Alltag mehr ausmacht als jeder Bonus, den man anderswo bekommt.

N1 Bet — ohne Schweizer Bewilligung

N1 Bet hat keine Schweizer Bewilligung, denn nur Swisslos und die Loterie Romande dürfen in der Schweiz Sportwetten anbieten. Eine ausländische Bewilligung hat in der Schweiz keine Geltung. Das Konto ist nicht mit dem Schweizer Sperrregister verbunden, es besteht kein Schweizer Rückgriff, und die Domain kann auf die Sperrliste der Gespa gesetzt und per DNS blockiert werden.

Aus Sicht eines Quotenvergleichs ist N1 Bet nicht mit den beiden Bewilligungen vergleichbar. Nicht weil die Quoten schlecht sein müssen, sondern weil die Grundlage des Vergleichs verändert ist: Es gibt keine Schweizer Aufsicht, die die Regeln festhält, und keinen Adressaten, an den man sich in einem Streit wendet. Wer dort spielt, lebt mit den Bedingungen des Anbieters als einziger Grundlage. Wer nach einem Markt sucht, den die geschlossene Sportartenliste der Schweiz nicht kennt, findet ihn hier — mit dem Preis, der auf dieser Seite beschrieben ist. Die Entscheidung ist damit eine über die Grundlage, nicht über die Quote.

Playzilla — ohne Schweizer Bewilligung

Playzilla hat keine Schweizer Bewilligung. Eine ausländische Bewilligung ohne Geltung in der Schweiz bedeutet: kein Schweizer Rückgriff, keine Verbindung zum Sperrregister, und die Domain kann per DNS blockiert werden. Dasselbe Muster wie bei allen ausländischen Namen auf dieser Seite.

Reizvoll ist eine solche Seite vor allem für Sportarten und Märkte, die in der geschlossenen Liste der erlaubten Sportarten und Wettarten nicht auftauchen. Dessen Preis steht nicht in der Quotenanzeige: Wer dort gewinnt und später mit der Abrechnung streitet, verhandelt mit dem Anbieter, nicht mit einer Aufsicht. Wer im Streit auf Sorgfalt angewiesen ist, sollte von diesem Umstand seine Entscheidung abhängig machen und nicht von der Zahl hinter dem Komma. Wer umgekehrt Wettarten sucht, die überall anders fehlen, weiss wenigstens, weshalb er sich das antut.

Funbet — ohne Schweizer Bewilligung

Auch Funbet hat keine Schweizer Bewilligung, was in der Schweiz bedeutet, dass eine ausländische Bewilligung keine Geltung hat: kein Schweizer Rückgriff, keine Verbindung zum Sperrregister, eine Domain, die per DNS blockiert werden kann. Die Bedingungen des Anbieters bleiben die einzige Grundlage, auf die man sich berufen kann.

Die praktische Konsequenz für das Wettschliessen: Wer auf einem ausländischen Konto spielt, weiss, dass eine Verrechnungssteuer nicht einbehalten wird, aber dass ausländische Gewinne je nach Kanton steuerpflichtig sein können. Wer im Kanton Thurgau wohnt, hat hier keine Kleinigkeit vor sich, sondern eine Pflicht, die er sonst nirgends hat. Bei einem Schweizer Anbieter ist dieselbe Frage für die allermeisten Wettenden eine Nullfrage.

PowBet — ohne Schweizer Bewilligung

PowBet hat keine Schweizer Bewilligung. Damit gilt: keine Geltung einer ausländischen Bewilligung in der Schweiz, kein Schweizer Rückgriff, keine Verbindung zum Sperrregister, eine blockierbare Domain.

Konten bei solchen Anbietern sind für viele attraktiv, weil sie mehr Märkte und ein offeneres Wettprogramm anbieten. Wer das schätzt, verlagert die Frage: Ob eine Sportart erlaubt ist, entscheidet nicht mehr eine kantonale Liste, sondern der Anbieter. Der Nachteil ist dieselbe Münze von der anderen Seite — Schutz, den die Schweiz für bewilligte Angebote kennt, existiert hier nicht. Diese Seite hat keine Schweizer Note für PowBet, nur die Feststellung, dass es eine andere Grundlage ist.

BDMBet — ohne Schweizer Bewilligung

BDMBet hat keine Schweizer Bewilligung, mit den Folgen, die für alle ausländischen Namen gelten: keine Schweizer Geltung einer fremden Bewilligung, kein Schweizer Rückgriff, keine Verbindung zum Sperrregister, eine Domain auf der Sperrliste möglich.

Ob die Quoten dort besser sind, lässt sich nicht pauschal sagen und ist hier auch nicht die Frage. Zwei Anbieter mit unterschiedlichen Rechten und unterschiedlicher Aufsicht lassen sich nicht zu einem Quotenranking verschmelzen. Wer sich für BDMBet entscheidet, entscheidet sich für eine Bedingungslage, in der er selbst die Prüfung übernimmt.

BetOnRed — ohne Schweizer Bewilligung

BetOnRed hat keine Schweizer Bewilligung. Für Schweizer Wettende gibt es dort keinen Rückgriff, keine Anbindung an das Sperrregister, und die Domain kann blockiert werden. Eine ausländische Bewilligung hat in der Schweiz keine Kraft.

Ein Konto bei einem ausländischen Anbieter steht also unter anderen Vorzeichen als ein Konto bei Swisslos oder der Loterie Romande. Wer die Quoten vergleicht, sollte deshalb ausdrücklich nach der Grundlage fragen und nicht nur nach der Zahl. Und wer bei BetOnRed oder einem vergleichbaren Namen die Registrierung beginnt, sollte vor dem ersten Einsatz prüfen, welche Zahlungswege angeboten werden und ob die Auszahlung auf sein eigenes Konto läuft — die Bedingungen sind das Nachschlagewerk.

WirWetten — ohne Schweizer Bewilligung

WirWetten hat keine Schweizer Bewilligung. Es gilt der bekannte Rahmen: keine Schweizer Geltung der ausländischen Bewilligung, kein Schweizer Rückgriff, keine Verbindung zum Sperrregister, eine potenziell blockierte Domain.

Der ausländische Kontoalltag bringt eine Frage mit, die im bewilligten Betrieb nicht gestellt wird: die Steuer. Bei einem Schweizer Grossspiel liegt der Gewinn im Regelfall unter dem Freibetrag und löst weder Einkommenssteuer noch Verrechnungssteuer aus. Bei ausländischen Anbietern fällt keine Verrechnungssteuer an, dafür kann die kantonale Praxis den Gewinn als Einkommen erfassen. Wer das ignoriert, hat am Ende eine Steuerlast, die er nie im Quotenvergleich berücksichtigt hat.

Bruce Bet — ohne Schweizer Bewilligung

Bruce Bet hat keine Schweizer Bewilligung. Das bedeutet im Schweizer Kontext: kein Schweizer Rückgriff, keine Verbindung zum Sperrregister, eine Domain, die auf die Sperrliste gesetzt und per DNS geblockt werden kann. Eine ausländische Bewilligung hat keine Geltung.

Wer die Liste bis hierher gelesen hat, hat das Muster bemerkt: Acht Namen ohne Bewilligung, zwei mit. Und die zwei mit Bewilligung bedienen unterschiedliche Gebiete und unterschiedliche Bedürfnisse. Wer in der Schweiz nicht wohnhaft ist, kann bei keinem von beiden ein Konto eröffnen. Wer in der Schweiz wohnhaft ist, hat zu beiden nur dann Zugang, wenn er im richtigen Kanton wohnt.

Nachprüfbare Kriterien statt Werbeversprechen

Einordnung

Die folgende Übersicht ordnet die zehn Namen nach dem einzigen Kriterium, das sich von aussen objektivieren lässt: ihrem Bewilligungsstatus. Die erste Spalte nennt die Marke, die zweite den Status, die dritte den Veranstalter oder die gemeldete Bewilligung, die vierte das Publikum beziehungsweise die Reichweite, die fünfte die praktische Nachprüfbarkeit in der Schweiz.

Marke Schweizer Bewilligung Veranstalter oder gemeldete Bewilligung Gebiet oder Reichweite Nachprüfbar in der Schweiz
Swisslos Sporttip Veranstalter- und Spielbewilligung nach BGS, SR 935.51 SWISSLOS Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft, Sitz Basel Deutschschweizer Kantone, Tessin und Fürstentum Liechtenstein Ja — Aufsicht durch die Gespa, Anbindung an das Sperrregister
Loterie Romande Jouez Sport Veranstalter- und Spielbewilligung nach BGS, SR 935.51 Société de la Loterie de la Suisse Romande Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf, Jura Ja — Aufsicht durch die Gespa, Anbindung an das Sperrregister
N1 Bet Keine Schweizer Bewilligung Ausländische Bewilligung, in der Schweiz ohne Geltung Ohne Schweizer Territorialbezug Nein — kein Schweizer Rückgriff, Sperrliste möglich
Playzilla Keine Schweizer Bewilligung Ausländische Bewilligung, in der Schweiz ohne Geltung Ohne Schweizer Territorialbezug Nein — kein Schweizer Rückgriff, Sperrliste möglich
Funbet Keine Schweizer Bewilligung Ausländische Bewilligung, in der Schweiz ohne Geltung Ohne Schweizer Territorialbezug Nein — kein Schweizer Rückgriff, Sperrliste möglich
PowBet Keine Schweizer Bewilligung Ausländische Bewilligung, in der Schweiz ohne Geltung Ohne Schweizer Territorialbezug Nein — kein Schweizer Rückgriff, Sperrliste möglich
BDMBet Keine Schweizer Bewilligung Ausländische Bewilligung, in der Schweiz ohne Geltung Ohne Schweizer Territorialbezug Nein — kein Schweizer Rückgriff, Sperrliste möglich
BetOnRed Keine Schweizer Bewilligung Ausländische Bewilligung, in der Schweiz ohne Geltung Ohne Schweizer Territorialbezug Nein — kein Schweizer Rückgriff, Sperrliste möglich
WirWetten Keine Schweizer Bewilligung Ausländische Bewilligung, in der Schweiz ohne Geltung Ohne Schweizer Territorialbezug Nein — kein Schweizer Rückgriff, Sperrliste möglich
Bruce Bet Keine Schweizer Bewilligung Ausländische Bewilligung, in der Schweiz ohne Geltung Ohne Schweizer Territorialbezug Nein — kein Schweizer Rückgriff, Sperrliste möglich

Was die Übersicht nicht leisten kann, ist so wichtig wie das, was sie zeigt. Zwischen den beiden Gruppen liegen keine quantitativen Abstände, sondern ein Kategorienunterschied. Bei den zwei bewilligten Anbietern ist die Bewilligung selbst ein überprüfbarer Umstand, der an eine Aufsicht, ein Register und ein Verfahren gekoppelt ist. Bei den acht anderen ist «ohne Schweizer Bewilligung» keine Wertung ihrer Produkte, sondern die Beschreibung ihres Rechtsstatus in diesem Land.

Wer die Tabelle als Rangliste liest, liest sie falsch. Sie ist eine Sortierung, und ihre einzige inhaltliche Aussage lautet: Was in der Schweiz veranstaltet werden darf, wird in der Schweiz beaufsichtigt, und was nicht in der Schweiz veranstaltet werden darf, wird in der Schweiz nicht beaufsichtigt. Der zweite Satz ist kein Vorwurf. Er ist die Erklärung dafür, warum ein Vergleich «Bewilligung gegen keine Bewilligung» keine Quotenrangliste ergeben kann, sondern nur eine Rangliste der Rechtsgrundlagen.

Und genau das ist der Punkt, an dem sich «beste Quoten» in seine zwei Teile zerlegt. In der ersten Lesart heisst es: welcher Veranstalter von jedem eingesetzten Franken am wenigsten einbehält. In der zweiten heisst es: welcher Wettanbieter dir am meisten zurückgibt, wenn die Wette ausgegangen ist und du dein Geld willst. Die zweite Frage hat in der Schweiz zwei Antworten, und keine davon ist eine Quote.

Wie viele Wettanbieter gibt es in der Schweiz — die Rechnung mit zwei Unbekannten

Die Frage «wie viele Wettanbieter gibt es» hat in der Schweiz zwei Antworten, und nur eine ist eine Zahl. Veranstalten dürfen zwei: Swisslos mit Sporttip und die Loterie Romande mit Jouez Sport, auf zwei Gebiete aufgeteilt. Anbieten, im Sinne von «im Netz erreichbar und für Schweizer Wettende zugänglich», tun viele — und ihre Zahl ist nicht stabil, weil die Gespa Sperrlisten veröffentlicht und blockierte Domains jeweils innert Stunden ersetzt werden.

Diese Zweiteilung ist der Kern der ganzen Ausgangsfrage. Wer eine Liste mit zehn Schweizer Buchmachern führt, verwechselt «in der Schweiz zugänglich» mit «in der Schweiz bewilligt». Der Unterschied entscheidet nicht über die Höhe der Quote, sondern über die Grundlage, auf der sie zustande kommt.

Die Vergleichsgrundlage selbst ist dabei stabil und unabhängig vom Anbieter: Bei festen Quoten setzt der Buchmacher die Quote fest und tritt als Gegner des Wettenden auf; die Quote gilt ab Wettabschluss und kann nachträglich nicht geändert werden. Damit ist eine Quote ein öffentlich nachvollziehbarer Preis, den man in zwei Zahlen zerlegen kann — in die Auszahlungsquote und in die Marge. Diese Zerlegung ist die einzige Vergleichsmethode, die bei zwei bewilligten und acht nicht bewilligten Anbietern dieselbe bleibt.

Wie sich ein Markt mit zwei Quoten in eine Marge auflöst

Nun der Rechenweg zum Mitnehmen, Schritt für Schritt und an genau einem Beispiel, das sich jeder selbst nachrechnen kann. Man nehme einen Markt mit zwei möglichen Ausgängen. Man nehme an, beide Ausgänge haben die Quote 1.90. Man bilde je den Kehrwert: 1 geteilt durch 1.90 ergibt rund 0,5263. Man addiere die beiden Kehrwerte: 0,5263 plus 0,5263 ergibt rund 1,0526. Man teile 1 durch diese Summe und erhalte rund 0,95, also eine Auszahlungsquote von rund 95 Prozent. Die Differenz auf 100 Prozent, also rund 5 Prozent, ist die Marge des Buchmachers auf diesem Markt.

Diese Rechnung braucht keinen Anbieter und kein Konto. Sie funktioniert bei jeder Quote und jedem Markt, sie beschreibt die Höhe der Auszahlung als Tendenz und nicht als Betrag, und sie ist die einzige Zahl, die überhaupt zwischen zwei Anbietern vergleichbar ist, die nicht dieselben Märkte führen. Wer sie einmal für einen Dreier-Markt, einen Zweiwegmarkt und eine Kombiwette durchrechnet, versteht sehr schnell, warum die Marge in einem Markt mit vielen Ausgängen zuverlässig höher liegt als in einem mit wenigen.

Die beiden typischen Werte geben die Richtung an. Bei Wetten mit zwei möglichen Ausgängen sind rund 90 Prozent Ausschüttung typisch, bei drei möglichen Ausgängen rund 85 Prozent. Das sind Durchschnittswerte und keine Garantien, aber sie geben jedem Wettenden einen Massstab, gegen den er jeden konkreten Preis auf einem Wettschein halten kann.

Wer diese Rechnung nicht machen will, hat einen anderen Anhaltspunkt: Bei einer Zweiwegwette auf zwei praktisch gleichwertige Seiten erkennt man einen teuren Markt daran, dass beide Quoten deutlich unter 1.95 liegen. Bei 1.80 auf beiden Seiten sind es rund 10 Prozent Marge. Bei 1.95 auf beiden Seiten sind es rund 2,5 Prozent. Diese kleine Lücke ist der Unterschied zwischen einem Markt, der für den Gelegenheitswetter durchschnittlich teuer ist, und einem, der aussergewöhnlich günstig ist. Wer sich das einmal eingeprägt hat, braucht keinen Quotenvergleichsdienst. Er braucht nur das Spiel und die zwei Zahlen.

Der Schweizer Sonderfall: die Quote verschiebt sich nicht ins Ausland

Das Quotenbild in der Schweiz unterscheidet sich nicht in erster Linie durch die Qualität der Anbieter, sondern durch die Zahl der Anbieter. Zwei Veranstalter und ein gesetzlich umrissenes Wettangebot ergeben einen Vergleich mit zwei Bewerbern und einem sehr breiten Markt daneben, der nicht zugelassen ist. Wer diesen Umstand nicht kennt, sucht in einem geschlossenen System nach einem Wettbewerbsvorteil.

Die Artikel 21 bis 25 BGS legen fest, dass eine Bewilligung eine Veranstalterbewilligung und eine Bewilligung pro Spiel ist, die Aufsicht liegt nach dem Geldspielkonkordat, das am 1. Januar 2021 in Kraft trat, bei der Interkantonalen Geldspielaufsicht in Bern. Die Bewilligung eines Anbieters gilt nur für das Gebiet, in dem er tätig sein darf. Ein einzelner Wettender ohne Zugang zu einem der beiden Produkte ist deshalb, anders als der Wettbewerb suggeriert, nicht frei, sondern ausgeschlossen.

Was für den einzelnen Wettenden übrig bleibt, ist der Weg, den diese Seite beschreitet: die Marge selbst berechnen und aus dem berechneten Wert die Wahl ableiten. Wer das tut, stellt fest, dass die Suche nach dem «besten Quotenanbieter» in der Schweiz eine andere Antwort findet: die Suche nach dem billigsten Markt, den sein eigener Anbieter anbietet, und die Entscheidung, ob die rechnerisch günstigste Wette die ist, die er überhaupt spielen will.

Für die Schweiz als Markt heisst das, dass die Quoten nicht durch Wettbewerb, sondern durch die geschlossene Liste der erlaubten Sportarten und Wettarten geformt werden. Und für den Wettenden heisst es, dass alles, was nicht auf der Liste steht, woanders gekauft werden muss, zu Bedingungen, die er selbst lesen muss. Das ist ein unspektakulärer Befund, aber es ist der einzige, der zu den Regeln dieses Marktes passt.

Häufige Fragen

Welcher bewilligte Anbieter in der Schweiz hat die besten Quoten, und woran lässt sich das messen?

Gemessen wird am Quotenschlüssel: Man addiert die Kehrwerte aller Quoten eines Marktes und nimmt 1 geteilt durch die Summe. Das Ergebnis ist der Anteil, den der Markt langfristig zurückzahlt; mitsamt dem Rest ergibt es 100 Prozent. Eine einzelne Zahl pro Anbieter gibt es nicht. Wetten mit zwei Ausgängen liegen typischerweise bei rund 90 Prozent, Wetten mit drei Ausgängen bei rund 85 Prozent.

Zwei: Swisslos mit Sporttip und die Loterie Romande mit Jouez Sport. Die Kantone haben die Zahl der Veranstalter von Lotterien und Sportwetten auf zwei begrenzt; jede Bewilligung gilt nur in der Schweiz und nur im eigenen Gebiet. Es gibt keine Liste weiterer Bewilligungen, weil es keine gibt — die Aufsicht veröffentlicht nur eine Sperrliste blockierter ausländischer Domains.

Wie berechnet sich die Marge eines Buchmachers aus den Quoten eines Spiels?

Über den Quotenschlüssel: Die Kehrwerte aller Quoten ergänzen sich auf einen Wert über 100 Prozent, und die Marge ist der Anteil über 100 Prozent. Bei zwei gleich hohen Quoten von 1.90 zahlt der Markt rund 95 Prozent aus, rund 5 Prozent Marge. Bei 1.80 auf beiden Seiten sind es rund 10 Prozent. Bei 1.95 sind es rund 2,5 Prozent.

Warum unterscheiden sich die Quoten für dasselbe Spiel zwischen Swisslos, Loterie Romande und ausländischen Seiten?

Mehrere Gründe, alle rechnerisch nachvollziehbar: Zahl und Art der bepreisten Ausgänge, die Risikolage über ein grosses Buch, der Kostenapparat und die Ertragsabgabe an die Kantone. Die Formel bleibt gleich. Die Antwort lautet deshalb nicht, welcher Anbieter besser ist, sondern wie viel jeder in einem Markt einbehält: bei drei Ausgängen typischerweise etwa 15 Prozent, bei zwei etwa 10.

Wie wird der Gewinn aus Einsatz und Quote berechnet, und was ändert sich bei einer Kombiwette?

Der Gewinnbetrag ist Einsatz mal Quote, bei Kombinationen mal Gesamtquote, dem Produkt der Einzelquoten. Bei Swisslos wird zuerst auf zwei Nachkommastellen aufgerundet und danach auf fünf Rappen abgerundet, und die Quote gilt ab Wettabschluss. Bei einer Kombigation wird die Marge über jede einzelne Voraussage fällig.

Welche Rolle spielen Verlustlimiten und die Spielsperre beim Vergleich von Anbietern?

Sie zeigen, welche Schutzmechanismen an ein Angebot gebunden sind. Bei Swisslos müssen vor der ersten Teilnahme Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage gesetzt werden, die Oberlimite liegt bei CHF 9’999 und für Personen unter 21 Jahren bei CHF 1’000; Senkungen gelten sofort, Erhöhungen erst nach 72 Stunden. Eine unbefristete Spielsperre wird in ein schweizweites Register eingetragen, das auch für Casinos und Online-Casinos sowie für Liechtenstein gilt.

Inhalt erstellt vom Team «dreiwegwetten.com»