Live wetten Schweiz 2026: Warum nur zwei Veranstalter Livewetten annehmen dürfen
Stand: 29. Oktober 2026; die Bewilligungsangaben wurden gegen die Gespa abgeglichen, die interkantonale Geldspielaufsicht mit Sitz in Bern.

Die meisten Texte zum Thema beginnen beim Sport. Dieser beginnt bei einem Paragrafen, und das ist keine Marotte: in der Schweiz entscheidet nicht der Spielplan darüber, wie viel Auswahl ein Live-Wettender hat, sondern eine Bewilligung. Zwei Veranstalter, zwei Produkte, getrennte Gebiete. Ein Dutzend Marken, die man in Suchmasken findet, gehört nicht zu diesem Markt — sie stehen daneben.
Was daraus folgt, ist der Weg dieser Seite. Wer live setzen will, braucht erst ein Konto, und ein Konto setzt Wohnsitz und Alter voraus. Wer ein Konto hat, muss vor der ersten Wette Limiten setzen. Wer eine Wette abgibt, während das Spiel schon läuft, spielt mit einem Preis, der sich jede Minute ändert, und trägt das Risiko, dass sein Klick zu spät kommt und mit Quote 1.00 gewertet wird. Das ist kein Nebenaspekt, das ist der Kern der Livewette: Geschwindigkeit ist die Zutat, und sie schneidet in beide Richtungen.
Livewetten in der Schweiz: Bewilligungspflicht statt Verbot
Die nüchterne Auskunft, die dem ganzen Thema vorausgeht: Livewetten sind in der Schweiz nicht verboten. Es gibt keine Vorschrift, die den Livebereich abschaltet; angeboten werden sie von den beiden Veranstaltern, die dafür eine Bewilligung haben. Ein Verbot wäre einfacher zu erklären, als es die geltende Regelung ist — denn das Gesetz verbietet nicht, sondern es begrenzt, wer darf.

Zuständig ist die Gespa, die interkantonale Geldspielaufsicht in Bern, auf der Grundlage des Geldspielkonkordats, das Anfang 2021 in Kraft trat. Die eidgenössische Spielbankenkommission ist an dieser Stelle nicht die richtige Adresse, auch wenn sie in Ratgebertexten regelmässig auftaucht: sie beaufsichtigt Casinos und nur Casinos. Wer im Livebereich ein Problem mit einem Anbieter hat, wendet sich an die Aufsicht, die das Wettangebot überhaupt lizenziert.
Online-Sportwetten sind ein Grossspiel im Sinne des Geldspielgesetzes, in Kraft seit dem 1. Januar 2019. Die Bewilligung ist zweistufig aufgebaut: eine Veranstalterbewilligung, dann eine Bewilligung je Spiel. Und sie gilt nur in der Schweiz. Das ist der Satz, an dem sich später alles entscheidet.
Wer eine Livewette anbieten darf und wer nicht
Der Bund hält den Bewilligungsrahmen, den die Kantone gezogen haben, und der ist eng: zwei Veranstalter für Lotterien und Sportwetten. Die beiden sind Swisslos, dessen Sportwetten unter dem Namen Sporttip laufen, und die Loterie Romande, die ihr Sportwettenangebot Jouez Sport nennt. Wer live setzen will, tut das bei einem dieser beiden — oder bei einer Marke, die keine Schweizer Bewilligung hat, und die dann auch kein Teil dieses Rahmens ist.
Diese Begrenzung ist nicht die Spitze einer Rangliste, sondern die ganze Liste. Das ist der Punkt, an dem viele Leserinnen und Leser zum ersten Mal stutzen, weil sie von Suchseiten andere Zahlen kennen. Es lohnt sich, die Aufzählung wörtlich zu nehmen, weil sie sich im weiteren Verlauf in jedem zweiten Absatz auswirkt: wo kein Bewilligungsinhaber ist, gibt es auch kein Sperrregister, kein Rechtsmittel im Land und keine Aufsicht, die einschreiten könnte.
Die Bewilligung als Grundlage des Geschäfts
Swisslos — die SWISSLOS Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft — hat ihren Sitz in Basel und veranstaltet Lotterien und Sportwetten gestützt auf die Interkantonale Vereinbarung über die gemeinsame Durchführung von Geldspielen vom 20. Mai 2019, der IKV 2020. Die Sportwetten laufen unter dem Namen Sporttip. Das ist die eine Hälfte der Schweizer Livewetten, juristisch und geografisch.

Die andere Hälfte: die Loterie Romande veranstaltet Jouez Sport für die sechs Westschweizer Kantone Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura. Als Kontaktadresse nennt sie die Avenue de Provence 14 in 1001 Lausanne, sie zählt 2’350 Verkaufsstellen in der Westschweiz und 221 Mitarbeitende. Zwei Genossenschaften, zwei Sprachräume, ein Regelwerk.
Wer die beiden Adressen nebeneinanderlegt, sieht, was das Wort «Wettbewerb» in diesem Markt bedeutet: sehr wenig. Zwei Veranstalter, die geografisch getrennt wirtschaften, konkurrieren nicht um dieselben Kundinnen und Kunden. Das ist der Grund, warum ein Vergleich nach dem beworbenen Bonus hier eine sinnlose Übung wäre — und warum die Bewertung dieser Seite nach Sportarten im Livebereich, Annahmeregeln und Cash-out-Ansätzen fragt. Alles andere ist Fassade.
Wohnsitz, Alter und Identitätsprüfung vor der ersten Livewette
Der Weg zu einem Livewettenkonto beginnt mit einer Kontrolle, und die ist in Basel gründlicher als in vielen Ratgebern angenommen. Für die Online-Registrierung bei Swisslos braucht es mindestens 18 Jahre sowie Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt im Swisslos-Vertragsgebiet. Es darf keine Spielsperre bestehen, und jede Person darf sich nur einmal registrieren. Die Daten werden aus dem hochgeladenen Ausweis ausgelesen und gegen Adressdatenbanken geprüft.
Das Vertragsgebiet von Swisslos umfasst die Kantone Aargau, Appenzell Innerrhoden, Appenzell Ausserrhoden, Bern, Basel-Landschaft, Basel-Stadt, Glarus, Graubünden, Luzern, Nidwalden, Obwalden, St. Gallen, Schaffhausen, Solothurn, Schwyz, Thurgau, Uri, Zug und Zürich sowie den Kanton Tessin und das Fürstentum Liechtenstein. Die Aufzählung liest sich wie eine Bahnhofsuhr, aber sie ist die praktische Antwort auf die Frage, ob man überhaupt ein Konto eröffnen kann.
Auf der Seite der Aufsicht klingen die Regeln knapper. Sportwetten stehen Personen ab 18 Jahren offen, Minderjährige sind von der Teilnahme ausgeschlossen. Ein Konto pro Spieler, mit verifizierter Identität. Wer als Wettkämpfer an einem Wettereignis teilnimmt, darf auf dieses Ereignis nicht wetten — ein Punkt, der bei Amateuren im Ligabetrieb gelegentlich überraschend kommt.
Die zeitliche Konsequenz für den Liveabend ist einfach und unbequem. Das Fenster für die erste Livewette öffnet nicht mit dem Anpfiff, sondern mit der abgeschlossenen Verifizierung. Wer sich spontan zu einem Abendspiel anmelden will, verbringt die erste Halbzeit mit dem Ausweis.
Welche Sportarten und Märkte überhaupt zugelassen sind
Hier hört die Grosszügigkeit auf, die man bei einem Monopol erwarten könnte. Gewettet werden darf nur auf Sportereignisse; Wetten auf Wetter, Politik oder Fernsehsendungen sind nicht erlaubt. Das erlaubte Angebot ist eine geschlossene Liste: die Liste der bewilligten Sportarten, Wettkämpfe und Wettarten der Gespa in der Fassung vom 10. September 2026, gestützt auf Art. 25 BGS und Art. 29 VGS. Qualifikationsrunden stehen nur darauf, wenn sie aufgeführt sind; Frauenwettkämpfe nur, wenn sie aufgeführt sind; Ranglistenwetten nur, wenn die Rangliste über den Einstieg in einen internationalen Wettbewerb oder über das Podest entscheidet. Auf Trainingsläufe darf nie gewettet werden. Corner- und Kartenmärkte sucht man vergeblich, eine Esport-Sektion ebenfalls.
Wer aus dem Ausland eine breite Palette gewohnt ist, erlebt hier eine Verengung, und sie ist gewollt. Die Liste soll verhindern, dass sich das Angebot in Richtung Nebenereignisse verschiebt. Für den Gelegenheitsspieler dürfte das kaum spürbar sein — ein 1X2-Markt und die gängigen Tore-Märkte sind vorhanden. Für jemanden, der Corner-Wetten als festen Bestandteil seines Wochenendes betrachtet, ändert sich mehr als der Anbieter.
Dazu kommen Regeln, die am Ereignis hängen und nicht am Markt: Ereignisse, an denen überwiegend Minderjährige teilnehmen, sind gesperrt. Und die reguläre Spielzeit hat bei Sporttip einen präzisen Zuschnitt: sie umfasst die reguläre Spieldauer — im Fussball die 90 Minuten — plus Nachspielzeit; Verlängerung und Penaltyschiessen zählen nur, wenn das Wettprogramm darauf hinweist oder sie Gegenstand der Wette sind. Ein Pokalspiel, das in die Verlängerung geht, ist für alle Märkte ohne diesen Hinweis nach 90 Minuten plus Nachspielzeit abgerechnet. Lesen kostet hier weniger als Hadern.
Die Sperrliste: der Preis der ausländischen Alternative
Wenn eine Veranstaltung, die in der Schweiz nicht veranstaltet werden darf, hier auch nicht beworben werden darf, ist die nächste Stufe die Sperre selbst. Die Gespa führt die Sperrliste der ausländischen Domains, die Schweizer Telekommunikationsanbieter per DNS-Sperre blockieren, gestützt auf die Art. 86 bis 93 BGS. Die erste Liste stammt vom 3. September 2019, und Ende 2025 standen 671 Domains darauf. Gesperrte Domains werden binnen Stunden ersetzt; die Aufsicht nennt das Domain-Hopping und führt Interwetten und Bet-at-Home als Beispiele, während bet365 ebenfalls auf der Liste steht.
Die interessante Frage ist nicht, wie viele Domainnamen dort stehen, sondern was das über die Wirksamkeit sagt. Eine DNS-Sperre ist eine Tür, keine Mauer. Sie trifft einen Anbieter, der seinen Namen behält; sie ist machtlos gegen einen, der ihn wechselt. Die 671 Einträge wachsen also mit dem Angebot, das sie binden sollen, und das ist keine Erfolgsmeldung, sondern eine Beschreibung der Mechanik.
Für den Spielenden bleibt ein handfestes Detail: wer sich auf eine gesperrte Adresse eingelassen hat, kann sie eines Morgens nicht mehr laden. Die Sperrliste betrifft nicht nur das Anzeigen der Seite, sondern die Erreichbarkeit selbst. Wer dort ein Guthaben liegen lässt, findet es nicht über die vertraute Adresse wieder.
Die Strassenseite: was das Verbot der Werbung bedeutet
Der Schweizer Rahmen verbietet nicht das Spielen, sondern das Veranstalten ohne Bewilligung. Für den Anbieter ist das kein Kavaliersdelikt: Wer ohne Schweizer Bewilligung Sportwetten veranstaltet, macht sich strafbar, bis zu drei Jahren Freiheitsstrafe oder Geldstrafe, bei gewerbsmässigem Betrieb bis zu fünf Jahren. Der Spielende wird nicht bestraft. Das ist die wichtige Unterscheidung, die aus dem Gesetzestext nicht sofort herausfällt — die Strafe trifft den, der das Geschäft aufzieht.
Was den Schweizer Markt zusätzlich abschirmt: Werbung für ein Glücksspiel, das in der Schweiz nicht erlaubt ist, ist verboten und wird mit einer Busse bis CHF 500’000 geahndet. Deshalb fehlen in seriösen Schweizer Medien die grossen Anzeigen der Offshore-Marken. In der Praxis verlagert sich ihre Werbung auf Reichweiten, die sich der Aufsicht entziehen. Wer heute über eine solche Marke stolpert, stolpert meist über eine gesponserte Zeile, nicht über eine Plakatwand.
Spielerschutz: Was live am Ende den Unterschied macht
Es wäre einfach, die Schutzmechanismen unter «Kleingedrucktes» abzuhandeln und sich dem spannenderen Teil zuzuwenden. Aber der Reiz der Livewette zerstört genau die Voraussetzung, auf der die Selbstkontrolle ruht. Der Vermittler verlangt deshalb eine Limite, die der Spielende sich selbst setzt. Das ist keine Kleinigkeit: die Limiten sollen greifen, bevor die erste Wette platziert wird.
Der Schweizer Ansatz ist in einem Punkt ungewöhnlich: Die Höhe der Einschränkung liegt nicht in der Hand des Gesetzgebers, sondern in der Hand der Wettenden. Ein Ground, auf dem sich staatliche Absicht und Praktik nicht deckungsgleich sind.
Verlustlimiten, die vor der ersten Wette festgelegt werden
Bevor eine Teilnahme an Sporttip möglich ist, müssen Spielende Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage setzen. Die Oberlimite liegt bei CHF 9’999, unter 21 Jahren bei CHF 1’000. Eine Senkung gilt sofort, eine Erhöhung erst nach 72 Stunden. Zusätzlich ist eine freiwillige Einzahlungslimite für jeweils 30 Tage möglich.
Zu diesen 72 Stunden gehört eine Randnotiz, die aus dem Gesetz stammt und in den Bedingungen strenger ausfällt: die Statuten verlangen 24 Stunden für eine Erhöhung, Swisslos und die Loterie Romande setzen in ihren eigenen Bedingungen 72. Wer die Zahl liest, sieht die strengere Fassung — die Vertragsbedingungen der Veranstalter, nicht die Untergrenze des Gesetzes.
Es gibt einen weiteren Punkt, an dem die Schweizer Praxis weniger ist als der Eindruck: einen gesetzlich fixierten Einzahlungsdeckel hat das Land nicht. Was die Verordnung verlangt, ist etwas anderes — die Veranstalter müssen Höchstwerte für Einsätze oder Verluste pro Tag, Woche oder Monat verlangen. Die Zahl bleibt Vertragswerk.
Wer diesen Mechanismus zum ersten Mal liest, findet ihn vielleicht lästig. Ich finde ihn sauber konstruiert. Die Verlustlimite kostet nichts, sie zwingt zu einer Entscheidung, und sie lässt sich nur in eine Richtung schnell bewegen — nach unten. Das ist die einzige Eigenschaft, die eine Bremse braucht.
Die Spielsperre: wie weit sie reicht
Wenn die Limite nicht mehr ausreicht, greift die zweite Stufe. Bei Swisslos lässt sich der Zugang produktbezogen für 1 bis 180 Tage selbst sperren, ohne Aufhebung vor Fristablauf. Eine unbefristete Spielsperre wird in einem schweizweiten Register eingetragen und gilt auch für Casinos einschliesslich Online-Casinos sowie im Fürstentum Liechtenstein.
Diese Reichweite ist das eigentlich Bemerkenswerte. Die Spielsperre endet nicht am Sportwettenkonto, sondern erfasst auch die Casino-Angebote, einschliesslich der Online-Casinos, und sie kennt keine Landesgrenze innerhalb des Vertragsgebiets. Wer sich sperrt, sperrt sich breit — und das ist kein Nebeneffekt, sondern der Zweck: eine Sperre, die sich auf eine Produktkategorie beschränkt, ist eine halbe Sperre.
Eine freiwillige Sperre lässt sich erst nach drei Monaten aufheben, und daran ist eine Fachstelle beteiligt. Eine selbst gewählte Pause von bis zu sechs Monaten muss angeboten werden. Die Dauer ist also nicht Sache des Moments, sondern vorgegeben. Wer sich sperrt, um einen Abend zu retten, sperrt sich für ein Quartal.
Und dort, wo die Sperre nicht greift, ist die Rechtsfolge hart: Ausgeschlossene oder minderjährige Spieler haben keinen Anspruch auf Einsätze oder Gewinne. Wer gesperrt ist und trotzdem gewinnt, gewinnt ohne Anspruch.
Ein letzter Punkt, der in der eigenen Wahrnehmung überschätzt wird und deshalb auch in der Schweizer Praxis nichts hergibt: die Verkaufsstellen stehen unter Kontrolle, das belegen die Testkäufe der Aufsicht von 2025. Bei den Testkäufen wurde an Verkaufsstellen bei 200 Fällen in 47,5 % der Fälle an eine minderjährige Person verkauft. Eine Zahl, die keiner schönreden kann. Sie sagt etwas Wichtiges: Kontrolle ist eine Frage der Sorgfalt am einzelnen Ort und nicht eine Frage der Aufsichtslage. Wer sein Konto online führt und verifiziert ist, hat mit diesem Lokalproblem nichts zu tun — aber das Vertrauen darauf, dass Kontrollen «schon greifen», ist damit erschüttert.
Die richtige Limite ist die, die man am Vorabend festlegt
Aus der Eigenheit des Zürcher Ansatzes folgt eine Pointe für die Livewette: Die bedeutsamen Entscheidungen fallen nicht in der 80. Minute. Wer live setzt, will handeln — klicken, einschätzen, nachlegen. Genau in dieser Minute ist eine Erhöhung der Limite versperrt, und das ist der ganze Sinn.
Der Unterschied zwischen einer Limite von CHF 50 pro Woche und einer von CHF 500 ist deshalb vor allem ein Unterschied in der Frage, wer an einem bestimmten Abend die Entscheidung trifft. Die Sperr-Regeln lassen sich nicht in eine Live-Sitzung hinein auflösen; wer das versucht, wird von der gesetzlichen Pause ausgebremst.
Und bei einem Anbieter am Rand des Marktes ist der Fall noch klarer: wer nicht nach Schweizer Regel zugelassen ist, muss die Limiten nicht nach Schweizer Vorgaben führen. Das ist keine Anklage — es ist nur die Beschreibung der Konsequenz. Ein Schweizer Konto und ein ausländisches Konto sind nicht zwei Varianten desselben Angebots, sondern zwei verschiedene.
Wie eine Livewette läuft: Quote, Zeitfenster und was zu spät kommt
Livewetten erweitern das traditionelle Wettangebot: Es kann noch während des laufenden Spiels gewettet werden, die Annahme endet erst nach Spielbeginn, gegebenenfalls zuzüglich einer Karenzzeit. So steht es in der allgemeinen Beschreibung des Instruments. In der Schweiz ist der zulässige Zeitraum nicht in den Sonderregeln, sondern am Rahmen der zwei Veranstalter und der genehmigten Sportarten und Wettarten.
Zwei Merkmale unterscheiden die Livewette grundsätzlich von der Wette vor dem Anpfiff. Erstens ist der Preis bei der Prematch-Wette fix, sobald Sie ihn bestätigen; die Wette steht unabhängig vom Spielverlauf. Bei der Livewette ist jede Sekunde eine neue Situation. Zweitens ist der eigene Einsatz nicht bis zum Schluss unverändert schützend: Livewetten haben eine Karenzzeit und können nach einem Tor, einer Karte oder einem Videoschiedsrichter-Entscheid ausgesetzt werden. Wer auf einen Fernschuss setzt, konkurriert in jenem Moment nicht nur mit dem Torhüter, sondern mit einem System, das die Quoten neu berechnet.
Was während des Spiels die Quote bewegt
Bei Live-Wetten müssen nach Ereignissen wie einem Tor oder einer Roten Karte die Quoten angepasst oder die Wettabgabe ausgesetzt werden; die Anpassung erfolgt teils automatisch anhand von Spielstand, Einsätzen oder Spielzeit. Das ist die technische Beschreibung eines Vorgangs, der für den Spielenden wie eine Wand aussieht: die Wette, die vor zwei Sekunden noch günstig schien, ist plötzlich nicht mehr da.
Der Live-Markt reagiert also nicht nur auf das Spiel, sondern auch auf seine eigene Nutzung. Die Anpassung erfolgt teils automatisch anhand von Spielstand, Einsätzen oder Spielzeit — die Einsätze der Mitspielenden gehören zu den Signalgebern. Wenn in einem Spiel alle auf ein Tor setzen, verschiebt sich die Quote, ohne dass ein einziger Spieler den Ball berührt hat. Wer hier auf schnelle Finger setzt, konkurriert mit einer Maschine, die mehrere Signalquellen gleichzeitig liest.
Das Spielverständnis hilft trotzdem, und zwar in der Vorbereitung: die Mannschaften kennen, den Wettbewerb kennen, den Live-Markt vorher öffnen. Das Sofa ist der richtige Ort für die Analyse, nicht der Anpfiff.
Die Falle beim Livewetten: Courtsiding
Der Livewettenmarkt hat eine Erscheinung, die sich in der juristischen Grauzone ansiedelt. Beim Courtsiding wird vom Veranstaltungsort aus gewettet und die Zeitverzögerung bei der Quotenanpassung für Wettbetrug ausgenutzt. Der Spielgedanke ist einfach: Die Bilder, die ich sehe, sind schneller als die Quote, die im System noch steht.
Für die Schweiz ist die Rechtsfolge dieselbe wie überall: ausgenutzt wird eine Verzögerung. Wer in einem Stadion sitzt und schneller ist als die Anpassung, riskiert nicht mehr und nicht weniger als die Sperrung durch den Veranstalter. Die Fantasie, daraus eine Strategie zu machen, gehört nicht auf diese Seite. Der Zufall lässt sich nicht durch Reaktionsschnelligkeit ausschalten.
Livewetten und Sportarten: wo das Angebot breit ist
Wer bei einem Schweizer Veranstalter live setzen will, hat ein Angebot, das sich an der genehmigten Liste orientiert. Fussball und Tennis sind die beiden Sportarten, in denen sich ein Livebereich überhaupt breit ausfalten kann; der Kalender liefert die Spiele, und die Zahl der Live-Märkte je Spiel ist am grössten. Wer daneben Handball, Eishockey oder Basketball sucht, findet je nach Wettkampfkalender weniger.
Diese Verengung ist nicht auf einen Mangel an Interesse zurückzuführen, sondern auf die geschlossene Liste. Wer sich an eine ausländische Plattform gewöhnt hat, in der an einem Sonntagabend Dutzende Ligen mit Live-Märkten vertreten sind, wird bei einem Schweizer Angebot dünnere Reihen sehen. Das ist der Preis des Rahmens.
Ein zweiter Unterschied zu ausländischen Plattformen: Bei einem Schweizer Veranstalter ist eine Live-Wette nur auf genehmigte Wettarten möglich. Wer eine exotische Kombination mit Corner-Zählern sucht, findet sie nicht. Auf der anderen Seite fehlen damit ganze Kategorien von Fehlern, die aus Neugier entstehen. Weniger Auswahl ist manchmal auch weniger Gelegenheit.
Die beliebtesten Live-Wettarten — und was ihre Anteile sagen
Zu den beliebtesten Live-Wettarten zählen die Wette auf das nächste Tor, die Restzeitwette und die Tore-ab-jetzt-Wette, deren Marktanteil Branchenangaben zufolge bei etwa 60 bis 70 Prozent liegt.
Dieser Anteil sagt etwas über die Aufmerksamkeit, die diese drei Märkte binden, und wenig über ihre Rentabilität. Die drei unterscheiden sich erheblich. Die Wette auf das nächste Tor ist eine Sekundenwette; ihr Ausgang hängt von einem Ereignis ab, das in jedem Spiel nur wenige Male stattfindet, und die Quote schwankt entsprechend stark. Die Restzeitwette bezieht sich auf die verbleibende Spielzeit und ist damit ein Markt auf die Verzögerung, nicht auf ein Ereignis. Die Tore-ab-jetzt-Wette zählt Treffer ab einem Zeitpunkt und ist eine Summenwette: sie verlängert den Betrachtungszeitraum, statt ihn zu verkürzen.
Eine Quote, die nach dem Ereignis noch steht, ist ein Bruchteil eines Moments der Information. Die drei beliebtesten Märkte haben einen gemeinsamen Nenner: sie alle können in der 85. Minute abgeschlossen sein. Das ist kein Zufall — der Markt wächst dort hin, wo ein Ereignis die Wette in Sekunden entscheidet.
Was ein Gewinn bei einer Livewette ergibt
Was eine Wette tatsächlich auszahlt, lässt sich in einem Beispiel durchrechnen. Angenommen, es geht ein Einsatz von CHF 10 bei einer Quote von 2.50 auf ein Live-Ereignis. Die Wette trifft ein, und die Auszahlung beträgt CHF 25.00. Die Rechnung dahinter ist so knapp, wie sie sein muss: der Einsatz mal der Quote; das ergibt den Bruttobetrag, und der Einsatz darin enthalten ist. Der mögliche Nettogewinn ist die Differenz zwischen Einsatz und Auszahlung: CHF 15.00, wenn die Wette trifft.
Die Zahl bleibt eine Bandbreite, weil die zweite Hälfte der Geschichte vom Zeitpunkt abhängt. Die Quote für dieselbe Live-Wette kann früher bei 1.80 stehen und später bei 3.20 — dieselben CHF 10 bringen dann CHF 18.00 oder CHF 32.00, je nachdem, wann der Wettschein bestätigt wurde. Die gleiche Wette, derselbe Ausgang, drei verschiedene Ergebnisse. Wer also von einer Livewette als von einem bestimmten Gewinn spricht, verschweigt genau diese Zeitspanne.
Die zweite Zahl dieses Beispiels ist die unscheinbarere und die wichtigere. Der Bruttobetrag ist nicht das Geld, das der Wettende einnimmt; von den CHF 25.00 gehen noch die Marge und die Rundung ab. Bei Sporttip läuft die Gewinnberechnung nicht glatt: Der Gewinnbetrag ergibt sich aus Einsatz mal Quote und wird zuerst auf zwei Nachkommastellen aufgerundet, dann auf fünf Rappen genau abgerundet. Ein Beispiel von einem Zehner liegt so weit unter dieser Schwelle, dass die Rundung hier nichts kostet— bei einem Einsatz von einigen hundert Franken ist sie aber eine Kleinigkeit, die sich über ein Jahr addiert.
Wer das Beispiel auf eine Kombiwette überträgt, multipliziert die Quoten der einzelnen Positionen zur Gesamtquote. Aus zwei Positionen bei 2.50 und 1.80 wird eine Gesamtquote von 4.50. Aus CHF 10 wird dann CHF 45.00, und der Verlustfall bleibt CHF −10. Die Bandbreite der Auszahlung wird bei jeder Position breiter, aber auch die Zahl der Wege, auf denen die Wette verloren gehen kann.
Bei dieser Rechnung fehlt bewusst die Gewinnbeteiligung des Anbieters am Ereignis: sie steckt in der Quote und in der Marge, und eine einzelne Bruchrechnung mit zwei Quoten würde sie nicht treffen. Wer dennoch genau wissen will, was eine Livewette «wirklich» abwirft, muss an den Auszahlungsschlüssel der konkreten Buchmacherlinie, und der liegt nicht in der Wette selbst.
Ein Cash-Out ist kein Gewinn und kein Trost
Der vorzeitige Ausstieg ist die Funktion, die den Livewetten ihr Publikum sichert. Bei Sporttip gibt es Cash-Out für Einzel-, Kombinations- und Langzeitwetten, vor Spielbeginn und live — aber nur bei Online-Wetten und nur als vollständiges Cash-Out ohne Teilauszahlung. Ein ausgeführtes Cash-Out lässt sich nicht rückgängig machen, und eine Garantie für jeden Markt besteht nicht.
Die wichtigste Zahl bei diesem Angebot steht nicht in der Werbung: der Cash-Out-Betrag bei Sporttip ist tiefer als der mögliche nicht vorzeitige Wettgewinn, hängt vom Stand der Sportereignisse ab und kann von Swisslos jederzeit geändert werden. Diese Sätze sind das Kleingedruckte zum vorzeitigen Ausstieg. Wer aussteigt, tauscht den möglichen Gewinn gegen Sicherheit, und das ist ein Geschäft — aber einen Preis hat es auf beiden Seiten. Der Cash-out ist keine Versicherung; er ist ein Verkauf der eigenen Wette an den Veranstalter.
Die zeitliche Einordnung macht es deutlicher. Bei Spielstand 1:0 in der 70. Minute ist die eigene Wette selten so viel wert wie vor dem Anpfiff; die Auszahlung macht ein Ergebnis fest, das noch nicht auf dem Wettschein steht. Sie tut es zu einem Kurs, der das Restrisiko und das eigene Geschäft berücksichtigt. Kein Anbieter kauft eine Wette zu einem Preis, zu dem er selbst kein Geschäft macht.
Live-Wetten in der Schweiz im Vergleich: zwei Bewilligungen, zwei Gebiete
Der Vergleich trennt zwei Fragen sauber. Die erste: wer ist zugelassen. Die zweite: was bietet die Plattform im Livebereich an. Wer die beiden vermischt, bekommt eine Rangliste, in der die eine Marke wegen einer Zahl oben steht, die mit ihrer Bewilligung nicht zusammenhängt. Wer sie trennt, sieht schnell, wie schmal die erste Frage beantwortet ist.
Die Bewertung der beiden Schweizer Veranstalter folgt drei Kriterien, und keines davon ist der Willkommensbonus: die Bandbreite des Live-Angebots nach Sportarten, die Annahmeregeln für Wetten während des Spiels und die Ansätze, die den vorzeitigen Ausstieg möglich machen. Das ist die Messlatte, und es ist die einzige, die beiden Häusern gegenüber fair ist, weil keines von ihnen in einem Markt mit Bonusdruck operiert.
Zur Reihenfolge dieser Liste gehört eine Erklärung, weil sie nicht willkürlich ist: die beiden Schweizer Veranstalter zuerst, dann die acht ausländischen Marken, jeweils mit dem ausdrücklichen Vermerk «ohne Schweizer Bewilligung». Ein Vergleich mit einer Marke ohne Bewilligung kann nicht die Frage beantworten, ob sie in der Schweiz live anbieten darf — sie darf nicht, und alles Weitere ist eine Aussage über ein Produkt, nicht über einen Schweizer Anbieter. Die Reihenfolge markiert genau diesen Bruch.
Die folgende Übersicht stellt die zehn Marken zusammen, mit dem Stand ihrer Schweizer Erlaubnis und dem Urheber der Veranstaltung. Für die acht ausländischen Marken sind die Zellen knapp, weil es zur Schweizer Bewilligung nichts zu berichten gibt — die Spalte liest sich dann schneller, als sie sollte.
| Marke | Schweizer Bewilligung | Veranstaltung |
|---|---|---|
| Swisslos Sporttip | Veranstalter- und Spielbewilligung nach BGS, Aufsicht Gespa | SWISSLOS Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft, Basel |
| Loterie Romande Jouez Sport | Veranstalter- und Spielbewilligung nach BGS, Aufsicht Gespa | Société de la Loterie de la Suisse Romande, Lausanne |
| Cloudbet | Keine Schweizer Bewilligung | Gemeldete Bewilligung nicht etabliert; keine Wirkung in der Schweiz |
| DirectionBet | Keine Schweizer Bewilligung | Gemeldete Bewilligung nicht etabliert; keine Wirkung in der Schweiz |
| ZotaBet | Keine Schweizer Bewilligung | Gemeldete Bewilligung nicht etabliert; keine Wirkung in der Schweiz |
| Interwetten | Keine Schweizer Bewilligung | Gemeldete Bewilligung nicht etabliert; keine Wirkung in der Schweiz |
| BetLabel | Keine Schweizer Bewilligung | Gemeldete Bewilligung nicht etabliert; keine Wirkung in der Schweiz |
| BetAlright | Keine Schweizer Bewilligung | Gemeldete Bewilligung nicht etabliert; keine Wirkung in der Schweiz |
| BetPanda | Keine Schweizer Bewilligung | Gemeldete Bewilligung nicht etabliert; keine Wirkung in der Schweiz |
| Fezbet | Keine Schweizer Bewilligung | Gemeldete Bewilligung nicht etabliert; keine Wirkung in der Schweiz |
Was die Übersicht nicht leisten kann, ist eine Aussage zur Qualität. Sie ordnet Rechtslage, und die Rechtslage ist bei acht von zehn Einträgen identisch. Was die acht unterscheidet, liegt in ihrem Produkt, nicht in ihrer Stellung.
Swisslos Sporttip: die zwei Bewilligungen und das engste Anahmefenster
Swisslos Sporttip ist der grössere der beiden Schweizer Veranstalter, und sein Liveangebot steht auf einem Fundament, das zwei Bewilligungen umfasst: Veranstalterbewilligung und Spielbewilligung nach dem Geldspielgesetz, unter Aufsicht der Gespa. Das ist der Grund, warum das Angebot nur Personen offensteht, die im Vertragsgebiet wohnen und sich mit Ausweis registriert haben — der Kreis ist nicht durch Marketing gebildet, sondern durch die Bewilligung.
Anfang und Ende des Einsatzes sind bei Sporttip explizit geregelt, und es lohnt sich, die Zahlen getrennt zu lesen. Der Mindesteinsatz für Einzel- und Kombinationswetten beträgt CHF 1. Der Höchsteinsatz für eine Einzel- oder Kombinationswette beträgt CHF 1’000, für eine Systemwette CHF 10’000. Swisslos kann die Limiten jederzeit ohne Angabe von Gründen ändern, und eine Wette über der Limite wird nicht angenommen. Das ist ein Doppel aus sehr tiefem Mindestbetrag und einer Obergrenze, die für sehr grosse Einzelwetttende eine harte Kante ist.
Wer sich am oberen Rand dieser Grenze bewegt, merkt schnell, dass CHF 1’000 für eine einzelne Wette ein Rahmen ist, der für Profis zu eng ist und für Gelegenheitsspielende nie berührt wird. Die Systemwette mit CHF 10’000 Höchsteinsatz ist dagegen ein ganz anderer Schuh: sie verlangt mehrere Voraussagen und kommt damit einem breiten Portfolio näher.
Der Kombiboost ist der Live-Anteil des Programms und damit für dieses Kapitel zentral. Er gilt nur online — im Prematch, live und bei Systemwetten — und verlangt mindestens vier Voraussagen mit einer Quote von je mindestens 1.50. Der Bonus auf den Nettogewinn beträgt 5 % bei vier, 20 % bei sieben, 40 % bei zehn und 100 % bei fünfzehn solchen Voraussagen; Einsatz und Gewinnerhöhung sind limitiert. Die unterste Stufe und die oberste liegen so weit auseinander, dass sie verschiedene Produkte sind: fünf Prozent auf den Nettogewinn bei vier Treffern ist Kosmetik, hundert Prozent bei fünfzehn ist ein echter Anreiz.
Neben dem Kombiboost gibt es die Quotenboosts, und ihre Bedingungen sind für Live-Wettende ein Warnschild. Quotenboosts gelten nur online für Prematch-Einzelwetten auf eine Voraussage; Profitboosts erhöhen den möglichen Nettogewinn eines definierten Sportereignisses um einen angegebenen Prozentsatz. Beide sind pro Wettenden nur einmal nutzbar und in Einsatz und Erhöhung limitiert, und bei einem Cash-Out verfällt der Boost. Die letzte Klausel ist diejenige, die man vorher liest oder später bereut: wer den Boost spielt und dann aussteigt, verliert die Erhöhung. Und weil beide Varianten auf Prematch-Wetten beschränkt sind, sind sie für die Livewette ohnehin Nebenfiguren.
Für die Kombination von Ereignissen derselben Sportveranstaltung gilt eine Besonderheit: voneinander abhängige Wettereignisse werden nur über die «Bet-Builder-Funktion» kombiniert. Nimmt Swisslos irrtümlich eine solche Kombination ohne diese Funktion an, kann sie die ganze Kombinationswette für ungültig erklären und den Einsatz zurückerstatten. Das ist die Kehrseite des Komforts: was ohne die Funktion zusammengestellt wurde, steht rechtlich auf wackligem Boden.
Und dann die Frist, die man nicht vergisst, wenn man sie einmal gelesen hat: Sporttip-Gewinne, die nicht innerhalb von 26 Wochen nach der öffentlichen Bekanntmachung der Wettauswertung geltend gemacht werden, verfallen zugunsten des Zwecks der Swisslos. Eine Einsprache bei verweigerter Auszahlung ist innert 10 Tagen per eingeschriebenem Brief zu erheben.
Fazit. Zwei Behördenstempel im Hintergrund, ein Mindesteinsatz von CHF 1 und ein Höchsteinsatz von CHF 1’000 sind die eigentliche Landkarte dieses Angebots: es ist für kleine und mittlere Einsätze gebaut, grosszügig nach unten und streng nach oben. Wer den Livebereich häufig nutzt, muss ausserdem mit den 26 Wochen leben — ein Gewinn ist hier kein Dauerbesitz, sondern eine Frist.
Loterie Romande Jouez Sport: Live nur auf dem eigenen Onlinekanal
Die Westschweizer Veranstalterin hat eine Eigenheit, die man nicht aus dem Produktnamen, sondern nur aus dem Zugangsweg versteht. Teilnehmen dürfen nur natürliche Personen ab 18 Jahren. Jouez Sport ist an Verkaufsstellen der Loterie Romande mit Wetterfassungsterminal zugänglich, und in den Verkaufsstellen gibt es nur Prematch-Wetten. Livewetten bietet die Internet-Spielplattform der Loterie Romande.
Das ist mehr als eine Vertriebsnotiz, es ist eine Weichenstellung für den Live-Wettenden. Wer live setzen will, braucht nicht nur ein Konto, sondern den Onlinekanal. Der Weg über den Kiosk führt ausschliesslich zu Wetten vor dem Anpfiff. Wer die Loterie Romande mit dem Wettschein am Schalter verbindet und daraus auf ein Livewettenangebot schliesst, verwechselt zwei verschiedene Zugänge.
Das Gebiet ist die zweite Weichenstellung. Jouez Sport wird für die sechs Westschweizer Kantone Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura veranstaltet, und die Zulassung hängt an diesem Gebiet. Für einen Deutschschweizer spielt das keine Rolle; für einen Westschweizer ist es die Bedingung. Wer umzieht, muss sich kümmern: wer ein Konto bei Jouez Sport führt und in einen Kanton ausserhalb des Vertragsgebiets zieht, muss sich mit der Frage der Wohnsitzmeldung befassen.
Mehr Zahlen zur Live-Breite sind für dieses Haus nicht überliefert — ein Zustand, der für sich spricht. Wer mehr als die Existenz des Livebereichs braucht, um eine Entscheidung zu treffen, muss sich an die Bedingungen des Veranstalters selbst halten.
Fazit. Jouez Sport verlangt für Livewetten genau einen Weg, den Onlinekanal, und genau ein Publikum, das im Westschweizer Vertragsgebiet wohnt. Das ist unbequem für alle, die von der Kioskgewohnheit ausgehen — und es ist konsistent: die Vorlaufzeit einer Live-Wette beginnt mit der Kontoregistrierung, nicht mit dem Spielplan.
Cloudbet: ohne Schweizer Bewilligung, ohne Schweizer Anspruch
Cloudbet zählt zu den acht Marken, deren Status in der Schweiz eindeutig ist: keine Schweizer Bewilligung, und eine ausländische Bewilligung hat nach Art. 4 BGS keine Wirkung im Land. Die als gemeldete Bewilligung ist nicht etabliert, und wor nach Schweizer Recht eine Wirkung hätte, ist nicht vorhanden. Die Marke ist nicht an das Schweizer Sperrregister angeschlossen, es gibt kein Schweizer Rechtsmittel, und die Domains können auf die Sperrliste der Gespa gesetzt werden.
Was folgt daraus konkret, wo nicht nur ein einzelnes Kriterium betrachtet werden sollte? Zwei Dinge. Erstens: die Limiten, die ich für Swisslos beschrieben habe, sind keine allgemeine Schweizer Regel, sondern Vertragswerk eines Schweizer Veranstalters. Wer bei Cloudbet spielt, findet seine eigenen Regeln, die nicht danach bewertet werden können, ob sie den Schweizer Vorgaben entsprechen. Zweitens: das Sperrregister der Gespa reicht nicht über die Grenze hinaus. Anders als bei Swisslos und der Loterie Romande gibt es keinen Mechanismus, der über dieses Konto greift; wer dem Sportwetten an dieser Adresse entkommen will, hat dort kein Werkzeug.
Fazit. Bei Cloudbet steht auf dem Konto keine Schweizer Bewilligung, und alle Rechte, die an einer solchen hängen, sind nicht da. Wer hier spielt, muss damit rechnen, im Konfliktfall ausserhalb des Landes zu stehen.
DirectionBet: derselbe Status, ein anderer Name
DirectionBet gehört zur gleichen Gruppe wie Cloudbet: ohne Schweizer Bewilligung, ohne Wirkung der ausländischen Erlaubnis und ohne Anschluss an das Sperrregister.
Was sich festhalten lässt: Der Unterschied zwischen den acht Marken liegt nicht in ihrer Stellung zur Schweiz, sondern im Produkt. Wer über eine der acht nachdenkt, sollte die Bewilligungsfrage hintanstellen und sich fragen, ob er ein Konto ausserhalb des schweizerischen Rahmens führen will. Das ist die eigentliche Entscheidung, und die Marke ist nur ihr Vehikel.
Fazit. DirectionBet ist ein weiteres Angebot ohne Schweizer Bewilligung, und der Unterschied zu anderen ist der Name auf der Startseite. Für die Frage, die hier verhandelt wird, ist das kein Unterschied.
ZotaBet: die dritte Marke derselben Gruppe
Bei ZotaBet gilt der gleiche Status: wie bei Cloudbet ohne Schweizer Bewilligung und ohne Rechtsmittel im Land. Das ist der Rahmen.
In einer Gruppe mit acht gleich positionierten Marken ist die Versuchung gross, die Wörter zu wiederholen, und genau das würde den Text langweilig machen. Die richtige Antwort auf das Problem ist, sich der Sache zu widmen, die sich tatsächlich ändert, und das ist das Produkt.
Fazit. Ob ZotaBet die richtige Adresse ist, hängt davon ab, was unter der Oberfläche liegt, nicht davon, was über der Bewilligung steht.
Interwetten: ein bekannter Name schützt vor der Sperrliste nicht
Interwetten ist eine bekannte Marke, doch die Nennung durch die Gespa im Zusammenhang mit Domain-Hopping zeigt, dass Bekanntheit die Sperrmechanik nicht aussetzt. Der Status ist identisch: ohne Schweizer Bewilligung und ohne Rechtsmittel im Land.
Wer über 10 Jahre mit Interwetten gespielt hat, mag das als Formalie betrachten. Ein aktives Sperrregister, das die Marke namentlich führt, macht daraus eine praktische Frage: die Adresse, die heute funktioniert, kann morgen nicht mehr funktionieren.
Fazit. Die Marke bündelt Reichweite und fehlende Berechtigung, und das ist kein Widerspruch, sondern der Grund, warum sie auf der Sperrliste steht.
BetLabel: die fünfte Marke im selben Bewilligungsstatus
BetLabel gehört ebenfalls zur Gruppe ohne Schweizer Bewilligung, ohne Rechtsmittel und mit möglicher Sperrung.
Fazit. Die Marke gehört zu einem Dutzend gleichartiger Angebote, und die Einordnung ist vollständig, sobald die Schweizer Lage geklärt ist: sie beruht auf der Bewilligungsfrage, die Marke selbst tritt dahinter zurück.
BetAlright: frische Marke, alte Bewilligungslage
BetAlright ist ohne Schweizer Bewilligung, und die gemeldete Bewilligung ist nicht etabliert; eine solche hätte in der Schweiz keine Wirkung nach Art. 4 BGS. Kein Anschluss an das Sperrregister, keine Schweizer Rechtsmittel, mögliche Sperrliste.
Fazit. Der Name ist neu, die Rechtslage ist es nicht. Wer bei BetAlright spielt, tut es ausserhalb des Schweizer Rahmens und ausserhalb der Kontrollen, die an einen solchen gebunden sind.
BetPanda: eine Marke ohne jeden Schweizer Bezug
BetPanda ist ohne Schweizer Bewilligung, ohne eine in der Schweiz wirksame ausländische Bewilligung, ohne Anschluss an das Sperrregister, ohne Schweizer Rechtsmittel, mit der Sperrliste als möglicher Folge.
Fazit. Hier ist der Schweizer Bezug so dünn, dass er sich in einem Satz erschöpft. Das ist nicht automatisch schlecht, aber es ist die Grundlage, auf der man sich entscheiden muss.
Fezbet: am Ende der Liste dieselbe Feststellung wie am Anfang
Fezbet ist ohne Schweizer Bewilligung, ohne eine in der Schweiz wirksame ausländische Bewilligung, ohne Anschluss an das Sperrregister, ohne Schweizer Rechtsmittel, mit der Sperrliste als möglicher Folge.
Fazit. Acht Marken, acht Mal dieselbe Feststellung: keine Schweizer Bewilligung, keine Schweizer Aufsicht, keine Schweizer Rechtsmittel, mögliche Sperrung. Wer diese Liste bis hierhin gelesen hat, kennt die Verhältnisse im Land besser als die Startseite jeder einzelnen Marke.
Live-Wetten im Vergleich: was die Bewertung tatsächlich unterscheidet
Die Bewertungsmassstäbe sind bewusst nicht die üblichen. Die beiden Schweizer beginnen mit einem Vorteil, der nicht in der Bewilligung liegt, sondern in der Breite des Angebots — und die folgt wiederum aus der bewilligten Sportarten- und Wettartenliste. Wer Livewetten nach Sportarten vergleicht, muss akzeptieren, dass die Liga-Auswahl bei beiden schmaler ist als bei ausländischen Plattformen, weil die Liste nicht nach Interesse, sondern nach Zulassung zusammengestellt wird.
Der zweite Unterschied liegt in den Annahmeregeln. Bei Swisslos ist die Verarbeitung von Livewetten nach einem Ereignis klar geregelt: Die Livewette wird nach dem Ereignis neu bewertet, wobei die Anpassung nach Tor, Karte oder VAR-Entscheid teils automatisch erfolgt. Bei einem ausländischen Anbieter ist die Annahme nicht an denselben Standard gebunden; die Regel folgt aus den Bedingungen des Anbieters.
Der dritte Unterschied betrifft den vorzeitigen Ausstieg. Bei Swisslos ist der Cash-Out umfassend geregelt: er umfasst Einzel-, Kombinations- und Langzeitwetten, ist online und live möglich und wird nur vollständig ausgeführt; eine Änderung durch den Veranstalter ist ausdrücklich vorbehalten. Bei den acht ausländischen Marken ist nichts dergleichen regelbar, nicht weil es das Angebot nicht gäbe, sondern weil eine Bewertung nach Schweizer Kriterien nicht möglich ist.
Was der Vergleich für den Leser bedeutet
Wer die drei Punkte zusammen nimmt, kommt zu einer Rangfolge, die nicht nach Werbung, sondern nach Zugänglichkeit und Regelklarheit gebildet ist. Die beiden Schweizer Häuser liegen vor allem deshalb vorn, weil ihre Regeln in der Schweiz nachprüfbar sind. Das ist kein Qualitätsurteil über ihre Quoten, sondern eines über ihre Nachprüfbarkeit.
Die acht ausländischen Marken liegen nicht wegen eines schlechteren Angebots hinten. Sie liegen hinten, weil ein Angebot ohne Schweizer Bewilligung nicht mit den gleichen Massstäben gemessen werden kann — und weil die Bewertung, die hier verlangt ist, sich auf die Schweizer Lage bezieht.
Die wichtigsten Fragen zu Livewetten in der Schweiz
Die folgenden Fragen behandeln die Punkte, die in einem Gespräch über Livewetten typischerweise an erster Stelle stehen. Jede Antwort fasst den Mechanismus und die praktische Folge zusammen.
Häufig gestellte Fragen
Wie funktionieren Livewetten, und worin unterscheiden sie sich von Wetten vor dem Spiel?
Eine Livewette wird während des laufenden Spiels platziert, während eine Prematch-Wette vor dem Anpfiff abgeschlossen ist. Bei der Livewette ändert sich die Quote laufend, nach Ereignissen kann die Annahme kurz ausgesetzt sein; der Einsatz gilt bis zur Abgabe nur mit dem Moment der Bestätigung.
Sind Live-Wetten in der Schweiz verboten?
Nein. Das Geldspielgesetz kennt kein Verbot der Livewette. Zulässig ist sie innerhalb des Bewilligungsrahmens, der ausschliesslich bei zwei Veranstaltern liegt: Swisslos mit Sporttip und der Loterie Romande mit Jouez Sport. Ausländische Anbieter haben dagegen keine Schweizer Bewilligung nach Art. 4 BGS.
Wer darf in der Schweiz Livewetten anbieten, nur Sporttip und Jouez Sport?
Die Kantone haben die Zahl der Veranstalter von Lotterien und Sportwetten auf zwei begrenzt. Swisslos mit Sporttip bedient die Deutschschweizer Kantone, das Tessin und Liechtenstein; die Loterie Romande mit Jouez Sport die Kantone Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura. Eine Liste weiterer bewilligter Buchmacher gibt es nicht.
Was geschieht mit einer Wette, die erst nach dem tatsächlichen Eintreffen des Wettausgangs platziert wird?
Bei Sporttip-Livewetten zählt eine Wette, die nach dem tatsächlichen Eintreffen des Wettausgangs abgegeben wird, mit Quote 1.00. In spielentscheidenden Situationen wie Elfmeter, Roter Karte oder Videoschiedsrichter-Entscheid kann Swisslos Wetten ebenfalls mit Quote 1.00 werten. Der Einsatz bleibt erhalten, ein Gewinn entsteht nicht.
Gibt es bei Livewetten einen Cash-Out, und was bedeutet voller Cash-out bei Sporttip?
Cash-Out ist eine Funktion des Veranstalters, kein gesetzlich garantiertes Recht. Bei Sporttip ist er für Einzel-, Kombinations- und Langzeitwetten verfügbar, vor Spielbeginn und live, ausschliesslich in vollständiger Form. Der Betrag liegt unter dem möglichen Wettgewinn und kann vom Veranstalter jederzeit geändert werden.
Wie schützen Verlustlimiten und die Spielsperre bei schnellen Livewetten, und wann gilt eine Erhöhung der Limite?
Vor der ersten Sporttip-Teilnahme müssen Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage gesetzt werden, mit einer Oberlimite von CHF 9’999 und CHF 1’000 unter 21 Jahren. Eine Senkung gilt sofort, eine Erhöhung erst nach 72 Stunden. Eine Spielsperre schliesst auch von Livewetten aus und gilt in einem schweizweiten Register.
Wettarten – dreiwegwetten.com
Inhalt erstellt vom Team «dreiwegwetten.com»
