Online Cricket Wetten in der Schweiz – ein Spiel über fünf Tage und eine Bewilligung für zwei

Updated Oktober 2026
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Stand: 29. Oktober 2026 · Die Bewilligungslage wurde gegen die Angaben der Gespa als interkantonale Geldspielaufsicht und gegen die Veranstalterbewilligungen nach Geldspielgesetz geprüft.

Ein ovales Cricketfeld mit gemähtem Rasen und hellem Mittelstreifen am frühen Morgen, Nebel zwischen den Bäumen am Rand
Im Cricket stehen sich zwei Mannschaften mit je 11 Spielern gegenüber.

Cricket ist in der Schweiz eine Randerscheinung, und wer darauf wetten will, merkt das schneller als bei jeder anderen Sportart. Nicht weil es keine Quoten gäbe, sondern weil der Kreis der Anbieter, die hier überhaupt Sportwetten anbieten dürfen, mit zwei Namen abschliessend besetzt ist. Swisslos mit dem Produkt Sporttip und die Loterie Romande mit Jouez Sport. Mehr kommen nicht, und es kommen auch keine nach: Die Kantone haben die Zahl der Veranstalterinnen von Lotterien und Sportwetten auf zwei begrenzt.

Daraus folgt alles Weitere. Ein Cricket-Match kann auf einem Schweizer Wettschein stehen, aber nur dann, wenn es auf der Liste der bewilligten Sportarten, Wettkämpfe und Wettarten steht, die die Gespa führt. Diese Liste ist geschlossen, sie kennt Qualifikationsrunden nur, wenn sie ausdrücklich aufgeführt sind, und sie lässt sich nicht dadurch erweitern, dass ein Anbieter im Ausland ein schöneres Wettprogramm zeigt.

Was ein Cricket-Wetten-Test hat, das hat Cricket selbst: Es ist langsam, es ist erklärungsbedürftig, und es kann vor der letzten Session regnen. Ein Test-Match läuft bis zu fünf Tage, mit drei Sessions von je rund zwei Stunden. Wer in der zweiten Stunde des zweiten Tages eine Quote sieht, sieht eine Zahl, die zu einem Ergebnis gehört, das frühestens übermorgen feststeht. Diese Spanne erklärt, warum sich Cricket für Limiten und Pausen mehr interessiert als jede Fussballwette, und warum der folgende Text mit der Rechtslage beginnt und nicht mit der Sportart.

## Spielplänge, die man kennen muss: warum die Rechtslage vor der Sportart steht

In der Schweiz ist Sportwetten ein Grossspiel im Sinne des Geldspielgesetzes (BGS, SR 935.51, in Kraft seit dem 1. Januar 2019). Aufsicht ist die Gespa, die Interkantonale Geldspielaufsicht in Bern. Nicht die ESBK, denn die ist für Casinos zuständig, und ein Casinobewilligung bringt für eine Cricketwette nichts ein. Wer hier eine Wette auf ein Cricket-Match platziert, tut das bei einer Veranstalterin mit einer Veranstalterbewilligung und einer eigenen Spielbewilligung — die Bewilligung gilt nur in der Schweiz.

Ein Smartphone mit dunklem Display liegt auf einer Parkbank, dahinter ein Schweizer Dorf mit Kirchturm im Dunst
Den Cricket World Cup 2023 gewann Australien, Gastgeber war Indien; die Ausgabe 2027 wird in Südafrika, Simbabwe und Namibia ausgetragen und auf 14 Teams erweitert.

Zwei Veranstalterinnen, keine dritte. Swisslos, die SWISSLOS Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft mit Sitz in Basel, veranstaltet Sportwetten unter dem Namen Sporttip; Grundlage ist die Interkantonale Vereinbarung über die gemeinsame Durchführung von Geldspielen vom 20. Mai 2019. Loterie Romande, die Société de la Loterie de la Suisse Romande, veranstaltet ihr Sportangebot als Jouez Sport; sie nennt 2’350 Verkaufsstellen in der Westschweiz und 221 Mitarbeitende.

Die beiden teilen sich das Land, und zwar säuberlich. Sporttip läuft im Gebiet der Kantone AG, AI, AR, BE, BL, BS, GL, GR, LU, NW, OW, SG, SH, SO, SZ, TG, UR, ZG und ZH, dazu im Kanton Tessin und im Fürstentum Liechtenstein. Jouez Sport bedient die sechs Westschweizer Kantone Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura.

Wohnsitz entscheidet, nicht Geschmack. Für die Online-Registrierung braucht es mindestens 18 Jahre und Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt im Vertragsgebiet der jeweiligen Veranstalterin. Dazu darf keine Spielsperre bestehen, und jede Person darf sich nur einmal registrieren. Die Ausweisdaten werden aus dem hochgeladenen Ausweis ausgelesen und gegen Adressdatenbanken geprüft. Ein in Zürich wohnhafter Cricket-Fan kann also kein Konto bei Jouez Sport eröffnen, und ein Genfer keines bei Sporttip. Das ist keine Härte des Anbieters, sondern die Konsequenz daraus, dass der Veranstalter einem Gebiet zugeteilt ist.

Was auf der Liste stehen darf und was nicht, ist enger als der Fernseher. Gewettet wird ausschliesslich auf Sportereignisse — politische Wetten, Wetterwetten oder Wetten auf Fernsehsendungen sind nicht zulässig. Erlaubt ist nur, was auf der Liste der bewilligten Sportarten, Wettkämpfe und Wettarten steht: Qualifikationsrunden nur, wenn sie dort erscheinen, Frauenwettbewerbe nur, wenn sie dort erscheinen, Ranglistenwetten nur, wenn die Rangliste über den Einzug in einen internationalen Wettbewerb oder aufs Podest entscheidet, und niemals Wetten auf Trainingsläufe. Eckball- und Kartenmärkte tauchen dort nicht auf. E-Sport wird dort nicht geführt. Veranstaltungen, an denen überwiegend Minderjährige teilnehmen, sind gesperrt.

Livewetten sind erlaubt, vor dem Spiel und während des Spiels, sofern die Veranstalterin über eine entsprechende Entscheidung verfügt. Und dann ist da der Punkt, an dem Cricket und Schweiz zusammengehen: Die Liste der bewilligten Wettarten entscheidet, welche Cricket-Märkte überhaupt angeboten werden können — ein Markt, der dort fehlt, fehlt unabhängig davon, wie gut die Serie läuft.

Ein ausländisches Angebot ändert daran nichts. Eine Bewilligung aus Curaçao, Malta, Deutschland oder irgendeinem anderen Land hat in der Schweiz keine Wirkung. Sportwetten ohne Schweizer Bewilligung zu veranstalten ist strafbar: bis zu drei Jahren Freiheitsstrafe oder Geldstrafe, bei gewerbsmässigem Betrieb bis zu fünf Jahren. Der Spielende selbst wird nicht bestraft, aber Einsätze und Gewinne können in einem Verfahren gegen den Veranstalter eingezogen werden. Und die Gespa führt eine Sperrliste ausländischer Domains, die Schweizer Telecom-Anbieter per DNS blockieren — erste Liste vom 3. September 2019, 671 Domains Ende 2025. Blockierte Domains werden innert Stunden ersetzt. Wer sich also bei einem ausländischen Anbieter ein Konto gesucht hat und ihn drei Monate später über dieselbe Adresse nicht mehr findet, hat kein technisches Problem.

Bewilligung, Veranstalterin, gemeldete Bewilligung: die Einordnung der zehn Namen

Die folgende Übersicht ordnet die zwei Schweizer Veranstalterinnen und acht ausländische Marken nach demselben Raster. Die Spalte zur Bewilligung ist keine Note, sondern eine Tatsache: Entweder es gibt eine Schweizer Bewilligung für ein Grossspiel, mit Aufsicht durch die Gespa und Eintrag im Limiten- und Sperrsystem, oder es gibt keine.

Anbieter Schweizer Bewilligung Veranstalterin oder gemeldete Bewilligung
Swisslos Sporttip Veranstalter- und Spielbewilligung nach BGS (Aufsicht Gespa) SWISSLOS Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft, Basel
Loterie Romande Jouez Sport Veranstalter- und Spielbewilligung nach BGS (Aufsicht Gespa) Société de la Loterie de la Suisse Romande, Lausanne
Betscore ohne Schweizer Bewilligung Bewilligung nicht festgestellt, ohne Wirkung in der Schweiz
22Bet ohne Schweizer Bewilligung Bewilligung nicht festgestellt, ohne Wirkung in der Schweiz
bet-at-home ohne Schweizer Bewilligung Bewilligung nicht festgestellt, ohne Wirkung in der Schweiz
Betify ohne Schweizer Bewilligung Bewilligung nicht festgestellt, ohne Wirkung in der Schweiz
ZotaBet ohne Schweizer Bewilligung Bewilligung nicht festgestellt, ohne Wirkung in der Schweiz
BetAlright ohne Schweizer Bewilligung Bewilligung nicht festgestellt, ohne Wirkung in der Schweiz
N1 Bet ohne Schweizer Bewilligung Bewilligung nicht festgestellt, ohne Wirkung in der Schweiz
BetFury ohne Schweizer Bewilligung Bewilligung nicht festgestellt, ohne Wirkung in der Schweiz

Zwei Zeilen tragen eine Bewilligung, acht tragen keine, und mehr Spalten braucht es nicht, um die Lage zu beschreiben. Die acht teilen sich dieselbe Konsequenz, unabhängig davon, wie ordentlich ihre Seite aussieht: keine Anbindung an das Schweizer Sperrregister, kein Schweizer Rechtsschutzweg, kein Schweizer Gerichtsstand für eine Streitigkeit über eine Wette. Für den Betrag auf dem Bildschirm ist das erst einmal egal. Für den Betrag, der nicht ausbezahlt wird, ist es das nicht.

Was ausländische Seiten kosten, wenn die Domain verschwindet

Die Sperrliste ist ein Werkzeug gegen den Anbieter, nicht gegen den Spielenden — treffen kann sie den Spielenden trotzdem. Wird eine Domain blockiert, verlagert der Anbieter sie weiter, oft innert Stunden. Ein Konto, das sich über eine solche Domain angemeldet hat, lebt auf einem Ersatzpfad weiter, aber die Verbindung zwischen Schweizer Wohnzimmer und Serverfarm ist dünner, als sie auf dem Login-Bildschirm aussieht. Ein Guthaben auf einer Domain, die auf der Sperrliste steht, ist kein Schweizer Guthaben.

Dazu kommt der Steuerpfad. Gewinne aus Schweizer Grossspielen sind bis zum Steuerfreibetrag pro Einzelgewinn einkommenssteuerfrei und erst darüber steuerbar; der bundesrechtliche Freibetrag liegt ab dem 1. Januar 2026 bei CHF 1’071’000 (2025: CHF 1’070’400), und die kantonale Schwelle ist je nach Kanton unterschiedlich. Oberhalb der Schwelle behält die Veranstalterin 35 % Verrechnungssteuer ein, die über die Deklaration in der Steuererklärung zurückgeholt wird. Ein normaler Wettender bleibt deutlich darunter, zahlt also weder Einkommenssteuer noch Verrechnungssteuer auf den Gewinn. Eine Schweizer Wettsteuer auf den Einsatz gibt es nicht.

Gewinne bei ausländischen Anbietern unterliegen nicht der Verrechnungssteuer. Die kantonale Steuerpraxis im Thurgau behandelt Gewinne aus ausländischen Grossspielen jedoch als vollständig steuerbares Einkommen, unabhängig von der Höhe. Das ist die eine Konsequenz, die man erst merkt, wenn die Steuererklärung schon ausgefüllt ist. Für die eigene Situation gilt: Steuerberater oder kantonale Steuerverwaltung fragen.

Und ein zweiter Punkt, der im Cricket häufiger greift als im Fussball: Die Zahlung von Gewinnen und Salden erfolgt nur auf ein Zahlungskonto auf den Namen der Kontoinhaberin oder des Kontoinhabers. Anonyme oder Krypto-Auszahlungen gibt es im bewilligten Schweizer Wettangebot nicht, und Kredite an Spielende sind untersagt. Wer sein Cricket-Konto mit einer fremden Karte auffüllt, baut sich an der Auszahlung eine Wand.

## Grundlagen für Einsteiger: Verlustlimiten, Pausen und die Spielsperre

Cricket ist die Sportart, für die der Spielerschutz in der Schweiz fast erfunden wirkt. Ein Test-Match läuft fünf Tage, drei Sessions pro Tag, und man kann in dieser Zeit sehr viel Geld sehr unauffällig verlieren. Genau dagegen stehen die Werkzeuge, die das Geldspielgesetz vorschreibt, und die erste Regel lautet: Nicht der Staat setzt die Limite, der Spielende setzt sie. Die Veranstalterin muss verlangen, dass man einen oder mehrere Höchstwerte für Einsätze oder Verluste je Tag, Woche oder Monat festlegt.

Ein roter Lederball und ein Holzschläger liegen auf einer Rasenkante, dahinter ein unscharfer Zaun
Im Cricket stehen sich zwei Mannschaften mit je 11 Spielern gegenüber; ein Spiel hat zwei oder vier Innings, ein Over besteht aus sechs regulären Bällen.

Bei Sporttip heisst das konkret: Vor der ersten Teilnahme sind Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage zu setzen, mit einer Oberlimite von CHF 9’999 und unter 21 Jahren einer Oberlimite von CHF 1’000. Eine Senkung gilt sofort, eine Erhöhung erst nach 72 Stunden. Zusätzlich ist eine freiwillige Einzahlungslimite für jeweils 30 Tage möglich. Der Unterschied zwischen Senken und Erhöhen ist kein Detail, sondern der ganze Mechanismus: Die Limite schützt nur, solange sie weh tut, und sie tut nur weh, wenn man sie nicht in derselben Minute zurückschrauben kann, in der die Serie schlecht läuft.

Nach Gesetz arbeitet das Heraufsetzen erst nach 24 Stunden; Swisslos und Loterie Romande setzen in ihren eigenen Bedingungen 72 Stunden an. Eine feste staatliche Einzahlungsobergrenze gibt es in der Schweiz nicht — wer nach einer Zahl sucht, die für alle gilt, sucht vergeblich. Die Zahl, die für alle gilt, ist jene, die man selbst eingetragen hat.

Die Spielsperre ist das schärfere Werkzeug. Bei Swisslos lässt sich der Zugang produktbezogen für 1 bis 180 Tage selbst sperren, ohne dass die Sperre vor Fristablauf aufgehoben wird. Eine unbefristete Spielsperre wird in einem schweizweiten Register eingetragen und gilt auch für Casinos einschliesslich Online-Casinos sowie im Fürstentum Liechtenstein. Eine freiwillige Spielsperre kann erst nach drei Monaten aufgehoben werden, und daran ist eine Fachstelle beteiligt. Zusätzlich muss eine selbst gewählte Pause von bis zu sechs Monaten angeboten werden. Ausgeschlossene oder minderjährige Spielende haben keinen Anspruch auf Einsätze oder Gewinne.

Diese letzte Zeile ist die unbequemste im ganzen Regelwerk, und sie ist wichtig. Wer sich sperrt und dann trotzdem spielt, verliert nicht nur, er verliert ohne Anspruch. Im Cricket, wo eine Wette über Tage im Rennen bleibt, ist die Versuchung, sich mitten im Match wieder freizuschalten, grösser als bei einem Spiel über 90 Minuten. Die Frist ist genau deshalb da.

Der Bogen, den eine lange Partie schlägt

Ein Test-Match wird über fünf Tage nicht gleichmässig gespielt. Die ersten Sessions gehören den Batting-Teams, das Spiel zieht sich, und der Markt bewegt sich weniger, als ein Fussballzuschauer erwartet. Ab dem dritten Tag kippt die Partie typischerweise, ein Ergebnis wird plausibel, und die Quoten laufen. Wer sein Limit für 30 Tage am ersten Tag ausschöpft, hat am vierten nichts mehr zur Verfügung.

Das spricht nicht gegen Limiten, sondern für deren Aufteilung. Eine Limite, die über den Monat gestreckt ist, verhindert, dass ein einziges langes Spiel den ganzen Monat frisst. Genau das ist der Grund, warum Swisslos nicht eine Limite verlangt, sondern drei.

Wer unter 21 Jahre alt ist, merkt die strengere Zahl: CHF 1’000 als Oberlimite für die Limiten. Das ist keine Empfehlung, sondern die Grenze, für die man sich entschieden hat.

Wo Schweizer Kontrolle endet

Die Spielsperre wirkt in der Schweiz. Ein ausländischer Anbieter ist nicht an das Register angebunden, und die Sperre, die man bei Sporttip gesetzt hat, existiert für ihn nicht. Wer sich sperren lässt und danach auf einer ausländischen Seite spielt, spielt ausserhalb des Mechanismus, der ihn schützen sollte.

Der zweite Punkt betrifft die Verkaufsstellen. Die Gespa hat 2025 Testkäufe durchgeführt, und an Verkaufsstellen wurde in 47,5 % von 200 Fällen eine Sportwette an eine minderjährige Person verkauft. Der Wert sagt weniger über die Kontrolle in der Fläche als über die Verlässlichkeit dieses Wegs: Wer die Altersgrenze durchsetzen will, verlässt sich besser auf die Online-Registrierung mit Ausweisprüfung als auf den Schalter. Die Gespa veröffentlicht ausserdem keine Liste weiterer bewilligter Wettanbieter — es gibt keine. Sie veröffentlicht nur die Sperrliste der blockierten ausländischen Domains.

## Cricket-Wettanbieter im Vergleich und der Spielplan, der dahintersteht

Cricket besteht aus drei Formaten, die unterschiedliche Erwartungen an einen Wettschein stellen. Sie zu kennen ist keine Cricket-Bildung, sondern die Grundlage dafür, eine Quote überhaupt einordnen zu können.

Test-Match: bis zu fünf Tage, täglich drei Sessions von etwa zwei Stunden. Ein Ergebnis ist nicht garantiert, und die Zeit kann vor Ende aller Innings ablaufen — dann endet das Spiel als Draw. One-Day International (ODI): in der Regel 50 Overs pro Innings. Twenty20 (T20): 20 Overs pro Innings, höchstens 75 Minuten je Innings. In allen Formaten stehen sich zwei Mannschaften mit je 11 Spielern gegenüber; ein Spiel hat zwei oder vier Innings, und ein Over besteht aus sechs regulären Bällen.

Die Unterscheidung, die am häufigsten übersehen wird, ist der Unterschied zwischen Tie und Draw. Ein Tie entsteht, wenn alle Innings beendet sind und der Punktestand gleich ist — das gilt als sehr selten. Ein Draw entsteht in der Regel, wenn die Zeit vor Ende aller Innings abläuft. Zwei Zeilen im Regelwerk, zwei völlig verschiedene Ausgänge, und auf dem Wettschein zwei verschiedene Marktlogiken. Wer Draw und Tie verwechselt, hat nicht auf das falsche Team gesetzt, sondern auf das falsche Ereignis.

Auf der Turnierebene sieht der Kalender so aus: Der Cricket World Cup der Männer findet alle vier Jahre statt und wird mit 50 Overs pro Innings gespielt, seit 1987, zuvor mit 60. Die erste Austragung war 1975 in England, Rekordsieger ist Australien mit 6 Titeln. Die Ausgabe 2023 gewann Australien, Gastgeber war Indien. Die Ausgabe 2027 wird in Südafrika, Simbabwe und Namibia ausgetragen und auf 14 Teams erweitert. Das Finale 2019 steht als Beispiel für die Grenzen jedes Modells: Nach 50 Overs stand es 241:241, im Super Over 15:15, und England gewann anhand der Zahl der Boundaries. Ein Ergebnis, das kein Quotenmodell sauber abbildet, weil die Entscheidungsregel ausserhalb des Spiels liegt.

Neben dem Weltverband gibt es die nationalen Twenty20-Ligen, für die die Indian Premier League mit internationalen Spielern das bekannteste Beispiel ist. Diese Ligen liefern den grössten Teil des Cricket-Angebots ausserhalb der Turnierfenster — mit dem Vorbehalt, der für die ganze Sportart gilt: Ob und in welchem Umfang ein Wettkampf im Schweizer Wettprogramm erscheint, hängt an der Liste der bewilligten Wettkämpfe, nicht an der Popularität der Liga.

Im Cricket kann sich der Zielwert der zweiten schlagenden Mannschaft mitten im Spiel ändern. Die Duckworth-Lewis-Stern-Methode berechnet dieses Ziel in Limited-Overs-Spielen, die durch Wetter unterbrochen wurden. Eingeführt wurde die Methode 1997, vom International Cricket Council 1999 offiziell übernommen, und seit November 2014 trägt sie nach Steven Stern den heutigen Namen. Die zweite Zahl in diesem Absatz ist die, die über eine Wette entscheidet: In 50-Over-Spielen muss jedes Team mindestens 20 Overs spielen, im Twenty20 mindestens fünf. Wird weniger gespielt, gilt das Spiel als «No Result» — es sei denn, ein Team ist all out oder hat das Ziel früher erreicht.

Was daraus für eine platze Wette folgt, ist unspektakulär und wird trotzdem oft übersehen. Ein No Result ist kein Draw und kein Sieg der stärkeren Mannschaft. Wer eine Einzelwette auf den Sieger hält und der Regen bricht das Spiel nach 15 Overs ab, hat nicht auf ein Ergebnis gewettet, das es gibt. Vor jedem Start einer Partie in der Regenzeit ist der Blick auf die Overs-Grenzen damit genauso wichtig wie der Blick auf die Quote.

Quoten und die Marge: was eine 1.90 auf beiden Seiten bedeutet

Quoten sind der Preis, den eine Veranstalterin für ein Risiko zahlt, und die Marge ist der Anteil, den sie für sich behält. Die Rechnung ist einfach, sobald man den Auszahlungsschlüssel kennt: Er ergibt sich aus 1 ÷ (1/Quote₁ + … + 1/Quoteₙ), gebildet über alle Ausgänge eines Marktes, und die Marge ist 100 % minus diesem Auszahlungsschlüssel.

Nehmen wir einen illustrativen Zwei-Weg-Markt mit 1.90 auf beiden Seiten — ein Rechenbeispiel, kein zitierter Preis. Aus 1/1.90 und 1/1.90 folgt ein Auszahlungsschlüssel von rund 95 %, und damit eine Marge von ungefähr 5 %. Auf jeden Franken, der auf diesen Markt gesetzt wird, behält die Veranstalterin also rund fünf Rappen ein, verteilt über beide Seiten. Wer 100 Franken auf 1.90 setzt, bekommt bei einem Treffer 190 Franken zurück, davon 90 Franken Nettogewinn — aber die Wette muss, wie jede, erst diese fünf Prozent überwinden, bevor sie Geld verdient.

Die Zahl ist eine Bandbreite und keine Konstante. In einem Zwei-Weg-Markt mit 1.90/1.90 liegt die Marge bei etwa 5 %, und dieselbe Rechnung liefert für andere Preispaare andere Werte: Bei 1.80/1.80 sind es rund 10 %, bei 2.00/2.00 rund 0 %. Der letzte Wert ist kein Fehler, sondern der Hinweis darauf, warum ein Buchmacher 2.00/2.00 nie freiwillig anbietet. Die Marge liegt in der Quote, nicht daneben, und sie ist im Cricket nirgends kleiner als im Fussball, nur weil die Sportart komplizierter aussieht.

Für Cricket heisst das: Ein Markt auf den Sieger eines T20-Spiels mit zwei Mannschaften ist im Aufbau derselbe wie ein Zwei-Weg-Markt im Tennis. Der Unterschied liegt nicht in der Rechenregel, sondern in der Unsicherheit, die in den Preis eingearbeitet wird — und in der Marge, die dieselbe Regel über jeden einzelnen Markt legt.

Was eine Quote auf einen Sieger zurückzahlt

Für eine Einzelwette gilt: Rückzahlung = Einsatz × Quote, Nettogewinn = Einsatz × (Quote − 1). Bei 150 Franken auf 2.10 sind das 315 Franken zurück, also 165 Franken Nettogewinn. Bei einer Kombiwette multiplizieren sich die Quoten der einzelnen Positionen zu einem Preis; zwei Positionen zu 1.90 und 1.90 ergeben zusammen 3.61, und diese Multiplikation ist der Grund, warum Kombiwetten bei einem einzelnen Fehler den ganzen Einsatz kosten.

Im Cricket ist die Kombiwette der Punkt, an dem die Marge doppelt zählt. Jede Position trägt ihre eigene Marge, und die Multiplikation der Quoten multipliziert auch die eingebaute Marge. Eine Kombiwette aus drei Positionen zu je rund 5 % Marge trägt einen deutlich höheren Anteil an eingebauten Kosten als eine Einzelwette. Das ist kein Betrug, sondern Arithmetik — und es ist der Grund, warum ein langer Wettschein selten das Ergebnisfenster eines einzelnen Marktes trifft.

## Top 10 Cricket-Wettanbieter für die Schweiz: Sporttip und Jouez Sport zuerst, acht Marken ohne Bewilligung danach

Die Reihenfolge dieser Liste ist nicht die Reihenfolge der Attraktivität, sondern die Reihenfolge der Schweizer Rechtslage. Zuerst die zwei Veranstalterinnen mit einer Bewilligung für ein Grossspiel, danach acht ausländische Marken, die hier ohne Schweizer Bewilligung arbeiten. Alle zehn werden nach denselben Kriterien bewertet: Bewilligungsstatus, Einsatzlimiten, Auszahlung auf das eigene Konto und die Grenzen dessen, was ein Vergleich überhaupt zeigen kann.

Was ein solcher Vergleich nicht kann: Er kann nicht sagen, wer die besseren Cricket-Quoten hat. Marktpreise ändern sich von Partie zu Partie und von Markt zu Markt, und eine Zahl, die an einem Dienstag für ein T20-Spiel galt, taugt am Mittwoch für ein ODI nicht mehr. Die Bewilligung dagegen ist eine feste Grösse, und die Einsatzlimiten stehen in den Bedingungen der Veranstalterin, nicht auf einer Marketingseite. Der praktische Rat ist entsprechend altmodisch: Erst die Bedingungen lesen, dann die Quote.

Die zwei Veranstalterinnen mit Schweizer Bewilligung

Beide arbeiten in einem geschlossenen System. Die Bewilligung nach BGS mit Aufsicht durch die Gespa bringt die Anbindung an das Sperrregister, die Limitenpflicht und die geprüfte Identität. Sie bringt aber auch die Grenzen: ein Wohnsitzerfordernis und ein Wettprogramm, das an die bewilligten Sportarten, Wettkämpfe und Wettarten gebunden ist.

Die acht Marken ohne Schweizer Bewilligung

Für alle acht gilt dieselbe Ausgangslage, und sie ist eine Tatsache und kein Vorwurf: eine Bewilligung im Ausland hat in der Schweiz keine Wirkung, keine Anbindung an das Schweizer Sperrregister, kein Schweizer Rechtsschutzweg, und die Domains können auf die Sperrliste der Gespa gesetzt werden. Ein Cricket-Markt auf einer solchen Seite ist ein Cricket-Markt in einem anderen Rechtsraum.

Die Grenzen dieses Vergleichs

Die Bewilligungszeile ist überprüfbar, die Limitenzeile bei den bewilligten Veranstalterinnen ebenfalls. Was bleibt, ist eine Bandbreite von Fragen, die eine Vergleichstabelle nicht beantworten kann, weil ihre Antwort an den konkreten Markt gebunden ist: Wie hoch ist die Marge in genau diesem ODI-Markt heute, wie tief ist das Live-Angebot, gibt es die Partie überhaupt im Wettprogramm.

## Wie Cricket-Wetten in der Schweiz funktionieren: Formate, Quoten und der eigene Kontorahmen

Die Praxis beginnt nicht mit einem Match, sondern mit einem Konto. Die Online-Registrierung verlangt mindestens 18 Jahre, Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt im Vertragsgebiet, keine bestehende Spielsperre — und sie erlaubt genau eine Registrierung pro Person. Die Ausweisdaten werden maschinell aus dem hochgeladenen Ausweis gelesen und gegen Adressdatenbanken geprüft. Wer in dieser Prüfung ungenau ist, bekommt kein zweites Konto, sondern ein Problem.

Der Rahmen, in dem dann gespielt wird, ist bei Sporttip eng beschrieben. Der Mindesteinsatz für Einzel- und Kombinationswetten beträgt CHF 1. Der Höchsteinsatz für eine Einzel- oder Kombinationswette liegt bei CHF 1’000, für eine Systemwette bei CHF 10’000. Swisslos kann die Limiten jederzeit ohne Angabe von Gründen ändern, und eine Wette über der Limite wird nicht angenommen. Der letzte Satz ist wichtiger, als er klingt: Die Limite ist keine Warnung, sondern eine Wand, und die Wand kann sich zwischen zwei Sessions eines Test-Matches verschieben.

Zugang haben Personen ab 18 Jahren; unter 18 Jahren ist die Teilnahme ausgeschlossen. Und wer als Wettkämpfer an einem Wettereignis teilnimmt, darf auf dieses Ereignis nicht wetten. Diese Regel trifft im Cricket jeden Vereinsspieler, der nebenher auf die eigene Liga setzen möchte.

Sporttip-Umfang heisst auch: Die reguläre Spielzeit umfasst die reguläre Spieldauer plus Nachspielzeit; Verlängerung und Penaltyschiessen zählen nur, wenn das Wettprogramm darauf hinweist oder sie Gegenstand der Wette sind. Im Cricket, wo es keine Nachspielzeit und kein Penaltyschiessen gibt, ist das der Satz, der die Grenze zwischen regulärer Partie und einer Entscheidung ausserhalb des Spiels markiert.

Quoten sind nicht frei, sondern das Ergebnis eines Auszahlungsschlüssels. Wer die Marge in jedem Markt mitrechnet, trifft seine Entscheidung auf einer anderen Grundlage als der, der nur die Favoritenquote liest. Bei einem Zwei-Weg-Markt zu 1.90/1.90 liegt die Marge bei rund 5 % — auf 100 Franken Einsatz also rund 5 Franken, die nicht auf den Spielausgang, sondern an den Markt gehen. Dieselbe Rechnung für ein Preispaar 1.80/1.80 liefert rund 10 %. Das ist die Bandbreite, in der man sich bewegt, und sie ist der Grund, warum eine Quote auf den Aussenseiter selten so grosszügig ist, wie sie auf dem Bildschirm wirkt.

Was nicht in der Quote steckt, ist der Steuerpfad. Bis zum Steuerfreibetrag pro Einzelgewinn bleibt der Gewinn aus einem Schweizer Grossspiel einkommenssteuerfrei; darüber hinaus behält die Veranstalterin 35 % Verrechnungssteuer ein, und die Schwelle ist je nach Kanton unterschiedlich. Für einen typischen Cricket-Wettenden ist der Steuerfreibetrag kein Thema — für eine sehr grosse Serie mit hohen Einsätzen kann er eines werden.

Ein Hinweis, der im Cricket mehr Gewicht hat als in den meisten Sportarten: Quotenboosts gelten nur online für Prematch-Einzelwetten auf eine Voraussage; Profitboosts erhöhen den möglichen Nettogewinn eines definierten Sportereignisses um einen angegebenen Prozentsatz. Beide sind pro Wettenden nur einmal nutzbar, in Einsatz und Erhöhung limitiert, und bei einem Cash-Out verfällt der Boost. Der letzte Punkt ist der, den man merkt: Wer den Boost mitnimmt und dann vorzeitig aussteigt, verliert beides.

Livewetten: was passiert, wenn die Quote auf 1.00 fällt

Bei Sporttip-Livewetten gilt die Wette unabhängig davon, ob das Ereignis live übertragen wird. Das ist für Cricket wichtig, weil die Übertragungsrechte für die wenigsten Partien in der Schweiz liegen. Zwei Regeln sitzen daneben und ändern das Bild: Wetten, die nach dem tatsächlichen Eintreffen des Wettausgangs platziert werden, zählen mit Quote 1.00, und in spielentscheidenden Situationen — Elfmeter, Rote Karte, Videoschiedsrichter-Entscheid — kann Swisslos Wetten mit Quote 1.00 werten. Die Aufzählung nennt Fussballvorgänge; das Prinzip dahinter gilt in jedem Sport: Die Wette zählt als platziert, aber sie zahlt den Einsatz zurück statt eines Gewinns.

In einem Cricket-Match, das über einen Ballwechsel entschieden wird, ist das die praktische Grenze jeder Livewette. Wer die entscheidende Sekunde verpasst, bekommt den Einsatz zurück. Wer sie trifft, bekommt den Preis, den er vorher gesehen hat — nicht den, der in der Zwischenzeit gelaufen wäre.

Und dann ist da der Punkt, an dem Livewetten und lange Spiele zusammenkommen: Eine Livewette auf ein Test-Match kann über Tage im Rennen bleiben und über Nacht durch eine Regenunterbrechung in einen völlig anderen Zustand geraten. Die Marge im Livemarkt ist die Summe aus dem Preis und der Unsicherheit, und im Cricket ist die zweite Komponente gross.

Cash-Out: der Ausstieg, den es nicht garantiert gibt

Cash-Out bei Sporttip gibt es für Einzel-, Kombinations- und Langzeitwetten, vor Spielbeginn und live, aber nur bei Online-Wetten und nur als vollständiges Cash-Out ohne Teilauszahlung. Ein ausgeführtes Cash-Out lässt sich nicht rückgängig machen, und eine Garantie für jeden Markt besteht nicht. Der Cash-Out-Betrag ist tiefer als der mögliche nicht vorzeitige Wettgewinn, hängt vom Stand der Sportereignisse ab und kann von Swisslos jederzeit geändert werden. Swisslos muss Cash-Out nicht für alle Wetten anbieten.

Die letzte Zeile ist der ganze Punkt. Ein Cricket-Match dauert fünf Tage, und der Ausstieg ist genau dann interessant, wenn man ihn am nötigsten hätte — nach zwei verlorenen Sessions, wenn das Spiel kippt. Wenn zu diesem Zeitpunkt ein Markt fehlt, ist kein Werkzeug kaputt, sondern eine Bedingung erfüllt. Wer Cash-Out als Bestandteil der Strategie einplant, plant mit einem Angebot, das die Veranstalterin nicht zusagen muss.

Dazu kommt der regulierte Nicht-Bestandteil: Cash-Out ist im Schweizer Recht nicht geregelt. Es ist eine Funktion der Veranstalterin, mit den Bedingungen der Veranstalterin.

Die Funktion, die Kombinationen überhaupt erlaubt

Bei Sporttip werden voneinander abhängige Wettereignisse derselben Sportveranstaltung nur über die «Bet-Builder-Funktion» kombiniert. Nimmt Swisslos irrtümlich eine solche Kombination ohne diese Funktion an, kann sie die ganze Kombinationswette für ungültig erklären und den Einsatz zurückerstatten. Für Cricket ist das keine Randnotiz: Ein Markt auf den Sieger und ein Markt auf den Topscorer derselben Partie sind voneinander abhängig, und eine Kombination daraus braucht die Funktion.

Wer die Rückerstattung des Einsatzes als Befreiung liest, liest sie falsch. Eine ungültig erklärte Kombination ist kein Freifahrtschein, sondern eine Wette, die nicht stattgefunden hat. Der Gewinn, den man sich ausgerechnet hatte, war nie vorhanden.

## Swisslos Sporttip: die Bewilligung für die Deutschschweiz und das Kontrollnetz dahinter

Swisslos ist die SWISSLOS Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft mit Sitz in Basel, und sie veranstaltet Lotterien und Sportwetten auf der Grundlage der Interkantonalen Vereinbarung über die gemeinsame Durchführung von Geldspielen vom 20. Mai 2019. Das Sportgeschäft läuft unter dem Namen Sporttip. Die Bewilligung ist die einer Veranstalterin eines Grossspiels nach BGS mit Aufsicht durch die Gespa, und sie gilt nur in der Schweiz.

Das Vertragsgebiet umfasst die Kantone AG, AI, AR, BE, BL, BS, GL, GR, LU, NW, OW, SG, SH, SO, SZ, TG, UR, ZG und ZH sowie den Kanton Tessin und das Fürstentum Liechtenstein. Wer dort wohnt, kann ein Konto eröffnen; wer in Freiburg oder Genf wohnt, nicht. Die Grenze ist keine Härte, sondern das Bauprinzip: Zwei Veranstalterinnen teilen sich das Land, und keine davon darf im Gebiet der anderen arbeiten.

Die Limiten stehen in den Bedingungen und nicht im Verkaufsgespräch. Vor der ersten Teilnahme sind Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage zu setzen, mit einer Oberlimite von CHF 9’999 und unter 21 Jahren von CHF 1’000; eine Senkung gilt sofort, eine Erhöhung erst nach 72 Stunden. Der Mindesteinsatz beträgt CHF 1 für Einzel- und Kombinationswetten, der Höchsteinsatz CHF 1’000 für eine Einzel- oder Kombinationswette und CHF 10’000 für eine Systemwette. Alle Limiten kann Swisslos jederzeit ohne Angabe von Gründen ändern, und eine Wette über der Limite wird nicht angenommen.

Die Zahl, die man sich merken sollte, ist die CHF 1’000. Im Cricket ist das die Obergrenze für eine Wette auf einen Markt, dessen Ergebnis erst in drei Tagen feststeht. Bei einer Serie über fünf Tage multipliziert sich das schnell auf einen Betrag, der die eigene Verlustlimite erreicht, bevor die Partie entschieden ist.

Die Funktionen sind vorhanden, aber sie sind Funktionen der Veranstalterin, nicht Rechte des Wettenden. Cash-Out gibt es für Einzel-, Kombinations- und Langzeitwetten, vor Spielbeginn und live, nur online, nur als vollständiges Cash-Out ohne Teilauszahlung, ohne Garantie für jeden Markt, und der Cash-Out-Betrag liegt tiefer als der mögliche nicht vorzeitige Wettgewinn. Quotenboosts gelten nur online für Prematch-Einzelwetten auf eine Voraussage, sind pro Wettenden einmal nutzbar und verfallen bei einem Cash-Out. Voneinander abhängige Ereignisse derselben Sportveranstaltung laufen nur über die Bet-Builder-Funktion.

Der öffentliche Auftrag ist die andere Hälfte dieses Bildes. Swisslos verteilte für 2025 einen Reingewinn von CHF 562 Mio.: CHF 506 Mio. an die kantonalen Fonds und CHF 56 Mio. an die Stiftung Sportförderung Schweiz, für Swiss Olympic, Fussball, Eishockey und Sporthilfe. Aus den Sportwetten stammten davon CHF 109 Mio. nach CHF 122 Mio. im Vorjahr. Ein Cricket-Wettender bei Sporttip spielt also in einem System, in dem ein Teil der Marge in kantonalen Fonds und Sportförderung landet — was die Marge nicht kleiner macht, aber erklärt, wohin sie geht.

Fazit: Der Grund, hier ein Konto zu eröffnen, ist nicht das Wettprogramm, sondern das Kontrollnetz: Sperrregister, Limitenpflicht, geprüfte Identität, Auszahlung nur auf das eigene Konto. Wer das Vertragsgebiet verlässt oder Cricket-Märkte sucht, die die bewilligte Liste nicht führt, wird hier nicht fündig — und findet bei den acht Marken darunter nichts, was den Verlust dieser vier Punkte ersetzt.

## Loterie Romande Jouez Sport: dasselbe Recht, ein anderes Gebiet, dieselbe Lücke

Die Loterie Romande veranstaltet ihr Sportangebot unter dem Namen Jouez Sport für die sechs Westschweizer Kantone Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura. Sie nennt als Kontaktadresse die Avenue de Provence 14 in 1001 Lausanne und zählt 2’350 Verkaufsstellen in der Westschweiz sowie 221 Mitarbeitende. Die Bewilligung ist dieselbe wie bei Swisslos: die einer Veranstalterin eines Grossspiels nach BGS mit Aufsicht durch die Gespa, gültig nur in der Schweiz.

Für einen Cricket-Fan in Genf ist das die einzige Schweizer Adresse, an der ein Konto überhaupt möglich ist. Für einen Cricket-Fan in Zürich ist es keine: Die Teilnahme setzt Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt im Vertragsgebiet voraus, und das Vertragsgebiet der Loterie Romande deckt die Deutschschweiz nicht ab. Wer umzieht, wechselt damit nicht nur die Adresse, sondern auch die Veranstalterin.

Das Angebot selbst folgt demselben Regelwerk, an das auch Sporttip gebunden ist: die bewilligten Sportarten, Wettkämpfe und Wettarten, das Verbot von Wetten auf Veranstaltungen mit überwiegend Minderjährigen, das Verbot von Wetten durch Wettkämpfer auf das eigene Ereignis, das Mindestalter von 18 Jahren, eine Registrierung pro Person mit geprüfter Identität, die Limitenpflicht des Veranstalters und die Anbindung an das schweizweite Sperrregister. Ein Cricket-Markt, der auf der Gespa-Liste fehlt, fehlt hier genauso wie bei Sporttip.

Was für den Vergleich bleibt, ist die Verkaufsstelle. Die Westschweiz hat ein dichtes Netz von 2’350 Verkaufsstellen, und wer Cricket in einer Bar mit einem Papierschein verfolgen will, findet dort einen Weg. Nur ist der Schalterweg der, den die Testkäufe der Gespa mit 47,5 % jugendlichen Verkäufen in 200 Fällen beschreiben — gewiss nicht die stärkste Kontrolle des Systems.

Fazit: Hier entscheidet die Wohnadresse über alles, und Cricket ist nicht das Angebot, das die Verbindung zwischen den beiden Veranstalterinnen erklärt: Wer in der Westschweiz wohnt, hat genau eine bewilligte Option, und die Unterscheidung zwischen Jouez Sport und ausländischen Seiten ist die zwischen Schweizer Rechtsschutz und keinem.

## Betscore: acht Buchstaben, die in der Schweiz nichts belegen

Betscore arbeitet in der Schweiz ohne Schweizer Bewilligung. Nur Swisslos und die Loterie Romande dürfen hier Sportwetten anbieten; eine im Ausland gemeldete Bewilligung ist nicht festgestellt und hätte in der Schweiz ohnehin keine Wirkung. Das Konto steht ausserhalb des Schweizer Sperrregisters, es gibt keinen Schweizer Rechtsschutzweg, und die Domains können auf die Sperrliste der Gespa gesetzt werden.

Für Cricket bedeutet das etwas Konkretes: Ein Markt auf ein ODI in Indien oder ein T20-Spiel in einer nationalen Liga hängt nicht an einer bewilligten Liste, sondern am Programm des Anbieters. Das kann mehr Märkte bedeuten. Es bedeutet aber auch, dass der Streit über einen Ausgang kein Schweizer Streit ist.

Fazit: Die Bandbreite des Programms ist hier kein Vorteil, den man gegen den fehlenden Rechtsschutz aufrechnen kann, weil die zwei Dinge nicht auf derselben Skala liegen.

## 22Bet: das Wettprogramm ist breit, die Sperrliste ist breiter

Auch 22Bet führt in der Schweiz keine Sportwetten mit Schweizer Bewilligung. Da keine Bewilligung vorliegt, besteht kein Schweizer Rechtsschutz, und die Domain kann auf die Sperrliste der Gespa kommen und per DNS blockiert werden.

Die Praxis des Domain-Hoppings ist der Punkt, der hier am meisten irritiert: Blockierte Domains werden innert Stunden ersetzt. Für einen Cricket-Wettenden heisst das, dass die Adresse, unter der er sein Konto führt, keine feste Grösse ist. Das Cricket-Match bleibt fünf Tage lang dasselbe, die Seite darunter nicht.

Fazit: Wer eine Wette über mehrere Tage laufen lässt, sollte sich fragen, welche Adresse er am vierten Tag noch erreicht — und ob ein Guthaben, das hinter einer blockierbaren Domain liegt, für ihn ein Guthaben ist.

## bet-at-home: ein bekannter Name, ein fremder Rechtsraum

Auch bet-at-home arbeitet in der Schweiz ohne Schweizer Bewilligung. Es besteht keine Anbindung an das Schweizer Sperrregister, es gibt keinen Schweizer Rechtsschutzweg, und die Domain kann auf die Sperrliste gesetzt werden.

Ein bekannter Name ist in diesem Zusammenhang die gefährlichste Eigenschaft. Vertrautheit wird leicht mit lokaler Verankerung verwechselt, und beides ist nicht dasselbe. Eine Schweizer Bewilligung ist an einen Eintrag gebunden, nicht an die Zahl der Jahre, in denen man eine Marke schon kennt.

Fazit: Die Bekanntheit der Marke sagt nichts über die Zuständigkeit für eine Cricket-Wette; von den zwei bewilligten Veranstalterinnen unterscheidet sie hier nicht weniger als jede andere der acht Marken.

## Betify: die Kürze des Wegs ist kein Merkmal der Bewilligung

Betify arbeitet in der Schweiz ohne Schweizer Bewilligung. Ohne Anbindung an das Sperrregister, ohne Schweizer Rechtsschutzweg, mit der Möglichkeit, dass die Domain auf die Sperrliste kommt.

Für Cricket ist hier die Frage der Markttiefe die interessante. Ein Anbieter ausserhalb der bewilligten Liste ist nicht an die Liste der bewilligten Wettarten gebunden und kann Märkte führen, die im Schweizer Programm fehlen. Das ist ein echter Unterschied — nur ist er einer, den der Wettende mit dem Verzicht auf Schweizer Rechtsschutz bezahlt.

Fazit: Die grössere Auswahl an Märkten ist der einzige Vorzug, der auf dieser Seite überhaupt ein Argument wäre, und er wird mit einem Konto ohne Schweizer Rechtsweg bezahlt.

## ZotaBet: Live-Cricket in einem Rechtsraum ohne Schweizer Rechenschaft

ZotaBet arbeitet in der Schweiz ohne Schweizer Bewilligung.

Live-Cricket ist die anspruchsvollste Form dieser Sportart für den Wettenden. Ein Live-Markt reagiert auf jeden Ballwechsel, und eine Wette, die in der entscheidenden Sekunde abgeschickt wurde, zahlt zu den Bedingungen des Anbieters — nicht zu denen der Schweizer Veranstalterin, die eine Livewette nach dem Eintreffen des Ausgangs mit Quote 1.00 wertet.

Fazit: Wer Live-Cricket spielt, spielt im Ausland nach den Regeln des Auslands; eine Regel, die den Einsatz schützt, steht nicht in Schweizer Recht, sondern in den Bedingungen, die man vorher gelesen haben muss.

## BetAlright: ein Marktangebot kann einen Rechtsweg nicht ersetzen

BetAlright arbeitet in der Schweiz ohne Schweizer Bewilligung. Eine im Ausland gemeldete Bewilligung ist nicht festgestellt und hätte in der Schweiz keine Wirkung. Keine Anbindung an das Sperrregister, kein Schweizer Rechtsschutzweg, und die Domain kann auf die Sperrliste der Gespa gesetzt werden.

Für eine Sportart wie Cricket, die über mehrere Tage läuft, ist die Frage der Auszahlung zentraler als die der Quote. Im bewilligten Schweizer System erfolgt die Auszahlung nur auf ein Zahlungskonto auf den Namen der Kontoinhaberin oder des Kontoinhabers. Wie ein ausländischer Anbieter Guthaben auszahlt, steht in seinen Bedingungen.

Fazit: Ein üppiges Marktangebot ist kein Ersatz für einen Weg, einen nicht ausbezahlten Betrag einzufordern; das eine ist ein Produktmerkmal, das andere eine Rechtsfrage.

## N1 Bet: wo die Limite hingehört, wenn keine Schweizer Limitenpflicht greift

N1 Bet arbeitet in der Schweiz ohne Schweizer Bewilligung. Eine im Ausland gemeldete Bewilligung ist nicht festgestellt und ohne Wirkung in der Schweiz; keine Anbindung an das Sperrregister, kein Schweizer Rechtsschutzweg, und die Domain kann blockiert werden.

Die Schweizer Limitenpflicht bindet die beiden Veranstalterinnen, nicht die acht Marken darunter. Wer hier spielt, hat kein gesetzlich verlangtes Verlustlimit hinter sich, das man setzen muss, bevor man teilnehmen darf. Im Cricket mit seinen fünf Tagen pro Test-Match ist das der teuerste Unterschied der ganzen Liste.

Fazit: Ein selbst gesetztes Limit ausserhalb des Systems zu führen heisst, es gegen keine Frist und keine Sperre abzusichern; die Pflicht, es einzuhalten, wäre hier die eigene.

## BetFury: ein Kontorahmen ausserhalb des Schweizer Registers

BetFury arbeitet in der Schweiz ohne Schweizer Bewilligung. Es gibt keine Anbindung an das schweizweite Sperrregister, keinen Schweizer Rechtsschutzweg, und die Domain kann über die Sperrliste blockiert werden.

Wer sich bei Swisslos eine Spielsperre einträgt, sperrt sich damit auch für Casinos einschliesslich Online-Casinos und im Fürstentum Liechtenstein. Diese Sperre reicht bis zu einem ausländischen Anbieter nicht. Ein Konto dort bleibt offen, während das Schweizer Konto geschlossen ist — im Cricket über fünf Tage ein Unterschied, der sich über die ganze Partie hinweg auswirkt.

Fazit: Eine Schweizer Spielsperre ist ein Schutz, der an der Landesgrenze endet; wer sich sperrt und über eine ausländische Domain weiterspielt, umgeht nicht eine Regel, sondern sein eigenes Werkzeug.

Häufig gestellte Fragen

Kann man in der Schweiz bei Swisslos oder Loterie Romande auf Cricket wetten?

Nur wenn der Wettkampf und die Wettart auf der Liste der bewilligten Sportarten, Wettkämpfe und Wettarten stehen, die die Gespa führt. Sporttip und Jouez Sport sind die einzigen Schweizer Veranstalterinnen, und ihre Bewilligung deckt ausschliesslich Sportereignisse. Ob eine bestimmte Cricket-Serie im Programm steht, zeigt das Wettprogramm der Veranstalterin.

Was bedeuten Test-Match, One-Day-Spiel und Twenty20 für die Auswahl der Wetten?

Sie bestimmen die Dauer und damit das Risiko. Ein Test-Match läuft bis zu fünf Tage mit drei Sessions von je rund zwei Stunden und kann als Draw enden, wenn die Zeit abläuft. Ein ODI hat in der Regel 50 Overs pro Innings, ein T20 deren 20 mit höchstens 75 Minuten je Innings.

Wie wirkt sich die Duckworth-Lewis-Stern-Methode bei Regenunterbrechungen auf eine Wette aus?

Sie berechnet den Zielwert der zweiten schlagenden Mannschaft neu. In 50-Over-Spielen muss jedes Team mindestens 20 Overs spielen, im Twenty20 mindestens fünf, sonst gilt die Partie als «No Result» — es sei denn, ein Team ist all out oder hat das Ziel früher erreicht. Ein No Result ist kein Draw.

Wie berechnet sich der Gewinn bei Cricket-Wetten aus Einsatz und Quote?

Die Rückzahlung ist Einsatz × Quote, der Nettogewinn Einsatz × (Quote − 1). Bei 150 Franken auf 2.10 ergibt das 315 Franken zurück und 165 Franken Nettogewinn. Bei einer Kombiwette multiplizieren sich die Quoten der Positionen zu einem Preis, und ein einzelner Fehler kostet den ganzen Einsatz.

Wie lässt sich die Marge in Cricket-Quoten abschätzen?

Über den Auszahlungsschlüssel, also 1 ÷ (1/Quote₁ + … + 1/Quoteₙ) über alle Ausgänge eines Marktes; die Marge ist 100 % minus diesem Wert. Ein Zwei-Weg-Markt zu 1.90/1.90 kommt auf rund 95 % Auszahlung und etwa 5 % Marge, ein Markt zu 1.80/1.80 auf rund 10 %.

Wie unterscheidet sich die Besteuerung von Gewinnen bei ausländischen Wettseiten von der bei Sporttip?

Gewinne aus Schweizer Grossspielen sind bis zum Steuerfreibetrag pro Einzelgewinn einkommenssteuerfrei; darüber behält die Veranstalterin 35 % Verrechnungssteuer ein, und die kantonale Schwelle ist je nach Kanton verschieden. Gewinne bei ausländischen Anbietern unterliegen nicht der Verrechnungssteuer, können kantonal aber voll steuerbar sein.

Inhalt erstellt vom Team «dreiwegwetten.com»