Quotenrechner für Sportwetten in der Schweiz: Rechnen kann jeder, prüfen nicht

Updated Oktober 2026
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Stand: 29. Oktober 2026 — Bewilligungen abgeglichen mit der Gespa, der Interkantonalen Geldspielaufsicht in Bern, und mit den Veranstaltern Swisslos und Loterie Romande.

Ein Bleistift liegt quer auf einem karierten Papierblock mit handgezeichneten Kreisen und Pfeilen, daneben ein Radiergummi im Seitenlicht.
Der Reingewinn einer Sportwette mit festen Quoten errechnet sich als Einsatz × (Quote − 1).

Ein Quotenrechner ist ein Taschenrechner mit einer Meinung. Er nimmt Ihre Quote, multipliziert sie mit Ihrem Einsatz und wirft eine Zahl aus, die aussieht wie ein Versprechen. Dieser Text dreht den Spiess um und schaut auf das, was nach dem Rechenergebnis kommt: auf die Limite, die den Einsatz kappt, auf die Frist, nach der eine Wette ungültig wird, auf die Marge, die still in jeder Quote sitzt, und auf die Spielsperre, die sich von keiner Rechnung beeinflussen lässt.

Wer in der Schweiz auf Sport wetten will, hat keinen langen Markt zur Auswahl. Der Bund hat die Veranstalter von Lotterien und Sportwetten auf zwei begrenzt: Swisslos mit dem Produkt Sporttip und die Loterie Romande mit Jouez Sport. Beide arbeiten mit einer Bewilligung, die nur in der Schweiz gilt. Alles andere, was ein Schweizer Wettender im Netz findet, ist eine ausländische Adresse ohne Schweizer Bewilligung — rechnerisch zugänglich, rechtlich und im Spielerschutz nicht angebunden. Das ist der Rahmen, in dem jede Zahl dieses Textes steht.

Rechtslage: was eine Schweizer Bewilligung aus einer Quote macht

Sportwetten sind in der Schweiz ein Grossspiel. Rechtsgrundlage ist das Geldspielgesetz, SR 935.51, in Kraft seit dem 1. Januar 2019, und es braucht zwei Bewilligungen: eine Veranstalterbewilligung und eine Spielbewilligung pro Spiel. Aufsichtsbehörde ist die Gespa in Bern; die Eidgenössische Spielbankenkommission ist nicht zuständig, weil sie nur die Casinos überwacht. Eine Schweizer Bewilligung gilt ausserdem nur in der Schweiz.

Eine steinerne Treppe führt zu einem Portal mit Säulen im Morgenlicht, der Platz davor ist leer.
Eine Dezimalquote von 1,40 entspricht der Bruchquote 2/5 und der US-Quote −250.

Die Kantone haben die Zahl der Veranstalter gedeckelt. Bei zwei ist Schluss. Deshalb gibt es auch keine längere Liste bewilligter Buchmacher — es gibt sie schlicht nicht. Swisslos mit Sitz in Basel veranstaltet Lotterien und Sportwetten gestützt auf die interkantonale Vereinbarung über die gemeinsame Durchführung von Geldspielen vom 20. Mai 2019; das Sportwettenangebot läuft unter dem Namen Sporttip. Die Loterie Romande veranstaltet Jouez Sport für die sechs Westschweizer Kantone.

Wer ein Online-Konto eröffnen will, muss in der Schweiz wohnhaft oder gewöhnlich aufenthaltsberechtigt sein, und faktisch im Gebiet des jeweiligen Veranstalters. Sporttip läuft im Gebiet der Kantone AG, AI, AR, BE, BL, BS, GL, GR, LU, NW, OW, SG, SH, SO, SZ, TG, UR, ZG und ZH sowie im Kanton Tessin und im Fürstentum Liechtenstein. Jouez Sport bedient Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura. Ein Umzug über die Sprachgrenze kann also ein Konto unbrauchbar machen. Der Reingewinn des Veranstalters geht an gemeinnützige Zwecke in den Kantonen.

Was überhaupt gewettet werden darf, steht nicht im Ermessen des Anbieters. Die Gespa führt eine Liste der bewilligten Sportarten, Wettbewerbe und Wettarten, Fassung 10.09.2026. Qualifikationsrunden stehen dort nur, wenn sie aufgeführt sind, Frauenwettbewerbe nur, wenn sie aufgeführt sind, Ranglistenwetten nur, wenn die Rangierung den Einzug in einen internationalen Wettbewerb oder das Podest entscheidet. Wettläufe im Training sind ausgeschlossen, ebenso Wettbewerbe, an denen überwiegend Minderjährige teilnehmen. In der Liste finden sich keine Eckball- oder Kartenmärkte und kein Esport. Wer einen Quotenrechner mit einem Eckballmarkt füttert, kann sich das Ergebnis anschauen — platzieren lässt es sich bei einem Schweizer Veranstalter nicht.

Livewetten sind erlaubt, vor dem Anpfiff und während des Spiels, sofern der Veranstalter eine entsprechende Entscheidung hat. Eine gesetzliche Beschränkung auf bestimmte Live-Märkte gibt es nicht. Cash-Out dagegen ist nicht reguliert: Es ist eine Funktion des jeweiligen Veranstalters, kein gesetzlicher Anspruch.

Und dann ist da die Grenze, die kaum jemand auf dem Zettel hat, wenn er die schöne Auszahlung ausrechnet. Ein ausländisches Angebot rechnet dieselben Quoten durch wie ein Schweizer. Nur trägt es keine Schweizer Bewilligung: Es ist nicht an das Schweizer Sperrregister angebunden, es gibt keinen Schweizer Rechtsweg, und seine Domains können von den Telekom-Anbietern per DNS gesperrt werden. Die Gespa veröffentlicht dafür eine Sperrliste; die erste datiert vom 3. September 2019, Ende 2025 standen 671 Domains darauf. Gesperrte Adressen werden innert Stunden ersetzt, ein Vorgang, den die Aufsicht Domain-Hopping nennt. Das Organisieren von Sportwetten ohne Schweizer Bewilligung ist strafbar, bis zu drei Jahren Freiheitsstrafe, bei gewerbsmässigem Betrieb bis zu fünf Jahre. Strafbar macht sich der Veranstalter, nicht der Spielende — aber Einsätze und Gewinne können in einem Verfahren gegen den Anbieter eingezogen werden.

Bewilligung, Wohnsitz und der Zusatz «nur in der Schweiz»

Die Bewilligung nach Artikel 4 des Geldspielgesetzes gilt nur in der Schweiz. Das klingt nach einer Fussnote und ist in der Praxis die Hauptsache. Eine maltesische, curaçaoische oder deutsche Bewilligung entfaltet hier keine Wirkung, und das Schweizer Recht kennt keine Anerkennung ausländischer Bewilligungen. Die geprüfte Kennzahl ist damit nicht die Güte des Anbieters, sondern seine Rechtsordnung.

Zwei Hausnummern machen den Abstand greifbar. Erstens: Zahlungen von Gewinnen und Guthaben gehen bei einem bewilligten Schweizer Angebot ausschliesslich auf ein Zahlungskonto im Namen des Kontoinhabers. Anonyme Auszahlung und Krypto-Auszahlung existieren im bewilligten Schweizer Sportwetten nicht, und Kredit an Spielende ist verboten. Zweitens: Wer einen Wettschein an einer Verkaufsstelle kaufen will, muss 18 sein. Die Gespa hat 2025 zweihundert Testkäufe gemacht; in 47.5 % der Fälle wurde an einer Verkaufsstelle eine Sportwette an eine minderjährige Person verkauft. Der Kontrollapparat an der Theke ist also löchriger, als die Verkaufsstellen glauben lassen — ein Argument für das Konto statt für die Annahmestelle, wenn man eine Sperre oder eine Verlustlimite haben will.

Wann Sportwetten in der Schweiz Steuern kosten — und wann nicht

Ein Gewinn aus einem in der Schweiz bewilligten Grossspiel ist bis zum Steuerfreibetrag pro Einzelgewinn einkommenssteuerfrei. Der Bundesfreibetrag liegt seit dem 1. Januar 2026 bei CHF 1’071’000, im Jahr 2025 waren es CHF 1’070’400. Die kantonale Schwelle weicht davon ab, sie ist je nach Kanton verschieden. Oberhalb der Schwelle behält der Veranstalter 35 % Verrechnungssteuer ein, die über die Deklaration des Gewinns in der Steuererklärung zurückgeholt wird. Eine Wette mit einem Einsatz im zweistelligen Bereich kommt an diese Schwelle nicht heran: kein Einkommenssteuerabzug, keine Verrechnungssteuer.

Gewinne bei ausländischen Anbietern unterliegen nicht der Verrechnungssteuer. Die kantonale Steuerpraxis von Thurgau behandelt Gewinne aus ausländischen Grossspielen aber als voll steuerbares Einkommen, unabhängig von der Höhe. Eine Schweizer Wettsteuer auf den Einsatz gibt es nicht; wer eine solche in einem Vergleich findet, hat einen Fehler gefunden. Die ganze Passage ersetzt keine Beratung: Steuerberater oder kantonale Steuerverwaltung fragen.

Spielerschutz: die Zahlen, die kein Rechner ausgibt

Ein Quotenrechner zeigt, was herauskommen könnte. Er zeigt nicht, ob der Einsatz ins Budget passt. Diese Lücke ist nicht technisch, sondern Absicht — das Schweizer Recht setzt die Grenze beim Spielenden an, nicht beim Staat. Die Schweiz kennt keine gesetzliche feste Einzahlungsobergrenze. Stattdessen muss der Veranstalter von jedem Spielenden einen oder mehrere Höchstwerte für Einsätze oder Verluste pro Tag, Woche oder Monat verlangen.

Bei Sporttip sind das Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage, die vor der ersten Teilnahme gesetzt werden müssen. Die Oberlimite liegt bei CHF 9’999, für Personen unter 21 Jahren bei CHF 1’000. Eine Senkung wirkt sofort. Eine Erhöhung wirkt erst nach 72 Stunden — der Veranstalter wendet diese Frist an, die Statuten kennen 24 Stunden. Das ist die wirksamste Bremse im ganzen Angebot, weil sie gegen den Impuls arbeitet, nach einem schlechten Abend die Limite hochzudrehen. Zusätzlich lässt sich für jeweils 30 Tage eine freiwillige Einzahlungslimite setzen.

Daneben steht die Spielsperre. Bei Swisslos lässt sich der Zugang produktbezogen für 1 bis 180 Tage sperren, ohne Aufhebung vor Fristablauf. Eine unbefristete Spielsperre wird in einem schweizweiten Register eingetragen und gilt auch für Casinos einschliesslich Online-Casinos sowie im Fürstentum Liechtenstein. Eine freiwillige Sperre ist nach drei Monaten aufhebbar, unter Beteiligung einer Fachstelle. Ein selbst gewählter Unterbruch von bis zu sechs Monaten muss angeboten werden.

Der Adressat dieses Registers ist entscheidend für die Beurteilung des Marktes. Es erfasst die bewilligten Schweizer Angebote — und die grenznahen Casinos. Ein ausländischer Buchmacher steht nicht darauf. Wer sich also bei einem Schweizer Veranstalter sperrt und danach bei einer Offshore-Adresse weiterspielt, hat nichts gewonnen; die Sperre gilt dort nicht, sie kennt ihn nicht. Ausgeschlossene und minderjährige Spielende haben im Schweizer Recht keinen Anspruch auf Einsätze oder Gewinne.

Ein Konto pro Person, verifizierte Identität, ein Mindestalter von 18 Jahren. Kein Kredit. Keine anonymen Auszahlungen. Das ist die Ausstattung, die dem Geldbetrag vorausgeht, den ein Rechner auswirft.

Grundlagen: Quote, Auszahlung, Reingewinn

Bei einer Wette mit festen Quoten errechnet sich der Reingewinn als Einsatz × (Quote − 1). Die Auszahlung ist Einsatz × Quote. Die Differenz zwischen beiden ist der Einsatz selbst, der zurückfliesst — das ist der Teil, den Werbematerial gern verschweigt, weil «Quote 2.00» bescheidener klingt als «verdoppeln».

Ein Abakus mit bunten Holzperlen steht auf einem hellen Schreibtisch vor einem unscharfen Fenster.
Ein Wettrechner berechnet Einzel-, Kombi- und Systemwetten mit 1 bis 20 Auswahlen.

Bei Sporttip wird der Gewinnbetrag zuerst auf zwei Nachkommastellen aufgerundet und dann auf 5 Rappen genau abgerundet. Das ist eine kleine Regel mit einer klaren Richtung: Sie geht zugunsten des Veranstalters, nicht des Wettenden. Bei einer Wette über CHF 1 ist die Wirkung ein Rappenbruchteil, bei grossen Kombinationen mehr als ein Rundungsfehler. Ein Rechner, der auf den Rappen genau ausgibt, verspricht eine Präzision, die die Auszahlungspraxis nicht liefert.

Quotenformate umrechnen: Dezimal, Bruch, US

Wer sich in einem ausländischen Angebot umschaut, trifft fast immer auf drei Schreibweisen derselben Zahl. Die Dezimalquote von 5.50 zahlt bei 1 € Einsatz 5.50 € aus und lässt 4.50 € Reingewinn stehen; dieselbe Quote heisst als Bruchquote 9/2 und als US-Quote +450. Eine Dezimalquote von 1.40 entspricht der Bruchquote 2/5 und der US-Quote −250, wobei das Minuszeichen bei der US-Quote bedeutet, dass 250 $ gesetzt werden müssen, um 100 $ Gewinn zu erzielen.

Der praktische Punkt: Die drei Formate sind identische Preise in unterschiedlicher Schreibweise, und ein Umrechnungsfehler kostet echtes Geld. Wer eine Bruchquote 9/2 für «9 geteilt durch 2» hält und 4.50 erwartet, hat um den Faktor 0.5 danebengelegen. Mein Rat an dieser Stelle ist unspektakulär: Bleiben Sie in einer Schreibweise und rechnen Sie nur beim Formatwechsel um. Die Schweizer Veranstalter arbeiten mit Dezimalquoten, das ist die einfachere Sprache.

Einzel, Kombi, System: drei Rechenwege, drei Risiken

Die Einzelwette ist die einzige, bei der Quote und Rechenweg zusammenfallen. Einsatz × (Quote − 1) ist der Reingewinn, die Trefferwahrscheinlichkeit hängt an einem Ereignis, und die Auszahlungsobergrenze ist die einzige Grösse, die man daneben im Kopf behalten muss.

Bei einer Kombinationswette werden die Einzelquoten multipliziert. Der Einsatz gilt für die gesamte Wette, und gewonnen ist sie nur, wenn jedes einzelne Ereignis richtig getippt wurde. Eine Kombiwette bei Jouez Sport umfasst 2 bis 10 Voraussagen, und die Gesamtquote muss mindestens 1.10 betragen und darf 100’000 nicht übersteigen. Das Multiplizieren der Quoten sieht nach grossen Zahlen aus und ist vor allem eine Vervielfachung der Bedingungen: drei Voraussagen mit je zwei ernsthaften Ausgängen sind acht Kombinationen, von denen eine aufgeht.

Eine Systemwette fasst mehrere ähnliche Kombinationswetten zusammen und wird als «X aus Y» angegeben; jede dabei entstehende Kombination heisst Wettreihe. Der Reiz liegt darin, dass ein Fehler nicht zwangsläufig die ganze Wette erledigt. Der Preis dafür ist, dass mehrere Einsätze gesetzt werden, nicht einer. Ein Quotenrechner für Systemwetten tut also nichts anderes, als die Kombinationen aufzuzählen und den Einsatz zu multiplizieren. Wer den Einsatz pro Wettreihe eingibt, sieht das Ergebnis am ehrlichsten.

Bei Sporttip ist der Mindesteinsatz für Einzel- und Kombinationswetten CHF 1, der Höchsteinsatz für eine Einzel- oder Kombinationswette CHF 1’000 und für eine Systemwette CHF 10’000. Swisslos kann die Limiten jederzeit ohne Angabe von Gründen ändern, und eine Wette über der Limite wird nicht angenommen. Bei Jouez Sport liegt der Mindesteinsatz online bei CHF 2, in Verkaufsstellen bei CHF 3 und für Multiples bei CHF 2; der Höchsteinsatz für Einzel- und Kombiwetten beträgt CHF 500, und ein Wettschein mit Multiples darf insgesamt höchstens CHF 7’500 Einsatz enthalten.

Zwei Schwellen fehlen hier noch, und sie sind bei Sporttip strenger, als die Auszahlungszahlen vermuten lassen. Der Höchstgewinn pro Einzel- oder Kombiwette beträgt bei Jouez Sport CHF 300’000, für alle Gewinne eines Multiples zusammen CHF 1’000’000. Bei Sporttip sind Einsatz und Gewinnerhöhung von Kombiboost, Quotenboost und Profitboost limitiert; auf die Höhe dieser Limiten lassen die Teilnahmebedingungen sich nicht festlegen. Wer eine Systemwette mit dem Höchsteinsatz von CHF 10’000 durchrechnet, sollte das Ergebnis also als Obergrenze lesen, nicht als Erwartungswert.

Wie eine Wette ungültig wird, ohne dass der Tipp falsch war

Die häufigste unangenehme Überraschung nach der Auszahlung ist keine verlorene Wette, sondern eine Wette, die es nie gegeben hat. Wird ein Sporttip-Wettereignis abgesagt und nicht innert 48 Stunden nach dem ursprünglichen Beginn nachgeholt — oder im Rahmen eines Turniers —, ist die Wette ungültig. Einzelwetten werden zurückbezahlt, in Kombinationswetten erhält die betroffene Voraussage Quote 1.00. Der doppelte Vorteil einer Kombination wird dann zum Nachteil: Eine Quote von 1.00 kürzt die Gesamtquote, während die anderen Voraussagen weiterlaufen. Der Rechner hätte den vollen Betrag gezeigt, ausgezahlt wird er nicht.

Bei Sporttip zieht sich dieses Muster weiter. Livewetten gelten unabhängig davon, ob das Ereignis live übertragen wird. Wetten, die nach dem tatsächlichen Eintreffen des Wettausgangs platziert werden, zählen mit Quote 1.00. Und in spielentscheidenden Situationen — Elfmeter, Rote Karte, Videoschiedsrichter-Entscheid — kann Swisslos Wetten mit Quote 1.00 werten. Wer während eines laufenden Spiels auf ein Ereignis setzt, spielt also gegen einen Sekundenzeiger, nicht gegen eine Quotentafel.

Voneinander abhängige Wettereignisse derselben Sportveranstaltung kombiniert Sporttip nur über die Bet-Builder-Funktion. Nimmt Swisslos irrtümlich eine solche Kombination ohne diese Funktion an, kann sie die ganze Kombinationswette für ungültig erklären und den Einsatz zurückerstatten. Der Fall ist selten und zeigt genau die Grenze eines Quotenrechners: Er weiss nicht, welche Voraussagen voneinander abhängen, und multipliziert sie deshalb bereitwillig.

Die reguläre Spielzeit umfasst bei Sporttip die reguläre Spieldauer plus Nachspielzeit; Verlängerung und Penaltyschiessen zählen nur, wenn das Wettprogramm darauf hinweist oder sie Gegenstand der Wette sind. Ein Rechner darf das nicht raten. Er rechnet die Quote, die man ihm gibt — und die Quote, die man braucht, steht im Wettprogramm, nicht im Rechner.

Wie die Marge in die Quote kommt: der Fall zweier gleicher Aussenseiter

Rechnen wir die Marge einmal durch, und zwar an einem Markt, den es so nicht gibt. Ein Zwei-Weg-Markt mit den Quoten 1.90 und 1.90. Der Auszahlungsschlüssel ist 1 ÷ (1/1.90 + 1/1.90), das ergibt 0.95, also 95 %. Die Marge ist 100 % minus diesem Wert und liegt damit bei 5 %.

Die Bedingung: Es handelt sich um ein illustratives Beispiel, keine abgerufene Quote eines Veranstalters, und keines der beiden Schweizer Angebote hat uns zu diesen Zahlen eine Auskunft gegeben. Die Rechnung zeigt aber genau das, was ein Quotenrechner nicht zeigt. Setzt man je CHF 100 auf beide Ausgänge, kommen CHF 200 Einsatz zusammen; zurück fliesst in jedem Fall CHF 190. Der Buchmacher behält CHF 10, also die Hälfte desjenigen Betrags, den man als Reingewinn ausrechnet — und bezahlt hat ihn der Wettende, ohne dass in der Quote «Marge» steht.

Bei einer Quote von 1.90 für ein Ereignis, das der Markt als halbwahrscheinlich behandelt, entspricht 1.90 einer impliziten Wahrscheinlichkeit von rund 52.6 %. Zählt man beide Seiten zusammen, kommt man auf etwa 105 % — genau der Aufschlag, den die 5 % Marge ausmachen. Das ist der Grund, warum «faire Quoten» auf einem Wettschein nie als Summe von 100 % erscheinen: Sie ergeben sich nur, wenn man die überschüssigen Prozentpunkte abzieht, und das tut nur der, der die Marge überhaupt kennt.

Der lange Blick darauf ist eine statistische Schätzung, kein Urteil über eine einzelne Wette. Über sehr viele Wetten zu diesen Quoten entspricht die 5-%-Marge einem durchschnittlichen Verlust von rund 5 % des gesamten umgesetzten Betrags — die einzelnen Abende streuen weit darum, und der eine Abend, an dem alles aufgeht, liegt genauso in dieser Streuung. Ein Rechner kann einem diese Streuung nicht aus dem Ergebnis entfernen.

Und das Ergebnis der Rechnung hängt an der eingegebenen Quote. Gibt man eine Kombination aus zehn Voraussagen ein, multiplizieren sich nicht nur die Quoten, sondern auch die Margen und die Streuung. Eine 5-%-Marge pro Markt ist kein kleiner Aufschlag, wenn sie zehnmal hintereinander greift; die Auszahlungsquote der Kombination sieht gut aus, der Erwartungswert ist es nicht.

Auszahlungsquote nachlesen statt schätzen

Die faire Antwort auf die Frage, wie hoch der Aufschlag eines Veranstalters ist, gibt es im Angebot selbst. Der Auszahlungsschlüssel eines Marktes ist der Kehrwert der Summe der Kehrwerte aller Quoten dieses Marktes, die Marge ist die Differenz zur vollen Auszahlung. Wer das an zwei oder drei Märkten selbst gerechnet hat, sieht Unterschiede zwischen einem 1X2-Markt und einem Handicap, die in keiner Werbebroschüre stehen. Und wer es einmal gemacht hat, betrachtet «Top-Quote» anders: Sie sagt nichts darüber, was der Anbieter über alle Ausgänge hinweg behält, und die Marge lebt in genau diesem Rest.

Rechner im Vergleich: woran sich ein gutes Werkzeug erkennen lässt

Worüber man bei einem Quotenrechner reden sollte, ist nicht das Layout. Es sind vier Eigenschaften, die über den Nutzen entscheiden: ob ein Werkzeug Einzel-, Kombi- und Systemwetten abdeckt, wie sauber es die Quotenformate umrechnet, ob sein Ergebnis nachvollziehbar bleibt und ob der Anbieter des Rechners selbst eine Rechtsordnung hat, die für Schweizer Spielende etwas bedeutet.

Bei der Abdeckung fällt die Kombiwette auf, die oft nur halb umgesetzt ist. Ein Rechner, der Quoten multiplizieren kann und keine Systemwette kennt, deckt für einen Schweizer Nutzer zwei der drei Wettarten ab — Einzel und Kombi — und lässt ausgerechnet die Form weg, bei der die Rechenarbeit am grössten ist. Bei der Sporttip-Ausnahme im Kombi-Bereich, der Bet-Builder-Regel für voneinander abhängige Ereignisse, kann ohnehin kein Werkzeug helfen; das ist Sache des Wettscheins.

Bei den Quotenformaten ist die Frage nicht, ob drei Formate unterstützt werden, sondern ob die Umrechnung stillschweigend geschieht. Wer die Dezimalquote 1.40 eingibt und als Bruch «140/100» zurückbekommt, weiss, wie grob das Werkzeug arbeitet. Der korrekte Wert ist 2/5.

Bei der Nachvollziehbarkeit geht es um etwas Unspektakuläres: ob das Werkzeug zeigt, was es gerechnet hat — Einsatz, Gesamtquote, Auszahlung, Reingewinn getrennt ausgewiesen. Ein Rechner, der nur eine grosse Zahl zeigt, verdeckt genau den Schritt, an dem der Nutzer seine Eingabe prüfen könnte.

Bei der Herkunft schliesslich zählt, wer das Werkzeug betreibt. Ein Rechner auf einer Schweizer Veranstalterseite steht in einem bewilligten Rahmen. Ein Rechner auf einer ausländischen Vergleichsseite ist ein Werkzeug mit Werbewirkung, und diese Wirkung fällt auf einen Anbieter, der hier keine Bewilligung hat. Das ist keine Frage der Programmqualität. Es ist eine Frage dessen, was mit dem Ergebnis der Rechnung anschliessend passiert.

Diese vier Merkmale sind die beste Auskunft, die ein Vergleich geben kann, und dazu die eine Tabelle, die sich für Schweizer Verhältnisse überhaupt seriös füllen lässt.

Anbieter Sporttip Jouez Sport 22Bet MyStake Interwetten IviBet bet365 BC.Game Bruce Bet GG.BET
Schweizer Bewilligung ja, Veranstalter- und Spielbewilligung ja, Veranstalter- und Spielbewilligung nein nein nein nein nein nein nein nein
Veranstalter / gemeldete Bewilligung Swisslos, Basel Loterie Romande, Lausanne Bewilligung nicht etabliert Bewilligung nicht etabliert Bewilligung nicht etabliert Bewilligung nicht etabliert Bewilligung nicht etabliert Bewilligung nicht etabliert Bewilligung nicht etabliert Bewilligung nicht etabliert
Einzahlung im eigenen Namen ja, nur Konto im Namen des Kontoinhabers ja, nur Konto im Namen des Kontoinhabers — — — — — — — —
Preisbeispiel 1.90, illustrativer Zwei-Weg-Markt 1.90, illustrativer Zwei-Weg-Markt — — — — — — — —

Die Spalte «Preisbeispiel» ist die ehrlichste in dieser Tabelle, und sie ist fast leer. Sie nennen überall dieselbe Zahl, weil beide bewilligten Veranstalter ihre Quoten erst im Wettprogramm zeigen und sich keine einzige davon auf den Tag einer Prüfung festnageln lässt. Ein Vergleich, der hier zehn verschiedene Quoten nebeneinanderstellt, hätte sie nicht gemessen, sondern erfunden.

Was die anderen Spalten zeigen, ist weniger ein Qualitätsgefälle als ein Rechtsgefälle. Acht der zehn Namen sind ausländische Adressen ohne Schweizer Bewilligung; keine davon hat eine Bewilligung, die nach Artikel 4 des Geldspielgesetzes hier etwas bedeutete, keine ist an das Schweizer Sperrregister angebunden, und ihre Domains können auf die Sperrliste der Gespa kommen. Die Ratings unten gehen entsprechend auf das ein, was sich überhaupt beurteilen lässt.

Die zehn Anbieter im Einzelnen

Sporttip (Swisslos): das einzige Angebot mit Verlustlimiten vor dem ersten Einsatz

Sporttip ist Swisslos, und Swisslos ist eine der zwei Veranstalterinnen, die der interkantonale Rahmen zulässt. Sitz in Basel, Grundlage die Vereinbarung vom 20. Mai 2019, Bewilligungen als Grossspiel unter dem Geldspielgesetz, Aufsicht durch die Gespa. Das Konto steht Personen offen, die im Vertragsgebiet wohnhaft sind — die deutschsprachigen Kantone, dazu Tessin und Liechtenstein.

Die Zahlen des Angebots: Mindesteinsatz CHF 1 für Einzel- und Kombinationswetten, Höchsteinsatz CHF 1’000 für eine Einzel- oder Kombinationswette, CHF 10’000 für eine Systemwette. Kombiwetten sind auf Voraussagen mit Mindestquote 1.50 im Kombiboost-Fall angewiesen, wenn man den Boost will; der Boost gilt nur online, für Prematch, Live und Systemwetten mit mindestens vier Voraussagen, und staffelt sich nach der Zahl der Voraussagen. Quotenboosts gelten nur online für Prematch-Einzelwetten auf eine Voraussage, Profitboosts erhöhen den möglichen Nettogewinn eines definierten Sportereignisses um einen angegebenen Prozentsatz; beide sind pro Wettenden nur einmal nutzbar, und bei einem Cash-Out verfällt der Boost.

Cash-Out gibt es bei Sporttip für Einzel-, Kombinations- und Langzeitwetten, vor Spielbeginn und live, aber nur bei Online-Wetten und nur als vollständiges Cash-Out ohne Teilauszahlung. Ein ausgeführtes Cash-Out lässt sich nicht rückgängig machen, und eine Garantie für jeden Markt besteht nicht. Der Cash-Out-Betrag ist tiefer als der mögliche nicht vorzeitige Wettgewinn, hängt vom Stand des Sportereignisses ab und kann von Swisslos jederzeit geändert werden.

Was die Sporttip-Karte zusammenhält, ist die Limitenarchitektur. Die Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage müssen vor der ersten Teilnahme gesetzt werden, die Oberlimite liegt bei CHF 9’999, für Personen unter 21 Jahren bei CHF 1’000, und eine Erhöhung wirkt erst nach 72 Stunden. Wer denkt, der Steuerfreibetrag von CHF 1’071’000 mache grosse Wetten attraktiv, merkt hier, wer den Hut aufhat: Bei CHF 1’000 pro Einzelwette und CHF 10’000 pro Systemwette ist die Steuerschwelle kein Thema des Wettscheins, sondern eine Zahl für die Statistik. Der Teil der Auszahlung, den Swisslos durch die Rundung auf 5 Rappen einbehält, ist klein, aber er läuft in dieselbe Richtung wie die Marge.

Jouez Sport (Loterie Romande): das Westschweizer Gegenstück mit der weicheren Einsatzdecke

Jouez Sport ist das Produkt der Loterie Romande, der zweiten Veranstalterin, die der interkantonale Rahmen zulässt. Die Loterie Romande veranstaltet für Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura, nennt als Kontaktadresse Avenue de Provence 14 in Lausanne und zählt 2’350 Verkaufsstellen in der Westschweiz sowie 221 Mitarbeitende. Das Konto steht Personen mit Wohnsitz im Gebiet offen.

Die Einsatzzahlen liegen tiefer als bei Sporttip. Mindesteinsatz online CHF 2, in Verkaufsstellen CHF 3, für Multiples CHF 2. Höchsteinsatz für Einzel- und Kombiwetten CHF 500. Ein Wettschein mit Multiples darf insgesamt höchstens CHF 7’500 Einsatz enthalten. Eine Kombiwette umfasst 2 bis 10 Voraussagen, die Gesamtquote muss mindestens 1.10 betragen und darf 100’000 nicht übersteigen. Der Höchstgewinn pro Einzel- oder Kombiwette liegt bei CHF 300’000, für alle Gewinne eines Multiples zusammen bei CHF 1’000’000.

Die entscheidende Verschiebung gegenüber Sporttip ist die Einzelwettendecke: CHF 500 gegen CHF 1’000. Wer regelmässig mit vierstelligen Einsätzen arbeitet, wird bei Jouez Sport nicht bedient, und zwar unabhängig davon, wie gut seine Quote im Rechner aussieht. Dafür sind die zulässigen Gesamtquoten bis 100’000 sehr breit — die Randbedingung sitzt also beim Einsatz, nicht beim Preis. Die Gewinndeckel sind grosszügig genug, dass sie nur bei sehr langen Multiples greifen; wer einen Multiple über die vollen zehn Voraussagen baut, kann den Deckel von CHF 1’000’000 für alle Gewinne zusammen theoretisch berühren, praktisch ist er für den normalen Westschweizer Wettschein ohne Bedeutung.

Kein Schweizer Veranstalter kann bei einer Kombination ohne Bet-Builder-Funktion voneinander abhängige Ereignisse desselben Anlasses zusammenlegen; das ist ein Punkt, an dem beide Häuser dieselbe Regel führen. Wer eine Kombination aus Ergebnissen desselben Spiels rechnet, sollte den getrennten Abschnitt zur Gültigkeit noch einmal lesen, bevor er den Einsatz setzt.

22Bet: Quotenrechner ohne Schweizer Rechtsfolge

22Bet läuft ohne Schweizer Bewilligung. Nur Swisslos und die Loterie Romande dürfen in der Schweiz Sportwetten veranstalten; eine gemeldete Bewilligung ist nicht etabliert, und eine ausländische Bewilligung hat nach Artikel 4 des Geldspielgesetzes hier keine Wirkung. Das Haus ist nicht an das Schweizer Sperrregister angebunden, es gibt keinen Schweizer Rechtsweg, und seine Domains können auf die Sperrliste der Gespa gesetzt und per DNS gesperrt werden.

Für die Rechnung heisst das: Die Quoten lassen sich eingeben, das Ergebnis stimmt, und der Rest der Kette ist es nicht. Es gibt keine Verlustlimite, die der Veranstalter vor dem ersten Einsatz verlangt, keine Schweizer Spielsperre, die hier greift, und bei einer Absage oder einem strittigen Ausgang keinen Schweizer Adressaten für eine Beschwerde. Der Reingewinn eines ausländischen Anbieters ist ausserdem nach der kantonalen Steuerpraxis von Thurgau voll steuerbares Einkommen, unabhängig von der Höhe.

Der Vergleich, der hier trägt, ist keiner über Software, sondern über einen Preis. 22Bet kann im Prinzip eine bessere Quote anbieten, weil ihm die Kosten der Schweizer Bewilligungsauflagen entfallen. Wer diese Differenz für sich rechnet, muss sie gegen das stellen, was mit dem Einsatz passiert, wenn die Wette schiefgeht und niemand da ist, an den man sich wenden kann. Das ist keine moralische Frage, sondern eine Rechnung mit einem Posten, der in keinem Quotenrechner steht.

MyStake: grosse Sportbibliothek, keine Schweizer Anbindung

MyStake ist eine ausländische Adresse ohne Schweizer Bewilligung. Die gemeldete Bewilligung ist nicht etabliert und entfaltet in der Schweiz keine Wirkung; das Angebot ist nicht an das Schweizer Sperrregister angebunden, Schweizer Rechtsmittel fehlen, und die Domain kann auf die Sperrliste kommen.

Die für einen Schweizer Spielenden relevante Frage ist die nach der Auszahlung. Zahlungen aus einem bewilligten Schweizer Angebot gehen ausschliesslich auf ein Zahlungskonto im Namen des Kontoinhabers — das lässt sich bei einem ausländischen Anbieter nicht voraussetzen, und Krypto-Auszahlungen sind im Schweizer Recht nicht vorgesehen. Wer sein Wettergebnis in dieser Form abwickelt, hat sein Geld ausserhalb des Rahmens, in dem eine Schweizer Aufsicht tätig werden könnte.

Und es gibt den Punkt, den man bei einem Wettanbieter mit breitem Sportprogramm leicht vergisst: Die Gespa-Liste erlaubt keine Eckball- und Kartenmärkte und enthält keinen Esport. Eine Sportbibliothek, die darüber hinausgeht, ist für Schweizer Verhältnisse kein Vorteil, sondern ein Zeichen, dass hier nicht unter der hiesigen Bewilligung gearbeitet wird. Wer den Rechner trotzdem benutzt, bekommt eine Zahl für eine Wette, die ein Schweizer Veranstalter gar nicht annehmen dürfte.

Interwetten: Bekanntheit als Marke, Sperrliste als Randnotiz

Interwetten ist eine ausländische Adresse ohne Schweizer Bewilligung. Eine gemeldete Bewilligung ist nicht etabliert, sie hat nach Artikel 4 des Geldspielgesetzes hier keine Wirkung, das Haus ist nicht an das Schweizer Sperrregister angebunden, Schweizer Rechtsweg fehlt.

Der Hinweis, den man bei diesem Namen dazusagen muss, ist der unangenehmste in diesem Abschnitt: Die Gespa nennt Interwetten als einen der Anbieter, deren Domains im Zuge des Domain-Hoppings gesperrt werden. Der Bekanntheitsgrad einer Marke schützt also nicht vor der Zugangssperre, und wer seine Wettaktivität an eine Adresse bindet, die im Laufe eines Jahres über eine andere Domain erreichbar sein kann, bindet sie an etwas Bewegungliches. Ein Konto, dessen Guthaben bei einer gesperrten Domain liegt, ist nicht verloren — aber der Weg dahin wird anstrengender, und die Aufsicht ist nicht die Stelle, die hier hilft.

IviBet: ein Konto ohne Schweizer Spielerschutz

IviBet läuft ohne Schweizer Bewilligung; eine gemeldete Bewilligung ist nicht etabliert und hat hier keine Kraft. Keine Anbindung an das Schweizer Sperrregister, kein Schweizer Rechtsweg, Sperrliste möglich.

Das ist die Konstellation, in der Spielerschutz am meisten wert wäre und am wenigsten zu haben ist. Alle Instrumente, die im Schweizer Recht greifen — Verlustlimiten, eine Sperre, die schweizweit im Register steht und auch für Casinos gilt, kein Kredit, keine anonymen Auszahlungen —, hängen an der Bewilligung. Bei IviBet bleiben sie Sache des Anbieters, und über seine Regelungen sagt die Schweizer Aufsicht nichts aus.

Wer sich eine Wette ausrechnet und dabei zum ersten Mal merkt, dass die Zahl zu gross für das Monatsbudget ist, braucht eine Grenze, die nicht von ihm selbst abhängt. Bei den bewilligten Häusern gibt es die. Hier nicht.

bet365: auf der Sperrliste, nicht auf der Bewilligungsliste

bet365 ist eine ausländische Adresse ohne Schweizer Bewilligung. Eine gemeldete Bewilligung ist nicht etabliert, eine ausländische Bewilligung hat hier keine Wirkung, keine Anbindung an das Sperrregister, kein Schweizer Rechtsweg. Die Gespa nennt bet365 als Anbieter auf der Sperrliste.

Der Fall ist aus einem anderen Grund lehrreich als die übrigen. bet365 ist die Art von Name, die einem Schweizer Wettenden zuerst einfällt, wenn er an Livewetten denkt. Und genau hier zeigt sich der Unterschied zwischen einem Produkt und einem Rechtsrahmen: Die Livewetten des Hauses sind nicht das Problem. Das Problem ist, dass bei einer Wette, die man während eines Spiels platziert, die Regeln dazu — wann eine Wette mit Quote 1.00 gewertet wird, was bei einem Videoschiedsrichter-Entscheid gilt, welche Spielzeit zählt — nach dem Recht des Anbieters laufen und nicht nach dem Schweizer Rahmen. Wer diese Regeln nicht liest, hat einen Rechenfehler, der im Ergebnis nicht sichtbar wird.

BC.Game: Krypto und der Rechner dazwischen

BC.Game bietet seine Dienste ohne Schweizer Bewilligung an. Auch hier gilt: Es gibt keine Anbindung an das Schweizer Sperrregister und keinen Schweizer Rechtsweg.

Für Schweizer Verhältnisse ist der wichtigste Punkt die Zahlungsseite. Im bewilligten Schweizer Sportwetten gibt es keine Krypto-Auszahlung: Gewinne und Guthaben gehen nur auf ein Zahlungskonto im Namen des Kontoinhabers. Bei einem Krypto-basierten Angebot fällt nicht nur diese Prüfung weg, sondern auch die Nachvollziehbarkeit des Weges, den ein Gewinn nimmt. Wer auf diese Weise abwickelt, hat für den Fall einer Auseinandersetzung keinen Nachweis, der in der Schweiz etwas wert wäre.

Für die Rechnung gilt dasselbe wie oben: Das Ergebnis ist brauchbar, solange die Quote stimmt. Nur endet die Sorgfalt nicht beim Ergebnis, sondern bei der Frage, auf welchem Rechtsboden man den Einsatz abgegeben hat.

Bruce Bet: ohne Bewilligung, ohne Register, ohne Rechtsweg

Bruce Bet läuft ebenfalls ohne Schweizer Bewilligung; auch hier fehlen die gesetzliche Anbindung an das Sperrregister und ein Schweizer Rechtsweg.

Damit teilt Bruce Bet die Eigenschaften, die diesen ganzen Abschnitt bestimmen, und die Zusammenfassung ist hier kürzer als bei den anderen — nicht, weil das Haus kleiner wäre, sondern weil die Bewertung an dieselben drei Merkmale gebunden ist: Bewilligung, Register, Rechtsweg. Fehlen alle drei, bleibt für einen Vergleich nur der Preis übrig, und der Preis ist der Teil, den ein Wettender am wenigsten kontrollieren kann.

Das ist die nüchterne Antwort auf die Frage, die viele eigentlich stellen: Ob ein Anbieter im Vergleich gut wegkommt, entscheidet sich nicht an der Zahl der Sportarten, sondern daran, ob es eine Schweizer Stelle gibt, die im Streitfall anrufbar ist.

GG.BET: die Rechnung bleibt, die Absicherung nicht

GG.BET ist ein weiterer Anbieter ohne Schweizer Bewilligung; auch für diesen gilt: Keine Anbindung an das Schweizer Sperrregister und kein Schweizer Rechtsweg.

Wer bis hierher gelesen hat, kennt das Muster. Der Unterschied liegt bei diesem Anbieter nicht im Rechtsstatus, sondern im Nutzungstyp. GG.BET ist ein Name, den man eher in internationalen Wettcommunities hört als in der Westschweizer Verkaufsstelle, und die Kundschaft rechnet üblicherweise mit Kombinationen und Live-Märkten. Genau dort schlägt die fehlende Schweizer Bewilligung doppelt zu: bei den Regeln zu abgesagten Ereignissen, zu Livewetten nach einem spielentscheidenden Moment und zu voneinander abhängigen Ereignissen. Die Schweizer Regelungen zu diesen drei Punkten sind bewilligungsgebunden. Ein ausländisches Angebot hat eigene, und niemand prüft sie von Amtes wegen.

Die Zahlen, die ein Quotenrechner hier ausgibt, sind so gut wie die Quote, die man eingibt. Die Frage, die er nicht beantwortet, lautet, unter welchen Regeln diese Quote zustande gekommen ist.

Wo die Rechnung aufhört: die Grenzen bei Sporttip und Jouez Sport

Zum Schluss die Einsätze, mit denen in der Schweiz tatsächlich gearbeitet wird, in einem Zug nebeneinander. Bei Sporttip: Mindesteinsatz CHF 1 für Einzel- und Kombinationswetten, Höchsteinsatz CHF 1’000 für eine Einzel- oder Kombinationswette, CHF 10’000 für eine Systemwette, und Swisslos kann die Limiten jederzeit ohne Angabe von Gründen ändern, wobei eine Wette über der Limite nicht angenommen wird. Bei Jouez Sport: Mindesteinsatz online CHF 2, in Verkaufsstellen CHF 3, für Multiples CHF 2, Höchsteinsatz für Einzel- und Kombiwetten CHF 500, Gesamteinsatz eines Wettscheins mit Multiples höchstens CHF 7’500, und der Höchstgewinn liegt bei CHF 300’000 pro Einzel- oder Kombiwette sowie CHF 1’000’000 für alle Gewinne eines Multiples zusammen.

Wer diese Zahlen nebeneinanderlegt, sieht keine Qualitätsunterschiede, sondern unterschiedliche Zuschnitte. Jouez Sport hat die niedrigeren Einzeldeckel und dafür die breitere Gesamtquotenspanne bis 100’000. Sporttip hat den höheren Einzeldeckel und mehr Spielraum bei Systemwetten. Beide Häuser werden für einen Wettenden mit kleinen Einsätzen ohnehin nicht an der Limite scheitern, sondern an der Frage, ob die Wette bis zum Ende durchläuft.

Und das ist der Punkt, an dem dieser Text endet: Die Limiten entscheiden, ob eine Wette überhaupt zustande kommt. Die Gültigkeitsregeln entscheiden, ob sie zählt. Die Marge entscheidet, was über die Zeit hängen bleibt. Die Spielsperre entscheidet, ob man aufhören kann. Keine dieser vier Grössen steht im Quotenrechner, und alle vier stehen in den Teilnahmebedingungen — drei Abschnitte, die man vor der ersten Wette liest, nicht danach.

Für jeden, der mit einem kleinen Budget arbeitet: Der Mindesteinsatz von CHF 1 bei Sporttip und CHF 2 bei Jouez Sport ist niedrig genug, dass die Rundung auf 5 Rappen und die Marge die eigentlichen Kosten sind, nicht die Limite. Für jeden mit vierstelligen Einsätzen: Die Decke bei Jouez Sport liegt bei CHF 500 pro Einzelwette, Sporttip erlaubt CHF 1’000, und wer mehr unterbringen will, müsste auf ein ausländisches Angebot ausweichen — was den Einsatz in eine Rechtsordnung verschiebt, in der die Schweizer Instrumente nicht existieren. Das ist ein bewusster Tausch, und es ist der Tausch, um den sich dieser ganze Vergleich dreht.

Häufige Fragen zum Quotenrechner

Wie berechnet man den Reingewinn einer Sportwette aus Einsatz und Quote?

Der Reingewinn ist Einsatz × (Quote − 1), die Auszahlung Einsatz × Quote. Bei CHF 20 Einsatz und Quote 2.10 ergibt das CHF 22.00 Reingewinn und CHF 42.00 Auszahlung. Bei Sporttip wird der Gewinnbetrag zuerst auf zwei Nachkommastellen aufgerundet und dann auf 5 Rappen abgerundet.

Worin unterscheiden sich Dezimal-, Bruch- und US-Quoten, und wie rechnet man sie um?

Es sind drei Schreibweisen desselben Preises. Die Dezimalquote 5.50 entspricht der Bruchquote 9/2 und der US-Quote +450; die Dezimalquote 1.40 entspricht 2/5 und −250. Bei der US-Quote heisst −250, dass 250 $ gesetzt werden müssen, um 100 $ Gewinn zu erzielen.

Wie wird die Gesamtquote einer Kombiwette berechnet, und warum sinkt die Trefferchance mit jeder Voraussage?

Die Einzelquoten werden multipliziert; der Einsatz gilt für die ganze Wette, und gewonnen ist sie nur, wenn jedes Ereignis richtig getippt wurde. Sieben Voraussagen mit je zwei Ausgängen sind 128 Kombinationen. Bei Jouez Sport umfasst eine Kombiwette 2 bis 10 Voraussagen, die Gesamtquote darf 100’000 nicht übersteigen.

Was ist eine Systemwette, und wie viele Einzelwetten stecken etwa in einer Trixie?

Eine Systemwette fasst mehrere ähnliche Kombinationswetten zusammen und wird als «X aus Y» angegeben; jede entstehende Kombination heisst Wettreihe. Eine Trixie ist die Klasse «2 aus 3», also drei Zweierkombinationen plus die Dreierkombination — vier Wettreihen, und der Einsatz wird für jede davon fällig.

Welche Mindest- und Höchsteinsätze gelten bei Sporttip und Jouez Sport?

Bei Sporttip liegt der Mindesteinsatz für Einzel- und Kombinationswetten bei CHF 1, der Höchsteinsatz bei CHF 1’000 und für Systemwetten bei CHF 10’000. Bei Jouez Sport beträgt der Mindesteinsatz online CHF 2, in Verkaufsstellen CHF 3, für Multiples CHF 2, der Höchsteinsatz für Einzel- und Kombiwetten CHF 500.

Zeigt ein Quotenrechner die Marge des Anbieters, und was heisst das auf lange Sicht?

In der Regel zeigt er sie nicht. Der Auszahlungsschlüssel eines Marktes ist 1 ÷ (1/Quote₁ + … + 1/Quoteₙ), die Marge ist der Rest zur vollen Auszahlung. Bei einem illustrativen Zwei-Weg-Markt mit 1.90 und 1.90 liegt der Auszahlungsschlüssel bei 95 %, die Marge bei 5 %.

Inhalt erstellt vom Team «dreiwegwetten.com»