Australian Open-Wetten in der Schweiz: zwei Wege, kein dritter

Updated Oktober 2026
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Wer in der Schweiz auf ein Tennismatch in Melbourne setzen will, hat eine Wahl, die kleiner ist, als die Zahl der Werbebanner vermuten lässt. Seit dem Geldspielgesetz dürfen genau zwei Veranstalter Sportwetten anbieten: Swisslos mit dem Produkt Sporttip und die Loterie Romande mit Jouez Sport. Jeder von ihnen bedient sein eigenes Gebiet, und ein Online-Konto bekommt dort nur, wer in diesem Gebiet wohnt. Alles andere, was eine Schweizer Suchmaske unter «Australian Open Quoten» ausspuckt, ist etwas anderes, als die Seite verspricht.

Ein Tennisnetz in Nahaufnahme im Gegenlicht der tiefstehenden Sonne, feine Staubkörner schweben über dem Platz.
Die Australian Open 2026 fanden vom 18. Januar bis 1. Februar 2026 in Melbourne statt; für die Ausgabe 2027 sind der 17. bis 31. Januar angesetzt.

Stand: 29. Oktober 2026; die Bewilligungsangaben wurden gegen die Gespa und die Spielregeln der beiden Veranstalter geprüft.

Über die Australian Open selbst ist die Faktenlage freundlich: Das Turnier ist gesetzt, es findet jedes Jahr statt, und der Termin steht Jahre im Voraus fest. Über das Angebot in der Schweiz ist sie es weniger. Ein Wettender wählt hier nicht zwischen zehn Auffassungen von Tennis, sondern zwischen zwei Häusern, zwei Gebietslisten und einem behördlich geschlossenen Katalog erlaubter Wettarten. Wir geben einen Überblick über die Wege, die hier offenstehen, und sagen, für wen welcher taugt.

Spielerschutz zuerst: Limiten und Sperren statt Werbeworte

Der ungewöhnlichste Teil dieser Wette ist nicht das Tennis. Es ist die Uhr. Die Australian Open laufen in Melbourne, und Melbourne liegt zehn Stunden vor Zürich. Ein Damenfinal, das dort um 19:30 beginnt, fällt hierher auf den frühen Morgen desselben Tages. Wer auf ein Nachtturnier setzt, setzt nicht nur mit anderen Zahlen, sondern zu einer anderen Lebenszeit.

Verlustlimiten: die eigene Zahl, dreimal gefasst

Vor der ersten Teilnahme an Sporttip müssen Spielende Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage setzen. Die Oberlimite liegt bei CHF 9’999; wer unter 21 Jahre alt ist, setzt höchstens CHF 1’000. Das ist einer der wenigen Punkte, an denen Schweizer Recht dem Betreibenden nicht die Zahl überlässt, sondern nur die Pflicht, den Kunden eine festlegen zu lassen. Eine Senkung greift sofort, eine Erhöhung erst nach 72 Stunden. Dazu kommt die Möglichkeit einer freiwilligen Einzahlungslimite für jeweils 30 Tage.

Der 72-Stunden-Vorlauf ist der eigentliche Mechanismus, und er ist in beide Richtungen lesbar. Die Limite schützt vor dem Impuls und lässt sich nicht halbherzig wieder öffnen. Genau daran scheitert die übliche Sonntagabend-Idee, nach drei verlorenen Sätzen schnell nachzuziehen. Der Aufschub gilt für jede Erhöhung, egal ob es um CHF 10 oder um CHF 1’000 geht.

Wer zum Abschluss der Australian Open im Januar rechnet, sollte die Limite vor dem Turnier prüfen, nicht währenddessen. Ein Senken der Limite wirkt im selben Moment, in dem die Eingabe bestätigt wird.

Spielsperre: 1 bis 180 Tage, ohne Rückweg vor Fristablauf

Bei Swisslos lässt sich der Zugang produktbezogen für 1 bis 180 Tage selbst sperren. Vor Fristablauf gibt es keine Aufhebung. Eine unbefristete Spielsperre dagegen wird in einem schweizweiten Register eingetragen und wirkt auch für Casinos einschliesslich Online-Casinos sowie im Fürstentum Liechtenstein. Wer überzeugt ist, dass ein zweiwöchiges Grand-Slam-Turnier seine Kasse in Schwung bringt, gehört zu denen, für die die erste Variante jedenfalls greifbar nahe liegt.

Die kurze Frist ist die unterschätzte. Ein Abend-Turnier, zwei Wochen, ein Konto: Wer die Sperre nach zehn Tagen beenden will, wartet bis zum Ablauf, nicht bis der Anbieter Zeit für eine Antwort findet. Die Entscheidung wird also vor dem ersten Absatz des Matches getroffen, nicht danach.

Wo die günstige Stunde zur teuren wird

Sperren und Limiten sind bei Swisslos und der Loterie Romande nicht freiwillige Versprechen, sondern Bedingungen ihrer Bewilligung. Wer sein Konto bei einem ausländischen Anbieter führt, findet diese Instrumente nicht. Es gibt kein Schweizer Sperrregister, das dort greift, und keine Rekursmöglichkeit in der Schweiz. Die Produkte sind aus sich selbst heraus unterschiedlich viel wert, je nachdem, ob der Wettende den ganzen Tag über noch mit sich selbst verhandeln kann.

Was das für Ihre Frist bedeutet

Tennis bringt eine Eigenheit mit, die im Fussball fehlt: Matches dauern drei, vier oder fünf Stunden und verschieben sich. Ein angefangenes Spiel kann in Melbourne bis in den hiesigen Morgen hineinlaufen. Eine Verlustlimite, die auf einen ganzen Tag bemessen ist, wird durch ein einzelnes Nachtturnier nicht anders belastet als durch ein Fussballwochenende, aber die Gelegenheit, unterwegs nachzulegen, ist bei einem laufenden Live-Markt ungleich grösser. Wer diese Gelegenheit nutzen will und kann, hat hier die schlechtesten Karten.

Quoten, Auszahlungsquote und die Marge: was die Zahl wirklich hergibt

Quoten sind keine Preise, die man misst, sondern Kurse, die ein Haus in drei Zahlen giesset. Wer Sporttip öffnet und den Sieger eines Matches auswählt, sieht drei Quoten nebeneinander. Sie sind so gebaut, dass der Betrieb an jedem Markt verdient, egal wie die Partie ausgeht. Die Kosten dieser Konstruktion trägt der Wettende — und die meisten vergleichen genau das nicht, sondern nur die Zahl, die am höchsten aussieht.

Beispielrechnung

Der Vergleich lässt sich an einem Muster zeigen, nicht an einem echten Preis. Angenommen eine Zweiwegemarkt notiert 1.90 auf der einen und 1.90 auf der anderen Seite. Dann trug jede der beiden Quoten 1/1,90 = 52,63 % der Gesamtverteilung, zusammen 105,26 %. Der Anteil, den der Betrieb einbehält, liegt demnach bei rund 5,26 % des auf diesem Markt platzierten Geldes, bei Wettmärkten üblicherweise als Marge bezeichnet.

Das gilt für diese angenommene Quotenstellung und sonst für nichts. In Wirklichkeit sind die Quoten eines Anbieters selten symmetrisch, weil er das Geld so lenkt, dass er nicht auf die falsche Seite des Ergebnisses gerät. Fällt die Marge auf einem Markt niedriger aus, ist der Wettende an dieser Stelle besser dran. Steigt sie, wächst umgekehrt die Chance, dass eine Quote, die auf den ersten Blick interessant aussieht, mehr Wert an die Buchhaltung abgibt, als der Vergleich mit einem Konkurrenten später gutmachen kann.

Marge ist ein Snapshot, keine Produkteigenschaft

Die Marge hängt am Markt und am Zeitpunkt. Ein Sieg-Tipp im Vorfeld eines Grand-Slam-Matches ist selten so ausgelegt wie die Nebenmärkte auf Satzgewinner oder die Gesamtzahl der Spiele. Jede Angabe hierzu ist eine Aufnahme des Moments, und diese Seite nennt keine eigene Zahl, wo sie mit keiner belegten Quelle rechnen kann. Wer eine Quote in mehreren Büchern vergleicht, sollte das am selben Tag tun; die Differenz zwischen gestern und heute ist bei einem Tennisspiel grösser als die zwischen zwei Anbietern desselben Tages.

Ein- und Mehrfachwetten

Der Gewinn einer Sporttip-Wette ergibt sich aus Einsatz mal Quote, bei Kombinationen mal Gesamtquote, dem Produkt der Einzelquoten. Der Betrag wird zuerst auf zwei Nachkommastellen aufgerundet, dann auf 5 Rappen abgerundet. Wer also CHF 20 auf eine Quote von 1.80 setzt, liest einen möglichen Gewinn von CHF 36 statt CHF 35.90. Diese Abrundung ist kein Detail am Rand. Über viele Wetten hält der Betrieb so einen kleinen Teil jedes Gewinns zurück, und der Rückstand wächst, wenn die Gewinne klein sind und ihr Anteil nach der Abrundung verloren geht.

Verkaufte Zusätze

Quotenboosts bei Sporttip gelten nur online für Prematch-Einzelwetten auf eine Voraussage. Profitboosts erhöhen den möglichen Nettogewinn eines definierten Sporteignisses um einen angegebenen Prozentsatz. Beide sind pro Wettendem nur einmal nutzbar und in Einsatz und Erhöhung limitiert; bei einem Cash-Out verfällt der Boost. Der Kombiboost verlangt mindestens vier Voraussagen mit je mindestens Quote 1.50 und gilt nur online für Prematch-, Live- und Systemwetten, mit 5 % bei vier, 20 % bei sieben, 40 % bei zehn und 100 % bei fünfzehn Voraussagen. Einsatz und Gewinnerhöhung sind auch hier limitiert.

Wer den Kombiboost durchrechnet, merkt schnell, wo er anfängt, wirklich Geld zu sein: nicht bei vier Voraussagen, sondern unter ‚Beispielrechnung‘. Die 100 % verlangen fünfzehn Treffer mit einer Mindestquote von 1.50. Das ist eine andere Wette als die, die auf dem Werbebild abgebildet ist. Wer sich für den Boost entscheidet, entscheidet über die Anzahl der Voraussagen.

Cash-Out: eine Option, kein Anspruch

Cash-Out heisst, eine laufende Wette vor dem Endergebnis zu verkaufen. Der Cash-Out-Betrag bei Sporttip ist tiefer als der mögliche nicht vorzeitige Wettgewinn, hängt vom Stand des Sportereignisses ab und kann jederzeit geändert werden. Swisslos muss Cash-Out nicht für alle Wetten anbieten. Möglich ist es für Einzel-, Kombinations- und Langzeitwetten, vor Spielbeginn und live, aber nur bei Online-Wetten und nur als vollständiges Cash-Out ohne Teilauszahlung: ein ausgeführter Cash-Out lässt sich nicht rückgängig machen.

Ein Tennis-Match eignet sich für Cash-Out wie kaum ein Fussballspiel, weil der Zwischenstand eines Satzes die Quote stark bewegt. Genau deshalb ist der Abstand zwischen dem Angebot und dem tatsächlichen möglichen Gewinn an dieser Stelle gross. Die Lücke zwischen dem Betrag, den ein Verkauf bringt, und dem, den die Wette bei Erfolg ausbezahlt hätte, ist der Preis für die Möglichkeit, nicht bis zum letzten Ball zu warten. Diese Lücke ist umso grösser, je weniger Zeit bis zum Endergebnis bleibt.

Livewetten haben dazu ihre eigene Regel: Die Wette gilt unabhängig davon, ob das Ereignis live übertragen wird, und Wetten, die nach dem tatsächlichen Eintreffen des Wettausgangs platziert werden, zählen mit Quote 1.00. In spielentscheidenden Situationen kann Swisslos Wetten mit Quote 1.00 werten. Das schützt den Anbieter gegen Wetten, die während einer Satzpause schon zu spät kommen.

Wann Sie als Sieger zweimal lesen

Bei einem 1.90/1.90-Markt mit rund 5,26 % Marge bleibt die volle Quote ausserhalb dieses Marktes nicht zu haben. Wer klein spielt und Gewinne zwischen CHF 2 und CHF 10 einsammelt, verliert die zweite Runde bei jedem Gewinn stärker als jemand mit vierstelligen Beträgen. Der Abrundungseffekt ist relativ zur Kasse umso härter, je kleiner der Einsatz ist. Wer in der Schweiz Grossspiele mit kleinen Wetten spielt, hat hier einen Nachteil, den kein Werbetext erwähnt.

Sport & Turnier: der Kalender schreibt die Wette

Das Australian-Open-Fenster 2026 fiel auf den 18. Januar bis 1. Februar 2026 in Melbourne. Für 2027 ist der 17. bis 31. Januar 2027 angesetzt. Wer im Januar in der Schweiz auf ein Match aus Melbourne setzen will, tut das typischerweise zu einer Uhrzeit, in der das Büro nicht besetzt ist.

Grundlage: Hartplatz, drei Gewinnsätze, ein Tiebreak

Der Platz ist Hartplatz, gespielt wird im Melbourne Park in Melbourne. Die Männer spielen auf drei Gewinnsätze, die Frauen auf zwei Gewinnsätze; bei 6:6 wird ein Tiebreak gespielt, im Entscheidungssatz ein Match-Tiebreak bis 10 Punkte mit zwei Punkten Vorsprung. Der Belag hat sich mehrfach geändert: Bis 2007 Rebound Ace, ab 2008 Plexicushion, seit 2020 GreenSet. Die Kadenz jedes dieser Wechsel liegt bei etwa einem Jahrzehnt, und für die Quoten ist der Belag kein Detail, sondern der Grund, warum ein Aufschläger auf diesem Platz weniger Vorteil hat als auf Gras.

Ein Schläger und ein Handtuch liegen auf einer Bank im Schatten eines Sonnensegels, dahinter flimmert die Hitze über dem Platz.
Die Australian Open 2026 fanden vom 18. Januar bis 1. Februar 2026 in Melbourne statt.

Der Modus als Wettgegenstand

Der Match-Tiebreak im Entscheidungssatz ist die eigentliche Besonderheit des Turniers und der einzige Ort, an dem ein Tennis-Match strukturell an einen Pokal erinnert. Es gibt keinen vierten Satz, in dem die müdere Seite noch einmal aufschlagen kann. Damit verschiebt sich das Gewicht einer Wette auf das Satzergebnis: Ein 2:0-Vorsprung, im Normalfall schon fast gewonnen, lässt sich nicht gegen den Willen des Gegners verwalten, sondern nur bis 10 Punkte.

Der Termin und sein Fenster

Das Turnier wurde 1905 zum ersten Mal ausgetragen, der Australasian Lawn Tennis Association war 1904 gegründet worden. Die Ausgabe 2026 ist gespielt und abgerechnet: Carlos Alcaraz gewann den Herreneinzel-Titel, Jelena Rybakina den Dameneinzel-Titel. Rekordsieger der Open Era ist Novak Djokovic mit 10 Titeln im Herreneinzel; bei den Damen hält Serena Williams mit 7 Titeln den Rekord. Margaret Court gewann insgesamt 11 Einzeltitel, darunter Titel aus der Zeit vor 1969.

Was zwei Wochen in Melbourne bedeuten

Über zwei Wochen entscheidet der Spielplan, wann Wetten überhaupt möglich sind. In der ersten Runde stehen viele Partien gleichzeitig an, die Zahl der Plätze ist hoch. Je weiter das Turnier kommt, desto weiter rücken die Anspielzeiten auseinander, desto weniger Alternativen gibt es am selben Abend und desto länger dauert eine einzelne Partie. Wer in der Vorschlussrunde setzt, trifft weniger Entscheidungen über mehr Geld.

Für den Kontoalltag heisst das: Die Limiten und Spielsperren aus dem Abschnitt zu Limiten und Sperren gelten identisch zum Turnier. Die Bequemlichkeit des Live-Marktes dagegen nimmt gegen Ende des Turniers stark zu, weil mehr Sendezeit auf weniger Matches fällt. Wer die Umkehrung seines eigenen Nutzungsmusters nicht kontrolliert, wird nicht feststellen, dass sie eingetreten ist.

Die Pause der beiden Zeitfenster, zwischen dem Halbfinale und dem ersten Anspielplatz der nächsten Ausgabe, ist die einzige Zeit des Jahres, in der dieser Turniermarkt offen ist, ohne dass eine einzelne Wette darauf erzwingt, wach zu bleiben. Wer seine Verlustlimite auf einen Wert festgelegt hat, der zu dieser Bequemlichkeit passt, statt auf einen, der an einen Grand-Slam-Endspurt passt, wird die zwölf Monate ohne Match in Melbourne nicht mit Nachdenken füllen müssen.

Vergleich: die zehn Häuser unter Schweizer Lupe

Die folgende Einordnung nennt zu jedem Haus, ob eine Schweizer Bewilligung für Sportwetten besteht und wer das Angebot verantwortet. Eine Bewilligung ist bei einer Wette kein Formalakt: Sie entscheidet mit, ob die eigene Limite wirkt, ob der Zugang im Sperrregister landet und ob ein Rekurs in der Schweiz möglich ist.

Plattform Schweizer Bewilligung Veranstalter oder gemeldete Bewilligung
Sporttip Bewilligung für Sportwetten Swisslos, Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft, Sitz Basel
Jouez Sport Bewilligung für Sportwetten Loterie Romande, Société de la Loterie de la Suisse Romande, Lausanne
Rainbet ohne Schweizer Bewilligung keine Bewilligung mit Geltung in der Schweiz gemeldet
BassBet ohne Schweizer Bewilligung keine Bewilligung mit Geltung in der Schweiz gemeldet
DirectionBet ohne Schweizer Bewilligung keine Bewilligung mit Geltung in der Schweiz gemeldet
Betovo ohne Schweizer Bewilligung keine Bewilligung mit Geltung in der Schweiz gemeldet
Rollbit ohne Schweizer Bewilligung keine Bewilligung mit Geltung in der Schweiz gemeldet
Sportuna ohne Schweizer Bewilligung keine Bewilligung mit Geltung in der Schweiz gemeldet
Cloudbet ohne Schweizer Bewilligung keine Bewilligung mit Geltung in der Schweiz gemeldet
Bahigo ohne Schweizer Bewilligung keine Bewilligung mit Geltung in der Schweiz gemeldet

Bei den beiden oberen Zeilen steht eine Bewilligung für ein Grossspiel nach dem BGS; die Aufsicht liegt bei der Gespa, nicht bei der ESBK, die nur Casinos beaufsichtigt. Die acht unteren Zeilen sind aus einem anderen Grund dort: Sie gehören nicht in die Vergleichsgruppe der erlaubten Anbieter, weil eine ausländische Bewilligung in der Schweiz keine Geltung hat. Eine Bewilligung aus Curaçao, Malta oder Deutschland entfaltet hier keine Wirkung. Wer seine Wette dort platziert, steht ausserhalb des schweizerischen Schutzes.

Hier liegt eine Verwechslung nahe, die man korrigieren sollte: Die zwei Bewilligungen bedeuten nicht, dass jede Sportart und jede Wettart verfügbar ist. Sie bedeuten, dass das Angebot auf einer behördlichen Liste steht und nur dort, wo die Liste es zulässt. Und bei den anderen acht heisst «ohne Bewilligung» nicht, dass die Seite illegal ist — es heisst, dass sie nicht unter Schweizer Aufsicht steht.

Der Abstand innerhalb der Tabelle ist also nicht gleichmässig. Zwischen Platz 1 und Platz 2 gibt es eine geografische Teilung, zwischen Platz 2 und Platz 3 einen Rechtsbruch — und Platz 3 bis 10 sind einheitlich auf der zweiten Seite dieses Bruchs. Diese Aufteilung ist der eigentliche Inhalt des Vergleichs.

Die zwei untereinander sind keine Konkurrenten im Sinne eines Preiskampfs. Jeder bedient sein eigenes Gebiet, und ein Konto bei beiden ist für eine einzelne Person der Normalfall nicht, weil der Wohnsitzbezug eine einzige Zuordnung herstellt. Wer im Wallis wohnt, hat kein Swisslos-Konto, und wer in Zürich wohnt, hat keines bei Jouez Sport.

Wer die Wahl zwischen beiden hat, wählt nicht zwischen zwei Firmen, sondern zwischen zwei Währungen des Angebots: einem grossen Verbundsgebiet mit vielen Verkaufsstellen und einem kleineren mit der französischen Spielkultur der Westschweiz. Wo die zweite Bewilligung sitzt, ist auch der Tonfall der Beratung ein anderer. Für einen Wettenden mit Wohnsitz in der Westschweiz ist die Antwort trotzdem nicht schwieriger: Es gibt für sie schlicht keine Alternative.

Wo dieser Markt seine Grenzen zieht: ein Realitätscheck

Wer auf Australian Open setzt, setzt selten auf ein unbekanntes Turnier. Der Sport ist bekannt, die Spieler sind bekannt, und die Vermutung, man wisse mehr als die Quote, ist bei einem Grand-Slam-Turnier mit vier Fernsehkanälen und tausenden Vorberichten besonders schwer zu halten. Die Quoten spiegeln diese Öffentlichkeit: Wo alle dieselben Informationen haben, wird die Marge nicht kleiner, sondern nur die Bewegung der Quoten interessanter.

Die zwei Fassungen des Themas

Wer «Australian Open wetten» sucht, findet zwei Gruppen von Websites. Die eine Gruppe gehört zu Anbietern, die in der Schweiz Sportwetten anbieten dürfen. Die andere Gruppe gehört zu Anbietern, die das nicht dürfen, und sie sind zahlreicher. Sucht man eine dritte Kategorie — ein Schweizer Vergleichsportal für Tennisquoten —, findet man sie nicht, weil ein Vergleich der Quoten unter Schweizer Sportwettenanbietern wegen der kleinen Zahl der Häuser wenig Raum hat.

Was die Wette strukturell ist

Eine Sportwette auf Tennis wird auf Basis von Quoten angeboten, die ein Buchhalter gegen die erwarteten Einsätze stellt. Der Anbieter verkauft nicht diese Quote, sondern die Sicherheit ihres Umrahmens. Deshalb ist die Frage nicht, ob die Quote richtig ist, sondern ob sie fair gestellt ist. Beide Fragen sind nicht dieselbe, und die zweite lässt sich nicht aus dem Niveau der Quote allein lesen.

Das ist der Grund, warum die Neuheit eines Turniers auf den Quotenschlüssel praktisch keinen Einfluss hat. Was sich mit der Bekanntheit eines Sports ändert, ist die Tiefe des Marktes, nicht die Marge.

Wann Sie aufhören sollten, die Option zu lesen

Wer die Australian Open nur im Januar verfolgt, sollte beachten, dass ein Turnier mit einem Zeitfenster von zwei Wochen ein privates Nutzungsmuster begünstigt, das den Rest des Jahres nicht trägt. Die Quoten sind in diesen zwei Wochen ähnlich, die Termine und die Livewetten-Frequenz nicht. Das Interesse am Turnier ist nicht dasselbe wie die Fähigkeit, in diesem Rhythmus zu bleiben.

Hier ist die eigentliche Grenze dieses Themas: die Grenze einer jeden Wette auf ein weit entferntes Sportereignis. Sie ist nicht quotenbedingt, sondern zeitbedingt. Niemand verliert Geld, weil er das Spielgeschehen in Melbourne nicht genau verfolgt hat. Man verliert es durch die Häufigkeit der Wetten während eines Zeitfensters, das man nicht kontrolliert.

Wem diese Seite nützt

Für den einen Leser ist die Antwort ein Konto bei einem der zwei Bewilligungshäuser, mit einer Limite, die vor dem Turnier geprüft wird. Für den anderen ist es gar kein Konto, sondern ein Blick auf die Regeln des Schweizer Rechts, der ihm sagt, was er an einem ausländischen Anbieter nicht bekommt. Beide Antworten sind vollständig, und für die meisten Leser gilt die erste.

Step-by-step: vom Wunsch zum Wettschein in vier Schritten

*(Dieser Abschnitt gehört nicht zum Plan und wird hier nicht ausgeführt.)*

Rechtslage Schweiz: zwei Veranstalter und eine geschlossene Liste

In der Schweiz ist Sportwetten ein Grossspiel nach dem Geldspielgesetz (BGS, SR 935.51, in Kraft seit 1. Januar 2019; Art. 3 lit. c und e). Die Aufsicht führt die Gespa, die Interkantonale Geldspielaufsicht in Bern, unter dem Geldspielkonkordat in Kraft seit 1. Januar 2021. Die ESBK ist nicht zuständig: Sie beaufsichtigt nur Casinos.

Ein Feldweg zwischen Weinreben im Wallis bei Sonnenaufgang, im Hintergrund hohe Berge und klare Luft.
Bei Swisslos lässt sich der Zugang produktbezogen für 1 bis 180 Tage selbst sperren, ohne Aufhebung vor Fristablauf.

Bewilligung, nicht Werbung

Eine Bewilligung braucht einen Veranstalter und ein Spiel pro Produkt (Art. 21–25 BGS), und sie «gilt nur in der Schweiz» (Art. 4 BGS). Die Kantone haben die Zahl der Veranstalter für Lotterien und Sportwetten auf zwei begrenzt: Swisslos mit Sporttip und die Loterie Romande mit Jouez Sport. Der Nettoerlös geht an gemeinnützige Zwecke in den Kantonen (Art. 125 BGS).

Wer online mitspielen will, muss mindestens 18 Jahre alt sein und Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt im Vertragsgebiet haben; eine bestehende Spielsperre schliesst aus, und jede Person darf sich nur einmal registrieren. Die Daten werden aus dem hochgeladenen Ausweis gelesen und gegen Adressdatenbanken geprüft. Die VGS verlangt bei einem Online-Konto einen Wohnsitz in der Schweiz (Art. 47 Abs. 3 VGS), in der Praxis also im jeweiligen Gebiet des Veranstalters.

Es gibt keine Liste weiterer bewilligter Buchmacher, weil es keine gibt. Die Gespa veröffentlicht nur die Sperrliste der blockierten ausländischen Domains.

Was gewettet werden darf

Erlaubt sind Sportwetten, und nur auf der Grundlage einer geschlossenen Liste. Die Gespa führt den Katalog der bewilligten Sportarten, Wettkämpfe und Wettarten (Ausgabe 10.09.2026; Art. 25 BGS, Art. 29 VGS). Qualifikationsrunden stehen dort nur, wenn sie aufgeführt sind, Frauenwettkämpfe nur, wenn sie aufgeführt sind, Ranglistenwetten nur, wenn die Rangliste über die Teilnahme an einem internationalen Wettkampf oder das Podest entscheidet. Wetten auf Trainingsläufe kennt die Liste nicht, ebenso wenig Corner- oder Kartenmärkte und keine Esport-Sektion. Ereignisse, an denen überwiegend Minderjährige teilnehmen, sind gesperrt (Art. 25 Abs. 2 BGS). Wetten auf Wetter, Politik oder Fernsehsendungen sind nicht erlaubt.

Livewetten sind erlaubt, vor dem Spiel und während des Spiels, sofern der Betreibende eine Entscheidung dafür hat. Das BGS kennt keine gesetzliche Beschränkung auf bestimmte Live-Märkte. Cash-Out ist nicht geregelt: Es bleibt ein Merkmal des jeweiligen Veranstalters, bei Sporttip für Einzel-, Kombinations- und Langzeitwetten, nur als vollständiges Cash-Out und ohne Garantie pro Markt.

Spielerschutz

Sportwetten sind ab 18 Jahren zugänglich, Minderjährige werden online nicht zugelassen (Art. 72 BGS). Ein Konto pro Spielenden mit geprüfter Identität (Art. 47–52 VGS). Limiten setzt der Spielende, nicht der Staat: Der Veranstalter muss einen oder mehrere Höchstwerte für tägliche, wöchentliche oder monatliche Einsätze oder Verluste verlangen (Art. 87 VGS). Eine Senkung wirkt sofort, eine Erhöhung nach Gesetz nach 24 Stunden — Swisslos und die Loterie Romande wenden in ihren eigenen Bedingungen 72 Stunden an. Eine gesetzlich feste Einzahlungsobergrenze gibt es in der Schweiz nicht.

Die Spielsperre (Art. 80–82 BGS) erfasst verschuldete und suchtkranke Personen sowie die Selbstsperre und wird in einem gemeinsamen Register geführt. Eine freiwillige Sperre lässt sich erst nach drei Monaten aufheben (Art. 84 VGS), unter Beteiligung einer Fachstelle (Art. 81 BGS). Eine selbst gewählte Pause von bis zu sechs Monaten muss angeboten werden (Art. 89 VGS). Wer gesperrt oder minderjährig ist, hat keinen Anspruch auf Einsätze oder Gewinne (Art. 45 BGS).

Ein Superlativ gehört dazu, weil die Praxis ihn widerlegt. Die Gespa führte 2025 Testkäufe durch: An Verkaufsstellen wurde in 47,5 % von 200 Fällen eine Sportwette an eine minderjährige Person verkauft. Der Schutz am Schalter ist also nicht streng — das ist der einzige Satz, der dazu nötig ist.

Auszahlung, Konto und Zahlungswege

Gewinne und Guthaben werden nur auf ein Zahlungskonto auf den Namen des Kontoinhabers ausbezahlt (Art. 50 Abs. 2 VGS). Anonyme oder Krypto-Auszahlungen gibt es im bewilligten Schweizer Sportwettenbereich nicht. Ein Kredit an Spielende ist nicht erlaubt (Art. 75 Abs. 1 BGS). Welche Zahlungsmarken ein Veranstalter akzeptiert, regelt jeder in seinen eigenen Bedingungen. Ein Instrument, mit dem Banken oder Kartensysteme Zahlungen an nicht bewilligte Wettseiten blockieren, gibt es in der Schweiz nicht.

Steuern

Gewinne aus bewilligten Schweizer Grossspielen sind bis zum Steuerfreibetrag pro Einzelgewinn einkommenssteuerfrei und werden erst darüber besteuert. Der Bundesfreibetrag liegt ab 1.1.2026 bei CHF 1’071’000 (2025: CHF 1’070’400). Der kantonale Freibetrag weicht davon ab, deshalb gilt «je nach Kanton», und eine einzelne kantonale Zahl gehört hier nicht hin. Oberhalb der Schwelle behält der Veranstalter 35 % Verrechnungssteuer ein, die über die Steuererklärung zurückgeholt wird. Ein normaler Wettender gewinnt weit unterhalb dieser Grenze und zahlt weder Einkommenssteuer noch Verrechnungssteuer auf den Gewinn.

Bei ausländischen Anbietern fällt keine Verrechnungssteuer an, dafür behandelt die kantonale Praxis — etwa im Thurgau — Gewinne aus ausländischen Grossspielen unabhängig vom Betrag als vollständig steuerbares Einkommen. Das ist der steuerliche Kern des Anbieterwechsels. Verbindliche Auskunft geben die kantonale Steuerverwaltung oder eine Steuerberatung.

Werbung, Blockade und der Offshore-Rand

Werbung darf nicht aufdringlich oder irreführend sein und darf sich nicht an Minderjährige oder gesperrte Personen richten (Art. 74 BGS). Werbung für ein in der Schweiz nicht erlaubtes Geldspiel ist verboten (Art. 74 Abs. 3 BGS) und wird mit einer Busse von bis zu CHF 500’000 bestraft (Art. 131 BGS). Gratisspiele oder Gratisguthaben brauchen die vorgängige Zustimmung der Gespa (Art. 75 Abs. 2 BGS; 2025 erteilte sie 24 Zustimmungen an die Loterie Romande und 8 an Swisslos). Bonusbeträge und Bedingungen stehen nur in den Bedingungen des jeweiligen Veranstalters. Eine Werbesperre zu bestimmten Tageszeiten gibt es nicht.

Für das ausländische Angebot gilt: Sportwetten ohne Schweizer Bewilligung zu veranstalten, ist eine Straftat — bis zu drei Jahren oder eine Geldstrafe, bei gewerbsmässigem Betrieb bis zu fünf Jahren (Art. 130 BGS). Der Spielende wird nicht bestraft, aber Einsätze und Gewinne können in einem Verfahren gegen den Anbieter eingezogen werden, und es gibt keinen Schutz und keine Fairplay-Kontrolle. Die Gespa veröffentlicht eine Sperrliste ausländischer Domains, die Schweizer Telekommunikationsanbieter per DNS blockieren (Art. 86–93 BGS; erste Liste vom 3. September 2019, 671 Domains Ende 2025). Blockierte Domains werden innert Stunden ersetzt — die Gespa nennt dafür Interwetten und Bet-at-Home und führt bet365 auf der Liste.

Die ehrliche Zusammenfassung dieser Rechtslage lässt sich in zwei Zeilen sagen. Ohne Schweizer Bewilligung gibt es kein Schweizer Sperrregister und keinen Schweizer Rechtsweg, und ausländische Gewinne sind nach kantonalem Recht steuerbar. Mit Bewilligung gibt es den vollen Schweizer Schutz, aber nur zwei Veranstalter, einen geschlossenen Katalog aus Sportarten und Märkten, einen Wohnsitzbezug und eine Identitätsprüfung. Keiner der beiden Wege ist von sich aus «die sichere Wahl», und wer das Gegenteil behauptet, verkauft entweder den einen oder den anderen.

Die zehn Häuser im Vergleich: wen Sie wirklich wählen

Nur zwei der zehn Namen dürfen hier eine Wette annehmen. Das ist keine Einschränkung des Vergleichs, sondern sein Ergebnis. Alles Weitere, was unter den acht übrigen Namen steht, ist eine Beschreibung eines Angebots, das ohne Schweizer Bewilligung läuft: ohne Sperrregister, ohne Schweizer Rechtsweg, mit steuerbaren Gewinnen nach kantonalem Recht. Wer dennoch zwischen ihnen wählt, tut das mit einem anderen Risikoprofil, nicht mit einer anderen Quote.

Die Reihenfolge entspricht der Tabelle: erst die beiden bewilligten Veranstalter, dann die acht ausländischen Anbieter.

Swisslos Sporttip: das Haus für den grössten Teil des Landes

Swisslos ist die SWISSLOS Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft mit Sitz in Basel. Sie veranstaltet Lotterien und Sportwetten gestützt auf die Interkantonale Vereinbarung über die gemeinsame Durchführung von Geldspielen vom 20. Mai 2019 (IKV 2020); die Sportwetten laufen unter dem Namen Sporttip. Sporttip wird im Gebiet der Kantone AG, AI, AR, BE, BL, BS, GL, GR, LU, NW, OW, SG, SH, SO, SZ, TG, UR, ZG und ZH sowie im Kanton Tessin und im Fürstentum Liechtenstein durchgeführt — zusammen das Swisslos-Vertragsgebiet.

Die Bewilligung umfasst das Veranstalterrecht und die Spielbewilligung nach dem BGS (SR 935.51), Aufsicht durch die Gespa. Zur Online-Registrierung braucht es mindestens 18 Jahre sowie Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt im Vertragsgebiet. Eine bestehende Spielsperre schliesst aus, und jede Person darf sich nur einmal registrieren.

Bei den Einsätzen gelten: Mindesteinsatz CHF 1 für Einzel- und Kombinationswetten, Höchsteinsatz CHF 1’000 für eine Einzel- oder Kombinationswette und CHF 10’000 für eine Systemwette. Swisslos kann die Limiten jederzeit ohne Angabe von Gründen ändern; eine Wette über der Limite wird nicht angenommen. Wer mit grösseren Beträgen arbeiten will, stösst hier also nicht auf eine Obergrenze des Kontos, sondern auf eine Obergrenze der einzelnen Wette.

Der Kombiboost verlangt mindestens vier Voraussagen mit Quote von je mindestens 1.50, mit 5 % bei vier, 20 % bei sieben, 40 % bei zehn und 100 % bei fünfzehn solchen Voraussagen; Einsatz und Gewinnerhöhung sind limitiert. Quotenboosts gelten nur online für Prematch-Einzelwetten, Profitboosts erhöhen den möglichen Nettogewinn eines definierten Sportereignisses um einen angegebenen Prozentsatz, beide sind pro Wettendem nur einmal nutzbar, und bei einem Cash-Out verfällt der Boost.

Unabhängig vom Spielbetrieb: Für 2025 verteilte Swisslos einen Reingewinn von CHF 562 Mio., davon CHF 506 Mio. an die kantonalen Fonds und CHF 56 Mio. an die Stiftung Sportförderung Schweiz, für Swiss Olympic, Fussball, Eishockey und Sporthilfe. Aus den Sportwetten stammten davon CHF 109 Mio. (2024: CHF 122 Mio.). Wer hier spielt, spielt an einer Stelle, deren Erlös in Sport und Gemeinwesen des eigenen Kantons landet. Das ändert an der Marge nichts. Es ändert daran etwas, wohin das Geld fliesst.

Die Bewilligung ist die eine Hälfte des Bildes, die Grösse des Gebiets die andere. Rund zwei Drittel der Kantone, dazu das Tessin und Liechtenstein, ergeben das breiteste Angebot der Schweiz an Verkaufsstellen und Zugangswegen. Verkaufsstellen und Online-Konto sind unterschiedliche Wege in dasselbe Produkt, und keiner davon ist billiger.

Loterie Romande Jouez Sport: das Haus mit der kürzesten Kette zum Recht

Die Loterie Romande veranstaltet Jouez Sport für die sechs Westschweizer Kantone Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura. Als Kontaktadresse nennt sie Avenue de Provence 14, 1001 Lausanne.

Auch Jouez Sport stützt sich auf das BGS (SR 935.51) mit Veranstalter- und Spielbewilligung, Aufsicht durch die Gespa. Ein Online-Konto ist nur für Personen mit Wohnsitz im Gebiet der sechs Kantone möglich: FR, GE, JU, NE, VD und VS. Nur dort wohnt die Kundschaft, für die das Haus ein Konto öffnet.

Die Grösse der Loterie Romande ist nicht die Grösse ihrer Produkte, sondern die ihres Netzes: 2’350 Verkaufsstellen in der Westschweiz und 221 Mitarbeitende. Wer dort einen Wettschein abgibt, geht an der Theke vorbei — eine Kette, die kürzer ist als jeder Anmeldeversuch an einer ausländischen Seite. Und in den sechs Kantonen ist sie die einzige bewilligte Adresse für eine Sportwette.

Wer in Genf oder im Wallis wohnt, hat also eine Alternative zur Wahl: die Bewilligung des eigenen Gebiets oder ein ausländisches Haus ohne Schweizer Schutz. Die Wahl existiert, sie ist nur keine Frage der Quote. Ausländische Anbieter sind für diese Kundschaft erreichbar, obwohl keine Schweizer Bewilligung besteht. Gewinne aus ihnen sind nach kantonaler Praxis vollständig steuerbar, und die Grenze des Gesetzes verläuft nicht dort, wo die Grenze des technischen Zugangs liegt.

Rainbet: ausländisches Angebot ohne Schweizer Bewilligung

Rainbet hat keine Schweizer Bewilligung (Art. 4 BGS). Die Seite ist nicht an das Schweizer Sperrregister angeschlossen, es gibt keinen Schweizer Rechtsweg, und Domains können von der Gespa auf die Sperrliste gesetzt werden.

Wer bei Rainbet spielt, spielt ohne die Limiten und die Sperre, mit denen die beiden Bewilligungshäuser arbeiten. Das ist nicht eine fehlende Annehmlichkeit, sondern die fehlende Kontrolle: Es gibt keine Stelle in der Schweiz, an die sich jemand wenden könnte, wenn die Sperre wirken soll und nicht wirkt. Für einen Wettenden, der die Australian Open in zwei Wochen durchspielt, ist das genau die Stelle des Modells, an der es am wenigsten Ersatz gibt.

Was auf diesen Namen zutrifft, gilt in gleicher Form für die sieben folgenden Anbieter: kein Schweizer Permit, keine Geltung einer ausländischen Bewilligung, kein Anschluss an das Sperrregister, kein Schweizer Rechtsweg, mögliche Aufnahme in die Sperrliste.

BassBet: ausländisches Angebot ohne Schweizer Bewilligung

BassBet hat keine Schweizer Bewilligung (Art. 4 BGS), bietet keinen Schweizer Rechtsweg und verfügt über keine Anbindung an das Schweizer Sperrregister. Eine Meldung einer Bewilligung aus dem Ausland ändert daran nichts.

Die Domains des Anbieters können auf die Sperrliste der Gespa gesetzt werden und werden dann per DNS von Schweizer Telekommunikationsanbietern blockiert — ein Vorgang, der sich innert Stunden umkehren lässt, weil blockierte Domains ebenso schnell ersetzt werden. Für einen Wettenden heisst das: Die Erreichbarkeit eines solchen Anbieters ist kein Stabilitätsmerkmal. Sie wechselt.

DirectionBet: ausländisches Angebot ohne Schweizer Bewilligung

DirectionBet hat keine Schweizer Bewilligung. Wie bei anderen Anbietern ohne Bewilligung (Art. 4 BGS) fehlen die Anbindung an das Schweizer Sperrregister und ein Schweizer Rechtsweg; Domains können von der Gespa auf die Sperrliste gesetzt werden.

Für die zwei Wochen der Australian Open nützt das wenig: Die Sperrliste blockiert den Zugang, die Verlustlimite aus dem Abschnitt zu Limiten und Sperren aber existiert hier nicht. Wer sich an ein solches Haus gewöhnt, gewöhnt sich an einen Rahmen, der nirgends verschriftlicht ist.

Betovo: ausländisches Angebot ohne Schweizer Bewilligung

Betovo hat keine Schweizer Bewilligung. Auch hier gilt: Da keine Bewilligung mit Geltung in der Schweiz vorliegt (Art. 4 BGS), gibt es keine Anbindung an das Schweizer Sperrregister und keinen Schweizer Rechtsweg; die Seite wird bei Bedarf auf die Sperrliste der Gespa gesetzt.

Was hier fehlt, lässt sich an einer einzigen Stelle festmachen: Es gibt keine Instanz, die eine Beschwerde in der Schweiz entgegennimmt. Bei den beiden Bewilligungshäusern ist die Aufsicht die Gespa. Bei einem Haus ohne Permit ist die Aufsicht eine Behörde in einem anderen Land — oder, mangels gemeldeter Bewilligung, überhaupt keine.

Rollbit: ausländisches Angebot ohne Schweizer Bewilligung

Rollbit hat keine Schweizer Bewilligung. Wie bei anderen Anbietern ohne Geltung in der Schweiz (Art. 4 BGS) fehlt die Anbindung an das Schweizer Sperrregister und ein Schweizer Rechtsweg; bei Bedarf erfolgt die Aufnahme auf die Gespa-Sperrliste.

Die Zahl der Domains auf dieser Liste lag Ende 2025 bei 671, und die ersten Einträge stammen vom 3. September 2019. Der Mechanismus hat also Jahre auf dem Buckel, und er funktioniert — aber nur als Zugangshürde. Er ersetzt keine Verlustlimite, keine Spielsperre und keine Kontrolle darüber, in welcher Währung und auf welchem Weg ausbezahlt wird. Anonyme oder Krypto-Auszahlungen, wie sie solche Seiten anbieten können, gibt es im bewilligten Schweizer Bereich nicht.

Sportuna: ausländisches Angebot ohne Schweizer Bewilligung

Sportuna hat keine Schweizer Bewilligung (Art. 4 BGS), ist nicht an das Schweizer Sperrregister angeschlossen, und es gibt keinen Schweizer Rechtsweg. Domains können auf die Sperrliste der Gespa gesetzt werden.

Ein Punkt, der leicht untergeht: Gewinne aus ausländischen Anbietern sind nach kantonaler Praxis vollständig steuerbares Einkommen, unabhängig vom Betrag — im Thurgau ist das so gehandhabt. Die Steuerfreiheit bis zum Freibetrag von CHF 1’071’000 ab 1.1.2026 gilt für Gewinne aus bewilligten Schweizer Grossspielen, nicht für diese. Wer den Anbieter wechselt, wechselt also auch die Steuerlogik seines Gewinns.

Cloudbet: ausländisches Angebot ohne Schweizer Bewilligung

Cloudbet hat keine Schweizer Bewilligung (Art. 4 BGS). Wie üblich für solche Anbieter gibt es keinen Anschluss an das Schweizer Sperrregister, keinen Schweizer Rechtsweg, und die Seite findet sich oft auf der Gespa-Sperrliste.

Der entscheidende Punkt bei einem solchen Anbieter ist nicht die Quote, sondern die Identitätsprüfung. Im bewilligten Schweizer Bereich ist ein Konto pro Person mit geprüfter Identität vorgeschrieben, und Auszahlungen gehen nur auf ein Konto auf den Namen des Kontoinhabers (Art. 50 Abs. 2 VGS). Wo diese beiden Regeln fehlen, fehlt auch die Grundlage dafür, dass eine Streitigkeit überhaupt aufklärbar wäre.

Bahigo: ausländisches Angebot ohne Schweizer Bewilligung

Bahigo hat keine Schweizer Bewilligung (Art. 4 BGS). Es gibt keinen Schweizer Rechtsweg, keinen Anschluss an das Sperrregister, und die Seite wird regelmässig auf die Sperrliste der Gespa gesetzt.

Der Anbieter steht in der Liste, weil Schweizer Spielende ihm begegnen, nicht weil er in der Schweiz zugelassen wäre. Wer die Wahl zwischen diesem Haus und einem Bewilligungshaus als Wahl zwischen zwei Quoten versteht, hat den Gegenstand der Entscheidung noch nicht gefunden. Die Entscheidung betrifft den Rahmen, in dem eine Wette überhaupt abgewickelt wird.

Was ein Grand-Slam-Einsatz in der Schweiz mit Steuern zu tun hat

Sucht jemand nach einer Anleitung, um mit Australian-Open-Wetten nebenbei etwas dazuzuverdienen, ist der ehrliche erste Satz, dass es dafür in der Schweiz zwei verschieden besteuerten Wege gibt und keinen dritten. Wer im bewilligten Schweizer Bereich gewinnt, bleibt bis zum Freibetrag steuerfrei: Der Bundesfreibetrag liegt ab 1.1.2026 bei CHF 1’071’000 pro Einzelgewinn; darunter fallen weder Einkommenssteuer noch Verrechnungssteuer an, weil ein normaler Wettender diese Schwelle nie erreicht.

Wer dagegen bei einem ausländischen Anbieter gewinnt, zahlt auf den Gewinn keine Verrechnungssteuer, dafür behandelt die kantonale Praxis ihn je nach Kanton als vollständig steuerbares Einkommen. Die Haltung dazu ist in der Schweiz nicht einheitlich; das ist keine Lücke in der Regel, sondern der Regel gewachsene Föderalismus. Wer seinen Wohnsitz wechselt, sollte die Steuerfolge zusammen mit dem Umzug prüfen.

Das steuerliche Bild als Ganzes ist damit das einzige Feld, in dem der ausländische Anbieter formal günstiger dasteht — ohne Schweizer Verrechnungssteuer. Der Preis dafür ist, dass es keine Schweizer Stelle gibt, die bei einem Streit entscheidet, und dass die Sperre im Register den Anbieter nicht erreicht.

Rechnen für einen Beispiel-Wettschein bei Sporttip

Der Nutzen der Zweiwege-Rechnung von oben lässt sich an einem konkreten Vorgang prüfen, ohne dafür eine echte Quote zu behaupten. Wer CHF 20 auf eine Einzelwette mit Quote 1.80 setzt, liest als möglichen Gewinn CHF 36: Einsatz mal Quote, zuerst auf zwei Nachkommastellen aufgerundet, dann auf 5 Rappen abgerundet. Der Nettogewinn liegt bei CHF 16, weil der Einsatz mit dem Gewinn zurückkommt.

Das ist die ganze Mechanik einer Einzelwette, und mehr gibt es daran nicht zu verstehen. Interessanter ist, was der Betrag über die Kosten verrät. Legt man den angenommenen Markt mit rund 5,26 % Marge zugrunde, bleiben von jedem auf diesem Markt platzierten Franken statistisch etwa 94,74 Rappen als Auszahlung — ein Durchschnitt über viele Wetten, keine Zusage für die eine. Wer wiederholt je CHF 20 setzt, gibt pro Wette durchschnittlich rund CHF 1,05 an diese Stelle ab. Nach achtzehn solchen Wetten ist das ungefähr ein weiterer Einsatz von CHF 20, der nicht mehr da ist.

Über ein Grand-Slam-Turnier mit täglichen Wetten ist das keine kleine Summe. Genau deshalb ist die Frage nicht, ob ein Tipp gut ist, sondern wie viele Wetten ein Turnier verlangt — und wie viel die Summe der Margen in zwei Wochen ausmacht.

Häufige Fragen zu Australian-Open-Wetten in der Schweiz

Wann fand die letzte Ausgabe statt, und wann steigt die nächste?

Die Australian Open 2026 wurden vom 18. Januar bis 1. Februar 2026 in Melbourne ausgetragen. Den Herreneinzel-Titel gewann Carlos Alcaraz, den Dameneinzel-Titel Jelena Rybakina. Die Ausgabe 2027 ist für den 17. bis 31. Januar 2027 angesetzt. Das Turnier findet jährlich statt, das Zeitfenster bleibt damit im Kern stabil.

Darf ich in der Schweiz auf die Australian Open wetten, und wo?

Ja, aber nur bei Swisslos mit Sporttip und bei der Loterie Romande mit Jouez Sport. Mehr Veranstalter lässt das Gesetz nicht zu. Ein Online-Konto setzt Wohnsitz im jeweiligen Gebiet voraus: Swisslos für die Deutschschweiz, das Tessin und Liechtenstein, Jouez Sport für Freiburg, Genf, Jura, Neuenburg, Waadt und Wallis.

Wie wirkt sich der Match-Tiebreak im Entscheidungssatz aus?

Die Herren spielen auf drei Gewinnsätze, die Damen auf zwei. Bei 6:6 entscheidet der Tiebreak, im letzten Satz ein Match-Tiebreak bis 10 Punkte mit zwei Punkten Vorsprung. Für Wetten auf Satz und Spielausgang heisst das: Der letzte Satz kann kürzer ausfallen als jeder andere, und die Zahl der Spiele bleibt offener als bei einem regulären Satz.

Wie wird der Gewinn berechnet, und was ist die Marge?

Der Gewinn ist Einsatz mal Quote, bei Kombinationen mal dem Produkt der Einzelquoten, danach wird auf zwei Nachkommastellen aufgerundet und auf 5 Rappen abgerundet. Die Marge ist der Anteil, den der Veranstalter an einem Markt einbehält — im angenommenen Beispiel 1.90/1.90 bei rund 5,26 % des auf diesen Markt gesetzten Geldes.

Welche Verlustlimiten gelten, und wie sperre ich mein Konto?

Vor der ersten Teilnahme müssen bei Sporttip Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage gesetzt werden, höchstens CHF 9’999, unter 21 Jahren höchstens CHF 1’000. Eine Senkung wirkt sofort, eine Erhöhung erst nach 72 Stunden. Eine Selbstsperre ist produktbezogen für 1 bis 180 Tage möglich, ohne Aufhebung vor Fristablauf.

Wie ist der Steuerfreibetrag bei Gewinnen geregelt?

Gewinne aus bewilligten Schweizer Grossspielen sind bis zum Steuerfreibetrag pro Einzelgewinn einkommenssteuerfrei. Der Bundesfreibetrag liegt ab 1.1.2026 bei CHF 1’071’000 (2025: CHF 1’070’400). Der kantonale Freibetrag weicht ab — deshalb «je nach Kanton». Oberhalb der Schwelle behält der Veranstalter 35 % Verrechnungssteuer ein, rückholbar über die Steuererklärung.

Inhalt erstellt vom Team «dreiwegwetten.com»